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Archiv der Kategorie 'Beobachtungen'

Blog-Archiv

ISS Sichtbarkeit: So beobachten Sie die Raumstation mit Gerst an Bord

8. Juni 2018, Marcus Schenk

Am letzten Mittwoch blickten alle Augen in die kasachische Steppe. 4500 Kilometer entfernt von uns startete der deutsche Astronaut Alexander Gerst mit einer Sojus-Rakete zur Raumstation ISS. Mit an Bord: seine beiden Kollegen, der Russe Sergej Prokopjew und die Amerikanerin Serena Aunon-Chancellor. Nach zwei Tagen Reise erreichen sie erst heute (Freitag, 08.06.2018) die Station.

Credit: (NASA/Joel Kowsky)

Um 13:12 MESZ hob die Sojus-Rakete von Startrampe 1 ab, von der einst auch Juri Gagarin erstmals den Erdorbit besuchte. Ein Bilderbuchstart! Auch wir bei Astroshop.de verfolgten in der Mittagszeit den Countdown im NASA-TV, bis die Rakete schließlich abhob. Mit 26 Millionen PS und 28.000 Kilometern pro Stunde verreist sie mit „Astro-Alex“ ins All. Nun verbringt er dort 6 Monate, bis er wieder auf die Erde zurückkehrt.

Credit: (NASA/Joel Kowsky)

Das erste Mal startete Alexander Gerst im Jahr 2014 in den Weltraum. Damals hatte der Geophysiker 5 Jahre für seinen Einsatz trainiert. Der Dokumentarfilm „Begegnung im All“ erzählt von Gersts Training für seinen damaligen Besuch. Die aktuelle Mission ist sein zweiter Besuch auf dem Außenposten der Menschheit. In den 6 Monaten forscht Gerst an 300 Experimenten.

Nach 3 Monaten soll er dann selbst das Kommando über die Raumstation übernehmen und „Commander Gerst“ werden. Er ist damit der erste deutsche Kommandant der Raumstation, Bisher durften diese Aufgabe nur die russischen und amerikanischen Kollegen übernehmen.

Noch aber sitzt Gerst mit seinen beiden Kollegen eng eingepfercht in der Raumkapsel. Erst heute Nachmittag koppelt das Raumschiff an die ISS an – dann haben sie wieder mehr Platz.

Wie können Sie die ISS am Himmel beobachten?

Die Raumstation umrundet einmal in nur 90 Minuten die Erde. Sie überfliegt aber nicht immer die gleichen Regionen. Doch je nach Bahnlage können wir sie für etwa zwei Minuten über den Himmel ziehen sehen.

Sie wollen die Station selbst erleben? Die Beobachtung mit dem bloßen Auge ist einfacher, als man denkt. Denn: Die ISS ist so groß wie ein Fußballfeld und leuchtet heller als die hellsten Sterne am Nachthimmel. Sie taucht meist in einer Höhe von 10°, etwa eine ausgestreckte Faust breit über dem Horizont, auf. Suchen Sie sich also einen Ort mit einer guten Sicht zwischen Boden und Himmel.

Wichtig für die Beobachtung: Die ISS nähert sich immer von Westen. Ob und wann die Station sichtbar ist, hängt aber von Ihrem Beobachtungsort und der Zeit ab. Da sich diese Daten immer wieder ändern, müssen Sie sich auf entsprechenden Webseiten informieren.

So finden Sie die Beobachtungszeiten

Wir nutzen gerne die Webseite Heavens Above: https://www.heavens-above.com/

1. Besuchen Sie die Seite und klicken Sie oben rechts neben „Ort:“ den Ortslink an. Eine neue Seite öffnet sich. Nun haben Sie zwei Möglichkeiten Ihren Ort zu wählen:
• Eingabe des Ortes in das Suchfeld „Name des Orts eingeben“
• Setzen der Ortsnadel auf der Google-Maps-Karte

Weiter unten sehen Sie die aktuellen Ortskoordinaten. Wenn Sie zufrieden sind, klicken Sie unten auf „Aktualisieren“. Sie werden nun zur Hauptseite zurückgeleitet.

2. Wählen Sie nun unter „Satelliten“ → „Internationale Raumstation ISS

3. Es erscheint die Seite: „Internationale Raumstation (ISS) – sichtbare Überflüge“. Die Seite startet mit dem aktuellen Datum. Klicken Sie auf die Pfeile: Sobald sichtbare Überflüge für Ihren Beobachtungsort existieren, erscheint eine Tabelle mit Datum und Zeit.

Derzeit ist die Raumstation von uns aus nicht zu sehen, erst Anfang Juli können Sie wieder einen Blick darauf erhaschen.

Mit dem Fernglas oder dem Teleskop?

Sie können die Raumstation auch mit einem Teleskop oder einem Großfernglas beobachten. Doch das Objekt einzufangen ist nicht einfach und in jedem Fall eine Herausforderung, wenn Ihre Montierung nicht über ein Satelliten-Tracking verfügt. Trotzdem: In einem Planetariumsprogramm wie Stellarium können Sie die Bahn visualisieren und sich so besser vorbereiten. So kann es auch eine tolle Erfahrung sein, mit einem Dobson-Teleskop die ISS manuell zu verfolgen.

