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Archiv der Kategorie 'Beobachtungen'

Ein Blick in die Geschichte: Astronominnen der Frühen Neuzeit

19. Januar 2018, Betty Lux

Im letzten Teil unserer Reihe Astronominnen der Frühen Neuzeit beschäftigen wir uns mit Caroline L. Herschel.

In der Frühen Neuzeit, also im Zeitraum zwischen dem 17. und 18. Jahrhundert, erlebte die Astronomie einen Aufschwung durch neue technologische Entwicklungen. Sie war dabei, sich zu professionalisieren – man könnte sagen, es gab einen Forschungsboom. Diese Umstände machten es Frauen (relativ) leicht, sich an wissenschaftlicher Arbeit zu beteiligen. Bekannt aus dieser Zeit sind Maria Cunitz, Maria Winkelmann mit ihren Töchtern sowie Caroline Herschel.

Gelehrte Schwester: Caroline L. Herschel

Caroline Herschel (1750-1848) folgte ihrem Bruder in die Astronomie. Zweifellos lässt sich heute feststellen, dass Wilhelm Herschel ohne den Fleiß und die Hingabe seiner Schwester niemals so große astronomische Höchstleistungen erreicht hätte. Die Entdeckung des Uranus, Wilhelm Herschels Aufnahme in die Royal Society in England, der gemeinschaftlichen Bau von bis zu vierzig-Fuß großen Teleskopen mit eigener Spiegelherstellung und die Entdeckung von unzähligen, weiteren Objekten machte das Geschwisterpaar schnell überregional bekannt.

V0002731 Sir William Herschel and Caroline Herschel. Coloured lithogr Credit: Wellcome Library, London. Wellcome Images images@wellcome.ac.uk http://wellcomeimages.org Sir William Herschel and Caroline Herschel. Coloured lithograph by A. Diethe. Published: - Copyrighted work available under Creative Commons Attribution only licence CC BY 4.0 http://creativecommons.org/licenses/by/4.0/

Caroline Herschel war seit ihrer Kindheit emotional abhängig von ihrem großen Bruder, so dass sie ihm nach England folgte, als dieser dort eine Anstellung als Organist hatte. Seine Musikkarriere wurde schnell durch die Astronomie abgelöst, daher wurde Caroline in der Produktion von großen Spiegeln eingespannt. Bald stelle sie selbst astronomische Beobachtungen an, vor allem um den Nebelkatalog von Flamsteed zu vervollständigen. 1786 entdeckte sie ihren ersten Kometen, der jedoch später nach dem Berechner seiner Umlaufbahn, Franz Encke (Enckescher Komet) benannt wurde.

1828 bekam Caroline Herschel als wichtigste Anerkennung die goldene Medaille der Royal Society verliehen. Dies geschah als Dank für den von ihr berechneten Nebelkatalog sowie insgesamt für ihr Lebenswerk. 1835 wurde sie sogar Mitglied der Royal Society. Dennoch spielte sie konsequent ihre eigenen Fähigkeiten sowie ihre Beteiligung an der Forschung herunter. So empfand sie jedes an sie gerichtete Lob als eine ihrem Bruder vorenthaltene Anerkennung.Herschel_Caroline_1829

Am Ende dieser Reihe „Astronominnen der Frühen Neuzeit“ wird deutlich, dass es Frauen in diesem Zeitraum nur mit Hilfe eines Mannes möglich war, selbst wissenschaftlich tätig zu werden. Sie waren durch ihre Fähigkeiten maßgeblich am Erfolg ihrer Ehemänner, Brüder oder Väter beteiligt. Die Astronomie als „Hauswissenschaft“, bei der die Grenzen zwischen Öffentlichkeit und Privatheit fließend waren, förderte die weibliche Beteiligung. Dennoch war ihre Situation natürlich noch weit entfernt von gesellschaftlicher Gleichberechtigung.

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Ein Blick in die Geschichte: Astronominnen der Frühen Neuzeit

12. Januar 2018, Betty Lux

In der Fortsetzung unserer Reihe Astronominnen der Frühen Neuzeit beschäftigen wir uns heute mit Maria M. Winkelmann Kirch und ihren Töchtern.

In der Frühen Neuzeit, also im Zeitraum zwischen dem 17. und 18. Jahrhundert, erlebte die Astronomie einen Aufschwung durch neue technologische Entwicklungen. Sie war dabei, sich zu professionalisieren – man könnte sagen, es gab einen Forschungsboom. Diese Umstände machten es Frauen (relativ) leicht, sich an wissenschaftlicher Arbeit zu beteiligen. Bekannt aus dieser Zeit sind Maria Cunitz, Maria Winkelmann mit ihren Töchtern sowie Caroline Herschel.

Gelehrte Ehefrau und Mutter: Maria M. Winkelmann Kirch und ihre Töchter

Maria Winkelmann (1670 – 1720) kam durch ihren Ehemann, Gottfried Kirch, zur Astronomie. Sie erbrachten viele astronomische Leistungen an der Akademie der Wissenschaften in Berlin, vor allem als Kalendermacher. Astronomische Kalender waren zu dieser Zeit ein großes wirtschaftliches Standbein der Akademie. Da sie jedoch aufwendig in der Herstellung waren und es eine große Nachfrage gab, wurde die gesamte Familie mit Kindern in die Produktion eingespannt. Winkelmann heiratete bewusst einen Ehemann mit gleichen Interessen, denn nur so war es Frauen in der Frühen Neuzeit möglich, wissenschaftliche Tätigkeiten auszuführen. Dadurch, dass ihr Mann zum ersten Astronom der Akademie ernannt und maßgeblich an dem Bau des Observatoriums beteiligt war, konnte das Ehepaar durch viele Beobachtungen und Erkenntnissen glänzen. Als sie jedoch 1702 eigenständig einen Kometen entdeckte, wurde der Erfolg im Nachhinein ihrem Mann angerechnet. Die Leugnung weiblicher Partizipation an der Wissenschaft war also leider nichts Seltenes.

Maria_Kirch

Nach dem Tod ihres Ehemannes wurde es für sie zunehmend schwieriger, weiterhin Anerkennung für ihre wissenschaftliche Arbeit zu erhalten. Um weiterhin die Kalenderproduktion fortführen zu können, schlug sie ihren 16-jährigen Sohn als Nachfolger und sich selbst als seine Assistentin vor. Ihrem Gesuch wurde nicht stattgegeben, da die Akademie ihre Reputation gefährdet sah. Ihr Nachfolger versagte jedoch so kläglich, dass Winkelmann kurz darauf wieder als Assistentin eingestellt wurde.

