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Archiv der Kategorie 'Beobachtungen'

Totale Mondfinstenis: letzte Gelegenheit am 21. Januar 2019

17. Januar 2019, Marcus Schenk

Am 21. Januar 2019 bietet uns der Mond wieder ein Schauspiel auf der großen Bühne: eine totale Mondfinsternis. Mitwirkende im Hintergund: der Erdschatten und wir auf dem Logenplatz an erster Stelle.

Im Gegensatz zum Sommer 2018 harren wir diesmal in der Kälte aus. Mit klammen Fingern in den Morgenstunden am Teleskop können wir diesen faszinierend roten Mond wieder bewundern. Aber das Erlebnis ist jede kalte Temperatur wert. Denn sie gehört zu einer der letzten richtig gut sichtbaren Finsternisse.

In diesem Beitrag erfahren Sie, wie und wann Sie die totale Mondfinsternis am besten beobachten können.

Die Mofi 2018 aus Landsberg am Lech. Aufnahme: Alexander Olbrich

Es ist schwer morgens aus dem Bett zu kommen …

Warum tun wir das? Warum stellen wir uns in dieser Eiseskälte umgeben von Schnee und Frost nach draußen, während anderen vielleicht noch gemütlich im warmen Bett schlummern?
Ganz einfach! Wir können uns des Astrofaszination nicht entziehen. Astronomie erleben wir nicht vom Sofa aus. Ein Bild anzusehen, bringt uns nicht an einen Ort, weil wir ihn nicht erleben. Was ist schöner? Musik aus dem Smartphone oder direkt vor der Bühne zu stehen?

Also warm einpacken und raus in die erste Reihe vor die Himmelsbühne. Verpassen wir dem inneren Schweinehund also einen Maulkorb. Vor den Ofen legen darf er sich später wieder.

 

Warum diese Finsternis genutzt werden sollte

Diese Finsternis ist eine der wenigen gut sichtbaren in den nächsten Jahren und sie findet in einer angenehmen Höhe statt, so dass wir den Mond von fast jedem Ort aus Städten und Gärten beobachten können – sogar mit dem Morgenkaffe in der Hand. Wer will schon morgens hinaus aufs Feld oder auf den Berg fahren, wie bei der Mondfinsternis im Juli 2018? Die nächste Gelegenheit lässt lange auf sich warten: Erst am 7. September 2025, also sechs Jahre später, können wir wieder eine totale Mondfinsternis in den Abendstunden verfolgen. Leider erreicht der Mond dann nur eine geringe Höhe über dem Horizont. Am 31. Dezember 2028 gibt es die nächste Chance: Eine totale Mondfinsternis in den frühen Morgenstunden. Also: unbedingt jetzt beobachten!

 

Beobachtungsort und Daten zur totalen Mondfinsternis

Am 21. Januar in den Morgenstunden ist es soweit: Der Mond taucht wieder in den Erdschatten ein. Die Mondfinsternis ist diesmal aus ganz Europa, in Nord- und Südamerika und in Teilen Afrikas zu sehen.

Diese Phase, die heiße Phase, in der der Mond vollständig im Erdschatten verschwunden ist, nennt man Totalität. Ist sie erreicht, beginnt der Mond zu leuchten wie ein glühendes Eisen. Er nimmt dann eine bräunliche, rostrote oder kupferrote Farbe an und wir können uns von seinem Anblick gar nicht mehr trennen.

Sie sollten sich für die Beobachtung einen dunklen Beobachtungsort suchen. Die Helligkeit des Mondes darf man sich nicht wie gewöhnlich vorstellen – obwohl wir Vollmond haben. Im Erdschatten glüht er nur noch schwach und gibt das in den Erdschatten gelenkte Sonnenlicht weiter. Jetzt erscheint er gut 25.000-mal schwächer als der hell beleuchtete Vollmond.

 

Grafik der Totalen Mondfinsternis

Suchen Sie sich deshalb einen dunklen Ort oder sorgen Sie zumindest für einen ungehinderten Blick ohne störende Straßenlaternen.

 

Um 5:41 Uhr sollten Sie spätestens nach oben blicken

Um 3:35 MEZ tritt der Mond in den Halbschatten der Erde ein, diese erste Phase kann man nicht beobachten, denn sie ist zu unauffällig. Interessant wird es aber um 4:34 MEZ, wenn der Mond den Kernschatten erreicht. Zu dem Zeitpunkt steht der Mond etwa 30 Grad über dem Horizont. Mit Beginn der Totalität um 5:41 MEZ sinkt er weiter gegen Westen und verliert ca. 10° an Höhe, trotzdem steht er noch ausreichend hoch. Zum Vergleich: Die Mondfinsternis am 27. Juli 2018 fing in seiner roten Phase mit 5 Grad über dem Horizont an und erreichte eine maximale Höhe von 16 Grad bis zum Ende der Totalität.

Die Zeiten der Finsternis im Überblick:

  1. Eintritt in den Halbschatten 3:35 MEZ
  2. Eintritt in den Kernschatten 4:34 MEZ
  3. Beginn der Totalität 5:41 MEZ
  4. Mitte der Finsternis 6:12 MEZ
  5. Austritt aus dem Kernschatten 7:51 MEZ
  6. Austritt aus dem Halbschatten 8:50 MEZ

Bis ca. 6:44 MEZ können wir den roten Mond bewundern, ihn mit einem Fernglas oder Teleskop beobachten. Auch Fotos des Mondes gelingen leicht, sogar mit einfachen Mitteln.

 

So gelingen einfache Astrofotos von der Mondfinsternis

Während der gesamten Finsternis ist es interessant Fotos der Finsternis aufzunehmen. Das Glück dabei: Für solche Aufnahmen brauchen Sie nicht viel Ausrüstung. Im Prinzip reichen ein Foto-Dreibeinstativ und eine Kamera oder ein kleines Teleskop und eine Montierung mit einer Kamera.

Mit einer stehenden Kamera auf einem Fotostativ können Sie ästhetische Aufnahmen mit Mond und einer Landschaft aufnehmen. Das machen Sie in der Regel mit kleineren Brennweiten bis zu 200 mm. Sie lohnen sich vor allem dann, wenn der Mond relativ dicht über dem Horizont steht.

Soll der Mond zumindest ein Drittel oder die Hälfte des Bildes ausfüllen, brauchen Sie eine höhere Brennweite von mehr als 500mm. In dem Fall ist es schwieriger, wenn auch nicht unmöglich, ein schönes Mondfoto zu schießen. In der partiellen Phase kommen Sie mit kurzen Belichtungszeiten zurecht. Wärend der partiellen Phase liegen die Belichtungszeiten im Beriech von hundertstel und zehntel Sekunden, während der Totalität aber im Bereich von Sekunden. Der Nachteil hier: Das Mondfoto wirkt etwas unscharf, erzeugt durch die Erddrehung. Bei langer Brennweite und moderater Empfindlichkeit der Kamera verwenden Sie eine Montierung mit einer elektrischen Nachführung. So gelingt Ihnen auch ein scharfes Foto in der totalen Phase.

Sie suchen noch ein passendes Teleskop für die Mondfinsternis? Das Omegon Photography Scope 72/432 ED ist ein starkes Instrument für Natur- und Astrofotografie bei moderaten Brennweiten. Und gleichzeitig ist es ein Objektiv und Spektiv in einem.

 

Die Mondfinsternis im Überblick mit stehender Kamera. Unten ist der Mars zu sehen. Aufnahme: Marcus Schenk

Tipps für die Fotografie im Überblick:

  • Stabiles Stativ oder eine Montierung mit Nachführung  sowie ein Objektiv oder ein kleines Teleskop verwenden.
  • Wir empfehlen eine Kamera mit Kabel- oder Fernauslöser bzw. Zeitauslöser.
  • Die Kamera sollte die Möglichkeit haben, das Objektiv manuell zu fokussieren. Fokussieren Sie, bis Sie einen scharfen Mondrand sehen.
  • Die Belichtungszeiten sollten manuell einstellbar sein, zumindest sollte man die Möglichkeit haben eine Belichtungskorrektur einzustellen.
  • Experimentieren Sie mit der Blende und den ISO-Werten, dazu haben Sie während einer Mondfinsternis genügend Zeit.

 

Wir wünschen Ihnen einen klaren Himmel und viel Freude bei der Beobachtung.

Ist ein Dobson-Teleskop das richtige für mich? | mit Produktempfehlungen

11. Dezember 2018, Marcus Schenk

Dobson- oder Goto-Teleskop? Eine Frage, dessen Antwort man erst mal herausfinden muss. Je nach dem, was Sie gerne beobachten oder am Himmel erleben wollen, sollten Sie auch Ihr Teleskop wählen.

Wussten Sie, dass es so etwas wie „ein bisschen Goto“ gibt?

Doch wie finden Sie heraus, ob ein Dobson-Teleskop das richtige für Sie ist? Wir haben in Teil 1 dieses Beitrags ein paar Fragen zusammengestellt, mit denen Sie Ihre Vorlieben herausfinden können.

Im Anschluss, im Teil 2, gibt es Produktempfehlungen für drei verschiedene Teleskopserien, mit denen Sie den Sternenhimmel erleben können.

 

Ist ein Dobson Teleskop für mich richtig

 

Teil1

Sind Sie ein Beobachter, zu dem ein Dobson-Teleskop passt? Oder eher ein Teleskop mit parallaktischer Montierung? Mit diesen Fragen finden Sie es heraus:

 

1. Wollen Sie ausschließlich beobachten oder auch fotografieren?

Es gibt zwei Arten der Beobachtung: die visuelle oder die fotografische. Was wäre Ihnen lieber? Wenn Sie auf das visuelle Erlebnis setzen, dann wäre wohl ein Dobson die Wahl.

