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Archiv der Kategorie 'Beobachtungen'

C/2020 F3 (NEOWISE): Ein neuer Komet im Rampenlicht?

2. Juli 2020, Marcus Schenk

Ein Star auf der Himmelsbühne? Oder heimlich durch die Hintertür verschwinden? Schon wieder ist ein vielversprechender Komet durch das Sonnensystem unterwegs. Aber welche Vorstellung können wir von C/2020 F3 (NEOWISE) erwarten? Die Vorhersagen machen es spannend …

Komet F3 NEOWISE

Komet C/2020 F3 (NEOWISE) 2,5° über dem Horizont, am 5.7.2020 um 03:46 MESZ mit 200mm Teleobjektiv, nachgeführt. Aufnahme: Gregor Krannich

Mit dem Komet Y4 ATLAS fing im Frühjahr alles an: Man munkelte schon, es könnte der Große Komet von 2020 werden, weil er einer ähnlichen Bahn wie der Große Komet von 1844 folgte. Dieser erreichte damals eine hohe Helligkeit von -1mag. Tatsächlich bot der Komet Y4 ATLAS anfangs eine schöne Vorstellung, bis er jäh zerbrach. Nur seine Trümmerstücke rasten weiter durch das Sonnensystem aber das große Erlebnis blieb aus. Zeitweise konnten wir auch den Kometen C/2017 C2 (Panstarrs) beobachten, der aber auch hinter den Erwartungen blieb.

Die schöne neue Vorstellung eines hellen Kometen C/2020 F3 (NEOWISE)

Doch das Universum ist stets für Überraschungen gut: Der neue Komet C/2020 F3 (NEOWISE) wurde am 27. März vom Weltraumteleskop NEOWISE als 17 mag schwaches Glühwürmchen entdeckt. Die Kometen-Talent-Scouts unter den Wissenschaftlern schreiben ihm nun eine glänzende Zukunft vor. Unter vorgehaltener Hand flüstert man sich zu, er könnte sogar eine Helligkeit von 0,6 mag erreichen. Was? Nein. Doch! Aber nicht so laut weitersagen.

Wo ist der Komet jetzt und wann kann ich ihn beobachten?

Passen Sie auf, jetzt kommen die wichtigsten Infos.
Derzeit hält sich Komet NEOWISE noch am Südhimmel auf: Doch ganz langsam wechselt er auf den nördlichen Sternenhimmel und klettert von Tag zu Tag höher. Ab dem 15. Juli ist er in 15 Grad Höhe über dem nordwestlichen Horizont am Abendhimmel (ab 22:30 Uhr) zu bewundern. Leider hält er sich nahe der Sonne auf, weshalb Sie ihn leider nicht die ganze Nacht sehen können. Die folgenden Tage bewegt er sich durch das Sternbild Luchs (das ein bisschen unscheinbar ist) auf die Vordertatze des Großen Bären zu. Sie haben nach der Dämmerung nur ein knappes Zeitfenster – aber es lohnt sich.

Teleskop, Fernglas oder bloßes Auge?

Haben die Experten also recht, erreicht NEOWISE am 5. Juli während seines Perihels eine Helligkeit von 0,6 mag. Am 15. Juli soll er aber noch mit beeindruckenden 2 mag am Himmel leuchten. Dann wäre er also ein Komet für Teleskope, jedes Fernglas, das Sie sich vorstellen können – und sogar für das bloße Auge.

Mitte Juli endet seine Reise natürlich noch nicht: Im Laufe des Monats streift er weiter um die Tatzen des Großen Bären und erreicht am 1. August das wunderschöne Haar der Berenike. In dieser Zeit lässt seine Helligkeit leicht nach: Sie fällt bis 20.7 auf 3 mag und bis zum 1. August auf 5,5 mag ab. Auch dann wird er noch ein schönes Objekt sein. Auch weil es dann schon eher dunkel wird und der Komet mehr als 10 Grad zusätzliche Höhe gewinnen konnte.

Können wir dem Teufelskreis der schwachen Kometen endlich entfliehen? Beobachten wir ihn. Wir wünschen Ihnen viel Freude dabei.

PS: Wenn Sie noch nach einem Fernglas suchen, um den Kometen zu beobachten, dann sehen Sie sich unsere Tipps: Ferngläser für die Kometenbeobachtung an.

Die Aufsuchkarte können Sie sich hier als PDF herunterladen: Aufsuchkarte_C:2020 F3 NEOWISE.

Tipp: Wenn Sie jetzt schon einen Blick auf den Kometen werfen wollen (Stand 6.7), können Sie das in der Morgendämmerung direkt über dem Nordost-Horizont versuchen. Er steht derzeit im Sternbild Fuhrmann.

Die Gas-Giganten in Opposition

23. Juni 2020, Jan Ströher

Klare Sommernächte im Juli sollten für die Beobachtung der großen Gasplaneten Jupiter und Saturn genutzt werden, denn beide befinden sich Mitte des Monats in Opposition zur Sonne. Dies bedeutet für uns in Mitteleuropa optimale Bedingungen, denn die beiden Planeten erreichen so ihre größte scheinbare Helligkeit und den höchsten Stand über dem Horizont.