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Zwei Beispiele eines astronomischen Kalenders aus dem 18. Jahrhundert

Astronomischer_Kalender

Der Familienbetrieb Winkelmann-Kirch zeigt deutlich die Teilung zwischen öffentlicher und privater Sphäre. Während ihr Ehemann als „Hausvorstand“ der Ansprechpartner für Besucher war und alle Erfolge auf sein Konto gingen, verschwand Winkelmann immer mehr in den Hintergrund der Kalenderproduktion.

Auch ihr Sohn und ihre beiden Töchter führten den Betrieb nach dem Tod ihrer Eltern fort. Die beiden Kirch-Schwestern verdienten sogar auch nach dem Tod ihres Bruders ein für diese Zeit sehr gutes Gehalt, allerdings immer in sehr kleinen Raten. Es ist möglich, dass die Akademie so verschleiern wollte, wie hoch die Vergütung der Kalendermacherinnen insgesamt war. Ihr Gehalt überstieg teilweise das eines angestellten Wissenschaftlers der Akademie.

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Ein Blick in die Geschichte: Astronominnen der Frühen Neuzeit

5. Januar 2018, Betty Lux

Die nächsten drei Freitage wollen wir Ihnen ein Stück Astronomiegeschichte näherbringen.

Die Astronomie war auch schon früher eine Wissenschaft der Frauen. In dieser Reihe stellen wir drei Astronominnen vor, die in der Geschichte positiv mit ihren Erfolgen aufgefallen sind.

In der Frühen Neuzeit, also im Zeitraum zwischen dem 17. und 18. Jahrhundert, erlebte die Astronomie einen Aufschwung durch neue technologische Entwicklungen. Sie war dabei, sich zu professionalisieren – man könnte sagen, es gab einen Forschungsboom. Diese Umstände machten es Frauen (relativ) leicht, sich an wissenschaftlicher Arbeit zu beteiligen. Bekannt aus dieser Zeit sind Maria Cunitz, Maria Winkelmann mit ihren Töchtern sowie Caroline Herschel.

Gelehrte Tochter und Ehefrau: Maria Cunitz

Maria Cunitz (1610 – 1664, Schlesien) stammte aus einer Arztfamilie und wurde aktiv von ihrem Vater in der Astronomie unterrichtet. Er selbst hatte bei Tycho Brahe gelernt, einem der bekanntesten Astronomen dieser Zeit. Cunitz hatte außerdem im späteren Verlauf noch häufig Kontakt zu Hevelius und veröffentlichte 1650 die „Urania Propitia“ in lateinischer und deutscher Sprache. Das 500 Seiten umfassende Werk besteht aus einer Einführung in die „Sternen-Kunst“ sowie einem weiteren Band astronomischer Rechentafeln, der sogenannten calcules. Durch ihre Überarbeitung der Berechnungstabellen von Kepler (der Rudolphinischen Tafeln), waren sie auf einen Schlag viel effizienter und leichter zu nutzen.

Sie vertrat damit das heliozentrische Weltbild, was zur damaligen Zeit noch immer umstritten war und meistens einer Zensur unterzogen wurde. Dass ihre Publikation trotzdem genehmigt wurde, war darauf zurückzuführen, dass sie Kepler nur in der lateinischen Version erwähnte. Dennoch wollte sie auf die deutsche Version nicht verzichten um einen praktischen Nutzen unter den Astronomen zu gewährleisten.

Urania_propitia

Deckblatt der „Urania Propitia“

Nicht unüblich war es zu dieser Zeit, dass die Ehemänner das Vorwort zum Werk verfassten. So folgte ihr Mann der Tradition und erklärte, dass seine Frau nicht ruhmsüchtig sei, sondern vielmehr ihre Fähigkeiten nutzen solle um die Astronomie voranzutreiben. Die Astronomen ihrer Zeit schätzten das Fachwissen und die Bedeutung des Werks, jedoch fand es nicht die große Beachtung, die sich Cunitz gewünscht hätte.

Die letzten Lebensjahre von Maria Cunitz liegen weitgehend im Dunkeln, lediglich ein großer Brand in ihrem Haus wird schriftlich erwähnt. Das lässt natürlich Raum für Spekulationen offen, ob sie der Hexerei bezichtigt wurde. Eine weitere Auffälligkeit ist, dass ihr Name von den Buchrücken ihrer Originalwerke in den Bibliotheken von Göttingen und Wien herausgeschnitzt und sie dadurch als Autorin unkenntlich gemacht wurde.

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Das Maria-Cunitz-Denkmal in Schweidnitz

Sie ist somit eine der frühesten Astronominnen und leider auch eine der unbekanntesten, was auf die schlechte Dokumentation ihres Lebens zurückzuführen ist. Es gibt bis heute keinen bekannten Kupferstich oder ähnliche Illustration ihrer Person. Deutlich wird die Beeinflussung ihres Vaters, der ihr den praktischen Nutzen von Wissenschaft nahelegte. Durch die Vereinfachung der Rudolphinischen Tafeln von Kepler durch Cunitz wurden sie erst für den eigentlichen Gebrauch zugänglich. Vielen Zeitgenossen fiel nämlich schon damals auf, wie verworren und unverständlich der Schreibstil des großen Meisters der Astronomie teilweise war.

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Infografik: Astrohighlights im Winter 2017/18

1. Dezember 2017, Marcus Schenk

Der neue Himmelkalender für die nächsten drei Monate im schnellen grafischen Überblick. Die astronomische Infografik „Highlights am Winterhimmel“ zeigt Ihnen auf einen Blick, was am Himmel passiert. Im weiteren Text erfahren Sie Details zu den einzelnen Ereignissen.

08.12. Mond bedeckt Regulus
Anfang Dezember bedeckt der abnehmende Mond den hellen Stern Regulus im Sternbild Löwe. Es ist ein auffälliges Ereignis, weil Regulus mit 1,3mag zu den hellsten Sternen am Himmel zählt. Ein Fernglas oder ein kleines Teleskop reichen schon aus, um das Ereignis zu verfolgen. Allerdings: Sie brauchen eine gute Sicht zum nordöstlichen Horizont. Am besten Sie beobachten auf einer weiten freien Fläche oder einer Anhöhe. Wichtig ist nur, dass keine Häuser oder ein Wald Ihnen die Sicht versperrt.

13.12. Mond trifft Mars
Die schmale Sichel des abnehmenden Mondes gesellt sich vor Sonnenaufgang zum Mars. Er steht heute in etwa 6 Grad Entfernung. Doch es gibt noch mehr zu entdecken: Mit dem Stern Spica bilden die beiden Himmelskörper ein Dreieck. Etwas weiter unterhalb am Horizont, entdecken Sie auch den Jupiter. Fast sieht es so aus, als ob alle Himmelskörper eine Art Pfeil bilden, der zum Horizont weist.