Viel Freude bei der Beobachtung!

Infografik: Astrohighlights im Sommer 2018

3. Juni 2018, Marcus Schenk

Sommer und warme Temperaturen: Jetzt treibt es wieder viele Wintermuffel für einen Blick in die Sterne hinaus. Doch leider wird es auch später dunkler – und wie im Turbogang wenige Stunden später wieder hell. Sie sollten die Zeit der dunklen Stunden also gut nutzen. Denn wenn sich die Sommermilchstraße über den Himmel zieht, gibt es jede Menge zu entdecken.

Die neue astronomische Infografik „Highlights am Sommerhimmel“ zeigt Ihnen auf einen Blick, was in den Monaten Juni bis August am Himmel passiert. Mit dabei: Eine kurze Beschreibung der Ereignisse.

 

Juni
03.06. Mond trifft Mars
Schon jetzt bereitet sich der Mond auf seine große Show im nächsten Monat vor: eine Opposition in extrem geringer Distanz. Doch auch jetzt können wir den Mars schon gut beobachten. In der zweiten Nachthälfte tauchen Mond und Mars über dem Südost-Horizont auf.

16.06. Mond trifft Venus
In der Abenddämmerung ein hübsches Paar: der Mond und die Venus. Beide sind um etwa 22 Uhr dicht über dem westlichen Horizont zu sehen. Die zunehmende Mondsichel ist nur zu 5,8% beleuchtet und schwebt zart vor einem gelbblauen Dämmerungshimmel.

19.06 Vesta in Opposition
Vesta ist einer der größten Asteroiden im Sonnensystem und kommt am 19.06 in seine Opposition. Dann wird Vesta bis zu 5,3 mag hell und kann unter einem sehr dunklen Himmel mit dem bloßen Auge erkannt werden. Diese Opposition ist besonders günstig, denn so hell wie jetzt wird Vesta nur selten. Wo ist der Kleinplanet zu finden? Zum jetzigen Zeitpunkt hält er sich im Schützen auf, etwa 5° entfernt vom Stern μ Sgr (der Stern über dem Teekessel des Schützen). Im Laufe des Monats schlägt er die Richtung des Schlangenträgers ein.

23.06. Mond: Goldener Henkel
Heute ist der Goldene Henkel auf dem Mond zu sehen. Wie ein Henkel aus Licht bricht er die Mondnacht knapp jenseits des Terminators. Während der Krater Sinus Iridum noch in der Dunkelheit liegt, beleuchtet die Sonne schon die umringten Gipfel des Juragebirges. Sichtbar zwischen 16:30 und 20 Uhr.

27.06 Kleiner Vollmond
Der Mond umkreist die Erde nicht exakt in einer Kreisbahn, sondern in einer Ellipse. Das bedeutet: Im Laufe eines Monats erreicht er eine besonders nahe und besonders ferne Position. Mit 403.000 Kilometern Entfernung ist der Mond heute kleiner als sonst und hat einen scheinbaren Durchmesser von ca. 29° am Himmel.

27.06 Saturn in Opposition
Jetzt steht der Gasriese Saturn wieder in Opposition zur Sonne. In der Astronomie ist das ein Anlass zur Freude, denn Saturn steht jetzt genau gegenüber der Sonne. Saturn, Erde und Sonne bilden geometrisch gesehen jetzt eine Linie. Das bedeutet für uns Beobachter: Der Ringplanet ist die ganze Nacht zu sehen. Wenn es dunkel wird, geht er im Osten auf und verschwindet erst wieder bei Tagesbeginn.

28.06. Mond trifft Saturn
Der Mond stattet gerne unseren Planeten den einen oder anderen Besuch ab. Am 28.06. besucht er wieder den Saturn. Solche Begegnungen sind immer ein reizvoller Anblick. Und eine schöne Gelegenheit für ein Stimmungsfoto mit stehender Kamera und Objektiv. Saturn steht derzeit über dem Kopf des Schützen und ist die ganze Nacht zu sehen. Der Mond nähert sich diese Nacht dem Ringplaneten auf etwa 1,9° und zieht am folgenden Tag an ihm vorbei. Eine Nacht später haben sich die beiden schon wieder auf bis zu 9° voneinander entfernt.

Juli

10.07. Mond trifft Aldebaran
In den frühen Morgenstunden gegen 4 Uhr treffen sich die schmale abnehmende Mondsichel und der Stern Aldebaran. Nördlich von London bedeckt der Mond den 3,6mag hellen Stern Hyadum I.