Normalerweise befinden sich die Planeten leider meist sehr dicht über dem Horizont, was die Beobachtung durch starke Luftunruhe (das sogenannte „Seeing“) verschlechtert. Außerdem bedeutet eine nahe Horizontstellung auch oft ein durch Gebäude, Berge oder Bäume eingeschränktes Blickfeld. Der atmosphärischen Unruhe können Sie unter anderem mit einem ADC („Atmospheric Dispersion Corrector“) entgegenwirken. Der ADC hilft dabei, den Effekt der atmosphärischen Dispersion zu kompensieren und die Farbränder an hellen Objekten zu reduzieren.

Zum Oppositionszeitpunkt stehen beide Planeten in südlicher Himmelsrichtung im Sternbild Schütze, etwa 21° hoch über dem Horizont, was die Beobachtung deutlich erleichtert. Durch die in dieser Zeit maximale scheinbare Helligkeit sind die Gasriesen sehr leicht aufzufinden.  Eine gute Orientierung bietet dabei eine Sternkarte.

Stellarium

Die Gas-Giganten sind übrigens auch für Einsteiger oder Kinder mit Unterstützung ihrer Eltern tolle Ziele!

Jupiter wird dann bis zu -2,7mag erstrahlen, Saturn etwa +0,1mag. Zudem nähern  sich die Giganten am Himmel bis auf ca. 7° an. Beide lassen sich so auch in den kurzen Sommernächten über einen guten Zeitraum zusammen beobachten. Bei Jupiter können auch in kleineren Teleskopen bereits die vier galileischen Monde Europa, Ganymed, Io und Kallisto erkannt, sowie die beiden Hauptwolkenbänder des Planeten begutachtet werden. Zur Kontraststeigerung bei den Wolkenbändern nutzt man oft einen geeigneten Filter, wie zum Beispiel einen Pol- oder Farbfilter.

Jupiter im März 2015 (Foto: Bernd Gährken, München im März 2015 an einem C11)

Der viel weiter entfernte Saturn zeigt uns das beeindruckende Ringsystem und in größeren Optiken auch dessen Cassini-Teilung, sowie die größten vier bis fünf seiner insgesamt 82 Monde.

Weitere Infos zu den geeigneten Einsatzmöglichkeiten von Filtern finden Sie auch hier!

Saturn umringt von den Monden Enceladus, Tethys, Dione, Rhea und Titan (Foto: James Bates, Berlin August 2019, C8, 2x Barlow, ADC, UV/IR Sperrfilter, ZWO ASI 224MC)

Der genaue Oppositionszeitpunkt liegt für Jupiter am 14. Juli, für Saturn am 20. Juli. Generell sind die Monate Juli und August für die Beobachtung ideal – also auch in den Phasen unmittelbar vor und nach dem Datum der Opposition.

Wer dann anschließend noch nicht genug von der Planetenbeobachtung hat, kann sich ab September auf die beginnende Mars-Opposition freuen. Der rote Planet liegt für uns zwar wesentlich näher, ist aber auch viel kleiner als die beiden Giganten Jupiter und Saturn…

Passend zum Sommer können Sie zusätzlich mit dem entsprechenden Outfit Ihre Begeisterung für die Planeten zeigen.

Wir wünschen klaren Himmel, viel Erfolg und Freude bei der Beobachtung!

Astrohighlights im Sommer 2020

27. Mai 2020, Marcus Schenk

Helle Kometen, fantastische Sternschnuppen im August und mehrere Planeten in ihrer Opposition: Der Himmel im Sommer 2020 ist voll von astronomischen Leckerbissen.

Gleich im Juni gibt es zwei interessante Kometen zu sehen: C/2020 F8 SWAN und C/2017 T2 PanSTARRS. Erster wechselt allmählich vom südlichen Sternenhimmel an den Nordhimmel und Zweiter leuchtet zirkumpolar als hochstehendes Objekt. T2 PanSTARRS ist lohnend für Teleskope – und Sie können ihn sogar in einer genialen Position direkt neben einem wohlbekannten Stern entdecken. Mehr dazu im folgenden Text.

Wir wünschen Ihnen spannende Beobachtungsstunden.

Juni

  1. Juni Komet SWAN

Das Frühjahr 2020 war reich an Kometen, einer der attraktivsten Kandidaten mit großer Helligkeit ist der Komet C/2020 F8 SWAN. Er hielt sich im Frühjahr am Südhimmel auf, kletterte erst Ende Mai über den Horizont und ist nun auch am Nordhimmel auffindbar.

  1. Juni Merkur größte östliche Elongation

Der Merkur erreicht seine größte östliche Elongation, die in dieser Konstellation 23 Grad beträgt. Er ist am Abendhimmel dicht über dem nordwestlichen Horizont zu sehen. Wenn Sie ihn durch ein Teleskop betrachten, sehen Sie den Planeten nahezu halb beleuchtet.

  1. Juni Mond Halbschattenfinsternis

Heute Abend taucht der Mond zu etwa 50% in den Halbschatten der Erde ein. Damit findet eine Halbschattenfinsternis statt, die astronomisch interessant ist, aber visuell nicht spektakulär, weil sich der Mond nur minimal verdunkelt.

Den Beginn gegen 19:45 MESZ (17:45 UT) können wir noch nicht verfolgen, weil sich der Mond noch unter dem Horizont befindet. Um 21:24 MESZ, zur Zeit seiner maximalen Verfinsterung, entdecken wir ihn knapp über dem südöstlichen Horizont. Von nun an können wir den weiteren Verlauf mitverfolgen, bis der Mond um 23:04 MESZ wieder aus dem Halbschatten austritt.