14.12 Geminiden
Wenn der Himmel am Abend klar ist, blicken Sie am besten in Richtung Süden. Denn die Sternschnuppen »Geminiden« kommen scheinbar aus dem Sternbild der Zwillinge. Genauer gesagt: Aus einem Punkt zwei Grad über dem Stern Pollux. Zwischen 21:00 Uhr und 6:00 Uhr ist die beste Zeit für die Beobachtung. Die Geminiden gehören mit 120 Meteoren pro Stunden zu den Sternschnuppen mit den höchsten Fallraten. Allerdings trübt der Vollmond dieses Jahr die Sicht. Trotzdem: Das Ereignis sollten Sie nicht verpassen.

21.12. Wintersonnenwende
Jedes Jahr am 21. oder 22. Dezember erleben wir den kürzesten Tag und die längste Nacht. Am 21. Dezember beginnt der Winter und die Sonne geht schon 16:21 Uhr unter. Die Nacht dauert etwa 12 Stunden. Ein Traum für jeden Hobbyastronomen, der mal so richtig lang am Stück beobachten will.

31.12. Mond bedeckt Aldebaran
Kurz vor Sylvester, in der Nacht vom 30. auf den 31.12, bedeckt der Mond den Stern Aldebaran. Er ist der Hauptstern des Stiers und gehört zu den hellsten Sternen am Himmel. Das ist ein Vorteil, denn eine Bedeckung von hellen Sternen ist faszinierend. Wir haben zwar fast Vollmond, trotzdem nähert sich der Mond Aldebaran von seiner dunklen und interessanten Seite. Aldebaran verschwindet gegen 2:25 Uhr und taucht 30 Minuten später wieder an der gegenüberliegenden Mondseite auf.

01.01. Merkur in größter westlicher Elongation
Der Merkur kreist so schnell und so dicht um die Sonne, dass wir ihn nicht zu jeder Zeit beobachten können. Doch jetzt steht Merkur wieder in einem größeren Winkelabstand zur Sonne von 22°. Am Morgenhimmel taucht der seltene Gast um etwa 6:30 Uhr in südöstlicher Richtung auf. Bald jedoch folgt die Dämmerung und er verblasst immer mehr im beginnenden Tag. Zum Glück ist Merkur relativ hell, so dass er sich bis etwa 7:30 Uhr zeigt. Falls es am Neujahrstag bewölkt sein sollte, können Sie den Merkur noch bis 10. Januar beobachten.

03.01. Quadrantiden
Die nächsten Sternschnuppen sind auf dem Weg zu uns: die Quadrantiden. Der Meteorstrom stammt aus dem Sternbild Bootes. Die Sternschnuppen regnen im Maximum mit einer Zahl von 120 pro Stunde über den Himmel. Wenn Sie in den Morgenstunden des 2. und 3. Januars beobachten, haben Sie die größte Chance auf eine erfolgreiche Beobachtung.

07.01. Mars trifft Jupiter
Am Morgen des 7. Januars begegnen sich zwei Nachbarn: Mars und Jupiter. Mitten im Sternbild Waage leuchten beide sehr hell in einem Abstand von nur 12 Bogenminuten. Das ist nur etwas mehr als ein Drittel des Monddurchmessers. Sie können beide Planeten an diesem Tag gemeinsam mit Ihrem Teleskop im gleichen Gesichtsfeld beobachten.

11.01. Treffen von Mond, Mars und Jupiter
Einige Tage später in der gleichen Region: Mars und Jupiter entfernen sich wieder voneinander. Jedoch kommt an diesem Morgen der Mond mit ins Spiel. Sie schmale Sichel strahlt gut drei Grad oberhalb der Planeten. Auch wenn Sie sich an diesem Morgen warm anziehen müssen, bringt dieser wundervolle Anblick sicher jedes Eis zum Schmelzen.

13.01. Merkur trifft Saturn
Der Merkur gibt uns eine letzte Chance, bevor er die Bühne verlässt und aus dem Rampenlicht tritt. Doch heute Morgen lässt er sich zusammen mit Saturn blicken. Kurz vor Sonnenaufgang tauchen die beiden Gesellen über den Horizont in südöstlicher Richtung auf.

31.01. Ceres in Opposition
Ceres ist einer der bekanntesten aber kleinsten Zwergplaneten des Sonnensystems mit 963 Kilometern Durchmesser. Er umkreist im Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter die Sonne etwa alle 5 Jahre einmal. Am 31. Januar kommt er in die Opposition zur Sonne und Sie können Ihn in seiner größten Helligkeit beobachten. Mit hellen 6,9 Größenklassen bewegt er sich vom Kopf des Löwen zwischen den Sternbildern Luchs und Krebs hindurch. Sie können ihn mit einem Teleskop oder sogar mit einem Großfernglas finden.

01.02. Mond trifft Regulus/Mars trifft Acrab
Wenn Sie gerne in den Morgenstunden beobachten, dann gibt es in dieser Nacht ein interessantes Ereignis. Ab etwa 4 Uhr tauchen die Scheren des Skorpions über dem Südost-Horizont auf. Doch da gibt es natürlich noch etwas: Mars. Der Rote Planet zieht in nur 18“ Entfernung am linken Stern Acrab vorbei.

Und am kommenden Abend zieht der Mond nur in 7 Bogenminuten Entfernung am Regulus vorbei, dem Hauptstern des Sternbildes Löwe. Die Zeit für die Begegnung liegt günstig: Um 19 Uhr erreicht der Mond die geringste Distanz.

08.02. Mond bedeckt γ Lib
Diese Bedeckung werden vermutlich nicht so viele Beobachter verfolgen, denn sie findet am Morgenhimmel statt. Dann, wenn die meisten im warmen Bett liegen. Das macht aber die Bedeckung des Sterns γ Lib durch den Mond im Sternbilde Waage zu einem selten beobachteten Ereignis. Der Mond ist zu 45% beleuchtet und nähert sich dem Stern von seiner „hellen“ Seite. Um 4:20 verschwindet der Stern hinter dem Mond und um 5:30 Uhr taucht er auf der unbeleuchteten Seite wieder auf.

11.02 Mond trifft Saturn
Der Mond stattet gerne unseren Planeten den einen oder anderen Besuch ab. Am 11. Februar besucht er wieder den Saturn. Solche Begegnungen sind immer ein reizvoller Anblick. Und eine schöne Gelegenheit für ein Stimmungsfoto mit stehender Kamera und Objektiv. Der Mond steht etwa 3,5° höher am Himmel, deshalb werden Sie ihn als erstes entdecken. Gegen 5 Uhr schielt dann der Saturn über den Horizont. Es ist eigentlich nicht die beste Zeit für den Ringplaneten. In den kommenden Monaten geht er erst in der zweiten Nachhälfte auf. Erst wenn der Frühsommer naht, rücken seine Aufgänge in eine angenehmere Zeit. Im Juni kommt er dann in Opposition zur Sonne.