1 Ja ich will visuell beobachten.

2 Ich weiß noch nicht, beides vielleicht.

3 Fotografieren ist mir etwas wichtiger als visuell zu beobachten.

 

2. Worauf legen Sie Wert? Auf die Optik oder die Mechanik und Elektronik?

Dobsonteleskope bestehen aus einer Holzbox mit Gleitlagern, Rockerbox genannt, und einem Newton-Spiegelteleskop. Hier wird eindeutig Wert auf einen größeren Tubusdurchmesser gelegt. Die Mechanik bleibt dabei aber einfach. Der Vorteil: Sie bekommen für relativ kleines Geld ein großes Teleskop, mit dem Sie viel sehen.

1 Ich lege mehr Wert auf eine große Optik zum kleinen Preis.

2 Ich kann mich nicht festlegen, vielleicht beides.

3 Ich bin Fan komplexer Mechanik, die mein Teleskop über Feinwellen und Schneckenräder steuert.

 

3. Schneller Aufbau oder genaues Ausrichten?

Dobson-Teleskope bestehen nur aus zwei Teilen. Der Vorteil: Zwei Teile sind schnell transportiert und am Beobachtungsort wieder aufgebaut. Oft ist es wesentlich schneller aufgebaut als ein Teleskop mit Dreibeinstativ, parallaktischer Montierung, mehreren Gegengewichten und dem Tubus. Ein Dobson-Teleskop müssen Sie auch nicht zum Himmelsnordpol ausrichten, Sie führen die Achsen in beiden Richtungen nach.

1 Ich will mein Teleskop schnell aufbauen, weil ich sonst nicht motiviert bin und mich bei einem komplizierten Aufbau nicht zum Beobachten aufraffen kann.

2 Ich würde gerne Goto haben, aber nur, wenn der Aufbau nicht zu lange dauert.

3 Ich investiere lieber mehr Zeit in den Aufbau und eine genaue Ausrichtung.

 

4. Lieber nur Mond und Planeten oder am liebsten Galaxien?

Ein mittleres bis großes Newtonteleskop ist natürlich auch für die Planetenbeobachtung geeignet. Doch die Stärken eines großen Spiegels liegen in der großen Lichtsammelfähigkeit. Damit sind viele Dobsonteleskope dazu geeignet, Nebel und Galaxien zu beobachten. Wenn Sie sich dagegen eher für Mond und Planeten interessieren, dann wäre ein Linsenteleskop die bessere Wahl.

1 Ich will Nebel und Galaxien beobachten.

2 Ich will Nebel und Galaxien beobachten, aber wie soll ich sie nur finden?

3 Mich interessieren Mond und Planeten, aber es bei mir zu Hause so hell, dass ich Galaxien nicht so gut sehe. Eine Automatik müsste es finden.

 

5. Den Himmel mit Sternkarte oder GoTo-System erkunden?

Dobsonteleskope sind fast immer manuell steuerbare Instrumente. Das heißt: Hier gibt es kein Goto-System, das auf Knopfdruck die Objekte anfährt. Sie müssen (oder dürfen) das Teleskop rein manuell, mit einer Sternkarte zum Objekt Ihrer Wahl führen und dann auch mit der Hand nachführen. Aber welchen Vorteil soll denn das haben? Ganz einfach: Der Sternenhimmel wird zu Ihrem Revier, in dem Sie sich wie kein Zweiter auskennen. Sie sind dann wirklich ein Experte für das Auffinden von DeepSky-Objekten. Und Sie entwickeln ein Gefühl für die Nachführung des Objekts. Das Schöne daran: Es macht riesigen Spaß. Jedes Mal, wenn Sie ein Objekt finden, ist das ein kleines Erfolgserlebnis.

1 Na klar, ich will selbst mit einem Dobson-Teleskop die Objekte finden.

2 Ich fürchte, dass ich mich manchmal nicht orientieren kann.

3 Nein wirklich nicht, für die Objektsuche gibt es doch Goto-Teleskope.

 

6. Natur und Sternenhimmel ohne viel Technik erleben?

Beobachter berichten immer wieder, dass sie mit einem Dobson-Teleskop die Natur maximal genießen können. Hier gibt es keine Technik, die man zum laufen bringen müsste. Nein, das Naturerlebnis Sternenhimmel ohne Motorengeräusche steht im Vordergrund.

1 Ich will den Sternenhimmel und die Natur ganz simpel aber gut sichtbar erleben.

2 Ich würde mich gerne entscheiden können doch ein wenig Technik hinzuzuschalten.

3 Nein, diese manuelle Geschichte ist nichts für mich. Modernste Technik und Goto-Systeme sind für mich die erste Wahl.

 

Ihre Antworten

Wenn Sie die meisten Fragen mit 1 beantwortet haben, dann sind Sie definitiv ein Dobsonaut. Sie sollten sich gleich ein Dobson-Teleskop anschaffen. Wie wäre es mit den drei unten genannten Beispielen?

Wenn Sie die meisten Fragen mit 2 beantwortet haben, dann gefällt es Ihnen, mit einem Dobson zu beobachten, aber GoTo-Systeme reizen Sie auch. Das Onmegon Push+ Teleskop mit Objektnavigator (siehe unten) wäre die Lösung.

Wenn Sie die meisten Fragen mit 3 beantwortet haben, dann sollten Sie lieber ein GoTo-System nehmen. Hier haben wir eine große Auswahl.

 

Teil 2

Wir haben drei Dobson-Teleskope im Programm: Das Omegon Advanced X Dobson-Teleskop für Einsteiger, das Omegon ProDob für Aufsteiger und Experten und das Omegon Push+ mit Push-to-Technologie.

 

Das Omegon Advanced X Dobson-Teleskop: Für den Einstieg in die DeepSky-Beobachtung

Diese Teleskope sind ein günstiger Einstieg in die visuelle DeepSky-Beobachtung. Erkunden Sie Sternhaufen, Wasserstoffnebel, planetarische Nebel und sogar Galaxien mit Spiralarmen. Ab 200mm Objektivöffnung zeigt Ihnen dieses Teleskop hunderte interessante Objekte. Wer noch mehr Licht will, der kann auch zum Omegon Advanced X N 254/1200 oder zu einer echten Lichtkanone, dem Omegon Advanced X N 304/1500 greifen. Natürlich sind auch Ausflüge zum Mond und zu den Planeten möglich.
Wenn Sie nicht viel Geld ausgeben wollen, aber ein gutes Teleskop mit einem grandiosen Preis/Leistungsverhältnis suchen, dann ist das Omegon Advanced X Ihr Instrument.

 

Omegon Advanced X 203/1200

Omegon Advanced X 203/1200

 

 

Das Omegon ProDob: Deluxe Dobson mit exzellentem Friktionssystem

Die ProDob Dobson-Teleskope besitzen einen besonders guten 2“ Crayford-Okualrauszug und ein Deluxe Friktionssystem. Wenn Sie ein Objekt im Tubus zentrieren, gelingt Ihnen die Nachführung noch präziser und genauer, sogar bei sehr hohen Vergrößerungen. Da gibt es kein Ruckeln oder etwas ähnliches (wie bei Instrumenten mit Teflonlagern), denn das Teleskop schwebt fast über den Himmel. Der Grund dafür ist das ein kugelgelagertes System in der Höhenachse und Rollenlager im Azimut. Und zusätzlich lässt sich die Reibung auf Ihren Bedarf einstellen. Hohe Vergrößerungen sind also auch mit einem Dobson möglich.

Omegon Dobson Teleskop ProDob N 203/1200

Omegon Dobson Teleskop ProDob N 203/1200

Das ProDob von Omegon gibt es mit verschiedenen Öffnungen:
ProDob N203/1200 mit 8“ Durchmesser
ProDob N254/1200 mit 10“ Durchmesser
ProDob N304/1500 mit 12“ Durchmesser
ProDob N406/1850 mit 16“ Durchmesser

 

Omgeon Push+: Ein Dobson-Teleskop mit dem Smartphone steuern

Mit dem Omegon Push+ Dobson unternehmen Sie jederzeit eine Reise ins Universum zu Planeten, Nebeln und Galaxien. Sie müssen sich dabei nicht einmal besonders gut am Himmel auskennen, denn das Teleskop führt Sie über ein Push-to-System zu jedem Objekt, das Sie beobachten wollen. Sie brauchen dazu nur ein Android-Smartphone und die App SkySafari 4.0.

Damit bauen die Omegon Push+ und Push+ Mini Teleskope eine Brücke zwischen einem rein manuell gesteuerten Dobson und einem GoTo-Teleskop. Sozusagen: „ein bisschen Goto“. Denn das Push+ ist immer noch manuell bewegbar, wie es bei Dobson-Teleskopen üblich ist. Über Ihr Smartphone und im Teleskop verbaute feinschrittige Encoder,

Doch über hochauflösende Encoder führt Sie das System zu jedem Himmelsobjekt, das Sie sich wünschen. Ihr Smartphone ist das Display und gleichzeitig Ihre Orientierung am Sternenhimmel. Ein Fadenkreuz zeigt Ihnen die Position Ihres Teleskops in Echtzeit. Sie können jederzeit entscheiden, ob Sie das Push-to-System zu Hilfe nehmen oder lieber vollkommen manuell steuern wollen. Schön, wenn Sie die Wahl haben.

Omegon Dobson Teleskop Push+ mini N 150/750 Pro

Omegon Dobson Teleskop Push+ mini N 150/750 Pro

Das Omegon Push+ gibt es mit einem 200mm (8“) Tubus oder als Push+ Mini mit einem 150mm (6“) Tubus:

Tipp: Wenn Sie mehr über die Teleskope erfahren wollen, dann sehen Sie sich unser Push-Plus-Video an.

Komet 46P/Wirtanen: So beobachten Sie den Weihnachtskometen

5. Dezember 2018, Marcus Schenk

Es ist schon lange her, doch jetzt bekommen wir wieder Besuch aus dem All. Der Komet 46P/Wirtanen nähert sich der Erde, wird immer heller und ist sogar mit dem bloßen Auge sichtbar. Aber erst im Fernglas oder Teleskop entfaltet der Weihnachtskomet seine wahre Pracht. Die beste Beobachtungszeit ist Anfang Dezember und an Weihnachten.