  1. Juni Komet PanStarrs

Ein weiterer interessanter Komet, der sicherlich ein schönes Foto wert ist: C/2017 T2 PanSTARRS. Er wurde am 1.10.2017 entdeckt und wandert seitdem auf einer parabolischen Bahn um die Sonne.

Zum aktuellen Zeitpunkt erreicht er eine Helligkeit von 8 mag und ist auch mit kleinen Teleskopen und Großferngläsern beobachtbar. Am 5. Juni steht er in einer Entfernung von 1 Grad zum hellen Stern Dubhe des Großen Wagens. Sie finden ihn also ganz leicht: mit jedem Teleskop und einem Weitwinkelokular oder mit dem Großfernglas.

  1. Juni Jupiter und Saturn treffen Mond

Ein selten schöner Anblick: Zu Beginn der zweiten Nachthälfte gehen Mond, Jupiter und Saturn gemeinsam über dem Südost-Horizont auf. Beide Planeten stehen nur in 3 Grad und 4 Grad Abstand zu unserem Trabanten und bilden zusammen ein schönes Trio. Rechts davon finden wir das Sternbild Schütze mit seinen sommerlichen Deep-Sky-Objekten und zur linken Hand den Steinbock.

  1. Juni Mond trifft Mars

Ab etwa 3:00 MESZ (1:00 UT) erleben wir ein Treffen zwischen Mars und Mond in einer Höhe von nur 10 Grad über dem Horizont. Ein schöner Anblick: Doch wer ist der geheimnisvolle Besucher? Fast unsichtbar gesellt sich der Planet Neptun dazu, den wir mit dem Fernglas keine 1,5 Grad über dem Mars entdecken.

  1. Juni Mond bedeckt Venus

Das kommt ganz selten vor: Der Mond schiebt sich heute über die Venus und bedeckt sie. Dieses Ereignis findet jedoch am Tag statt. Können Sie es deshalb etwa nicht beobachten? Doch, aber dieses Ereignis ist eher etwas für fortgeschrittene Beobachter. Um 9:55 MESZ (7:55 UT) schiebt sich der Mond mit seiner dünnen Sichel voran vor die Venus. Achtung: Die Sonne steht etwa 20 Grad östlich! Blicken Sie niemals mit dem Auge oder mit einem optischen Instrument in die Sonne.

  1. Juni Juni-Bootiden

Der Meteorstrom der Juni-Bootiden hat seinen Ursprung im Sternbild Bärenhüter. Die Zahl der fallenden Meteoriten ist gering, aber variabel. Es gab schon Jahre, in denen keinerlei Meteore gesichtet wurden, jedoch traten zeitweise auch Fallzahlen von 100 pro Stunde auf. Weil diese Meteore es spannend machen, lohnt es sich, genauer hinzusehen.

Juli

5. Juli Jupiter und Saturn treffen den Mond

Nach dem Ende der Dämmerung gehen im Südosten die beiden großen Planeten Jupiter und Saturn auf, die mit einer Helligkeit von -2,7 und 0,1 mag die Blicke auf sich ziehen. Heute Nacht gesellt sich der satt beleuchtete Mond dazu, denn erst gestern war Vollmond.

  1. Juli Venus größte Helligkeit

Die Venus hält sich derzeit im Sternbild Stier bzw. in dem Sternhaufen der Hyaden auf. Obwohl sie nur zu 30% beleuchtet ist, strahlt sie mit -4,4 mag, die größte bisher erreichte Helligkeit in diesem Jahr.

  1. Juli Mars trifft Mond

In etwa 2,5 Grad Distanz treffen sich heute Mars und Mond. Beide stehen im Sternbild Walfisch an der Grenze zu den Fischen und gehen nach Mitternacht auf. In der Dämmerungsphase stehen sie 30 Grad über dem Horizont, ihren Meridian erreichen sie nicht, weil dann schon längst die Sonne aufgegangen ist.

  1. Venus trifft Aldebaran

Es ist etwas Besonderes, wenn ein heller Planet an einem hellen Stern vorbeizieht. Solche Ereignisse sind sehr auffällig und reizvoll zu beobachten. Am 12. Juli zieht die Venus in nur 0,5 Grad Abstand am hellen Stern Aldebaran im Stier vorbei. Es soll sich um die engste Begegnung eines Planeten mit Aldebaran in diesem Jahrhundert handeln.

  1. Juli Jupiter in Opposition

Schon in der Dämmerung geht der Jupiter im Südosten auf und ist als sehr helles Objekt zu erkennen. Heute steht er in Opposition zur Sonne und ist die ganze Nacht über zu bewundern. Von der Erde trennen ihn nun 619 Millionen Kilometer und das Licht braucht etwas mehr als eine halbe Stunde, um zu uns zu gelangen. Sein scheinbarer Durchmesser beträgt 47 Bogensekunden, seinen Meridiandurchgang und damit die beste Sichtbarkeit erreicht er um 1:25 MESZ (23:25 UT).

  1. Juli Pluto in Opposition

Der frühere Planet und heutige Zwergplanet steht in Opposition und glimmt mit einer Helligkeit von 14,2 mag. Es ist eine Herausforderung, ihn mit dem Teleskop zu finden, was nur mit einer genauen Aufsuchkarte funktioniert. Pluto positioniert sich diese Tage zwischen Saturn und Jupiter, von dem er nur 2 Grad westlich (also links, entspricht dem mittleren Telrad-Kreis) zu finden ist.