21.02. Mond bedeckt μ Cet
Eine Bedeckung am Abendhimmel: Und das noch vor der Tagesschau! Um 18:20 bedeckt der Mond den Stern μ Cet im Sternbild Walfisch. Nach gut einer Stunde, um 19:17 Uhr, taucht der Stern wieder auf der anderen Seite auf. Diesmal nähert sich der Mond von seiner unbeleuchteten Seite. Wenn Sie den Stern beobachten, verschwindet er so plötzlich, als würde ihn jemand einfach ausknipsen.

23.02. Mond bedeckt Aldebaran
Ein Highlight ist die Bedeckung des Aldebarans. Wie im letzten Dezember sollten Sie dieses Ereignis nicht verpassen, denn solche Bedeckungen sind höchst selten. Es ist die letzte Aldebaran-Bedeckung für viele Jahre.

Der Mond nähert sich von seiner unbeleuchteten Seite. Für viele Beobachter ist es eine Überraschung, wenn der Stern plötzlich verschwindet, obwohl man das Verschwinden ja schon erwartet. Los gehts um 17:50 Uhr: Aldebaran verschwindet und taucht gegen 18:50 Uhr wieder auf, also gut eine Stunde später. Interessant für Amateure ist es, die Sternbedeckung zeitlich genau zu verfolgen, den Beginn und das Ende der Bedeckung festzustellen. Das geht zum Beispiel mit den empfindlichen Touptek-Kameras und der Software SharpCap 2.7, mit der Sie ein genaues Zeitsignal einblenden können.

Viel Freude beim Beobachten und clear skies wünscht Ihnen das Team von Astroshop.de

PDF hier

 

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Tipp zum Wochenende: Leoniden bei Neumond

18. November 2017, Marcus Schenk

Dieses Wochenende gibt es ein besonderes Highlights am Himmel: der Meteorstrom der Leoniden. Sollte es dieses Wochenende klar sein, bieten sich aber auch DeepSky-Beobachtungen an. Denn: Wir haben fast Neumond. Die schmale Mondsichel lässt sich erst in den Morgenstunden blicken.

 

Milchstraße, Roque de los muchachos , La Palma. William Herschel Teleskop im Vordergrund.
Canon eos 1dx, 1,8 85mm, 4s ISO 3200. www.sebastiankramer.de

 

Die Schnuppen des Löwen

Es war das Jahr 1966. Für die Astronomie war das Jahr ein Highlight der Meteorbeobachtung. Am 17. November registrierte man in den Morgenstunden zirka 140.000 Sternschnuppen. Die Sternschnuppen der Leoniden erlebten einen starken Ausbruch in ihrem Maximum.

Der Grund: Alle 33 Jahre kreuzt die Staubwolke des Ursprungskometen 55P/Tempel-Tuttle die Erdbahn und wir können meist viele Sternschnuppen bewundern. Allerdings nur in einem zeitlich eng begrenzten Zeitraum. Nicht immer, aber manchmal, fallen sie wie Regentropen vom Himmel. Eben wie im Jahr 1966. Im Jahr 1998 wurde eine starke Aktivität vorhergesagt, die dann aber hinter den Erwartungen zurück blieb. Eine Vorhersage ist für die Astronomen immer schwierig und ist vergleichbar mit der Prognose der Meteorologen, ob es „Weiße Weihnachten“ gibt.

Was man sicher weiß: In den Jahren nach dem Kreuzen der Kometenwolke nimmt die Anzahl des Stroms stetig ab. Dann erreicht der Stom im Maximum nicht mehr als 20 Meteore pro Stunde. In diesem Jahr sogar eher noch weniger – genaugenommen nur 10. Aber der Vorteil: Einen Tag vor Neumond genießen wir die ganze Nacht einen dunklen Himmel. Setzen Sie sich warm eingepackt nach Mitternacht an einen guten Beobachtungsort. Dann könnten Sie sogar einige helle Leoniden sichten.

Perseiden

Aufnahme der Perseiden, Foto: B.Gährken

 

Der Punkt wo die Sternschnuppen herzukommen scheinen liegt im Sternbild Löwe. Die beste Sichtbarkeit ist nach Mitternacht. Gegen 23 Uhr steigt das Sternbild über den Horizont und die Leoniden erscheinen unter einem flachen Winkel langsam zu verglühen. Tatsächlich sind die Leoniden aber sehr schnell. Mit etwa 71 Kilometer pro Sekunde rasen sie über den Himmel. Wenn der Löwe höher steigt, können wir diese schnellen Scnuppen auch registrieren: Kaum waren sie da, sind sie auch schon wieder verglüht. Trotz der mauen Voraussagen können Sie vielleicht einige helle Leoniden entdecken. Ein schönes Erlebnis, das Sie sich nicht enmtgehen lassen sollten.

Sie wollen tiefer in das Thema einsteigen? Dann könnte das Buch Meteore für Sie interessant sein.

Wir wünschen Ihnen viel Freude bei der Beobachtung. Wenn Sie möchten, posten Sie gerne Ihre fotografischen Aufnahme oder Beobachtungsbericht in die Facebook-Kommentare. Wir freuen uns darauf.

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Infografik: Das passiert im Herbst 2017 am Himmel

8. September 2017, Marcus Schenk

Der neue Himmelskalender für die nächsten drei Monate im schnellen grafischen Überblick: Die astronomische Infografik „Highlights am Herbsthimmel 2017“ zeigt Ihnen auf einen Blick, was am Himmel passiert.

September

12.9. Merkur am Morgenhimmel sichtbar
Der Merkur zeigt jetzt seinen größten westlichen Winkelabstand (17°) von der Sonne. Obwohl Merkur nicht den maximal möglichen Winkel erreicht, sehen wir ihn gut am Morgenhimmel. Ab dem 12. September entdecken Sie den innersten Planeten ab ca. 5:30 MESZ im Osten aufgehen. Begleitet wird er von der hellen Venus und dem noch tiefer stehenden Mars.

17.9. Mars trifft Merkur
Wieder ein Ereignis am Morgenhimmel: Mars trifft sich mit dem Merkur kurz vor Sonnenaufgang. Die beiden Planeten stehen nur 18 Bogensekunden voneinander entfernt. Weiter oben entdecken Sie die Venus.

18.9 Treffen von Mond, Venus, Mars und Merkur
Am Tag darauf gesellt sich die extrem dünne Mondsichel dazu. Sie sehen also vom Horizont kommend Merkur, Mars, den Mond und die helle Venus.

22.9 Mond trifft Jupiter
Nur 6% beleuchtet ist die zunehmende Mondsichel noch sehr jung. Nach 19 Uhr in der der Abendämmerung: Am westlichen Horizont sehen Sie den Mond und etwa 3° weiter unten den Jupiter.