Komet Wirtanen mit dem Teleskop beobachten

Dieses Foto wurde aufgenommen mit einem Celestron Teleskop Astrograph S 203/400 RASA 800 OTA.  © Michael Jäger. Vielen Dank an Celestron, die uns diese Aufnahme freundlicherweise zur Verfügung gestellt haben.

Ist 46P/Wirtanen ein Komet für das bloße Auge?

46P/Wirtanen ist ein kurzperiodischer Komet mit einer Umlaufzeit von 5,5 Jahren, er kommt uns deshalb alle paar Jahre besuchen. Doch im Dezember 2018 bietet er uns eine besondere Gelegenheit, denn nur selten erreichen solche Kometen einen größeren Helligkeitsanstieg wie diesen. Wenn alles läuft wie erwartet, könnte Wirtanen bis auf die 3. Größenklasse steigen und sehr gut mit dem bloßen Auge oder dem Fernglas zu sehen sein.

 

Sie haben noch nie einen Kometen gesehen? Dann wird es jetzt aber höchste Zeit! Denn ein heller Komet gehört zu den schönsten Beobachtungserlebnissen.

 

Warum der Weihnachts-Komet jetzt 160.000 mal heller ist

Was daran ist so besonders? Nur alle paar Jahre kommen wir in den Genuss, einen Kometen mit dem bloßen Auge zu sehen. Zuletzt war das 2014/15 der Fall, als Komet Lovejoy (C/2014 Q2) kurzfristig um die Jahreswende mit dem bloßen Auge zu sehen war.

Eigentlich war Wirtanen immer ein schwacher Komet. Doch es gibt noch etwas, das für uns wie ein Weihnachtsgeschenk daherkommt: Der Schweifstern hat eine für uns glückliche Position. Denn dank einer engen Begegnung mit dem Gasriesen Jupiter änderte der Komet seine Bahn und steht jetzt, während seines Vorbeiflugs an der Sonne, deutlich näher als früher. Zugleich steht er der Erde sehr nah, das macht ihn insgesamt heller. Zum Vergleich: In seinem Entdeckungsjahr erreichte 46P/Wirtanen nur eine Helligkeit von 16 mag. Damit wäre er 160.000 mal heller, wenn er denn tatsächlich die vorhergesagte Helligkeit von 3 mag erreicht (bei 4 mag aber immerhin noch 63.000 mal).

Wann kommt Wirtanen genau und wo finden wir ihn?

Wirtanen ist im ganzen Dezember am Abendhimmel zu sehen und daher ein richtiger Advents- und Weihnachtskomet. Am 12. Dezember erreicht er seine sonnennächste Position und am 16. Dezember seinen erdnächsten Punkt mit nur 11 Millionen Kilometern Abstand, was knapp 30 mal der Entfernung von der Erde zum Mond entspricht. Genau an diesem Abend passiert er auch das Goldene Tor der Ekliptik, der Bereich zwischen den Plejaden und den Hyaden.

Doch Mitte Dezember kommt der Mond dazu und überstrahlt den Kometen. Dann können wir 46P/Wirtanen nicht mehr am Abendhimmel sehen, wohl aber in der zweiten Nachthälfte und in den Morgenstunden, denn er Mond geht vor dem Kometen unter.

Aufsuchkarte Komet Wirtanen

Eine Aufsuchkarte für 46P/Wirtanen mit Positionen von 7.12 bis 30.12, Stellarium.

 

Dunkel soll die Ecke sein: die beste Beobachtungszeit

Aber halt: Hatten wir nicht gesagt, der Komet sei mit dem bloßen Auge zu sehen? Sterne mit ähnlicher Größenklasse sind doch auch zu sehen, wenn der Mond da ist. Richtig! Doch die große Helligkeit des Kometen verteilt sich auf eine Fläche, eine Kometenkoma von ca. 0,5°. Zum Vergleich: Das entspricht einem Vollmonddurchmesser. Deswegen sollten Sie sich einen dunklen Ort und eine mondlose Zeit zur Beobachtung suchen.

Beobachten Sie erst nach Dämmerungsende. Anfang Dezember steht der Komet am Abendhimmel noch relativ dicht über dem Horizont, er steigt aber von Tag zu Tag höher. Am 10. Dezember erreicht er den Kopf des Walfischs und macht sich auf den Weg zum Stier.

Erst ab Weihnachten können Sie wieder in Dunkelheit vor dem Mondaufgang beobachten. 46P/Wirtanen steht jetzt unmittelbar bei dem Stern Capella im Fuhrmann. Beobachten Sie jetzt in den sehr frühen Abendstunden. Im Laufe der folgenden Tage geht der Mond immer später auf und die mondlose Beobachtungslücke wird immer länger.

Komet noch besser im Fernglas und Teleskop zu sehen

Mit einem Fernglas oder Teleskop wirkt der Komet 46P/Wirtanen noch schöner. Lassen Sie damit die große, grünliche Koma auf sich wirken und vielleicht entdecken Sie im Teleskop sogar einen kleinen Kometenschweif. Übrigens: Eine besonders gute Sicht auf den Kometen bietet das Omegon Sternfeldglas 2.1×42.

Nutzen Sie jetzt die Gelegenheit und beobachten Sie den Weihnachtskometen. Wir wünschen Ihnen klare Nächte und viel Spaß dabei!

 

Zum Weiterlesen:

Der Weihnachtskomet 46P/Wirtanen
Video: Kometenfotografie – Gerald Rhemann

Infografik: Astrohighlights im Winter 2018/2019

4. Dezember 2018, Marcus Schenk

Der neue Himmelkalender für die nächsten drei Monate im schnellen grafischen Überblick. Die astronomische Infografik „Highlights am Winterhimmel 2018/2019“ zeigt Ihnen auf einen Blick, was am Himmel passiert. Im weiteren Text erfahren Sie Details zu den einzelnen Ereignissen.

Infografik Highlights am Sternenhimmel

05.12. Mond trifft Merkur
Früh in den Morgenstunden trifft sich der Mond mit dem Merkur. Beide Himmelskörper stehen in einem Abstand von etwa 7 Grad, für die Beobachtung eignet sich ein Fernglas mit großem Gesichtsfeld.

07.12. Mars trifft Neptun
Ein tolles Ereignis: Eine sehr enge Begegnung von Mars und Neptun. In etwa 4 Bogenminuten Entfernung zieht der Mars nördlich von Neptun ab 18 Uhr vorbei. Für die Beobachtung benötigen Sie ein Fernglas oder noch besser ein Teleskop.

13./14.12. Geminiden
Wenn der Himmel am Abend klar ist, blicken Sie am besten in Richtung Süden. Denn die Sternschnuppen »Geminiden« kommen scheinbar aus dem Sternbild der Zwillinge. Genauer gesagt: Aus einem Punkt zwei Grad über dem Stern Pollux. Zwischen 21:00 Uhr und 6:00 Uhr ist die beste Zeit für die Beobachtung. Die Geminiden gehören mit 120 Meteoren pro Stunden zu den Sternschnuppen mit den höchsten Fallraten. Allerdings trübt der Vollmond dieses Jahr die Sicht. Trotzdem: Das Ereignis sollten Sie nicht verpassen.

15.12. Mond trifft Mars
Der zu 42% beleuchtete und zunehmende Mond trifft heute den Mars und zieht in einem Abstand von etwa 5 Grad an ihm vorbei.

16.12. 46P/Wirtanen
Der Dezemberkomet: Endlich gibt es wieder einen relativ hellen Kometen, den wir mit Ferngläsern und kleinen Teleskopen beobachten können. Der Komet 46P/Wirtanen erreicht am 16.12 seine Erdnähe und begegnet in nur 3 Grad Abstand dem offenen Sternhaufen der Plejaden (M45). Eine schöne Konstellation für das Fernglas. Wirtanen ist einer der seltenen Kometen, der eine relativ hohe Helligkeit erreichen könnte und damit auch für jeden Einsteiger ein beeindruckendes Objekt ist. Wenn sich alles gut entwickelt, dann kann er zum Jahresende eine Helligkeit von bis zu 4mag erreichen und damit wäre er sogar mit dem bloßen Auge sichtbar. Nach Weihnachten ist der Komet am Abendhimmel ohne störenden Mond zu entdecken.

28.12. Hebe in Opposition
Der Asteroid HEBE kommt am 28. Dezember in Opposition und erreicht dabei eine Helligkeit von ca. 8,5 mag. Am besten zu sehen ist er gegen Mitternacht im Sternbild Einhorn bzw. im Sternbild Orion. Für die Beobachtung benötigen Sie ein mittleres Teleskop. Die aktuelle Position finden Sie zum Beispiel mit dem Programm Stellarium heraus.

01.01. Planetenkette Mond, Venus, Jupiter, Merkur
Pünktlich nach Sylvester begrüßt uns das neue Jahr mit einer hübschen Planetenkette. Am Morgenhimmel kurz vor Sonnenaufgang sehen wir von rechts oben bis links unten zum Horizont den Mond, die helle Venus, Jupiter und sogar dicht über dem Horizont den scheuen Merkur. Tipp: Eine gute Gelegenheit für eine schöne Stimmungsaufnahme.

04.01. Quardrantiden
Die nächsten Sternschnuppen sind auf dem Weg zu uns: die Quadrantiden. Der Meteorstrom stammt aus dem Sternbild Bootes. Die Sternschnuppen regnen im Maximum mit einer Zahl von 120 pro Stunde über den Himmel. Wenn Sie in den Morgenstunden beobachten, haben Sie die größte Chance auf eine erfolgreiche Beobachtung.

05.01. Komet Wirtanen zirkumpolar
Der Weihnachtskomet erfreut uns auch im neuen Jahr, denn war der Komet nur am Abendhimmel oder am Morgenhimmel zu sehen, ist er nun zirkumpolar geworden und wandert durch das Sternbild des Großen Bären. Beobachten Sie ihn jetzt also die ganze Nacht lang.