12.07 Pluto in Opposition
Pluto ist ein schwer sichtbarer Zwergplanet, der sich kaum von einem Stern unterscheidet. Zumindest dann, wenn man keine Aufsuchkarte zur Hand hat. Trotzdem lohnt es sich, mit einem größeren Teleskop einen Blick auf diesen Außenposten des Sonnensystems zu werfen. Koordinaten für die Goto-Steuerung: Rekt: 19h25m20s, Dek: -21°49′

16.07. Mond trifft Venus
Eine hell strahlende Venus und eine schmale zunehmende Mondsichel: Diesen hübschen Anblick können Sie heute in der Abenddämmerung beobachten.

21.07. Mond trifft Jupiter
Wenn die Venus im Westen untergeht, dominiert Jupiter als hellster Planet am Himmel die Nacht. Heute leistet ihm der zu 70% beleuchtete Mond Gesellschaft.

27.07. Mars in Opposition
Es ist ein Ereignis der Superlative: Seit dem Jahr 2003 freuen wir uns auf die aufregendste Marsopposition. Mit nur 57 Millionen Kilometern Entfernung kommt Mars der Erde so nah wie nur selten. Jetzt ist die Gelegenheit für erfolgreiche Beobachtungen mit einem Mars in voller Größe und mit etlichen Details. Und das alles dank eines Marsdurchmessers von imposanten 24 Bogensekunden. Erst im Jahr 2035 bietet uns der Planet erneut ein solches Highlight.

27.07. Totale Mondfinsternis
Am gleichen Tag der Marsopposition findet eine „Totale Mondfinsternis“ statt. Wieder ein besonderes Ereignis. Denn: Mondfinsternisse waren in der letzten Zeit nur selten zu sehen. Suchen Sie sich in der Abenddämmerung einen Standort mit sehr guter Horizontsicht, denn den Anfang der Mondfinsternis bekommen wir gar nicht mit. Sobald wir den Mond über dem Horizont erkennen, ist die partielle Phase schon weit fortgeschritten und kurz drauf um 21:30 MESZ beginnt die Totalität. Die Mitte der Finsternis ist um 22:22 MESZ erreicht, das Ende um 23:14 MESZ. Dann sehen wir am linken Mondrand wieder eine Sichel aus Licht auftauchen. Tipp: Unterhalb des Mondes sehen wir übrigens den Mars.

31.07. Mars größte Erdnähe
Die Opposition des Mars ist erst wenige Tage her, doch heute erst kommt der Mars der Erde besonders nahe. Nur 57,6 Millionen Kilometer Entfernung. Das ist fast so nah, wie im Jahr 2003, als der Mars sich uns auf 55 Millionen Kilometer näherte. Astronomisch gesehen ist das kein Unterschied.

Nachtleuchtende Wolken
Jetzt kann man sie sehen: die nachtleuchtenden Wolken. Wenn sich die Sonne im Sommer zwischen 6° und 16° unter dem Horizont befindet, beleuchtet sie manchmal noch extrem dünne Einkristallwolken in etwa 80 Kilometer Höhe. Diese Wolken stehen sogar so hoch, dass sie sich in der Mesosphäre unserer Atmosphäre aufhalten. Bei uns ist es dann längst Nacht, nur diese Wolken erhaschen ein wenig Sonnenlicht und wir sehen bläulich weiße Wolken leuchten, die bei Tageslicht unsichtbar sind.

August

03.08. Mond trifft Uranus
Der Uranus ist ein Gasriese und doch erscheint er im Teleskop winzig. Kein Wunder, denn er ist einer der beiden entferntesten Planeten des Sonnensystems. Details erkennen wir im Teleskop nicht. Dennoch ist es faszinierend das Planetenscheibchen zu erkennen – bei einer Vergrößerung zwischen 150- bis 200-fach. Am 03. August hält sich der Mond ganz in der Nähe auf.

August: Komet 21P/Giacobini-Zinner
Dieser Komet wurde im Jahr 1900 erstmals von Giacobini beobachtet und durch Zinner im Jahr 2013 erneut entdeckt. Anhand der Daten bestimmte man die Umlaufperiode dieses Kometen auf 6.5 Jahre. Demnach ist er ein kurzperiodischer Komet. Im Jahr 2018 ist er wieder zu sehen, mit einer gut sichtbaren Position am nördlichen Sternenhimmel. Er ist auch schon im Juni und Juli zu sehen. Doch im August steht 21P/Giacobini-Zinner kurz vor seinem sonnennächsten Punkt und erreicht eine interessante Helligkeit von schätzungsweise 7,8mag. Im August wandert er nördlich an der Cassiopeia vorbei, durch die Giraffe in Richtung Fuhrmann.

12./13.08 Perseiden
Jedes Jahr freuen wir uns auf die schönsten Sternschuppen des Jahres: die Perseiden. In den Morgenstunden des 12. August erreicht der Meteorstrom sein Maximum. Es regnen bis zu 100 Sternschnuppen pro Stunde, die mit einer unglaublichen Geschwindigkeit von ca. 216.000 km/h durch unsere Atmosphäre donnern. Das Maximum findet zwischen 22:00 Uhr und 4:00 Uhr statt.
Wurden die Sternschnuppen letztes Jahr noch vom Mond beeinträchtigt, liegt die Sache dieses Jahr völlig anders. Einen Tag nach Neumond stört nichts Ihre Beobachtung. Freuen Sie sich also auf fantastische Bedingungen. Diesen Meteorstrom verdanken wir dem Kometen 109P/Swift-Tuttle, der auf seiner Bahn um die Sonne einen Teil seiner Masse verlor. Immer wenn die Erde im August die Bahn des Ursprungskometen kreuzt, schießen die Perseiden bei uns über den Himmel.