30.9 Goldener Henkel auf dem Mond
Am letzten Septembertag ist er wieder zu sehen: der Goldene Henkel auf dem Mond. Wie ein Henkel aus Licht bricht er die Mondnacht knapp jenseits des Terminators. Wir blicken auf das Mare Imbrium in die Region des Karters Sinus Iridum und des hohen Juragebirges. Die Sonne geht hier an der Licht/Schatten-Grenze auf. Doch während der Krater noch im dunkeln liegt, taucht die Sonne die kreisförmig angeordneten Berggipfel der Juraberge in Sonnenlicht. Ein goldener Ring in der Dunkelheit. Zu sehen zwischen 17:00 und 1:00 Uhr. Wer diese Gelegenheit verpasst: Am 28. November gibt es die nächste Chance.

Oktober

4.10. Sternbedeckung x Aqr
Wer Lust auf eine Sternbedeckung hat, kommt diese Nacht auf seine Kosten. In dieser Nacht bedeckt der 95% beleuchtete Mond den Stern x Aqr im Sternbild Wassermann. Unter einem guten Himmel ist der Stern normalerweise mit dem bloßen Auge zu sehen. In der heutigen Nacht wird ihn nur ein Fernglas oder Teleskop zeigen, denn der Mond steht ja in unmittelbarer Nähe.

Um 0:26 Uhr ist es dann so weit: Der Stern wird von der schmalen noch dunklen Mondseite bedeckt. Vor allem der Eintritt ist hier interessant. Um 1:38 Uhr taucht der Stern wieder auf der anderen Mondseite auf.

5.10. Mars trifft Venus
Die Göttin der Liebe und der Kriegsgott treffen sich zu einem frühen Intermezzo. Wenn Sie ab 5:20 Uhr nach Osten blicken, sehen Sie Venus und Mars ganz dicht zusammenstehend über dem Horizont aufgehen. Heute früh trennt sie nur eine Distanz von 20 Bogensekunden.

8.10. Draconiden Sternschnuppen
Die Draconiden sind ein Meteorstrom, der aus dem Sternbild Drache zu stammen scheint. Am 8. Oktober erwartet man die maximalen Fallraten. Den Ort, aus dem die Meteore am Himmel herzukommen scheinen, nennt man Radiant. Er liegt in in der Nähe des Sterns Draconis. Der Drache gehört zu einem zirkumpolaren Sternbild, daher liegt der Radiant am Abend in gut sichtbarer Höhe. Eine Vorhersage der zu erwartenden Anzahl der Sternschnuppen gibt es leider nicht. Sie können ganz unterschiedlich ausfallen.

17.10 Treffen von Mond, Mars und Venus
Lohnend für Frühaufsteher: der Anblick einer schönen Planetenstellung. Knapp über dem Osthorizont strahlt die helle Venus. Drüber der Mars und die zarte und nur zu 7% beleuchtete Mondsichel.

19.10. Uranus in Opposition
Uranus ist einer der entferntesten Gasriesen. Im Teleskop erscheint er nur als winziges grünliches Scheibchen, auf dem wir keine Details erkennen. Als Planet können Sie ihn aber dennoch identifizieren. Suchen Sie Uranus mit einer Ausuchkate auf oder besser noch: mit dem Goto-System ihres Teleskops. Dann können Sie bei 150-200-facher Vergrößerung das Planetenscheibchen erkennen.

21.10 Orioniden
Die Orioniden ist ein kleinerer Sternschnuppenstrom mit etwa 20 Meteoren pro Stunde. Der Radiant liegt im Sternbild Orion nahe des Sterns Beteigeuze. Obwohl Sie den ganzen Monat die Sternschnuppen beobachten können, liegt das Maximum zwischen dem 20. und 21. Oktober. Ein Vorteil dieses Jahr: Es ist kurz nach Neumond, wir können also eine besonders dunkle Nacht genießen. Die beste Beobachtungszeit liegt zwischen 22 Uhr und 5 Uhr.

24.10. Mond trifft Saturn
Diesmal gibt es am Abendhimmel eine interessante und reizvolle Konstellation zwischen der zunehmenden Mondsichel und dem Planet Saturn. Der Ringplanet verschwindet langsam vom Himmel und ist nur noch in der ersten Zeit nach Sonnenuntergang zu sehen.

27.10. Komet C/2017 O1
Schon seit einer Weile ist der Komet C/2017 O1 am Himmel zu sehen. Aber was ist daran besonders? Es ist einer der wenigen Kometen, die relativ hell sind und womöglich eine Helligkeit von unter 8 Magnituden erreicht. Damit ist dieser Komet nicht nur für Spezialisten, sondern auch von anderen Himmelsbeobachten leicht auffindbar. Sogar im Fernglas! Dazu kommt: Der Komet ist zirkumpolar und bewegt sich langsam in die Richtung der Polregion.

Aktuelle Daten und Aufsuchkarten gibt es besipielsweise bei Heavens-Above.

30.10. Iris in Opposition
Wer noch nie einen Asteroiden gesehen hat oder wem die Asteroiden bisher immer zu schwach waren, der hat jetzt eine hervorragende Gelegenheit. Der Asteroid Iris kommt in die Opposition zur Sonne. Dabei steigert er seine Helligkeit bis auf 6,8mag. So hell ist kaum ein anderer Asteroid. So wird er zum hellen und einfachen Objekt, selbst für Gelegenheitsbeobachter.

Eine Aufsuchkarte gibt es bei Heavens-Above.

November

5.11. Bedeckung der Hyaden
Ein Highlight: In der Nacht vom 5. auf den 6. November bedeckt der Mond den Sternhaufen der Hyaden. Das Besondere ist, dass nicht nur ein, sondern gleich drei Sterne vom Mond bedeckt werden. Los geht es um 19:49 mit dem Stern Hydum I, um 23:48 folgt der Stern Tau 75. Den krönenden Abschluss bildet Aldebaran, der Hauptstern des Stiers, der um 3:54 hinter dem Mond verschwindet.

13.11. Venus trifft Jupiter
Venus und Jupiter bieten am 13. November einen reizvollen Blick mit dem bloßen Auge oder dem Fernglas. Ab 6:30 Uhr tauchen sie über dem Horizont auf und sind gute 45 Minunten lang hervorragend zu sehen. An diesem Morgen trennt sie nur eine Distanz von 15 Bogenminuten.

15.11. Mond trifft Mars
Ab etwa 5 Uhr morgens bietet sich eine hübschs Treffen und Mars und Mond. Die nur zu 10% beluchtete Mondsichel zeigt sich fast liegend. Rechts daneben der derzeit sehr kleine aber recht helle Mars.