06.01. Venus größte westliche Elongation
Die beste Sicht auf die Venus bietet sich jetzt. Der Morgenstern strahlt hell (-4,5mag), steht mit 47 Grad Winkelabstand in der größten westlichen Elongation und ist zur Hälfte beleuchtet. Der Planet blinzelt um ca. 4:30 MEZ über den Horizont, jetzt können wir ihn gute drei Stunden lang beobachten, bevor er im Sonnenlicht verschwindet.

12.01. Mond trifft Mars
Schon in der Abenddämmerung bemerkt man im Süden den Mond und darüber den Mars. Beide Himmelskörper stehen in etwa 7 Grad Distanz.

15.1. μ cet Bedeckung durch den Mond (Abend)
In sehr frühen Abendstunden bedeckt der Mond den 4,1 mag hellen Stern μ Cet. Der Mond nähert sich dem Stern von seiner dunklen Seite und bedeckt ihn schließlich um 17:44 MEZ. Die Bedeckung von der dunklen Seite ist immer faszinierend, denn plötzlich erscheint der Stern wie ausgeknipst. Es dauert fast eine Stunde, bis der Stern wieder auf der beleuchteten Seite des Mondes auftaucht.

21.1. Totale Mondfinsternis
Jeder hat wahrscheinlich noch die Totale Mondfinsternis aus dem Jahr 2018 in Erinnerung. Im Sommer zur günstigen Abendzeit bot uns der Mond ein Schauspiel. Das wiederholt er erneut am 21. Januar, doch diesmal zu einer eher ungünstigen Zeit und bei Temperaturen, die nichts mit T-Shirt-Wetter zu tun haben.
Eintritt in den Halbschatten: 3:36 MEZ
Eintritt in den Kernschatten: 4:33 MEZ
Beginn totale Phase: 5:40 MEZ
Ende totale Phase: 6:43 MEZ
Austritt aus dem Kernschatten: 7:50 MEZ
Austritt aus dem Halbschatten: 8:48 MEZ

22.1. Venus trifft Jupiter
Vor Sonnenaufgang treffen Jupiter und Venus aufeinander. Beide Planeten sehen wir im Südosten leuchten und in einem Abstand von nur etwa 2 Grad. Die Venus leuchtet zu diesem Zeitpunkt mit -4,3 mag, der Jupiter deutlich schwächer mit -1,9 mag. Beide Objekte sind auch ein schönes Fernglasobjekt, weil man sie gemeinsam in einem Gesichtsfeld bewundern kann.

31.1. Mond trifft Jupiter und Venus
Waren am 22. Januar Venus und Jupiter zu sehen, gesellt sich am 31. Januar der Mond hinzu und platziert sich in die Mitte zwischen den beiden Planeten.

02.02. Mond trifft Saturn (Bedeckung DE)
Der Mond ist eine abnehmende Sichel und nur zu 6% beleuchtet, daher geht er auch erst früh am Morgen auf. Um 6:30 MEZ sind beide Himmelskörper dicht über dem Horizont zu sehen. In Deutschland und Österreich bedeckt der Mond den Saturn. Um 6:37 MEZ verschwindet der Ringplanet hinter der beleuchteten Mondsichel und taucht eine Stunde später wieder am dunklen, nordöstlichen Rand auf.

10.02. Mond trifft Mars
In einem Fernglas mit ca. 7 Grad Gesichtsfeld können Sie an diesem Abend die Mondsichel und den Mars gemeinsam in einem Blickfeld beobachten.

13.02. Mars trifft Uranus
In weniger als 1,5 Grad Distanz treffen sich am heutigen Abend der Mars mit dem fernen Gasriesen Uranus. Die Helligkeitsunterschiede sind dabei groß: der Rote Planet leuchtet hell mit 1 mag und Uranus schwach mit 5,8mag. Das macht beide zu Objekten für das Fernglas oder das Teleskop. Das aber lohnt sich auf jeden Fall, denn auch in einem Okular mit geringer Vergrößerung und weitem Gesichtsfeld kann man sie in einem Gesichtsfeld entdecken.

27.2. Merkur größte östliche Elongation (und Halbphase)
Der Merkur kreist so schnell und so dicht um die Sonne, dass wir ihn nicht zu jeder Zeit beobachten können. Doch jetzt steht Merkur wieder in einem größeren Winkelabstand zur Sonne von 18°. Das ist zwar kein gigantischer Wert, und doch können wir ihn jetzt ausreichend lang während seiner Halbphase beobachten. Merkur ist jetzt am Abendhimmel kurz nach Sonnenuntergang zu sehen. Warten Sie auf alle Fälle, bis die Sonne ganz untergegangen ist. Sie entdecken Merkur dann dicht über dem westlichen Horizont.

PDF hier

Infografik: Astrohighlights im Herbst 2018

31. August 2018, Marcus Schenk

Der Herbst bringt nach dem heißen Sommer Abkühlung und wir freuen uns wieder auf lange sternenklare Nächte. Auch in den Monaten September, Oktober und November hält der Sternenhimmel einige Highlights für uns parat, die wir unbedingt beobachten sollten. 

Die neue astronomische Infografik „Astrohighlights im Herbst 2018“ bietet Ihnen einen schnellen grafischen Überblick. Damit sind Sie auf dem Laufenden und wissen, was am Himmel passiert.

Im weiteren Text erfahren Sie einige Details zu den jeweiligen Ereignissen.

September

1. 9. Alpha Aurigiden

Die Alpha Aurigiden sind ein schneller Meteorstrom mit einer Geschwindigkeit von 65 km/s, der auf den Kometen C/1911 Kiess zurückgeht. Im Maximum am 1. September sind etwa sechs Meteore pro Stunde sichtbar. Der Radiant, also der Ort von dem die Meteore herzukommen scheinen, liegt im Sternbild Fuhrmann unterhalb des Sterns Capella. 

7. 9. Neptun in Opposition

Der ferne Planet Neptun steht am 7. 9. wieder in Opposition zur Sonne. Wer ihn beobachten will, bekommt jetzt die Gelegenheit. Neptun ist ein Gasriese und der äußerste Planet des Sonnensystems; das Licht benötigt vom 4,5 Milliarden Kilometer entfernten Neptun 4 Stunden und 10 Minuten bis zur Erde. Mit dem Fernglas finden Sie Neptun im Sternbild Wassermann auf etwa halber Strecke zwischen den Sternen φ (phi) Aqr und λ (lamda) Aqr. Im Teleskop bei 200-250-facher Vergrößerung erscheint er als grünliches Scheibchen. 

8. 9. Mond trifft Merkur

In den Morgenstunden erleben wir einen goldenen Aufgang von Mond und Merkur. Nur einen Tag vor Neumond erscheint die Mondsichel zerbrechlich zart am Himmel. Darunter finden wir Regulus und knapp über dem Horizont Merkur. Beide Objekte stehen etwa eine Hand breit auseinander.

10. 9. 21P/Giacobini-Zinner

Der Komet  21P/Giacobini-Zinner erreicht seinen geringsten Abstand zur Sonne und zugleich seine größte Helligkeit. Mit vorausgesagten 6,5 mag ist er ein Objekt für jedes Fernglas geworden. Einen Tag nach Neumond bietet sich eine tolle Gelegenheit, den Kometen zu beobachten. 

Anfang des Monats flog er aus Richtung Capella durch das Sternbild Fuhrmann und ist am 10. 9. ungefähr in der Mitte zwischen den Fuhrmannsternen Alnath und θ (Theta) Aur zu finden. 

17. 9. Mond bei Saturn

Schon in der Abenddämmerung sehen wir den Saturn über dem Teekessel des Schützen schweben. Der Planet begleitete uns den ganzen Sommer über und ist inzwischen fast schon zu einem gewohnten Bild geworden. Diesen Abend gesellt sich der Mond dazu.

19. 9. Mond trifft Mars

Zwischen Steinbock und Schütze treffen sich an diesem Abend der Mond und der Planet Mars.

21. 9. Venus im Feuerglanz

Einige Menschen könnten glauben, dass es sich bei dem hellen Scheinwerfer am Horizont um ein Flugzeug handelt. Dabei ist es die Venus, die mit -4,9 mag ein glänzendes Objekt am Himmel ist. Der Genuss ist aber nur von kurzer Dauer: Denn kurz nach 20 Uhr verschwindet sie schon wieder unter dem Horizont. 

21. 9. Y Cap Sternbedeckung durch den Mond

Eine Sternbedeckung kann ein visuell reizvoller Anblick sein, vor allem dann, wenn ein im Teleskop sichtbarer Stern plötzlich wie aus dem Nichts verschwindet. Am 21. 9. um 22:40 bedeckt der Mond mit seinem dunklen Rand den Stern Y Cap.

27. 9. 73 Cet Sternbdeckung durch den Mond

Stern ξ (Xi) im Walfisch wird heute Abend von der hellen Seite des Mondes bedeckt. Um 22:15 Uhr verschwindet der Stern hinter dem Mond und tritt um 23:17 Uhr auf der dunklen Seite wieder aus. 

 

Oktober

9. 10. Draconiden

Die Draconiden sind ein Meteorstrom, der aus dem Sternbild Drache zu stammen scheint. Am 9. Oktober erwartet man die maximalen Fallraten. Eine Vorhersage der zu erwartenden Anzahl der Sternschnuppen gibt aber es leider nicht. Sie können ganz unterschiedlich ausfallen.

Der Radiant liegt in in der Nähe des Sterns Draconis. Der Drache gehört zu einem zirkumpolaren Sternbild, daher liegt der Radiant am Abend in optimal sichtbarer Höhe.

10. 10. Mond trifft Jupiter

Knapp über dem Horizont sehen wir eine nur zu 3% beleuchtete hauchzarte Mondsichel über dem westlichen Horizont. Links daneben: Jupiter. Er beendet bald seine Sichtbarkeits-Periode und zieht sich vom Himmel zurück.