  1. Juli Venus trifft Mond

Ein reizvoller Anblick am Morgenhimmel: Heute treffen sich die Venus und die sehr schmale und fast 26 Tage alte Mondsichel im Sternbild Stier, in der Nähe des Sterns Aldebaran.

  1. Juli Saturn in Opposition

Der Juli ist der Monat der Oppositionen, heute im Programm: der Saturn. Er leuchtet mit 0,1 mag deutlich schwächer als sein prominenter Kollege Jupiter. Dafür kann Saturn mit einem schönen Ring überzeugen, den wir in Draufsicht und weit geöffnet genießen können.

  1. Juli Merkur größte westliche Elongation

Stand der Merkur im Juni in östlicher, steht er nun in seiner größten westlichen Elongation. Das bedeutet: Nun ist er zu einem Objekt am Morgenhimmel geworden, denn er geht diesmal vor der Sonne auf. Ab 4:30 MESZ (2:30 UT) sollten Sie ihn etwa 3 Grad über dem Horizont entdecken können. Die Sonne befindet sich zu dieser Uhrzeit 8 Grad unter dem Horizont.

  1. Juli Delta-Aquariden

Das letzte Ereignis in diesem Monat: die Delta-Aquariden. Das sind Sternschnuppen, die aus dem Gebiet des Sternbilds Wassermann zu kommen scheinen, mit einer maximalen Zahl von 25 pro Stunde. Für die Beobachtung eignet sich am besten die Zeit nach Mitternacht, wenn der Mond schon untergegangen ist.

August

  1. August Jupiter trifft Mond

Heute trifft sich der 12 Tage alte und fast volle Mond mit dem Jupiter.

  1. August Mond trifft Mars

Der Mond nähert sich an diesem Morgen dem Planeten Mars bis auf 2,75 Grad. Während Mars in den Fischen steht, überschreitet der Mond erst morgen die Grenze vom Walfisch zu den Fischen.

  1. August Perseiden

Das absolute Highlight in jedem August: der Sternschnuppenstrom der Perseiden. Wir können in dieser Nacht bis zu 100 Meteore pro Stunde sehen. Allerdings nur, wenn der Mond nicht stört. In diesem Jahr können wir nur in der ersten Nachthälfte ungestört ohne ihn beobachten. Gegen 0:30 MESZ (22:30 UT) steigt er über den Horizont, es wird heller und die schwachen Perseiden werden dann im Mondlicht untergehen.

  1. August Venus größte westliche Elongation

Die Venus kleidet sich als Morgenstern und steht heute in ihrer größten westlichen Elongation mit einem Abstand von 45 Grad zur Sonne. Wenn Sie die Venus im Teleskop betrachten, ist sie halb beleuchtet.

  1. August Mond trifft Hyaden

Der Mond steht im Sternbild Stier nahe dem Sternhaufens der Hyaden.

  1. August Venus trifft Mond

Wer in den Morgenstunden zum Himmel blickt, kann die Venus in der Nähe der schmalen Mondsichel entdecken. Beide stehen im Sternbild der Zwillinge.

  1. Jupiter und Saturn treffen Mond

An diesem Abend treffen sich Mond, Jupiter und Saturn im Sternbild des Schützen. Das Trio ist links neben dem bekannten Asterismus der Teekanne zu sehen. Wenn auch heute keine Deep-Sky-Beobachtung möglich ist: Wie wäre es mit einer Tour über die Mondkrater und zur Krönung der Blick auf die beiden Herrscher des Planetensystems?

So schaffen Sie den Einstieg in die Astrofotografie

15. Mai 2020, Marcus Schenk

Wer kennt sie nicht, die wunderschönen Aufnahmen von Himmelsobjekten: Sonne, Mond, Planeten, Galaxien und Nebel, die in den schönsten Farben schillern. Meist stammen diese Bilder von Großsternwarten oder dem Hubble-Space-Teleskop. Dabei muss man kein Profi-Astronom sein, um faszinierende Astrofotos zu schießen: Wir zeigen Ihnen, wie Sie mit Smartphone, Kompaktkamera und Spiegelreflex Schritt für Schritt den Einstieg in die Welt der Astrofotografie schaffen. Lesen Sie alles dazu im Online-Magazin von Astroshop.de

Astrofotos aufnehmen

Die 10 schönsten Fernglas-Objekte am Frühlingshimmel

24. April 2020, Marcus Schenk

Wenn wir jetzt in den Abendstunden zum Himmel blicken, sehen wir die Wintersternbilder langsam verschwinden. Wenn es dunkel wird, ist der Orion fast schon komplett untergegangen. Doch von Osten nähert sich der Frühlingsbote Löwe: Mit dem neuen Akt treten auch neue Darsteller auf die Bühne. Wie wäre es mit einer kleinen Nachtwanderung zu den schönsten Fernglas-Objekten am Frühlingshimmel? In unserem neuen Beitrag erfahren, welche Beobachtungen sich lohnen.

Astroshop Online-Magazin Monasthema

Venus trifft auf Plejaden

3. April 2020, Jan Ströher

Die Venus ist bereits während der vergangenen Wochen nach Sonnenuntergang sehr schön zu sehen gewesen. Sie wird den Abendhimmel durch ihre scheinbare Helligkeit von derzeit -4.6mag und die hohe Position bis Ende April weiterhin dominieren. Aktuell kann man unseren Nachbarplaneten im Sternbild Stier (Taurus) finden und dabei eine tolle Begegnung beobachten: Venus bei den Plejaden (M45).

