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Posts mit Stichwort 'komet komet'

Komet 46P/Wirtanen: So beobachten Sie den Weihnachtskometen

5. Dezember 2018, Marcus Schenk

Es ist schon lange her, doch jetzt bekommen wir wieder Besuch aus dem All. Der Komet 46P/Wirtanen nähert sich der Erde, wird immer heller und ist sogar mit dem bloßen Auge sichtbar. Aber erst im Fernglas oder Teleskop entfaltet der Weihnachtskomet seine wahre Pracht. Die beste Beobachtungszeit ist Anfang Dezember und an Weihnachten.

Komet Wirtanen mit dem Teleskop beobachten

Dieses Foto wurde aufgenommen mit einem Celestron Teleskop Astrograph S 203/400 RASA 800 OTA.  © Michael Jäger. Vielen Dank an Celestron, die uns diese Aufnahme freundlicherweise zur Verfügung gestellt haben.

Ist 46P/Wirtanen ein Komet für das bloße Auge?

46P/Wirtanen ist ein kurzperiodischer Komet mit einer Umlaufzeit von 5,5 Jahren, er kommt uns deshalb alle paar Jahre besuchen. Doch im Dezember 2018 bietet er uns eine besondere Gelegenheit, denn nur selten erreichen solche Kometen einen größeren Helligkeitsanstieg wie diesen. Wenn alles läuft wie erwartet, könnte Wirtanen bis auf die 3. Größenklasse steigen und sehr gut mit dem bloßen Auge oder dem Fernglas zu sehen sein.

 

Sie haben noch nie einen Kometen gesehen? Dann wird es jetzt aber höchste Zeit! Denn ein heller Komet gehört zu den schönsten Beobachtungserlebnissen.

 

Warum der Weihnachts-Komet jetzt 160.000 mal heller ist

Was daran ist so besonders? Nur alle paar Jahre kommen wir in den Genuss, einen Kometen mit dem bloßen Auge zu sehen. Zuletzt war das 2014/15 der Fall, als Komet Lovejoy (C/2014 Q2) kurzfristig um die Jahreswende mit dem bloßen Auge zu sehen war.

Eigentlich war Wirtanen immer ein schwacher Komet. Doch es gibt noch etwas, das für uns wie ein Weihnachtsgeschenk daherkommt: Der Schweifstern hat eine für uns glückliche Position. Denn dank einer engen Begegnung mit dem Gasriesen Jupiter änderte der Komet seine Bahn und steht jetzt, während seines Vorbeiflugs an der Sonne, deutlich näher als früher. Zugleich steht er der Erde sehr nah, das macht ihn insgesamt heller. Zum Vergleich: In seinem Entdeckungsjahr erreichte 46P/Wirtanen nur eine Helligkeit von 16 mag. Damit wäre er 160.000 mal heller, wenn er denn tatsächlich die vorhergesagte Helligkeit von 3 mag erreicht (bei 4 mag aber immerhin noch 63.000 mal).

Wann kommt Wirtanen genau und wo finden wir ihn?

Wirtanen ist im ganzen Dezember am Abendhimmel zu sehen und daher ein richtiger Advents- und Weihnachtskomet. Am 12. Dezember erreicht er seine sonnennächste Position und am 16. Dezember seinen erdnächsten Punkt mit nur 11 Millionen Kilometern Abstand, was knapp 30 mal der Entfernung von der Erde zum Mond entspricht. Genau an diesem Abend passiert er auch das Goldene Tor der Ekliptik, der Bereich zwischen den Plejaden und den Hyaden.

Doch Mitte Dezember kommt der Mond dazu und überstrahlt den Kometen. Dann können wir 46P/Wirtanen nicht mehr am Abendhimmel sehen, wohl aber in der zweiten Nachthälfte und in den Morgenstunden, denn er Mond geht vor dem Kometen unter.

Aufsuchkarte Komet Wirtanen

Eine Aufsuchkarte für 56P/Wirtanen mit Positionen von 7.12 bis 30.12, Stellarium.