17.11. Treffen von Mond, Venus und Jupiter
Und schon bietet sich ein nächstes Treffen von Mond und Planeten während der Morgenstunde. Kurz vor Sieben entdecken Sie südöstlich Venus, Jupiter und die extra schmale und nur zu 1,5% beleuchtete Mondsichel. Wäre es nicht eine Idee Ihre Kamera aufzustellen und ein schönes Stimmungsfoto aufzunehmen. Über solch ein Foto würden sich garantiert viele freuen.

17.11 Leoniden
Am gleichen Tag erreichen die Leoniden ihr Maximum. Der Meteorstrom gehört neben den Perseiden zu den Berühmtesten. Es gab Jahre, in denen fielen diese Sternschnuppen wie Regentropfen vom Himmel. Das passiert in der Regel alle 33 Jahre, wenn die Erde mit der Wolke der Leoniden zusammenstößt. In normalen Jahren erreicht der Stom im Maximum nicht mehr als 20 Meteore pro Stunde. In diesem Jahr sogar eher noch weniger – genaugenommen nur 10. Aber der Vorteil: Einen Tag vor Neumond genießen wir die ganze Nacht einen dunklen Himmel. Setzen Sie sich warm eingepackt nach Mitternacht an einen guten Beobachtungsort. Dann könnten Sie sogar einige helle Leoniden sichten.

24.11. Merkur
Merkur erreicht an diesem Tag seinen größten östlichen Abstand zur Sonne von 22°. Damit können Sie Merkur am Abendhimmel auffinden. Allerings bewegt er sich in der Dämmerung hart am Horizont. Um Merkur zu finden sollten Sie an einem Beobachtungsort mit hervorragender Horizontsicht stehen. Außerdem muss der Horizont frei von Dunst und Wolkenschichten sein. Nehmen Sie zum Aufsuchen in jedem Fall ein Fernglas zur Hand.

28.11. Goldener Henkel
Heute gibt es eine neue Chance den Goldenen Henkel auf dem Mond zu beobachten. Eine Beschreibung finden Sie weiter oben im Text. Oder eine genaue Beschreibung in diesem Blogartikel. Los geht es um 19:00 Uhr und endet um 2:00 Uhr.

Wir wünschen Ihnen einen astronomisch beobachtungsreichen Herbst.

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Tipp zum Wochenende: Neptun in Opposition am 5. September

1. September 2017, Marcus Schenk

Einer der entferntesten Planeten zeigt sich uns von seiner besten Seite. Am 5. September kommt er in Opposition zur Sonne, ist aber jetzt schon gut zu sehen. In diesem Beobachtungstipp erfahren Sie, wie Sie Neptun finden und mit was Sie ihn beobachten sollten.

Neptun mit Triton

Neptun mit Mond Triton am 26.08.2016 2h41-3h06 MESZ, ACF 355 mm + Okularprojektion,
7.87 min (RGB) mit CCD-Kamera Moravian G2-8300FW (2×2 Binning); Dachsternwarte Kaufering. Aufnahme: Gregor Krannich

Der Blick auf die letzte Welt in unserem Sonnensystem

Vermutlich können Sie sich noch erinnern: Vor zwei Jahren, am 14. Juli 2015, flog die NASA-Raumsonde New Horizons an Pluto vorbei. Gestartet wurde sie allerdings schon neun Jahre früher, am 19. Januar 2006. Damals schickte man die Sonde noch zu einem Planeten. Doch das änderte sich gewaltig. Wenig später, noch im selben Jahr, entschied die IAU, dass Pluto kein Planet mehr sein dürfe.

Ab sofort war Pluto ein Zwergplanet. Und Neptun? Der gilt jetzt als äußerster Planet unseres Sonnensystems.

Gewaltiger Planet mit gewaltigen Zahlen

Neptun ist ein blauer riesiger Gasplanet mit 49.000 Kilometer Durchmesser und mit einem Fernglas sichtbar. Trotzdem wurde Neptun nicht durch eine Beobachtung sondern rechnerisch entdeckt. Im Jahr 1846 konnte der Astronom Joseph Leverrier ihn mit Papier und Stift nachweisen. Johann Gottfried Galle richtete sein Teleskop auf die Position und entdeckte dort tatsächlich den vorhergesagten Planeten. Das war vor 171 Jahren!

Neptun besteht aus einem Gesteinskern, einem Eismantel und einer Gashülle. Diese widerum setzt sich zum großen Teil aus Wasserstoff, Helium und Methan zusammen. Aufgrund seiner Entfernung von etwa 4,5 Milliarden Kilometern, braucht der Planet 165 Jahre für einen Umlauf um die Sonne (ein kompletter Umlauf seit seiner Entdeckung). Das ist auch der Grund, warum er sich für uns Menschen kaum vom Fleck bewegt, den schon seit Jahren finden wir ihn im Sternbild Wassermann.

Das Sternbild Wassermann mit dem Mond

Das Sternbild Wassermann mit dem Mond, Stellarium

So finden Sie Neptun

Neptun ist auf den ersten Blick nur schwer von einem Stern zu unterscheiden. Mit 7,8mag glimmt er nur schwach. Mit dem bloßen Auge findet man ihn deshalb leider nicht. Aber wie dann? Wir brauchen eine Hilfe, eine Aufsuchkarte, wie diese.

Neptun Aufsuchkarte, Stellarium

Neptun Aufsuchkarte, Quelle: Stellarium

So sieht die Region Neptun mit dem Telrad-Finder aus, Stellarium

So sieht die Region Neptun mit dem Telrad-Finder aus, Quelle: Stellarium

 

Gehen wir davon aus, dass Sie den Planet um ca. 22 Uhr am Abendhimmel aufsuchen. Blicken Sie genau nach Südosten. Am 5. September, also genau am Tag der Opposition, sehen Sie den Mond mitten im Sternbild Wassermann. Wenn Sie den Mond sehen, dann haben Sie auch genug Horizontsicht, um Neptun zu finden.

 

Starten Sie beim Mond und bewegen Sie Ihren Blick etwa drei Finger breit nach links. Sie treffen auf den 3,7mag hellen Stern 73 Aqr. Bewegen Sie sich jetzt ca. 1° nach Südosten – mit einem Fernglas, dem Sucher Ihres Teleskops oder dem Telrad. Natürlich können Sie Neptun auch über seine Koordinaten aufsuchen, die Sie zum Beispiel im Kosmos Himmelsjahr finden.

Neptun hat einen Scheibchendurchmesser von nur 2,4“. Im Fernglas erscheint er als sternförmiger Punkt, bei dem man mit einem 20 x 80 Großfernglas schon eine bläuliche Farbe sehen kann.