14./15.08 Mond trifft Halbvenus
In der Abenddämmerung erleben wir eine der schönsten Konjunktionen von Venus und Mond. Die junge Mondsichel leuchtet über dem westlichen Horizont, etwa 4° darunter die Venus. Am 15. August erreicht der Nachbarplanet seine Halbphase: die Dichotomie. Das Scheibchen erscheint jetzt in einer Größe von 24″.

17.08. Venus größte östliche Elongation
Mit 46° Winkelabstand zur Sonne erreicht die Venus normalerweise eine gute Sichtbarkeit am Abendhimmel. Da sie derzeit aber tief am Himmel steht und ihre Bahn sie nach Süden führt, geht sie jetzt auch kurz nach der Sonne unter. Sie wandert tief unterhalb des Äquators von der Jungfrau in das Sternbild Waage.

23.08. Mond trifft Mars
In dieser Nacht steht der Mond nur in einer Entfernung von 6° zum Roten Planeten.

26.08. Merkur größte westliche Elongation
Merkur erreicht heute seinen größten westlichen Abstand zur Sonne. Allerdings befindet er sich in seiner sonnennahen Umlaufbahn um die Sonne. Daher fällt seine Morgensichtbarkeit nur dürftig aus. Ab etwa 5:00 MESZ kann man ihn über dem Osthorizont auffinden.

PDF hier.

Marsopposition 2018: Mars erfolgreich beobachten – so geht’s!

3. April 2018, Marcus Schenk

Der Mars steht im Jahr 2018 wieder in Opposition zur Sonne. Dann ist er besonders gut zu sehen. Und: Dieses Jahr steht er der Erde sogar fast so nah, wie im Jahr 2003. Wir freuen uns auf diese „Mega-Opposition“.

In diesem Video geht es also um den Mars. Und wir klären einige Fragen: Was hat es mit einer Opposition auf sich? Welche Details sind sichtbar? Welche Hilfsmittel gibt es, damit die Beobachtung zum Erfolg wird? Mehr zum Lesen gibts im Blogartikel: Marsopposition 2018.

Viel Freude beim Zuschauen und Beobachten!

Infografik: Astrohighlights im Frühjahr 2018

27. Februar 2018, Marcus Schenk

Wenn die Temperaturen milder werden, treibt es wieder viele Beobachter regelmäßig hinaus. Im Frühling zeigt uns der Himmel ein ganz anderes Gesicht. Doch was gibt es alles zu beobachten? Was lohnt sich?

Der Himmelskalender für die nächsten drei Monate: Die neue astronomische Infografik „Highlights am Frühlingshimmel“ zeigt Ihnen auf einen Blick, was in den Monaten März bis Mai am Himmel passiert.

Infografik Frühjahr 2018 Universe2go Omegon

März

05.03. Venus trifft Merkur
Venus begrüßt uns diesen Monat wieder als Abendstern. Während der Dämmerung finden wir sie tief am westlichen Horizont. Doch in den ersten Märztagen fällt auch ein anderes Gestirn auf: Merkur. Der flinke Planet leistet Venus Gesellschaft. Für uns eine Gelegenheit die beiden innersten Planeten zu bestaunen.

11.03. Mond trifft Saturn
Die meisten Beobachter nutzen gerne die Abendstunden für einen Blick in den Himmel. Doch wer sich diesen Monat nicht früh aus dem Bett bewegt, verpasst eine besondere Show. Die drei Planeten Saturn, Mars und Jupiter glänzen am Morgenhimmel. Am 11. März begegnet der Mond unserem Ringplaneten. Er schleicht sich auf etwa 1,5° Distanz heran. Dank seiner abnehmenden Sichel bietet sich dem Beobachter ein fantastischer Anblick.

11.03 Mond in Erdferne
Der Mond umkreist die Erde nicht exakt in einer Kreisbahn, sondern in einer Ellipse. Das bedeutet: Im Laufe eines Monats erreicht er eine besonders nahe und besonders ferne Position. Mit 403.000 Kilometern Entfernung ist der Mond heute kleiner als sonst und hat einen scheinbaren Durchmesser von ca. 29° am Himmel.

15.03. Merkur: Größte östliche Elongation
Merkur ist der schnellste Planet in unserem Sonnensystem. Da er sich immer in der Nähe der Sonne aufhält, erhalten wir nicht oft die Möglichkeit, ihn ausgiebig zu beobachten. Am 15. erreicht er mit 18,4° seinen größten Winkelabstand zur Erde. Zwischen 18:45 und 19:30 Uhr können wir ihn in angenehmer Höhe über dem Horizont erwischen.