 

Dunkel soll die Ecke sein: die beste Beobachtungszeit

Aber halt: Hatten wir nicht gesagt, der Komet sei mit dem bloßen Auge zu sehen? Sterne mit ähnlicher Größenklasse sind doch auch zu sehen, wenn der Mond da ist. Richtig! Doch die große Helligkeit des Kometen verteilt sich auf eine Fläche, eine Kometenkoma von ca. 0,5°. Zum Vergleich: Das entspricht einem Vollmonddurchmesser. Deswegen sollten Sie sich einen dunklen Ort und eine mondlose Zeit zur Beobachtung suchen.

Beobachten Sie erst nach Dämmerungsende. Anfang Dezember steht der Komet am Abendhimmel noch relativ dicht über dem Horizont, er steigt aber von Tag zu Tag höher. Am 10. Dezember erreicht er den Kopf des Walfischs und macht sich auf den Weg zum Stier.

Erst ab Weihnachten können Sie wieder in Dunkelheit vor dem Mondaufgang beobachten. 46P/Wirtanen steht jetzt unmittelbar bei dem Stern Capella im Fuhrmann. Beobachten Sie jetzt in den sehr frühen Abendstunden. Im Laufe der folgenden Tage geht der Mond immer später auf und die mondlose Beobachtungslücke wird immer länger.

Komet noch besser im Fernglas und Teleskop zu sehen

Mit einem Fernglas oder Teleskop wirkt der Komet 46P/Wirtanen noch schöner. Lassen Sie damit die große, grünliche Koma auf sich wirken und vielleicht entdecken Sie im Teleskop sogar einen kleinen Kometenschweif. Übrigens: Eine besonders gute Sicht auf den Kometen bietet das Omegon Sternfeldglas 2.1×42.

Nutzen Sie jetzt die Gelegenheit und beobachten Sie den Weihnachtskometen. Wir wünschen Ihnen klare Nächte und viel Spaß dabei!

 

Zum Weiterlesen:

Der Weihnachtskomet 46P/Wirtanen
Video: Kometenfotografie – Gerald Rhemann

Infografik Perseiden 2016: Was jeder über die Nacht der Sternschnuppen wissen sollte

4. August 2016, Marcus Schenk

Wir freuen uns alle auf die Nacht der Nächte: die Perseiden im August. Mal ganz ohne Teleskop, einfach mit den bloßen Augen staunen und Sternschnuppen zählen.

Doch woher kommen die Meteore? Wo, wann und wie kann ich sie beobachten? Und warum ist dieses Jahr etwas Besonderes? Erfahren Sie alles das in der Infografik über die Sternschnuppen.

Auf einen Blick. Schnell. Und informativ.

Infografik Perseiden
Wenn Sie die Infografik in Ihre Seite einbinden möchten, können Sie dafür gerne folgenden Code nutzen:

Komet Catalina auf gutem Kurs

13. November 2015, Bernd Gährken

Der Komet C/2013 US10 (Catalina) wurde 2013 durch Beobachtungen der Catalina Sky Survey entdeckt. Seit damals wurde er stetig heller und erreicht aktuell auf der Südhalbkugel die Grenze zur Sichtbarkeit mit dem freien Auge. Falls der Trend anhält dürfen wir uns in Deutschland ab Ende November über einen gut sichtbaren Fernglaskometen freuen, der an sehr dunklen Standorten auch mit freien Auge sichtbar sein könnte. Bis Mitte Januar streicht er aus dem Sternbild Jungfrau kommend in einem weiten Bogen bis zum Himmelsnordpol. Die Helligkeit sollte dabei konstant bei etwa 5 mag liegen. Catalina wäre damit vergleichbar mit dem Kometen C/2014 Q2 Lovejoy der Anfang 2015 eine gute Show geboten hat.

Kometen dieser Größe sind mit relativ einfacher Ausrüstung zu fotografieren. Eine gute Spiegelreflexkamera mit einem ordentlichen Teleobjektiv liefert schon brauchbare Resultate. Falls eine astronomische CCD-Kamera vorhanden ist, kann die Qualität nochmal beträchtlich gesteigert werden. Um die CCD mit einer Fotooptik zu verbinden empfehlen wir den Omegon T2-Adapter für Canon EOS Objektive. Mit dem optionalen  i-Nova Adapter Nikon DSLR Objektiv auf Canon EOS lassen sich zusätzlich auch Nikon-Objektive anschließen. Was man erwarten darf, zeigt die folgende Aufnahme des Kometen Lovejoy mit einem 200mm Teleobjektiv und einer Atik420. Der Schweifabriss vom 13.1.2015 ist als heller Knoten gut zu erkennen. Als Montierung eignen sich die Skywatcher StarAdventurer und der iOptron Skytracker.