14. 10. Mond trifft Saturn

Das Sternbild des Schützen neigt sich im Oktober schon deutlich zum Horizont. Jetzt merkt man: Der Sommer geht und der Herbst hat längst Einzug gehalten. Doch in der Abenddämmerung erhaschen wir einen letzten sehnsüchtigen Blick auf den vergangenen Sommer. Saturn und Mond treffen sich und gehen im Laufe der Abendstunden gemeinsam im Südwesten unter.

18. 10. Mond trifft Mars

Ein dichtes Treffen von Mond und Mars findet in den Abendstunden am 18. 10. statt. Sie nähern sich auf etwa 3 Grad aneinander an und passieren den Meridian um ca. 20:40 Uhr. 

17. 10. Kleiner Mond

Der Mond umkreist die Erde annähernd in einer Ellipse, daher steht er der Erde mal näher und mal in weiterer Distanz. Heute erreicht der Mond sein Apogäum, also seine erdfernste Distanz von 401.000 Kilometer. Dadurch wirkt er kleiner, als in Erdnähe.

21. 10. Orioniden

Die Orioniden sind ein kleinerer Sternschnuppenstrom mit etwa 20 Meteoren pro Stunde. Der Radiant liegt im Sternbild Orion nahe des Sterns Beteigeuze. Obwohl Sie den ganzen Monat die Sternschnuppen beobachten können, liegt das Maximum zwischen dem 20. und 21. Oktober. Ein Vorteil dieses Jahr: Es ist kurz nach Neumond, wir können also eine besonders dunkle Nacht genießen. Die beste Beobachtungszeit liegt zwischen 22 Uhr und 5 Uhr.

24. 10. Uranus in Opposition

Uranus ist einer der entferntesten Gasriesen. Im Teleskop erscheint er nur als winziges grünliches Scheibchen, auf dem wir keine Details erkennen. Als Planet können Sie ihn aber dennoch identifizieren. Suchen Sie Uranus mit einer Aufsuchkate auf oder besser noch: mit dem Goto-System Ihres Teleskops. Dann können Sie bei 150-200-facher Vergrößerung das Planetenscheibchen erkennen. 

Der bläuliche Planet leuchtet zwar mit einer Helligkeit von 5,6 mag, ist bei der aktuellen Mondphase aber nur schwer zu finden. Es lohnt sich, ein paar Tage zu warten und den Uranus ohne den störenden Mond aufzusuchen. 

31. 10. Großer Mond

Hatte der Mond am 17. 10 einen besonders kleinen scheinbaren Durchmesser am Himmel, ist es diesen Abend genau umgekehrt. Auf seiner elliptischen Bahn erreicht er seinen erdnahen Punkt. Mit 367.000 Kilometern steht er uns heute rund 34.000 Kilometer näher und kommt auf einen deutlich größeren Durchmesser von 32“.

 

November

6. 11. Mond trifft Venus und Spica

Bei klarem Himmel lohnt es sich, früh aufzustehen. Denn dann erleben wir einen goldenen Morgen mit einem hübschen Treffen von Mond, Venus und Spica. Der Mond zeigt uns eine hauchdünne Mondsichel, die nur zu 2,4% beleuchtet ist. Am nächsten Tag haben wir Neumond und die ganze Nacht bietet sich dann für DeepSky-Beobachtungen an.

11. 11. Mond trifft Saturn

Weil es um diese Jahreszeit schon so früh dunkel wird, erwischen wir noch einmal einen Blick auf Saturn und Mond. Beide stehen eng beieinander in einer Distanz von nur einem Vollmonddurchmesser. 

16. 11. Mond trifft Mars

In einem geringen Abstand sind Mond und Mars am Abend des 16. Novembers zu bewundern. Der Mars hat etwa eine halbe Handbreite Vorsprung und erreicht als erster gegen 18:45 MEZ den Meridian. 

17. 11. Juno in Opposition

Juno ist ein großer Asteroid des Asteroidengürtels mit einem Durchmesser von 257 Kilometern. Jetzt steht er wieder in Opposition zur Sonne und erscheint mit 7,6 mag sehr hell. Damit ist er selbst für Beobachter ein tolles Beobachtungsobjekt, die sonst keine Kleinplaneten beobachten. Trotz der Helligkeit zeigt sich Juno nur als Punkt, von einem Stern nicht zu unterscheiden. Deshalb ist eine Aufsuchkarte und Koordinaten für das Auffinden sinnvoll, zum Beispiel aus aktuellen Zeitschriften oder beim Minor Planet Center. 

17. 11. Leoniden

Am 17. 11. erreichen die Leoniden ihr Maximum. Sie gehören neben den Perseiden zu den berühmtesten Sternschnuppenströmen. Es gab Jahre, in denen fielen diese Meteore wie Regentropfen vom Himmel. Das passiert in der Regel alle 33 Jahre, wenn die Erde mit der Wolke der Leoniden zusammenstößt. 

In normalen Jahren erreicht der Strom im Maximum nicht mehr als 20 Meteore pro Stunde. In diesem Jahr ist die Fallrate etwas niedriger und mit 15 Meteoren pro Stunde angegeben. Die Mondhelligkeit ist in diesem Jahr störend. Doch wenn Sie sich warm eingepackt nach Mitternacht einen guten Beobachtungsort suchen, dann steht der Mond nur noch 12 Grad über dem Horizont und beeinflusst die Beobachtung nicht mehr stark. 

21. 11. 46P/Wirtanen

Der kurzperiodische Komet 46P/Wirtanen – mit nur 5,4 Jahren Umlaufzeit – ist derzeit der aussichtsreiche Kandidat für eine Beobachtung mit dem bloßen Auge. Der 1948 entdeckte Komet wandert derzeit auf die Sonne zu und erreicht am 12. Dezember 2018 sein Perihel zur Sonne. Einige Tage später erreicht er eine sehr geringe Distanz zur Erde von nur 11,6 Millionen Kilometern. 

Schon im November können wir einen Vorgeschmack auf diesen Schweifstern bekommen, denn er könnte eine Helligkeit von 6 bis 7 mag erreichen und somit einfach mit dem Fernglas zu sehen sein. Er wandert in einem relativ kleinen Tagbogen über den Himmel, bleibt also recht nah am Horizont. Ab etwa 20:00 MEZ finden wir ihn rechts vom Fluss des Eridanus und unterhalb des Walfisches. 

23. 11. Mond trifft Aldebaran

Der volle Mond trifft sich am Abend des 23. 11. mit Aldebaran, dem Hauptstern des Sternbilds Stier. Es handelt sich dabei um einen Roten Riesen, der 150-mal heller als die Sonne strahlt. Der Name Aldebaran stammt aus dem Arabischen und bedeutet „der Nachfolgende“, weil er den Plejaden zu folgen scheint. 

30. 11. Venus im Glanz

Venus erreicht ihre größte Helligkeit und strahlt mit -4,7 mag. Die Helligkeit hängt ab von der Kombination ihrer Distanz zur Erde und der aktuellen Phase; jetzt erreicht sie die günstigste Stellung. Venus ist derzeit als Morgenstern zu bewundern und steigt nach 4 Uhr morgens über den Horizont. Bis 6:30 Uhr MEZ hat sie dann etwa 20 Grad über dem Horizont erreicht. 

Viel Freude bei der Beobachtung und clear skies!

PDF hier

Totale Mondfinsternis 2018: Bilder unserer Mitarbeiter

30. Juli 2018, Marcus Schenk

Was für eine Nacht: Erst die Marsopposition und dann die totale Mondfinsternis. Und dazu fantastisches Wetter! Nächte im T-Shirt. Was will man als Hobbyastronom und Beobachter mehr? Endlich hat es unser Hobby wieder einmal in die Öffentlichkeit geschafft. Natürlich waren die Medien nicht immer streng wissenschaftlich ausgerichtet. Und es wurde auch manches Zweifelhafte geschrieben. Aber was soll’s? Der Fokus lag auf der Astronomie und das finden wir gut.

Sternwarten empfingen am 27.07.2018 hunderte Besucher, die alle mal durch ein Teleskop schauen wollten. Jeder war am „Blutmond“ interessiert. In der Sternwarte in Buchloe trafen sich über 200 Menschen, die alle ein Interesse hatten: den Mond. Familien kamen und breiteten auf der Wiese ihre Picknickkörbe aus, die Kinder tollten über die Wiese. Überall in den Städten blickten die Menschen in den Himmel. Die Mondfinsternis war nicht nur ein astronomisches Ereignis, sondern auch ein Lebensgefühl in einer lauen Sommernacht. An die Mofi 2018 werden wir alle noch lange denken.

Auch unsere Kollegen genossen an diesem Abend die Finsternis und machten das eine oder andere Mofi-Foto. Ein paar Bilder sehen Sie hier unter diesem kleinen Beitrag.

Menschen beobachten Mondfisternis

Die ersten Leute sammeln sich auf einer Wiese, um die Finsternis gemeinsam zu beobachten. Sie breiten Decken aus und warten auf die Mondfinsternis. Aufnahme: Tassilo Bohm

 

Mofi aus Portugal

Eine Fotostrecke mit Austritt. Aufnahme: Joao Martins

 

Die Mofi 2018 vom Auerberg. Aufnahme: Alexander Olbrich

 

Die Mondfinsternis im Überblick. Unten ist der Mars zu sehen. Aufnahme: Marcus Schenk

 

Mondfinsternis über Landsberg

Mondfinsternis über Landsberg. Aufnahme: Marcus Schenk mit Nikon Coolpix P900 und Stativ

 

Mondfinsternis kurz vor dem Austritt

Mond beim Austritt aus dem Erdschatten. Aufnahme: Marcus Schenk

 

Mondfinsternis auf dem Auerberg

Der Blick vom Auerberg in die Alpen. Aufnahme: Stefan Schuchardt

 

Stefan aus der Beratung und Alex aus der Werkstatt freuen sich schon auf die Mondfinsternis. Aufnahme: Caroline Hopchet

 

Mondfinsternis 2018 mit dem Sternenhimmel

Der Mond mit dem Mars vor dem Hintergrund der Sterne. Rechts sieht man das Sternbild Schütze und den Saturn. Aufnahme: Stefan Schuchardt

 

Der Mond beim Austritt aus dem Kernschatten

Der Mond beim Austritt aus dem Kernschatten. Aufnahme: Stefan Schuchardt

Marsopposition und Mondfinsternis beobachten am 27. Juli 2018: Ein Blick auf die Kulisse

17. Juli 2018, Marcus Schenk

Am 27. Juli 2018 finden gleich zwei Highlights am Himmel statt: eine nahe Marsopposition und eine totale Mondfinsternis. Zwei Erlebnisse, die Sie sich nicht entgehen lassen sollten. Doch was sollten Sie für die Beobachtung wissen? Wo, wie und wann erfahren Sie in diesem Artikel.