18.03. Treffen von Mond, Merkur und Venus
Merkur und Venus sind dieser Tage auffällige Gestirne am Abendhimmel. Am 18. März gesellt sich die extrem zarte und nur zu 1,6% beleuchtete Mondsichel dazu. Optimale Gelegenheit für eine Stimmungsaufnahme in der Dämmerung.

26.03. Mond in Erdnähe
War der Mond am 11. März in Erdferne, erreicht er heute seine geringste Distanz zur Erde. Mit einer Entfernung von 366.000 Kilometern erscheint er auch etwas größer.

29.03. Venus trifft Uranus
Venus und Uranus in nur einem Gesichtsfeld? Das haben wahrscheinlich die Wenigsten schon einmal ausprobiert. Aber es geht tatsächlich – und zwar am 29. März. Dann stehen die beiden Planeten nur 42 Bogenminuten auseinander. Dicht genug, um sie in einem 2″ Weitwinkelokular gemeinsam zu beobachten.

 

April
02.04. Mars trifft Saturn
Der Mars ist die Prominenz des Jahres 2018. Er bereitet sich langsam auf seine große Show vor: seine Opposition im Juni. Mittlerweile ist er so hell wie die hellsten Sterne am Himmel. Wir finden ihn links oberhalb des Teekessels im Sternbild Schütze. Anfang des Monats trifft sich der Rote Planet mit dem Saturn. Beide stehen am 2. April in etwa 1° Distanz.

03.04. Mond trifft Jupiter
Jupiter macht mit seiner Helligkeit von -2,39 mag der Venus Konkurrenz. Auch wenn er ihren Glanz nicht ganz erreicht, ist Jupiter eines der auffälligsten Objekte am Himmel. Am 3. April gesellt sich der Mond in 5° Abstand dazu.

16.04. Mars trifft Albaldah
Es ist immer schön, zwei helle Objekte direkt nebeneinander zu beobachten. Am Nachthimmel fallen solche Konstellationen auf, weil sie besonders ungewöhnlich sind. Am 16. April stehen Mars und der Stern Albaldah im Mittelpunkt.

Gelegentlich kann dieser Stern durch einen Planeten bedeckt werden, da er der Ekliptik sehr nahe steht. Am 17. Februar 2035 um 16:32 MEZ ist das wieder soweit: Venus bedeckt Albaldah. Aus Mitteleuropa ist es jedoch nicht zu verfolgen, da sich die Venus zu dem Zeitpunkt unter dem Horizont befindet.

22.04 Sternschnuppen Lyriden
Die Lyriden sind ein Meteorstrom, der es im Maximum am 21.4 nur auf 10 bis 20 Meteore pro Stunde bringt. Doch während der optimalen Beobachtungszeit zwischen 22:00 Uhr und 4:00 morgens, beobachten wir sie ungestört vom Mond. Der Radiant, also der Ausstrahlpunkt des Stromes, liegt im Sternbild Leier.

24.04. Mond trifft Regulus
Heute zieht der Mond am Stern Regulus vorbei. Wir können diese Nacht beobachten, wie sich der Mond annähert und sich danach wieder vom Hauptstern des Löwen entfernt. Um 21:00 Uhr trennen Regulus und Mond noch 42 Bogenminuten. Um 23:00 Uhr nähern sie sich bis auf 14 Bogenminuten an, während eine Stunde später die Distanz wieder 27 Bogenminuten beträgt.

29.04. Merkur: Größte westliche Elongation
Der Merkur ist schnell und saust in nur 88 Tagen um die Sonne. Mitte März stand er in größter östlicher Elongation zur Sonne, das bescherte uns eine gute Abendsichtbarkeit. Ende April erreicht er seine größte westliche Elongation. In solchen Fällen ist Merkur am Morgenhimmel zu sehen. Aufgrund der flachen Eklipik bleibt Merkur in der Nähe der Sonne und ist in der Morgendämmerung nicht zu sehen.

 

Mai
02.05. Venus trifft Aldebaran
Tief über dem Westhorizont leuchten in der Dämmerung zwei helle Objekte: Venus und Aldebaran. Der rote Riese strahlt 150-mal so hell wie die Sonne. Mit 67 Lichtjahren Entfernung erreicht er aber von der Erde aus gesehen nur eine scheinbare Helligkeit von 0,85 mag. Trotzdem ist er einer der hellsten Sterne am Himmel. Zusammen mit Venus bietet er diese Tage einen schönen Anblick.

05./06.05 Sternschnuppen Eta-Aquariden
In der zweiten Nachthälfte sehen wir wieder einen Sternschuppen-Strom. Die Eta-Aquariden scheinen aus dem Sternbild Wassermann zu stammen und ziehen lange, helle Spuren über den Sternenhimmel. Allerdings geht der Wassermann erst gegen 3 Uhr auf und zieht in Mitteleuropa nur knapp über den Horizont. Trotzdem können wir einige helle Meteore erwischen. Die durchschnittlichen Fallraten liegen zwischen 20 und 60 pro Stunde.