Komet Lovejoy mit 200mm Tele

Komet Lovejoy mit 200mm Tele

Karten und Ephemeriden für den Kometen Catalina gibt es unter:

http://www.waa.at/hotspots/kometen/c2013us10/index.html und http://www.kometenseiten.de/aktuell.html

Einen Rückblick auf Komet C/2014 Q2 Lovejoy gibt es unter: http://www.astrode.de/1ko12lj14.htm

Aktueller Beobachtungstipp: Komet C/2014 Q2 (Lovejoy)

20. Januar 2015, Bernd Gährken

Helle Kometen die mit freien Auge leicht gesehen werden können sind selten. Im Mittel gibt es nur ein Exemplar im Jahrzehnt. Kometen für das Fernglas gibt es dagegen fast jedes Jahr. Im Sommer 2014 erfreute der Komet C/2014 E2 (Jacques) mit einer Helligkeit von 6mag die Beobachter. Aktuell steht jedoch ein Schweifstern am Himmel, der Jaques um den Faktor 5 übertreffen dürfte. Der Komet C/2014 Q2 (Lovejoy) zeigt einem seit Monaten stabilen Trend. Dabei steht er 40 bis 60 Grad hoch am dunklem und mondfreiem Nachthimmel. Ohne künstliche Himmelsaufhellung müsste er als diffuses Scheibchen mit einem Feldstecher zu finden sein. Wir empfehlen das Omegon Fernglas Nightstar 15×70 oder das Omegon Fernglas Nightstar 25×100 mit Koffer zusammen mit dem Lumicon Swan Band Kometenfilter 1,25″.  Die beste Beobachtungszeit ist gegen 20 Uhr. Im Laufe des Monats wandert er vom Sternbild Stier in den Widder.

Der Entdecker des Kometen ist der Australier Terry Lovejoy. Durch Fleiß und Glück gelang es ihm bereits fünf Kometen zu finden. Auch C/2013 R1 trägt seinen Namen. Dieser Komet erreichte ebenfalls 4,5 mag und war im Herbst 2013 gut zu beobachten. Damals entstanden zahlreiche Fotos. Mit etwas Glück werden bei C/2014 Q2 Lovejoy ähnliche Aufnahmen möglich sein.

Im Internet finden Sie zahlreiche Aufsuchkarten.

C/2013 R1 (Lovejoy) im Jahre 2013

C/2013 R1 (Lovejoy) im Jahre 2013

Inzwischen gelang es zahlreichen Beobachtern den Kometen zu fotografieren. In der 3. Januarwoche erreichte er 4,0m mag und war bei genauer Kenntnis der Position mit freien Auge als kleiner diffuser Fleck zu sehen. Die beiden folgenden Aufnahmen entstanden im bayrischen Voralpenland.

Komet Lovejoy am 12.1.2015

Komet Lovejoy am 12.1.2015

Komet Lovejoy am 11.1.2015

Komet Lovejoy am 11.1.2015

ISONs Schicksal ungewiss

2. Dezember 2013, Bernd Gährken

Über ein Jahr konnten die Amateure und Profis den Kometen ISON beobachten. Seine sonnennahe Bahn versprach einen sehr hellen Kometen in den ersten zwei Dezemberwochen. Doch die Sonnenpassage am 28.11.2013 verlief anders als erhofft. Anstatt seine Helligkeit dramatisch zu steigern, ließ die Gas und Staubproduktion drastisch nach. Am Taghimmel war der Komet nicht zu sehen. Auf den Bildern des Sonnennsatteliten SOHO war der Komet sogar zeitweise komplett verschwunden und es wurden die ersten Nachrufe zum Kometen geschrieben. Doch Totgesagte leben länger und der Komet nahm am 29. seine Gasproduktion wieder auf und entwickelte erneut einen Schweif. So entwickelte sich auch die Hoffnung das vielleicht doch noch ein mittelheller Komet sichbar werden könnte.