Totale Mondfinsternis

Mondfinsternis aus dem Jahr 2007

1. Highlight: Die längste Mondfinsternis in diesem Jahrhundert

In der Nacht des 27. Juli sollten Sie sich nichts anderes vornehmen. Denn dafür geht es am Himmel viel zu spannend zu: Wir sehen die einzige Mondfinsternis des Jahres. Es ist einfach erstaunlich, wenn der Mond in den Kernschatten der Erde eintritt und rot zu glimmen anfängt. Durch diverse Medien ist eine totale Mondfinsternis auch als „Blutmond“ bekannt, doch es ist eher eine rostrote, kupferrote oder braunrote Farbe die er Mond annimmt, wenn er in den Erdschatten tritt.

Diese Phase können wir bei dieser Finsternis besonders lange genießen: 1 Stunde und 44 Minuten. Das ist ein kleiner Rekord, denn damit werden wir Zeuge der längsten Mondfinsternis des Jahrhunderts.

Verlauf der Mondfinsternis 2018

Der Verlauf der Mondfinsternis am 27. Juli 2018

 

 

Mond geht schon verfinstert auf

Die Fakten sind klar: Immer wenn der Vollmond den Erdschatten passiert, kommt es zu einer „Totalen Mondfinsternis“. Meist zieht unser Trabant aber oberhalb oder unterhalb des Schattens vorbei oder tritt nur am oberen oder unteren Rand in den Kernschatten ein (und manchmal eben auch gar nicht). Das ist am 27. Juli anders: Der Mond zieht nahezu exakt durch den Kernschatten (siehe Grafik oben) und beschert uns durch diesen Zufall eine extrem lange Finsternis.

Eigentlich gut, doch ein Problem gibt es noch, das Sie unbedingt beachten sollten.

So blickt der Mond über den Horizont

Um 20:24 Uhr MESZ ist es soweit: Der Mond tritt in den Kernschatten ein, er wird erstmals angeknabbert und verschwindet dann immer mehr in der Dunkelheit. Doch von all dem bekommen wir nichts mit. Denn: Wenn der Mond bei uns aufgeht, ist die Finsternis schon im vollen Gange. Das ist um etwa 21:00 Uhr der Fall.

Aber keine Sorge!

Denn wenn wir den Mond endlich über dem Südosthorizont entdecken, beginnt erst die heiße Phase. Die Totalität ist erreicht. Für die nächsten 104 Minuten können wir die Welt um uns herum vergessen. Nehmen Sie sich ein Fernglas, ein Teleskop oder einfach Ihre Kamera mit Teleobjektiv. Der Mond steigt immer weiter über den Horizont und mutiert zu einem tollen Beobachtungsobjekt.

Jetzt ist die Gelegenheit für stimmungsvolle Aufnahmen in Kombination mit Landschaften oder Häusern. Tipp: Suchen Sie sich einen Beobachtungsplatz mit freien Blick zum Südost-Horizont.
Im weiteren Verlauf steigt der Mond zwar etwas höher, typisch für den Sommermond erreicht er aber keinen richtig hohen Stand am Nachthimmel.

Die Beobachtungszeiten:

Eintritt in den Kernschatten 20:24 MESZ
Beginn der Totalität 21:30 MESZ
Ende der Totalität 23:13 Uhr
Austritt aus dem Kernschatten 0:19 MESZ

2. Highlight: Die Mars-Opposition

Zeitgleich können wir ein weiteres „rotes Phänomen“ beobachten: Der Planet Mars erreicht seine Opposition. Auch sie ist etwas Besonderes: Mit nur 57 Millionen Kilometern Entfernung erreicht der Mars eine extrem geringe Entfernung zur Erde, auf die Beobachter manchmal Jahrzehnte warten müssen.

Die nächste ähnlich beachtliche Mars-Erddistanz ergibt sich erst wieder im Jahr 2035! Doch zurück zu uns: Mit 24″ Scheibchendurchmesser erscheint Mars im Teleskop vergleichsweise riesig. Polkappen, Albedo und helle Strukturen kann man jetzt hervorragend erkennen.

Marsgröße im Laufe des Jahres 2018

Die Scheibchengröße von Mars im Jahr 2018. Zum Vergrößern bitte anklicken.

 

Einziger Wehmustropfen: Auch der Mars steht in diesem Jahr tief am Himmel. Ausführliche Infos zur Marsopposition und wie Sie aus der der horizontnahen Opposition gute Ergebnisse gewinnen, erfahren Sie in unserem Marsvideo und einem Blogartikel:

Mars-Opposition 2018: Mars erfolgreich beobachten und Details erkennen

Video zur Marsopposition 2018: Mars erfolgreich beobachten – so geht’s!

 

Wir wünschen Ihnen viel Freude bei der Beobachtung dieser beiden astronomischen Mega-Events.

Übrigens: Falls Ihnen noch das richtige Teleskop oder Zubehör für die Mars- und Mondbeobachtung fehlt, sehen Sie sich diesen Beitrag an:

6 einfache Wege, die totale Mondfinsternis und die Marsopposition zu beobachten und zu fotografieren

Liveübertragung der Mondfinsternis am 27.07.2018

3. Juli 2018, Bernd Gährken

Wohl jeder Mensch der sich intensiv mit dem Sternenhimmel beschäftigt träumt davon, einmal die Objekte des Südhimmels beobachten zu können. Zu den in Deutschland unsichtbaren Highlights gehören die „Magellanschen Wolken“, der fantastische Gasnebel um Eta-Carinae oder der Riesenkugelsternhaufen Omega Centauri.

In diesem Sommer sind zusätzlich die Planeten auf der Südhalbkugel optimal sichtbar. Jupiter und Saturn stehen in Deutschland zu nah am Horizont um sie scharf sehen zu können und besonders schlimm ist es beim Mars der grade zum Zeitpunkt seiner besten Sichtbarkeit Ende Juli mit nur 15 Grad Höhe am Horizont entlang schrammt. Viel besser ist da die Situation in Namibia. Jupiter, Saturn und Mars laufen durch den Zenit und sind optimal sichtbar. Der Mars steht am 27.07.2018 in Opposition und ist während der kompletten Nacht zu sehen.  Während es zu dieser Zeit in Deutschland kaum richtig dunkel wird, dauert die Oppositionsnacht auf der Südhalbkugel fast 11 Stunden.

Am 27.07.2018 findet zusätzlich auch noch eine Mondfinsternis statt. Unser Mitarbeiter Bernd Gährken wird an diesem Tag in Namibia sein und hofft dort in der Wüste auf perfektes Wetter. Eine Live-Übertragung der Mondfinsternis ist per Youtube geplant. Der Kanal befindet sich unter: https://www.youtube.com/user/spacemovie

Natürlich ist so eine Reise mit Risiken verbunden. Auch in der Wüste kann das Wetter schlecht sein und technische Probleme sind ebenfalls nicht auszuschließen. Das Handynetz vor Ort ist schlecht ausgebaut und liefert maximal 2G. Ob die Liveübertragung zustande kommt, ist daher unsicher. Falls alles funktioniert sind Sendetermine mit live-Kommentar um 21:00, 22:00, 23:20, und 00:00 Uhr deutscher Zeit geplant. Dazwischen sollen unkommentiert Live-Bilder vom Mond zu sehen sein.

Die letzte in Deutschland gut sichtbare Totale Mondfinsternis gab es am 28.09.2015.  Einige damals entstandene Fotos geben einen guten Eindruck davon was uns am 27.07.2018 erwartet.


 

Weitere Infos zur damaligen Finsternis gibt es unter: http://www.astrode.de/mofi2015a.htm

Marsopposition 2018: Mars erfolgreich beobachten und Details erkennen

18. Juni 2018, Marcus Schenk

Am 27. Juli 2018 ist es endlich so weit: Unser Nachbarplanet Mars kommt in Opposition zur Sonne. Das macht er zwar alle zwei Jahre, doch diese Opposition ist etwas ganz Besonderes. Seit 2003 stand Mars der Erde nicht mehr so nah. Jetzt nähert er sich uns auf nur 57 Millionen Kilometern. Das ist fast die gleiche Entfernung wie vor 15 Jahren. Damit wächst er auf halbe Jupitergröße an und wir können ihn so gut wie nur selten beobachten – inklusive zahlreicher Details.

In diesem Artikel erfahren Sie, was eine Opposition ist, wie Sie den Mars am besten beobachten, welche Details Sie sehen können und welches Zubehör die Beobachtung verbessert.