Ganz sicher erkennt man ihn im Teleskop. Dort erscheint er als kleines bläuchliches Scheibchen, das man deutlich von einem Stern unterscheiden kann. Jetzt geben Sie richtig Power! Setzen Sie ein Okular mit 200-250-facher Vergrößerung ein. Der Planet wächst, auf dem blauen Scheibchen sehen wir aber dennoch keine Details. Sehen Sie die Beobachtung eher so: Sie sehen einen Planeten. Eine Welt in 4,5 Milliarden Kilometer Distanz, für die das Licht über 4 Stunden braucht, bis es bei uns ankommt.

Wir wünschen viel Spaß bei der Beobachtung!

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Tipp zum Wochenende: Der Gigahaufen M22 im Schützen

25. August 2017, Marcus Schenk

Noch vor einem Monat war es um 21:30 Uhr hell und man erkannte um diese Uhrzeit nur die ersten Sterne am Firmament. Jetzt, vier Wochen später, ist es wieder dunkler. Perfekt, um wieder am Abendhimmel zu beobachten!

Beobachten Sie die nächsten Tage doch mal den großen Kugelsternhaufen M22 im Sternbild Schütze. Er erinnert schon ein wenig an Omega Centauri. Doch was ist an M22 interessant und wie wirkt er im Teleskop? Das erfahren Sie in diesem Tipp zum Wochenende.

Kugelsternhaufen M22 im Sternbild Schütze

M 22 – 54 Minuten lang belichtet mit einem 8″ RC Teleskop in Namibia. Bildautor: Torben Simm, Astronomische Gesellschaft Buchloe e.V.

Das Sternbild Schütze: So finden Sie es

Wenn Sie gegen 21:30 – 22:00 Uhr Richtung Süden blicken, finden Sie den Schützen. Es ist also nichts einfacher als das. Aber was soll denn daran wie ein Schütze aussehen? Zugegeben: Einen Schützen zu erkennen ist schwer. Denn es soll eher einen Zentauren darstellen, ein Mischwesen aus Pferd und Mensch, das einen Bogen spannt. Die meisten Menschen dagegen sehen aber eher einen Teekessel. Und so wird zumindest der interessanteste Teil des Schützen oft genannt. Wenn man den Tekessel so ansieht, könnte man meinen, aus dem Ausguss dampft die Milchstraße, die sich von dort über den Himmel verteilt.

Genau in diesem Bereich finden wir auch die interessantesten Objekte für Ferngläser und Teleskope.

Sternbild Schütze

Kugelsternhaufen M22

Der Kugelsternhaufen M22 wirkt etwas unscheinbar, weil er nur im Sommer und nur recht weit unten am Horizont zu finden ist. Dabei gehört er zu den beeindruckensten Objekten seiner Klasse! Aber was heißt „seiner Klasse“? Was macht einen Kugelsternhaufen aus?

Exkurs Kugelsternhaufen: Was ist das eigentlich?

Kugelsternhaufen sind wahrscheinlich die Objekte im Universum, die wir am wenigsten begreifen. Okay, wir verstehen vieles nicht, und Kugelsternhaufen gehören definitiv dazu. Wir wissen aber: Es sind die ältesten Objekte in unserer Galaxie. Älter als das Leben auf der Erde und älter als unsere Sonne. Forscher wissen: Kugelhaufen sind vor ca. 13 Milliarden Jahren entstanden.

Je nach Position sind die Objekte zwischen 10.000 und 25.000 Lichtjahre entfernt und bilden ein großes Halo um unsere Milchstraße. Bisher entdeckte man 150 solcher Haufen, doch vermutlich gibt es noch viel mehr davon.

Wie man sich vorstellen kann, sind es kugelförmige Ansammlungen von Sternen, die hunderttausende oder sogar eine Million Sterne beherbergen. Und zum Zentrum konzentrieren sie sich, beeinflussen sich, halten sich gegenseitig fest. Obwohl sie ganz schön geheimnisvoll sind, sehen sie im Teleskop einfach fantastisch aus. Und wir stellen uns vor: Könnten wir sie fragen, würden sie uns sicher eine Geschichte über die Entstehung unserer eigenen Galaxie erzählen.

Entfernung und Größe von M22

Mit einem Durchmesser von 100 Lichtjahren und nur 10.000 Lichjahren Entfernung gehört M22 zu den größten und schönsten Kugelsternhaufen.

Er steht uns näher als die meisten anderen Haufen, nur der Kugelsternhaufen M4 ist noch näher. Mehr als 80.000 Sterne konnten innerhalb von M22 gezählt werden, davon wurden 100 als Veränderliche Sterne identifiziert.

Warum ist dann M13 der bekannteste Haufen und nicht M22? Das liegt daran: M13 steht ca. 30° höher am Himmel. Zudem ist er das ganze Jahr am Himmel zu sehen. Während M22 für uns Europäer am Horizont herumdümpelt. Doch jetzt ist die beste Zeit für eine Beobachtung.

Beobachtung: So wirkt der Kugelsternhaufen M22 im Fernglas und Teleskop

Blicken Sie unter einem dunklen Himmel zum Teekessel. Dann sehen Sie einen runden und diffusen Ball in etwa 2,5° Richtung Nordosten ausgehend vom Stern Kaus Borealis oder λ Sgr (also schräg links oberhalb von der Spitze des Teekessels). Machen Sie den Versuch mal auf der Sternkarte weiter oben, hier sieht man schon das diffuse Fleckchen, selbst wenn es nicht bezeichnet ist. M22 ist mit einer Helligkeit von 5,1mag mit dem bloßen Auge zu sehen, allerdings nur fernab von künstlichen Lichtquellen. Meist muss man also zu einer Optik greifen. Erste gute Sichtungen gelingen zum Beispiel mit dem Omegon Fernglas 2.1×42 für Sternfeldbeobachtung.

Den Kuegelsternhaufen im Schützen mit einem Dobson Teleskop beobachten

Mit einem Dobson Teleskop ab 200mm Öffnung löst sich der Kugelsternhaufen bis ins Zentrum in Sterne auf

 

Im Fernglas wird der Haufen noch interessanter. Er erscheint als ein weißer Schneeball im All. Wenn Sie ein Fernglas mit 50mm oder mehr auf einem Stativ nutzen, können Sie sogar eine pixelige Struktur von Sternen erahnen.

Ins Detail gehen Sie mit einem Teleskop. Jetzt löst sich der nebelige Haufen in tausende Einzelsterne auf. Kleine Teleskope mit etwa 90-100mm Öffnung zeigen schon mehr Sterne um den Haufen. In Teleskopen ab 150mm Öffnung, noch besser ab 200mm explodieren die Sterne geradezu im Okular. Der Haufen erscheint, als wäre er komplett in seine Einzelsterne aufgelöst. M22 ist der Omega Centarui des Nordhimmels. Definitiv eine Beobachtung mit WOW-Faktor.

Beobachten Sie selbst und lassen Sie sich von diesem Kugelsternhaufen verführen.