Der 30.12. brachte erneut eine unerwartete Wende im Kometenkrimi. Im Laufe dieses Tages wurde der Kern des Kometen immer dunkler. Gas und Staubproduktion verringerten sich erneut. Das Schicksal des Kometen ist nun ungewiss. Es ist sehr fraglich ob in der zweiten Dezemberwoche überhaupt noch etwas zu sehen sein wird.

Einen Jahrhundertkometen darf man nicht mehr erwarten. Doch noch ist das Kometenjahr 2013 nicht vorbei. Als kleines Trostpflaster bleibt der Komet C/2013 R1 Lovejoy der sich unerwartet gut entwickelt hat. Er ist zur Zeit am Morgenhimmel nördlich des Sternbildes Bootes zu sehen. Mit fast 5mag ist er ein leicht sichtbarer Fernglaskomet. Auch die Omegon-Kometenteleskope können diesen Schweifstern gut zeigen!

So sah der Sonnensatellit SOHO den Kometen

So sah der Sonnensatellit SOHO den Kometen

Der Komet kommt auf seiner Bahn von unten rechts und wandert nach oben aus dem Bildfeld. Das Verblassen ist auch auf dem folgenden Summenbild gut zu erkennen.

Summenbild der Kometenpassage

Summenbild der Kometenpassage

Komet ISON auf gutem Kurs

22. November 2013, Bernd Gährken

Komet ISON macht es weiter spannend. Noch weiß niemand ob ISON der erwartete Jahrhundertkomet sein wird, doch Analysen von vergleichbaren Kometen auf ähnlichen Bahnen stimmen optimistisch. Die momentane Entwicklung spricht für eine Perihelhelligkeit von -8mag sehr nah an der Sonne. Eine Tagsichtbarkeit sollte möglich sein. Sie dauert jedoch am 28.11.2013 nur wenige Stunden und diese Stunden fallen ausgerechnet für Europa in die Nacht.

Geographisch ideal wäre Südamerika, doch auch die Kanarischen Inseln sind eine Option. Die größte Sonnennähe wird auf den Kanaren kurz vor Sonnenuntergang erreicht. Da in Deutschland das Wetter im November meistens sehr schlecht ist, sind zahlreiche Expeditionen auf dem Weg in den sonnigen Süden. Astroshop-Mitarbeiter Bernd Gährken wird für diesen Blog zeitnah von LaPalma aus über die aktuelle Entwicklung berichten. Falls der Komet am 28. wirklich so aktiv sein sollte wie erhofft, wird in den ersten 10 Dezembertagen ein heller Schweifstern am Morgenhimmel zu sehen sein. Die Beobachtung ist dann auch von Deutschland aus gut möglich, falls das Wetter mitspielt. Falls es zu dieser Zeit mit dem Wetter nicht klappt, ist der Komet selbst danach noch zu sehen. Er ist dann allerdings zu schwach für das freie Auge und es wird ein Fernrohr benötigt. Zu diesem Zweck haben wir extra zwei optimierte  Omegon Teleskope aufgelegt die einfach zu bedienen sind und wenig kosten.

https://www.astroshop.de/p,32952

Buch "Kometen"

Zum Kometen ISON sind inzwischen auch einige Bücher erschienen. Eine gute Vorbereitung ist das handliche Buch von Daniel Fischer. Es erklärt wann, wie und wo der Komet optimal zu beobachten ist. Der Clou sind die praktischen Aufsuchkarten mit denen der Komet auch zum Jahresende noch identifiziert werden kann.

Wer ausführlichere Informationen möchte, dem empfehlen wir das Buch ´Kometen´ von Uwe Pilz.  Es ist ebenfalls im Oculum Verlag erschienen:

ISON am Morgenhimmel sichtbar

26. September 2013, Bernd Gährken

Im Sommer 2013 stand Komet ISON hinter der Sonne und konnte nicht beobachtet werden. Kurz vor dem Verschwinden am Abendhimmel wurden die Prognosen immer unsicherer und es meldeten sich einige Skeptiker zu Wort. Daher warteten alle gespannt auf die ersten Bilder im September. Am Morgen des 5.9.2013 gegen 5 Uhr MESZ stand der Komet etwa 15 Grad über dem Osthorizont. Es wurde ein einfaches 135mm 1:2,8 Tele verwendet. Das Feld war sehr reizvoll, denn der Komet stand unweit des offenen Sternhaufens Praesepe (M44). Der Planet Mars war ebenfalls nicht weit entfernt. Nach dem Foto besteht Grund zum Optimismus: ISON liegt mit gemessenen 13,4 mag gut im Kurs. Vermutlich ist er eher heller, weil sich die Koma schlecht photometrieren lässt. Es könnte eine 12 vor dem Komma stehen, was exakt den Erwartungen entspricht. Auf der Webseite des CIOC gibt es täglich aktuelle Infos zum Kometen ISON. Das Bild wurde vom CIOC als ISON-Foto der Woche ausgewählt.
ISON Anfang September

ISON Anfang September

ISON nur noch ein Jahrhundertkomet?

4. Juni 2013, Bernd Gährken

Der im September 2012 entdeckte Komet ISON (C/2012 S1) wird am 28.11.2013 mit nur 1,5 Millionen Kilometern Abstand die Sonne passieren. Kometen mit derartigen Bahnen werden als Sonnenstreifer bezeichnet und können sehr hell werden. Bislang boten alle derartig frühzeitig entdeckten Sonnenstreifer ein extrem eindruckvolles Schauspiel! Für Komet ISON wurde in den ersten Prognosen eine Tagsichtbarkeit mit mehr als -10mag vorhergesagt. Damit hätte ISON die Chance zum hellsten Kometen der letzten 1000 Jahre zu werden. Die Prognosen für Kometen sind jedoch notorisch unsicher. Dies liegt daran, dass die Mischung des Kometenmaterials unbekannt ist. Ein Übergewicht an leicht flüchtigen Stoffen kann bei großer Sonnendistanz einen hellen Kometen vortäuschen. Komet ISON kommt z.zt.der Sonne näher, kann aber zugleich am Abendhimmel immer schwerer beobachtet werden. Die aktuellen Helligkeitsschätzungen sind daher unsicher. Es sieht jedoch so aus, als ob der Komet schwächer wird als erwartet. Nach den aktuellen Prognosen sollte er am 28.11. nur noch -6 mag erreichen. Das genügt immer noch für eine Tagsichtbarkeit, doch ist er für Laien am Tag schwierig zu beobachten. Bei der anschließenden Morgensichtbarkeit könnte ISON eine ähnliche Helligkeit entwickeln wie der Komet McNaught 2007. Damit wäre ISON zwar noch ein Jahrhundertkomet, doch als Jahrtausendkomet könnte er nicht mehr bezeichnet werden. Mittlerweile gibt es auch erste Simulationen zur Schweifentwicklung. Der Schweif wird demnach Anfang Dezember am Morgenhimmel eine extrem helle, grade und schmale Nadel bilden. Ideal ist die Sichtgeometrie zum Nikolaustag. Am Wochenende des 7. und 8. Dezember geht der Komet schon vor Dämmerungsbegin auf und steht mit bis zu 40 Grad Schweiflänge am dunklen Nachthimmel. In der Folgewoche fächert sich der Schweif auf und wird deutlich schwächer. Der Komet dürfte aber immer noch ein leichtes Objekt für das freie Auge sein.

Die weitere Entwicklung bleibt spannend. Kometen auf derartig sonnennahen Bahnen sind stets für Überraschungen gut und neigen dazu die Prognosen zu übertreffen. Wie hell der Komet Anfang Dezember wirklich sein wird, entscheidet sich erst beim Perihel am 28. November. Aktuelle Prognosen gibt es auf der Seite der VDS-Fachgruppe Kometen.

Komet Panstarrs enttäuschte viele Beobachter ist aber auch jetzt noch gut zu fotografieren. ISON wird voraussichtlich ein beeindruckenderes Schauspiel bieten.