Der offene Sternhaufen der Plejaden, oder „M45“ im Messier-Katalog, ist seit der Antike auch als „Siebengestirn“ bekannt und ein wunderbares Objekt für ein Fernglas. Auch der Anblick im Teleskop durch ein 2-Zoll Weitwinkel-Okular ist ein Genuss. Hier tummeln sich Dutzende helle junge Sterne, die in blaue Reflexionsnebel eingebettet sind. Die hellsten Sterne können wir unter guten Himmelsbedingungen schon mit dem bloßen Auge sehen. Faktisch besteht dieser Sternhaufen sogar aus etwa 1200 Einzelsternen!

Eigentlich ein typisches Beobachtungsobjekt für den Herbst/Winter, so sind die Plejaden aber derzeit gerade noch einige Stunden zu Beginn der Nacht im Westen sichtbar. Die Venus – aktuell mit 46% beleuchteter Phasengestalt – gesellt sich ab circa 21:30 Uhr MESZ zu den ‚Sieben Schwestern‘, durchläuft den Sternhaufen am 03. April und verschwindet dann gegen 0:30 Uhr MESZ unter dem nordwestlichen Horizont.

Die Venus unterhalb der Plejaden am 01. April 2020 (Foto von Bernd Gährken)

Nutzen Sie das schöne Frühlingswetter

Die momentane Wetterlage erlaubt in den meisten Regionen Deutschlands eine ungestörte Beobachtung dieser seltenen Begegnung. Sowohl die strahlend helle Venus, als auch die Plejaden, sind sehr leicht aufzufinden – zur eindeutigen Identifizierung können Sie natürlich auch eine Sternkarte benutzen. Mit Hilfe eines Fernglases oder Teleskops werden Sie einen tollen Anblick erleben, der sich in absehbarer Zeit so schnell nicht wiederholen wird. Und in der aktuellen Lage gilt: Eine astronomische Beobachtung können Sie auch alleine aus Ihrem Garten, von der Terrasse oder dem Balkon aus durchführen – so begegnen Sie keinen anderen Menschen, sondern nur der Venus und den Plejaden…

Wir wünschen viel Erfolg und Freude bei diesem Ereignis!

C/2019 Y4 ATLAS: Ein heller Komet fürs bloße Auge?

23. März 2020, Marcus Schenk

Gähnende Leere. Kein Besuch. 

Jahre war in den Weiten des Sonnensystems nicht viel los und nur die Planeten zogen wie immer ihre Bahnen um die Sonne.

Doch die Zeit des Wartens ist jetzt vorbei.

Wir haben wieder Besuch von einem hellen Kometen, der in den Monaten April und Mai zu einem echten Highlight werden könnte. Vielleicht sogar für das bloße Auge. 

Er trägt den schönen Namen: C/2019 Y4 ATLAS. Schon jetzt ist er mit dem Teleskop gut zu sehen. In Zeiten von Corona, in denen wir zuhause bleiben müssen und auf soziale Kontakte verzichten, eine willkommene Abwechslung. Halten Sie Ihr Teleskop bereit, denn es könnte spannend werden.

Komet Y4 ATLAS

Der Komet C/2019 Y4 ATLAS mit seiner grünen Koma in der Nähe der Galaxien M81 und M82 am 19./20.03.2020. Aufgenommen mit einer Canon 600Da – Canon EF 200mm f2,8 L – @f3,5 (Step-Down-Ring als Frontblende), 76x2min -> 2h32min – ISO800, Vixen GP-DX – MGEN II.
Be- und Verarbeitung in DeepSkyStacker und Photoshop, Bildautor: Johannes Hildebrandt

Der Große Komet von 2020?

Auf Hawaii steht das Asteroid Terrestrial impact Last Alert System, kurz ATLAS. Es durchmustert den Himmel nach erdnahen Objekten, die der Erde gefährlich werden könnten und soll einen möglichen Einschlag vorhersagen. Am 28. Dezember 2019 entdeckte das robotergestützte System jedoch diesen Kometen auf dem Weg durch unser Sonnensystem. Die Astronomen stellten fest, dass er eine ganz ähnliche Bahn verfolgt, wie der Große Komet von 1844, der damals eine Helligkeit von -1 mag erreichte. Man mutmaßte sogar, Y4 ATLAS könnte gar ein Bruchstück des damaligen Schweifsterns sein und ähnlich hell werden. Das allein macht es schon spannend, den Weg dieses Kometen zu verfolgen. 

Aber können wir von C/2019 Y4 ATLAS etwas Ähnliches erwarten?

Starker Anstieg der Helligkeit bis Mai

Sicher ist, dass seine Helligkeit rapide ansteigt. Zu Zeiten seiner Entdeckung, im Dezember, war er mit 19mag noch unerreichbar. Inzwischen konnte er seine Helligkeit jedoch auf etwa 8 Magnituden steigern. Insgesamt ist das also eine Steigerung um das 25.000-fache. Doch wirklich interessant wird es von jetzt bis Ende Mai, denn er wird laufend heller. Schon jetzt übertrifft er sogar schon die ursprünglichen Erwartungen.