06.05. Mond trifft Mars
Ebenfalls etwas für den Morgenhimmel ist eine enge Begegnung zwischen Mond und Mars. In dieser Nacht trennt die beiden eine Distanz von 3°. Zuerst taucht gegen 1:30 Uhr der zu 69% beleuchtete Mond über dem Südosthorizont auf. Zum gleichen Zeitpunkt ist rechter Hand oberhalb schon der Planet Saturn zu sehen. Etwa eine halbe Stunde später, um 2:00 Uhr, folgt dem Mond der Rote Planet. Bis zum Sonnenaufgang stehen sie fast exakt im Süden. Ein wunderschöner Anblick: Das Sternbild Schütze umrahmt von drei Himmelskörpern des Sonnensystems.

09.05. Jupiter in Opposition
Wenn es Abend wird, lugt der größte aller Planeten über den Horizont. Jupiter steht heute in der Opposition zur Sonne. Die Erde steht exakt zwischen Jupiter und Sonne. Der Gasriese ist jetzt die ganze Nacht zu sehen, erreicht seine maximale Helligkeit und erscheint besonders groß. Eine optimale Chance, um ihn mit einem Fernglas oder einem Teleskop zu bewundern. Kurz nach 1:00 Uhr erreicht Jupiter seine höchste Stellung und kreuzt den Meridian. Der ohnehin niedrig stehende Planet ist jetzt am besten zu beobachten.

17.05. Mond trifft Venus
Eine zarte Mondsichel und eine strahlende Venus in der Abenddämmerung: Dieses schöne Ereignis können Sie am 17. Mai beobachten. Der Mond bewegt sich heute in nur 5° Entfernung an der Schwester der Erde vorbei.

25.05. Mond: Goldener Henkel
Astronomie am frühen Abend! Heute ist der Goldene Henkel auf dem Mond zu sehen. Wie ein Henkel aus Licht bricht er die Mondnacht knapp jenseits des Terminators. Während der Krater Sinus Iridum noch in der Dunkelheit liegt, beleuchtet die Sonne schon die umringten Gipfel des Juragebirges. Sichtbar zwischen 16:30 und 20 Uhr.

27.05. Mond trifft Jupiter
An diesem Abend gesellt sich der Mond zum Jupiter. Er nähert sich bis 21:30 Uhr auf etwas mehr als 2,5°. Eine Treffen zweier Leuchtfeuer: denn derzeit sind Mond und Jupiter die hellsten Gestirne am Himmel.

 

PDF hier.

 

 

Ein Blick in die Geschichte: Astronominnen der Frühen Neuzeit

19. Januar 2018, Betty Lux

Im letzten Teil unserer Reihe Astronominnen der Frühen Neuzeit beschäftigen wir uns mit Caroline L. Herschel.

In der Frühen Neuzeit, also im Zeitraum zwischen dem 17. und 18. Jahrhundert, erlebte die Astronomie einen Aufschwung durch neue technologische Entwicklungen. Sie war dabei, sich zu professionalisieren – man könnte sagen, es gab einen Forschungsboom. Diese Umstände machten es Frauen (relativ) leicht, sich an wissenschaftlicher Arbeit zu beteiligen. Bekannt aus dieser Zeit sind Maria Cunitz, Maria Winkelmann mit ihren Töchtern sowie Caroline Herschel.

Gelehrte Schwester: Caroline L. Herschel

Caroline Herschel (1750-1848) folgte ihrem Bruder in die Astronomie. Zweifellos lässt sich heute feststellen, dass Wilhelm Herschel ohne den Fleiß und die Hingabe seiner Schwester niemals so große astronomische Höchstleistungen erreicht hätte. Die Entdeckung des Uranus, Wilhelm Herschels Aufnahme in die Royal Society in England, der gemeinschaftlichen Bau von bis zu vierzig-Fuß großen Teleskopen mit eigener Spiegelherstellung und die Entdeckung von unzähligen, weiteren Objekten machte das Geschwisterpaar schnell überregional bekannt.

V0002731 Sir William Herschel and Caroline Herschel. Coloured lithogr Credit: Wellcome Library, London. Wellcome Images images@wellcome.ac.uk http://wellcomeimages.org Sir William Herschel and Caroline Herschel. Coloured lithograph by A. Diethe. Published: - Copyrighted work available under Creative Commons Attribution only licence CC BY 4.0 http://creativecommons.org/licenses/by/4.0/

Caroline Herschel war seit ihrer Kindheit emotional abhängig von ihrem großen Bruder, so dass sie ihm nach England folgte, als dieser dort eine Anstellung als Organist hatte. Seine Musikkarriere wurde schnell durch die Astronomie abgelöst, daher wurde Caroline in der Produktion von großen Spiegeln eingespannt. Bald stelle sie selbst astronomische Beobachtungen an, vor allem um den Nebelkatalog von Flamsteed zu vervollständigen. 1786 entdeckte sie ihren ersten Kometen, der jedoch später nach dem Berechner seiner Umlaufbahn, Franz Encke (Enckescher Komet) benannt wurde.