Komet Panstarrs Mitte April

16. April 2013, Bernd Gährken

Nach der Passage des Andromedanebels Anfang April wandert der Komet Panstarrs aktuell durch das Sternbild Cassiopeia und ist horizontnah die ganze Nacht zu beobachten. Seine Helligkeit ist deutlich gesunken, doch im Fernglas bietet er immer noch einen beeindruckenden Anblick. Am 15.4.2013 klarte der Himmel in Süddeutschland auf und er war am mondlosen Morgenhimmel gut zu beobachten. Im 20×60 Feldstecher sah man neben einem hellen Keil auch den nach links weisenden Dusttrail und einen über 120 Grad laufenden schwachen Staubfächer. Fotografiert wurde mit einem 8 Zoll f/4 Schmidtnewton. Als die Ausrüstung aufgebaut war, zeigte die Uhr schon 4:20 und die Zeit lief davon. Statt einen Leitstern zu suchen, wurde die EOS500 auf 15s eingestellt und kurz belichtet. Insggesamt wurden 133 Bildern addiert. Der Kern wurde mit einem Rotationsgradienten nach Larson-Sekanina genauer untersucht. Einige Details konnten so besser sichtbar gemacht werden.


Panstarrs am 15.4 Kometzentriert

Panstarrs am 15.4 Kometzentriert

Panstarrs am 15.4. Sternzentriert

Panstarrs am 15.4. Sternzentriert

Kometenfans Aufgepasst: Komet Panstarrs jetzt zu sehen

15. März 2013, Marcus Schenk

Der Komet Panstarrs ist da, und doch führte er in den letzten Tagen ein Schattendasein. Das Wetter, so scheint es, war den Astronomen nicht gut gesonnen. Da kommt also ein Komet mehrere Millionen Jahre aus Richtung Oortscher Wolke, nimmt Kurs auf Sonne und Erde und dann sieht man nur Wolken.
Nicht zuletzt legte ein skandinavisches Tief über uns einen dicken weißen Mantel aus Frost und Schnee.
Zeit, dass wir ihn doch noch erwischen …

Diesen Samstag: bundesweiter Astronomietag am 16. März
Legen Sie sich schon einmal Ihr Fernglas oder ein kleineres Teleskop zurecht. In den nächsten Tagen sind vielerorts Wolkenlücken angesagt. Der Komet steigt von Tag zu Tag höher und ist daher auch immer besser zu sehen. Der 16. März gilt als besonders guter Tag bzw. als Startfenster für optimale Beobachtungen.  Panstarrs hat noch eine ausreichende Helligkeit, gewinnt an Höhe und verlegt seinen Untergang schon in die etwas fortgeschrittenere Dämmerung. Außerdem stört die schmale zunehmende Mondsichel noch nicht bei der Beobachtung.

Komet Panstarrs

Das Bild zeigt Komet Panstarrs am 13.03.13 aufgenommen von userem Mitarbeiter Bernd Gährken

Die Vereinigung der Sternfreunde (VdS) hat den Astronomietag 2013 zu diesem Zweck auf den 16. März gelegt. Viele Volkssternwarten und astronomische Vereine bieten diesen Samstag kostenlose Veranstaltungen für die Öffentlichkeit an. Wenn Sie also nicht alleine beobachten wollen, treffen Sie doch einfach Gleichgesinnte. Gehen Sie gemeinsam auf die Jagd nach Panstarrs!

Eine gute Vorbereitung ist die halbe Miete
Informieren Sie sich auf der Kometen-Infoseite Ison-Komet über alle Fakten und News über den Kometen Panstarrs. Wie haben bereits andere Menschen den Kometen erlebt? Fast täglich kommen neue Artikel oder  Fotos aus aller Welt hinzu.
Sie brauchen eine genaue Orientierung, wo der Komet in den nächsten Tagen zu finden ist? Dann schauen Sie sich doch einfach die Himmelskarten an. Damit finden Sie sicher den Kometen Panstarrs in der Abenddämmerung.

www.ison-komet.de

Ferngläser und Teleskope für die Kometen-Beobachtung

Wenn Ihnen noch ein geeignetes Fernglas oder ein Teleskop fehlt: Bestellen Sie einfach auf unserer  „Das Jahr der Kometen“  Seite. Dort finden Sie verschiedene Komplett-Sets für die Beobachtung oder Ausrüstungen für die perfekten Kometenfotos.

DasJahrderKometen

Der Komet ist noch bis in den April hinein zu sehen, sicher werden uns noch schöne Beobachtungsmöglichkeiten erwarten. Sagen wir es doch ganz frei nach Lothar Matthäus: »Wir dürfen jetzt nur nicht den Sand in den Kopf stecken.«

Na dann, viel Erfolg bei Ihren Beobachtungen!

16.12.2018
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