Gerade dringt er vom Bereich der äußeren Planeten in unsere Region vor. Am 24. Mai rauscht er in 117 Millionen Kilometern Entfernung an der Erde vorbei und erreicht am 31. Mai seinen sonnennächsten Bahnpunkt – und das sogar noch innerhalb der Merkurbahn. In dieser Zeit kann er, laut den Vorhersagen, eine Helligkeit von 2 mag erreichen. Damit wäre er mit jedem Fernglas und sogar mit dem bloßen Auge sichtbar.

Genauso gut: Für uns „Nordhalbkugler“ befindet sich der Komet in einer nahezu genialen Lage.

Wir haben ihn schon beobachtet

In den letzten Tagen konnten einige aus unserem Team den Kometen bereits beobachten. Das letzte Wochenende habe auch ich für eine Beobachtung genutzt. In meinem 12“ Taurus Dobson-Teleskop konnte ich ihn sofort identifizieren. Das diffuse Fleckchen hob sich deutlich zwischen den Umgebungssternen ab. Die Koma erschien gleichmäßig rund mit einem helleren Kernbereich. Am Rand eines Kleinstadthimmels setzte ich nach dem Beobachten mit meinem SWA 32mm Okular ein Nagler 11mm mit etwa 140-facher Vergrößerung ein. Der Komet gewann noch mehr Kontrast und hob sich noch besser vom Himmelshintergrund ab. Ein fantastisches Erlebnis. Aber auch im Großfernglas 20+40×100 Nightstar war der Komet schon zu erkennen.

Zeichnung von Komet C/2019 Y4 ATLAS

Zeichnung von Komet C/2019 Y4 ATLAS am 22.03.2020, das den visuellen Eindruck im 12″ Dobson-Teleskop wiedergibt, Marcus Schenk.

Wo finden Sie Komet C/2019 Y4 ATLAS?

Nicht unten am Horizont, sondern hoch oben und zirkumpolar. Das ist eine Traumlage für einen Beobachter. Unser Vagabund reist derzeit durch den Großen Bären, der glücklicherweise jetzt im Frühling hoch am Himmel steht. Daher bietet sich jetzt eine günstige Gelegenheit, mit Ihrem Teleskop zu beobachten. Und wenn Sie planen, sich erst ein Teleskop zuzulegen? Dann sollten Sie jetzt handeln.

In den Monaten April und Mai bewegt er sich durch das Sternbild Giraffe und steuert auf Perseus zu. Er wird deutlich heller, aber er verliert mit der Zeit auch an Höhe. Dann sind ein eher dunkler Ort und wenig Wolken am Horizont noch wichtiger. In Zeiten von Corona und strikter Ausgangsbeschränkung war ich froh, den Kometen aus dem Garten in noch hoher Lage zu beobachten.

Aber wie finden Sie nun den Kometen? 

Eine aktuelle Aufsuchkarte finden Sie beispielsweise auf der Seite skyhound.com.

Oder aktuell eine Karte für den jeweiligen Tag bei Theskylive.

Wollen Sie den Kometen noch besser sehen? Da hilft der Lumicon Kometenfilter, der Koma und einen eventuellen Gasschweif kontrastverstärkt.

Werden wir den Kometen mit dem bloßen Auge sehen können? Trotz aller Berechnungen und Vorhersagen steht das in den Sternen. Hoffen wir das Beste. Genießen Sie ihn solange mit Ihrem Teleskop oder Fernglas. Denn wer weiß wie viele Jahre wir wieder auf einen solch hellen Kometen warten müssen?

Falls Sie noch ein Teleskop, Zubehör oder ein Fernglas suchen: Trotz verschärfter Corona-Krise in Bayern sind wir telefonisch und per E-Mail für Sie da. Außerdem: Unsere tapferen Kollegen aus dem Versand halten die Stellung und verschicken Ihre Bestellungen umgehend.

Infografik: Astrohighlights im Frühjahr 2020

16. März 2020, Marcus Schenk

Planetentreffen, Sternbedeckungen und ein Komet: Mit unserer Infografik die Highlights am Himmel entdecken!

Im Frühjahr ist am Himmel wieder einiges los. Am 20. März passiert Mars den Gasriesen Jupiter in nur 40 Bogensekunden Abstand, eine gute Gelegenheit, den beiden einen Besuch abzustatten. Venus präsentiert sich halb beleuchtet als Abendstern, und am 29. März bedeckt der Mond ε Tau in den Hyaden.

Am 3. April passiert die strahlende Venus die Plejaden, ein recht seltener Anblick – umso schöner, das Rendezvous im Teleskop zu verfolgen oder diese Erinnerung in einem Foto festzuhalten! Der 15. April verspricht ein Planetenmeeting für Frühaufsteher: Mond, Jupiter, Saturn und Mars geben sich ein Stelldichein am Südosthorizont.

Und im Mai könnte der Komet C/2017 T2 (Panstarrs) im Fernglas sichtbar werden. Mehr Ereignisse in unserem Magazin-Artikel Astrohighlights im Frühling 2020.

Himmelsereignisse Frühling 2020

Noch nicht genug? Unser Artikel Typische Sternbilder und Galaxien des Frühlingshimmels führt Sie auf Deep-Sky-Schatzsuche. Viel Spaß beim Beobachten, und halten Sie sich warm!

Astrofotografie mit dem Celestron RASA 800 – ein Erfahrungsbericht

10. März 2020, Stefan Taube

Mit den Astrographen der Serie RASA bietet Celestron ein neues optisches System für die Astrofotografie. Mit ihrer sehr schnellen f/2-Optik und der günstigen Lage der Kamera im Brennpunkt der Primäroptik ermöglicht es die Fotografie von Galaxien und Nebeln mit erstaunlich kurzen Belichtungszeiten.