Tipp: Wenn Sie auch so tolle Bilder wie dieses von M22 aufnehmen wollen, dann schauen Sie sich doch die mal die Omegon RC-Teleskope näher an.

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Totale Sonnenfinsternis 2017: Sofi-Bilder aus Wyoming

23. August 2017, Marcus Schenk

Gestern Nachmittag erreichten uns Bilder der totalen Sonnenfinsternis aus den USA. Eine kleine Gruppe der Volkssternwarte Buchloe (nur 10km von Astropshop.de) brach einige Tage zuvor in die USA auf, um die totale Sonnenfinsternis zu erleben. Einige Informationen über die Sonnenfinsternis am 21.08.2017 konnten Sie in diesem Artikel lesen.

Sie mieteten sich ein Wohnmobil und suchten sich einen Beobachtungsplatz in der Stadt Casper im Bundesstaat Wyoming. Zusammen mit anderen Sofi-Enthusiasten hofften sie auf gutes Wetter. Doch was war das? Einen Tag zuvor sah der Himmel so aus!

Bangen und hoffen auf eine klare Sicht. Schließlich wurde die Truppe am Morgen der Finsternis mit einem klaren blauen Himmel empfangen.

Alles vorbereitet: Die StarAdventurer Montierung mit einem Omegon Apochromatischer Refraktor Pro APO AP 66/400 ED war das Instrument der Wahl. Kompakt, transportabel und eine knackig scharfe Optik.

Anstatt eines Sonnenfilters sitzt am hinteren Ende ein Lunt Herschelkeil, der am Refraktor ein sehr kontrastreiches Bild bietet.

Unsere Freunde aus Buchloe wurden mit einer wunderschönen Sonnenfinsternis belohnt, die sie sicher nie vergessen.

Herzlichen Dank an Reinhard Lehmann, den 2. Vorsitzenden der Astronomischen Gesellschaft Buchloe e.V., für diese schönen Bilder. Astropshop.de wünscht eine gute Heimreise.

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Perseiden 2017: Wie Sie im August die Sternschnuppen beobachten

11. August 2017, Marcus Schenk

Sternschnuppen haben nicht die Aufgabe unsere Wünsche zu erfüllen, aber sie haben die Aufgabe uns zu faszinieren. Zum Beispiel an diesem Wochenende. Denn am 11. August sollten wir alle wieder mal ins Universum blicken. Es ist der Höhepunkt des Sternschnuppen-Monats.

In diesem Artikel erfahren Sie wo Sie genau hinschauen müssen und wie Sie die Sternschnuppen am besten beobachten.

In der Nacht von Freitag auf Samstag fallen hunderte Perseiden vom Himmel. Für alle, die einen schnellen Überblick lieben: Hier gibt es auch unsere Infografik zur den Perseiden.

Jedes Jahr um diese Zeit kündigt sich der Meteorstrom der Perseiden an. Doch diesmal stört der zu 82% beleuchtete Mond die Beobachtung und wir müssen uns eher auf die helleren Meteore beschränken. Nach Beginn der Nacht ist es allerdings noch dunkel. Heller wird es erst ab 23 Uhr, wenn der Mond über den östlichen Horizont spitzt.

Der Radiant der Perseiden liegt im Sternbild Perseus

Die Perseiden scheinen alle aus dem Sternbild Perseus zu stammen. Diesen scheinbaren Punkt nennt man Radiant.

In der Regel liegen die Fakten klar auf dem Tisch: Bis zu 100 Meteore pro Stunde zischen durch die Erdatmosphäre und verwandeln sich in fantastische Sternschnuppen. Mit etwa 216.000 Kilometer pro Stunde donnern sie auf uns zu und werden zum Leuchten angeregt.

Dieses Jahr noch mehr Sternschnuppen

Laut der Meteor-Forscher gibt es auch in diesem Jahr einen Anstieg der sichtbaren Meteore. Im Gegensatz zu den letzten Jahren sollen dieses Jahr im absoluten Maximum bis zu 150-160 Sternschnuppen pro Stunde fallen. Der Grund: der Gasriese Jupiter. Er soll dafür verantwortlich sein, dass sich die Bahnen der Perseiden nun näher an der Erdbahn befinden. Dadurch kommt es zu dieser höheren Aktivität.

Wo finden Sie die Sternschnuppen?

Wenn man die Meteore am Himmel von Ihrem Ursprungsort zurückverfolgt, scheinen sie alle aus einem bestimmten Punkt zu stammen. Astronomen nennen diesen Punkt Radiant. Im Fall der Perseiden ist es das Sternbild Perseus, daher stammt auch der Name des Meteorstroms.

Wenn Sie sich einen Ort zum Beobachten suchen: Achten Sie darauf, dass Sie das Sternbild Perseus im Blickfeld haben und es nicht durch ein Hausdach oder Ähnliches verdeckt wird.

So beobachten Sie richtig

Sie blicken normalerweise nicht nur ein paar Minuten in den Himmel. Um viel zu entdecken, müssen Sie Geduld mitbringen und es sich so bequem wie möglich machen. Die Perseiden zu beobachten, bedeutet auch den Sternenhimmel als Ganzes auf sich wirken zu lassen und einfach zu genießen. Besorgen Sie sich für die Beobachtung am besten eine Gartenliege, einen Campingstuhl oder eine Isomatte. Soll es eine lange Nacht werden, ist eine Decke und heißer Tee oder Kaffee eine gute Idee.

Wann Beobachten?

Der Meteorstrom der Perseiden ist natürlich die ganze Nacht zu sehen. In den Abendstunden stört allerdings noch der helle Mond. Er befindet sich derzeit in zunehmender Phase – einen Tag nach Halbmond. In dieser Zeit sehen Sie nur hellere Meteore. Kurz nach Mitternacht geht der Mond allerdings unter und es wird dunkel. Das besteZeitfenster ist ohnehin zwischen 22 Uhr und 4 Uhr.

So spricht man die »Perseïden« richtig aus

Ein kleiner Ausflug in die Sprachkunde: Manchmal sieht man die Perseiden mit zwei Punkten über dem »i«. Warum ist das so? Das ist eine Schreibweise, wie sie im Lateinischen vorkommt – ein Hiatus. Bei den Perseiden hat sie eine tiefere Bedeutung. In der deutschen Schreibweise »Perseiden« liest man den Doppellvokal »ei« als »ai« und spricht sie damit nicht richtig aus. Die Version mit dem »ï« sagt dem Leser, die Buchstaben einzeln auszusprechen, also das i separat und nicht zusammen mit dem e.

Übrigens: Die Sternschnuppen können Sie auch noch das ganze Wochenende beobachten, allerdings nimmt die Anzahl ab.

Wir wünschen Ihnen einen klaren Himmel und viele Sternschnuppen!

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20.01.2018
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