1828 bekam Caroline Herschel als wichtigste Anerkennung die goldene Medaille der Royal Society verliehen. Dies geschah als Dank für den von ihr berechneten Nebelkatalog sowie insgesamt für ihr Lebenswerk. 1835 wurde sie sogar Mitglied der Royal Society. Dennoch spielte sie konsequent ihre eigenen Fähigkeiten sowie ihre Beteiligung an der Forschung herunter. So empfand sie jedes an sie gerichtete Lob als eine ihrem Bruder vorenthaltene Anerkennung.Herschel_Caroline_1829

Am Ende dieser Reihe „Astronominnen der Frühen Neuzeit“ wird deutlich, dass es Frauen in diesem Zeitraum nur mit Hilfe eines Mannes möglich war, selbst wissenschaftlich tätig zu werden. Sie waren durch ihre Fähigkeiten maßgeblich am Erfolg ihrer Ehemänner, Brüder oder Väter beteiligt. Die Astronomie als „Hauswissenschaft“, bei der die Grenzen zwischen Öffentlichkeit und Privatheit fließend waren, förderte die weibliche Beteiligung. Dennoch war ihre Situation natürlich noch weit entfernt von gesellschaftlicher Gleichberechtigung.

Ein Blick in die Geschichte: Astronominnen der Frühen Neuzeit

12. Januar 2018, Betty Lux

In der Fortsetzung unserer Reihe Astronominnen der Frühen Neuzeit beschäftigen wir uns heute mit Maria M. Winkelmann Kirch und ihren Töchtern.

In der Frühen Neuzeit, also im Zeitraum zwischen dem 17. und 18. Jahrhundert, erlebte die Astronomie einen Aufschwung durch neue technologische Entwicklungen. Sie war dabei, sich zu professionalisieren – man könnte sagen, es gab einen Forschungsboom. Diese Umstände machten es Frauen (relativ) leicht, sich an wissenschaftlicher Arbeit zu beteiligen. Bekannt aus dieser Zeit sind Maria Cunitz, Maria Winkelmann mit ihren Töchtern sowie Caroline Herschel.

Gelehrte Ehefrau und Mutter: Maria M. Winkelmann Kirch und ihre Töchter

Maria Winkelmann (1670 – 1720) kam durch ihren Ehemann, Gottfried Kirch, zur Astronomie. Sie erbrachten viele astronomische Leistungen an der Akademie der Wissenschaften in Berlin, vor allem als Kalendermacher. Astronomische Kalender waren zu dieser Zeit ein großes wirtschaftliches Standbein der Akademie. Da sie jedoch aufwendig in der Herstellung waren und es eine große Nachfrage gab, wurde die gesamte Familie mit Kindern in die Produktion eingespannt. Winkelmann heiratete bewusst einen Ehemann mit gleichen Interessen, denn nur so war es Frauen in der Frühen Neuzeit möglich, wissenschaftliche Tätigkeiten auszuführen. Dadurch, dass ihr Mann zum ersten Astronom der Akademie ernannt und maßgeblich an dem Bau des Observatoriums beteiligt war, konnte das Ehepaar durch viele Beobachtungen und Erkenntnissen glänzen. Als sie jedoch 1702 eigenständig einen Kometen entdeckte, wurde der Erfolg im Nachhinein ihrem Mann angerechnet. Die Leugnung weiblicher Partizipation an der Wissenschaft war also leider nichts Seltenes.

Maria_Kirch

Nach dem Tod ihres Ehemannes wurde es für sie zunehmend schwieriger, weiterhin Anerkennung für ihre wissenschaftliche Arbeit zu erhalten. Um weiterhin die Kalenderproduktion fortführen zu können, schlug sie ihren 16-jährigen Sohn als Nachfolger und sich selbst als seine Assistentin vor. Ihrem Gesuch wurde nicht stattgegeben, da die Akademie ihre Reputation gefährdet sah. Ihr Nachfolger versagte jedoch so kläglich, dass Winkelmann kurz darauf wieder als Assistentin eingestellt wurde.

Astronomischer_Kalender_2

Zwei Beispiele eines astronomischen Kalenders aus dem 18. Jahrhundert

Astronomischer_Kalender

Der Familienbetrieb Winkelmann-Kirch zeigt deutlich die Teilung zwischen öffentlicher und privater Sphäre. Während ihr Ehemann als „Hausvorstand“ der Ansprechpartner für Besucher war und alle Erfolge auf sein Konto gingen, verschwand Winkelmann immer mehr in den Hintergrund der Kalenderproduktion.