Die RASA-Teleskope gehen dabei keine Kompromisse ein. Sie sind ausschließlich für die fotografische Anwendung entwickelt und optimiert, also echte Astrographen!

 

Bereit für die Nacht: Kamera, Heizband und Autoguider am Teleskop, Foto: Christoph Kaltseis

Bereit für die Nacht: Kamera, Heizband und Autoguider am RASA-800-Teleskop. Foto: Christoph Kaltseis

Der Astrofotograf Christoph Kaltseis benutzte den Astrographen RASA 800, um in nur 4,5-Stunden(!) ein tiefes Bild von der Andromeda-Galaxie M31 aufzunehmen. Hier ist sein Bericht:

Eine M31, die vom Himmel fiel

Die Andromedagalaxie hat wohl jeder Amateurastronom schon einmal gesehen, mit eigenen Augen oder im Foto. Es reizte mich besonders, unsere faszinierende Nachbargalaxie einmal mit der “rasenden Schmidtkamera” RASA 8″ – Rowe-Ackermann Schmidt Astrograph unter perfekt dunklem Himmel abzulichten. Unter anderem war dies einer der Gründe, warum mich meine Wege im Oktober 2019 für eine Woche nach La Palma führten, zum Athos Centro Astronómico (www.athos.org).

Die Ausrüstung

Am RASA 8″ passt die QHY 163M Kamera perfekt zum Bildausschnitt und Pixelmaßstab für M31. Bei einer monochromen Kamera durfte der Baader FCCT (Filter Changer & Camera Tilter) nicht fehlen. Diese Sonderentwicklung eines Filterwechslers für den kurzen Backfokus des RASA 8″ ermöglicht nicht nur den raschen Austausch der verschiedenen Filter, sondern auch eine feinfühlige und stabile Justage der Kamera gegen Verkippung. Ich griff zu meinen bewährten LRGB und UHC-S Baader-Filtern, jedoch ergänzt um die allerersten Prototypen der kommenden neuen Baader f/2 ULTRA-Highspeed Narrowband Filter: H-alpha und O-III.

Eine sorgfältige Kabelführung vermeidet ungewünschte Spikes auf den Bildern. Foto: Christoph Kaltseis

Eine sorgfältige Kabelführung vermeidet ungewünschte Spikes auf den Bildern. Foto: Christoph Kaltseis

Die Aufnahme

Nachdem ich mit diesem Setup auf La Palma wunderbar rasch angekommen war, konnte ich bereits am ersten Tag alles in Ruhe aufbauen und war bereit die Rohbilder von M31 aufzunehmen. Beim Aufbau achtete ich besonders auf die Lage des USB- sowie des Stromkabels, die zur QHY-Kamera angesteckt waren. Dazu führte ich beide Kabel möglichst exakt in einem 90° Winkel vor der Optik nach außen. Die Kabel fixierte ich mit dem Taukappenheizband. Durch diese sorgfältige Vorbereitung konnte ich sicherstellen, dass in den End-Bildern schöne und feine Spikes um helle Sterne erreicht werden können, wie man sie sonst nur von Spiegelteleskopen mit hochwertigen Sekundärspiegelhalterungen kennt.

In der ersten klaren Nacht konnte ich bereits mit meinem Vorhaben starten. Über den FCCT war das System sehr rasch perfekt justiert, für scharfe Sterne bis zum Rand. Bei jedem Filterwechsel fokussierte ich erneut, um für jede Aufnahme das maximale Signal bei perfekter Abbildungsqualität zu erhalten. Dabei hatte ich immer das Ziel vor Augen, möglichst alles aus M31 herauszuholen. Die neuen ULTRA Highspeed-Filter waren dazu eine sehr wichtige Hilfe, um die Farbtiefe in der Galaxie darstellen zu können.

Für die Belichtungen in Luminanz, UHC-S, R, G und B wählte ich aufgrund des extrem schnellen Öffnungsverhältnisses von f/2 – trotz des außergewöhnlich dunklen Nachthimmels auf La Palma – eine Einzelbelichtungszeit von nur jeweils 180 Sekunden. Für die H-alpha- und O-III-Daten belichtete ich dagegen je 300 Sekunden.

Jedoch war die Natur mit meinem Plan nicht ganz einverstanden. Die folgenden Tage und Nächte waren von Bewölkung und Regen geprägt, was zwar der Insel nach einem heißen, trockenen Sommer sehr gut tat, mir dagegen lange Wartestunden bereitete. Dieses Wetter ist ganz normal für diese Jahreszeit – das war mir bereits klar gewesen, als ich die Reise Ende Oktober plante. Meine Hoffnung war, dass mir zumindest ein paar klare Nächte vergönnt sein würden.

Aber erst als sich mein einwöchiger Aufenthalt auf La Palma bereits dem Ende zuneigte, folgte eine sehr gute Nacht. Das Seeing lag über den Erwartungen, und die Transparenz war nur durch einen ganz leichten Calima geringfügig beeinträchtigt.