Der Mars, Foto: B.Gährken

Inhalt:

  1. Mars: Die Fakten eines faszinierenden Planeten.

  2. Die Marsopposition: Was ist eine Opposition?

  3. Warum findet eine Opposition nur alle zwei Jahre statt?

  4. Warum ist der Mars in diesem Jahr so groß?

  5. Welches Teleskop kann man für die Beobachtung verwenden?

  6. Das sehen Sie, wenn Sie den Mars beobachten.

  7. Hilfreiches Zubehör, das die Marsbeobachtung verbessert.

1. Mars: Die Fakten eines faszinierenden Planeten

6000 Kilometer Durchmesser, 687 Tage Umlaufzeit und ein Berg mit 27.000 Metern Höhe. Der Mars ist nur halb so groß wie die Erde, ihr aber in vielen Dingen sehr ähnlich. Wie unsere Erde besitzt auch er eine feste Oberfläche mit Bergen, flachen Ebenen und Schluchten. Valles Marineris ist eine riesige Schlucht mit 4000 Kilometern Länge und 700 Kilometern Breite. Sie wird auch als Grand Canyon des Mars bezeichnet. Dagegen ist der „echte“ Grand Canyon auf der Erde relativ klein: Nur 450 Kilometern lang und bis zu 30 Kilometer breit.

Der Mars ist der Erde auch sonst ähnlich: Er besitzt Polkappen wie die Erde und auch Jahreszeiten. Wenn jemand auf dem Mars steht, könnte er die Sonne auf- und untergehen sehen. Und er könnte durch ein Teleskop auch die Erde beobachten. Das alles ist möglich, weil er (fast genau wie die Erde) 23,98° gegen die Sonnenbahnebene geneigt ist. Ein Tag zählt auf Mars 24 Stunden und 40 Minuten, der Marstag ist also nur 40 Minuten länger als bei uns.

Eine schöne zweite Welt, oder? Das denken sich auch viele Raumfahrtpioniere. Schließlich gibt es Hinweise, dass der Planet vor Urzeiten einmal lebensfreundlich gewesen sein könnte. Doch aus heutiger Sicht gibt es ein paar Nachteile, die das Leben dort schwierig machen würden. Zum Beispiel die Kälte. Ein dicker Mantel reicht nicht, um sich warm einzupacken, denn die Temperaturen erreichen bis zu -85°C. Immerhin kann es tagsüber am Äquator auch mal wohlige +20°C erreichen.

Auch der Sauerstoff und Atmosphärendruck ist anders: 95% Kohlendioxid, 1,8% Stickstoff und 0,1% Sauerstoff. Auf der Erde: 78% Stickstoff und 20% Sauerstoff. Mit anderen Worten: Auf dem Mars können wir nicht „schnaufen“. Ohne Raumanzug würde das Blut in kürzester Zeit kochen, so als würden wir uns auf der Erde in 35 Kilometern Höhe aufhalten. Also etwa dreimal so hoch, wie die Reisehöhe eines Verkehrsflugzeuges.

2. Die Marsopposition: Was ist eine Opposition?

Eine Opposition findet immer dann statt, wenn der Mars in einer Linie mit Erde und Sonne steht.

3. Warum findet eine Opposition nur alle zwei Jahre statt?

Der Mars umkreist die Sonne einmal in 687 Tagen, also etwa alle zwei Jahre. Wir mit unserem Raumschiff Erde haben deutlich mehr Speed drauf und umrunden die Sonne schneller – in nur 365 Tagen.

Stellen Sie sich vor: Beide Planeten starten gleichzeitig an einem Punkt. Die Erde holt den Mars auf ihrer inneren Bahn irgendwann ein. Doch ein Umlauf reicht der Erde dafür nicht ganz aus, da der Mars sich ja ebenfalls weiterbewegt und nicht stillsteht. Erst nach 780 Tagen ist es dann so weit: Die Erde hat den Mars eingeholt und steht nun in der Mitte. Es ist Opposition!

4. Warum ist der Mars in diesem Jahr so groß?

Wenn er in Opposition steht ist der Mars ein auffälliges Objekt am Himmel. Er geht auf, wenn es dunkel wird, und steht die ganze Nacht hell leuchtend am Himmel. Seine Scheibchengröße ist enorm! Sie wächst auf bis zu 24 Bogensekunden an. Im Teleskop erscheint der Mars deshalb besonders groß. Das bedeutet: Wir können viele Details erkennen. Das ist eine einmalige Chance für visuelle Beobachter und Astrofotografen. Der Mars erscheint nur minimal kleiner als zur Jahrtausendopposition 2003.

Hier sehen Sie wie nah der Mars während seiner Opposition in den Jahren 2018-2035 steht. Zum Vergrößern bitte anklicken.

Der Mars läuft auf keiner runden, sondern einer exzentrischen Bahn um die Sonne. Dadurch variiert seine Entfernung zur Erde. Je nach Position kommt es dadurch zu einer Oppositionsentfernung zwischen 101 Millionen und 55 Millionen Kilometern. In diesem Jahr: 57,7 Millionen Kilometer. Im Jahr 2020 sind es wieder 62,2 Millionen und 2022 82 Millionen Kilometer. Erst im Jahr 2035 kommt Mars der Erde noch etwas näher als dieses Jahr.

Für Beobachter auf der Nordhalbkugel finden diese nahen Oppositionen unterhalb des Himmelsäquators statt, weil sie stets in die Sommermonate fallen. Der Planet steht dann nicht hoch über dem Horizont: dieses Jahr nur 15°.

Marsgröße im Jahr 2018

Während der Oppositionsschleife nähert sich der Mars, bis er eine Größe von 24″ erreicht. Zum Vergrößern bitte anklicken.

5. Welches Teleskop kann man für die Beobachtung verwenden?

Der Mars ist hell und ein Objekt, das Sie ganz locker mit dem bloßen Auge beobachten können. Er geht am späten Abend im Südosten auf, steigt dann höher und erreicht am 27. Juli 2018 um 1:37 MESZ seinen Meridian. Erst nach 04:30 MESZ verschwindet er wieder hinter dem Horizont. Sie können den Mars nicht verfehlen, denn er ist das einzige Objekt mit einer sehr hellen und rötlichen Färbung.

Im Zeitraum der Opposition ist der Mars recht groß. Deshalb können Sie nahezu jedes Teleskop für die Beobachtung verwenden, selbst ein Teleskop mit 70-80mm Objektivöffnung. Ein schönes Einsteigerinstrument für Planeten ist das Omegon AC 90/1000 EQ-2. Mit einem mittleren oder großen Teleskop von 150-200mm profitieren Sie aber auch von einem höheren Auflösungsvermögen. Das ist wichtig, wenn Sie viele, vor allem kleinere Details erkennen wollen. Achten Sie darauf: Das Teleskop sollte gut justiert und ausreichend an die Außentemperatur angepasst sein. Das sind wichtige Faktoren für ein gutes, kontrastreiches Bild. Viele visuelle Beobachten schätzen Dobson-Teleskope, denn sie sind preisgünstig, lichtstark und sind einfach in der Handhabung.

Mars bei 250-facher Vergrößerung

Der Mars im Teleskop.

Nutzen Sie bei der Marsbeobachtung hohe Vergrößerungen ab 100-fach aufwärts. Denn: Je kleiner der Planet, desto schwieriger ist es, Details zu erkennen. Es eignen sich vor allem kleinere Okularbrennweiten, denn sie erreichen die höchsten Vergrößerungen. Vergrößerungen von 200-300-fach sind bei mittleren bis größeren Teleskopen sinnvoll. Tipp: Hier gibt es die hochwertigen Televue-Okulare zum Sonderpreis.

6. Das sehen Sie, wenn Sie den Mars beobachten.

Wenn Sie mit einem kleinen Teleskop bei 100-facher Vergrößerung beobachten, erscheint der Mars oft als bloße rote Kugel. Mit etwas Geduld erkennen Sie aber schon die Polkappen, denn ihr weiß ist fast schon leuchtend deutlich.

Marsdetails

Mars mit Bezeichnungen, Bild. B. Gährken.

Das auffälligste Dunkelgebiet auf dem Roten Planeten ist die große Syrte. Es handelt sich dabei um eine staubfreie und riesige Hochebene mit 1300 Kilometern Breite. Das Gebiet lieg in Äquatornähe und ist auch schon mit mittleren Teleskopen zu sehen. Das Hellasbecken ist die größte helle Region auf dem Mars und südlich der großen Syrte zu finden. Hier sind oft auch Reif und Staubstürme zu sehen. Die große Syrte und das Hellasbecken sehen Sie aber nur dann, wenn der Mars uns diese Region auch gerade zuwendet. Außedem sind weiße Wolken interessante „Wettererscheinungen“, die man mit größeren Teleskopen und Farbfiltern beobachten kann.

Weitere Tipps für die Detailbeobachtung und Marskarten finden Sie in dem Ratgeber „Mars Guide“ vom Kosmos-Verlag.  

Eine „Mars Map“ zum Ausbreiten bietet der Hersteller Orion an. Sie hilft bei der visuellen Beobachtung und Fotografie

7. Hilfreiches Zubehör, das die Marsbeobachtung verbessert

ADC-Korrektor: für mehr Kontrast am Horizont

Wenn wir ein Objekt dicht über dem Horizont beobachten, dann kann sein, dass das Objekt eigentlich schon untergegangen ist. Das Licht aus dem Weltall wird durch unsere Atmosphäre gebrochen oder: gebogen. Wir sehen das zum Beispiel bei einem Wasserglas und einem Strohhalm. Das Wasser ist ein optisch dichteres Medium – also wird der Strohhalm an einer anderen Stelle dargestellt. Unsere Atmosphäre macht das Selbe.

ADC Korrektor

Ein Schmidt-Cassegrain-Teleskop mit ADC und einer Toupek-Kamera.

Ist das ein Problem? Ja. Wenn es um astronomische Objekte geht, dann schon. Denn blaues und rotes Licht wird unterschiedlich stark gebrochen. Objekte bekommen einen Farbrand und wirken kontrastloser. Sie sind einfach unschärfer als Objekte, die höher stehen.