Der lichtstarke RASA 8″ machte es mir möglich, in einer Nacht alle noch fehlenden Filter einzusetzen beziehungsweise die Aufnahmen aus der ersten Nacht nachzubessern. Zum Verständnis: bei einem Öffnungsverhältnis von (z. B.) f/5,6 hätte ich 36 St. Belichtungszeit gebraucht – und jede Nacht auf der Insel hätte gleich gut sein müssen…

Das final bearbeitete Summenbild: Andromedagalaxie (M31). Foto: Christoph Kaltseis

Das final bearbeitete Summenbild: Andromedagalaxie (M31). Foto: Christoph Kaltseis

Die Bildbearbeitung

Alle Daten wurden mit Dark und Bias verarbeitet. Auf die Verwendung von Flats verzichtete ich, weil Vorabtests bereits gezeigt hatten, dass mit dem gewählten Setup eine außerordentlich gute Ausleuchtung erreicht werden konnte.

Alle Einzelbilder wurden in PixInsight vermessen und bezüglich FWHM, Rundheit und Signal bewertet. Auf das beste Einzelbild registrierte ich alle Subframes. So konnte ich in Summe 275 min Belichtungszeit bei f/2,0 sammeln, was bei f/2,8 = 550 min, bei f/4 = 1100 min und bei f/5,6 vollen 2200 min oder 36,6h entsprechen würde!

Nachdem ich die Daten für jeden Filter zu einem Summenbild aufintegriert hatte, konnte ich die gemittelten Bilder vorab begutachten. Die 3,5-Nanometer-H-alpha-Daten zeigten einen Ring und einzelne HII-Regionen in der M31-Galaxie, klar und scharf aufgelöst, und das bei nur 400mm Brennweite! Die O-III-Daten waren dagegen ohne besondere Auffälligkeiten.

Bei der Bildbearbeitung führte ich zuerst das gemittelte Luminanz-Bild mit dem gemittelten UHC-S-Bild zusammen. Diese beiden Bilder bildeten die Basis für eine enorme Tiefe. Die RGB-Daten wurden in ein Farb-Summenbild verrechnet und (mit GAIA + APASS) farbkalibriert.

Danach führte ich in Adobe Photoshop die Luminanz- und UHC-S-Daten mit den RGB-Daten zusammen, ohne dabei einen Verlust bei der Tiefe bzw. bei der Farbinformation zu erleiden. In dieses Bild bettete ich dann das H-Alpha-Signal in den Rot-Kanal so ein, dass es zum R passte. Ebenso ging ich mit Grün-Kanal und dem O-III-Signal vor.

Die Balance in der Tiefe und die Wiedergabe der Schmalband-Daten waren sehr wichtig und mit etwas Wissen machbar. Danach hatte ich eine tiefe Aufnahme von M31, die UHC-S + Luminanz + R + H-alpha + G + O-III + B in sich vereinigt.

Meine M31-Aufnahme habe ich damit in Photoshop schon fast final bearbeitet, und nun kam der letzte Schliff. Damit ich das sehr helle Zentrum natürlich wirken lassen konnte, überlagerte ich das Bild mit den H-alpha Daten. Das war extrem heikel! Mit dem Ergebnis bin ich jedoch mehr als zufrieden, da eine ganze Fülle an Details bei nur 400mm Brennweite herausgearbeitet werden konnte.

Aus meiner Sicht haben sich der Aufwand und die strenge Selektion der Daten bezahlt gemacht. 275 min Belichtungszeit und 400 mm Brennweite, mit einer sehr handlichen und absolut fokusstabilen Optik – wer hätte das gedacht?!

Über den Autor: Christoph Kaltseis ist nicht nur Adobe Photoshop Spezialist und als Nikon Professional für Nikon unterwegs, sondern auch ein erfahrener Astrofotograf. Er gehört zu den Gründern der Central European DeepSky Imaging Conference (www.cedic.at), die seit 2009 regelmäßig alle zwei Jahre in Linz stattfindet.

Mehr Informationen zu den RASA-Optiken finden Sie hier im Astroshop.de

Text: Baader Planetarium GmbH

Der Knaller am Winterhimmel: So beobachten Sie den Orion-Nebel

20. Januar 2020, Marcus Schenk

Er ist eines der hellsten Deep-Sky-Objekte und eines der nahegelegensten Sternentstehungsgebiete: Der große Orion-Nebel mit der Katalognummer Messier 42 bietet für jedes Teleskop etwas und ist auch mit dem Fernglas und sogar dem bloßen Auge zu entdecken. Kein Foto wird der visuellen Pracht mit extremen Kontrasten zwischen zarten Gasnebelstrukturen und funkelnden Mehrfachsternen gerecht!

Der Orionnebel M42

Der Orionnebel M42

Um 22 Uhr abends steht das Sternbild Orion mit seiner charakteristischen Gestalt gut 30 Grad über dem Südhorizont. Sieben helle Sterne markieren seinen Umriss; die „Gürtelsterne“ in der Mitte führen uns direkt zum großen Orion-Nebel 4 Grad unterhalb.

Der hellste Teil des Nebels erscheint etwa so groß wie der Vollmond und fällt sofort ins Auge. Eingebettet ist ein Haufen junger Sterne, der direkt aus der riesigen Gaswolke entstanden ist und diese zum Leuchten anregt. Die vier hellsten Sterne des Mehrfachsternsystems θ (Theta) Orionis im Zentrum des Nebels – das sogenannte „Trapez“ – lassen sich bereits mit einem kleinen Refraktor trennen und sind eine Attraktion für sich.

Unsere Magazin-Seiten „Deep-Sky Schätze für Stadtbeobachter“ entführen Sie direkt in das Herz dieser gigantischen leuchtenden Gaswolke.

08.07.2020
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