Der ADC von Omegon produziert – wenn man so will – einen negativen Farbfehler. Einen, der der Atmosphäre entgegengesetzt ist. Hier kommt der Planet Mars (oder auch andere Planeten ins Spiel). Der Mars wirkt so, als würde er ein deutliches Stück höher stehen. Als einer unserer Kollegen den ADC das erste Mal ausprobierte, sagte er: »Der Effekt war gigantisch. Es wirkte so, als wäre das Teleskop plötzlich ausgetauscht worden.«

Dispersion

Die Atmosphäre wirkt wie eine einfache Linse und die Farben des Lichts werden unterschiedlich stark gebrochen. Ein Objekt wirkt dadurch höher, als es eigentlich ist und um das Objekt entstehen Farbsäume. Bildquelle: NASA/JPL Solar System Simulator, Courtesy NASA/JPL-Caltech https://space.jpl.nasa.gov/.

Auch in den nächsten Jahren stehen die Planeten recht tief. Aber der ADC ist eine absolute Hoffnung. Sie können Ihn sowohl visuell, als auch fotografisch einsetzten. Dabei ist die Verwendung total einfach: Sie setzen ihn ganz bequem im Okularauszuig ein.

Die Vorteile des ADC in Kurzform:

  • ADC korrigiert atmosphärische Dispersion
  • Farbsäume werden reduziert oder verschwinden
  • Schärfe und Kontrast steigen, als würde der Planet höher stehen
  • Einfach in den Okularauszug stecken und Prismen ausrichten

Farbfilter: dem Mars Details entlocken

Farbfilter sind bei der Planetenbeobachtung nützlich, denn sie steigern Kontraste und machen Details sichtbar, die Sie vorher nicht gesehen haben. Einzige Voraussetzung: Sie sollten schon etwas Erfahrung in der Beobachtung haben. Denn: Astronomischen Sehen, das muss man erst mal lernen.

Farbfilter gibt es in den Größen 1,25“ oder 2“. Sie werden einfach in das Okulargewinde eingeschraubt und schon kann es losgehen.

Aber welche Details erkennen Sie?

Farbfilter für die Marsbeobachtung

Die Farbfilter schrauben Sie in das Gewinde des Okulars ein.

Grünfilter: Damit sehen Sie direkt die Oberfläche, Wolken und Eisnebel werden verstärkt.

Blaufilter: Kann für Eisnebel und Wolken eingesetzt werden.

Gelbfilter: Immer wieder kommt es vor, dass helle Staubstürme die Oberfläche für mehrere Wochen verhüllen. Dafür ist dieser Filter geeignet, denn er hellt diese Gebiete auf.

Orange- und Rotfilter: Ein Orangefilter verstärkt die Hell-dunkel-Strukturen auf der Oberfläche. Er ist der Standardfilter für die Marsbeobachtung. Der Rotfilter macht das Gleiche, ist aber für große Teleskope geeignet.

Tipp: Es gibt auch einen speziellen Marsfilter, der den Kontrast am roten Planeten deutlich anhebt.

Filterrad: schnell wechseln und weiter beobachten

Wenn Sie mehrere Filter verwenden wollen, empfehlen wir ein Filterrad. Damit wechseln Sie schnell die Filterpositionen.

Kamera: den Mars fotografieren

Sie wollen den Mars fotografieren? Dann greifen Sie doch zur Touptek Kamera G3M178C. Sie besitzt eine hohe Empfindlichkeit und eine Auflösung von 6,4 Megapixeln. Aber: Sie ist auch extrem schnell. Mit 59 Bildern pro Sekunde nutzen Sie selbst minimale Momente guter Luftruhe aus, was zu schärferen Marsbildern führt.

Aufbau für Planetenfotografie

So sieht der Aufbau für erfolgreiche Marsfotos aus: Eine Touptek-Kamera, eine Barlowlinse mit Flipmirror und ein Okular.

Flip Mirror

Eine gute Hilfe bei der Planetenfotografie ist übrigens ein Flipmirror. Damit das Zentrieren des Planeten nicht zu einer Herausforderung im Dunkeln wird. Mit dem Flipmirror wechseln Sie innerhalb von Sekunden zwischen dem Okular- und Kamerabild.

 

Jetzt beobachten

Warten Sie nicht bis zum Jahr 2035: Jetzt im Sommer 2018 bietet sich uns die Gelegenheit den Mars wieder in voller Größe zu bestaunen. Im Gegensatz zum Jahr 2003 hat sich die Kameratechnik deutlich weiterentwickelt. Und mit Instrumenten wie dem ADC sind sogar Beobachtungen am Horizont möglich. Packen Sie am besten gleich Ihr Teleskop ein und werfen Sie in der nächsten klaren Nacht einen Blick auf unseren roten Nachbarn.

Produkttipp: Sie wollen zeigen, dass Sie den Mars beobachten? Dann gönnen Sie sich doch das aktuelle Mars-T-Shirt. Auf der Rückseite mit allen Daten zur Opposition: Entfernung, Größe, Helligkeit. Gleich bestellen.

Aktuelles Mars-T-Shirt.

Unser aktuelles Mars-T-Shirt.

ISS Sichtbarkeit: So beobachten Sie die Raumstation mit Gerst an Bord

8. Juni 2018, Marcus Schenk

Am letzten Mittwoch blickten alle Augen in die kasachische Steppe. 4500 Kilometer entfernt von uns startete der deutsche Astronaut Alexander Gerst mit einer Sojus-Rakete zur Raumstation ISS. Mit an Bord: seine beiden Kollegen, der Russe Sergej Prokopjew und die Amerikanerin Serena Aunon-Chancellor. Nach zwei Tagen Reise erreichen sie erst heute (Freitag, 08.06.2018) die Station.

Credit: (NASA/Joel Kowsky)

Um 13:12 MESZ hob die Sojus-Rakete von Startrampe 1 ab, von der einst auch Juri Gagarin erstmals den Erdorbit besuchte. Ein Bilderbuchstart! Auch wir bei Astroshop.de verfolgten in der Mittagszeit den Countdown im NASA-TV, bis die Rakete schließlich abhob. Mit 26 Millionen PS und 28.000 Kilometern pro Stunde verreist sie mit „Astro-Alex“ ins All. Nun verbringt er dort 6 Monate, bis er wieder auf die Erde zurückkehrt.

Credit: (NASA/Joel Kowsky)

Das erste Mal startete Alexander Gerst im Jahr 2014 in den Weltraum. Damals hatte der Geophysiker 5 Jahre für seinen Einsatz trainiert. Der Dokumentarfilm „Begegnung im All“ erzählt von Gersts Training für seinen damaligen Besuch. Die aktuelle Mission ist sein zweiter Besuch auf dem Außenposten der Menschheit. In den 6 Monaten forscht Gerst an 300 Experimenten.

Nach 3 Monaten soll er dann selbst das Kommando über die Raumstation übernehmen und „Commander Gerst“ werden. Er ist damit der erste deutsche Kommandant der Raumstation, Bisher durften diese Aufgabe nur die russischen und amerikanischen Kollegen übernehmen.

Noch aber sitzt Gerst mit seinen beiden Kollegen eng eingepfercht in der Raumkapsel. Erst heute Nachmittag koppelt das Raumschiff an die ISS an – dann haben sie wieder mehr Platz.

Wie können Sie die ISS am Himmel beobachten?

Die Raumstation umrundet einmal in nur 90 Minuten die Erde. Sie überfliegt aber nicht immer die gleichen Regionen. Doch je nach Bahnlage können wir sie für etwa zwei Minuten über den Himmel ziehen sehen.

Sie wollen die Station selbst erleben? Die Beobachtung mit dem bloßen Auge ist einfacher, als man denkt. Denn: Die ISS ist so groß wie ein Fußballfeld und leuchtet heller als die hellsten Sterne am Nachthimmel. Sie taucht meist in einer Höhe von 10°, etwa eine ausgestreckte Faust breit über dem Horizont, auf. Suchen Sie sich also einen Ort mit einer guten Sicht zwischen Boden und Himmel.

Wichtig für die Beobachtung: Die ISS nähert sich immer von Westen. Ob und wann die Station sichtbar ist, hängt aber von Ihrem Beobachtungsort und der Zeit ab. Da sich diese Daten immer wieder ändern, müssen Sie sich auf entsprechenden Webseiten informieren.

So finden Sie die Beobachtungszeiten

Wir nutzen gerne die Webseite Heavens Above: https://www.heavens-above.com/

1. Besuchen Sie die Seite und klicken Sie oben rechts neben „Ort:“ den Ortslink an. Eine neue Seite öffnet sich. Nun haben Sie zwei Möglichkeiten Ihren Ort zu wählen:
• Eingabe des Ortes in das Suchfeld „Name des Orts eingeben“
• Setzen der Ortsnadel auf der Google-Maps-Karte

Weiter unten sehen Sie die aktuellen Ortskoordinaten. Wenn Sie zufrieden sind, klicken Sie unten auf „Aktualisieren“. Sie werden nun zur Hauptseite zurückgeleitet.

2. Wählen Sie nun unter „Satelliten“ → „Internationale Raumstation ISS

3. Es erscheint die Seite: „Internationale Raumstation (ISS) – sichtbare Überflüge“. Die Seite startet mit dem aktuellen Datum. Klicken Sie auf die Pfeile: Sobald sichtbare Überflüge für Ihren Beobachtungsort existieren, erscheint eine Tabelle mit Datum und Zeit.

Derzeit ist die Raumstation von uns aus nicht zu sehen, erst Anfang Juli können Sie wieder einen Blick darauf erhaschen.

Mit dem Fernglas oder dem Teleskop?

Sie können die Raumstation auch mit einem Teleskop oder einem Großfernglas beobachten. Doch das Objekt einzufangen ist nicht einfach und in jedem Fall eine Herausforderung, wenn Ihre Montierung nicht über ein Satelliten-Tracking verfügt. Trotzdem: In einem Planetariumsprogramm wie Stellarium können Sie die Bahn visualisieren und sich so besser vorbereiten. So kann es auch eine tolle Erfahrung sein, mit einem Dobson-Teleskop die ISS manuell zu verfolgen.

Viel Freude bei der Beobachtung!

20.02.2019
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