Auch ihr Sohn und ihre beiden Töchter führten den Betrieb nach dem Tod ihrer Eltern fort. Die beiden Kirch-Schwestern verdienten sogar auch nach dem Tod ihres Bruders ein für diese Zeit sehr gutes Gehalt, allerdings immer in sehr kleinen Raten. Es ist möglich, dass die Akademie so verschleiern wollte, wie hoch die Vergütung der Kalendermacherinnen insgesamt war. Ihr Gehalt überstieg teilweise das eines angestellten Wissenschaftlers der Akademie.

Ein Blick in die Geschichte: Astronominnen der Frühen Neuzeit

5. Januar 2018, Betty Lux

Die nächsten drei Freitage wollen wir Ihnen ein Stück Astronomiegeschichte näherbringen.

Die Astronomie war auch schon früher eine Wissenschaft der Frauen. In dieser Reihe stellen wir drei Astronominnen vor, die in der Geschichte positiv mit ihren Erfolgen aufgefallen sind.

In der Frühen Neuzeit, also im Zeitraum zwischen dem 17. und 18. Jahrhundert, erlebte die Astronomie einen Aufschwung durch neue technologische Entwicklungen. Sie war dabei, sich zu professionalisieren – man könnte sagen, es gab einen Forschungsboom. Diese Umstände machten es Frauen (relativ) leicht, sich an wissenschaftlicher Arbeit zu beteiligen. Bekannt aus dieser Zeit sind Maria Cunitz, Maria Winkelmann mit ihren Töchtern sowie Caroline Herschel.

Gelehrte Tochter und Ehefrau: Maria Cunitz

Maria Cunitz (1610 – 1664, Schlesien) stammte aus einer Arztfamilie und wurde aktiv von ihrem Vater in der Astronomie unterrichtet. Er selbst hatte bei Tycho Brahe gelernt, einem der bekanntesten Astronomen dieser Zeit. Cunitz hatte außerdem im späteren Verlauf noch häufig Kontakt zu Hevelius und veröffentlichte 1650 die „Urania Propitia“ in lateinischer und deutscher Sprache. Das 500 Seiten umfassende Werk besteht aus einer Einführung in die „Sternen-Kunst“ sowie einem weiteren Band astronomischer Rechentafeln, der sogenannten calcules. Durch ihre Überarbeitung der Berechnungstabellen von Kepler (der Rudolphinischen Tafeln), waren sie auf einen Schlag viel effizienter und leichter zu nutzen.

Sie vertrat damit das heliozentrische Weltbild, was zur damaligen Zeit noch immer umstritten war und meistens einer Zensur unterzogen wurde. Dass ihre Publikation trotzdem genehmigt wurde, war darauf zurückzuführen, dass sie Kepler nur in der lateinischen Version erwähnte. Dennoch wollte sie auf die deutsche Version nicht verzichten um einen praktischen Nutzen unter den Astronomen zu gewährleisten.

Urania_propitia

Deckblatt der „Urania Propitia“

Nicht unüblich war es zu dieser Zeit, dass die Ehemänner das Vorwort zum Werk verfassten. So folgte ihr Mann der Tradition und erklärte, dass seine Frau nicht ruhmsüchtig sei, sondern vielmehr ihre Fähigkeiten nutzen solle um die Astronomie voranzutreiben. Die Astronomen ihrer Zeit schätzten das Fachwissen und die Bedeutung des Werks, jedoch fand es nicht die große Beachtung, die sich Cunitz gewünscht hätte.

Die letzten Lebensjahre von Maria Cunitz liegen weitgehend im Dunkeln, lediglich ein großer Brand in ihrem Haus wird schriftlich erwähnt. Das lässt natürlich Raum für Spekulationen offen, ob sie der Hexerei bezichtigt wurde. Eine weitere Auffälligkeit ist, dass ihr Name von den Buchrücken ihrer Originalwerke in den Bibliotheken von Göttingen und Wien herausgeschnitzt und sie dadurch als Autorin unkenntlich gemacht wurde.

Maria_Cunitz_Denkmal

Das Maria-Cunitz-Denkmal in Schweidnitz

Sie ist somit eine der frühesten Astronominnen und leider auch eine der unbekanntesten, was auf die schlechte Dokumentation ihres Lebens zurückzuführen ist. Es gibt bis heute keinen bekannten Kupferstich oder ähnliche Illustration ihrer Person. Deutlich wird die Beeinflussung ihres Vaters, der ihr den praktischen Nutzen von Wissenschaft nahelegte. Durch die Vereinfachung der Rudolphinischen Tafeln von Kepler durch Cunitz wurden sie erst für den eigentlichen Gebrauch zugänglich. Vielen Zeitgenossen fiel nämlich schon damals auf, wie verworren und unverständlich der Schreibstil des großen Meisters der Astronomie teilweise war.

Infografik: Astrohighlights im Winter 2017/18

1. Dezember 2017, Marcus Schenk

Der neue Himmelkalender für die nächsten drei Monate im schnellen grafischen Überblick. Die astronomische Infografik „Highlights am Winterhimmel“ zeigt Ihnen auf einen Blick, was am Himmel passiert. Im weiteren Text erfahren Sie Details zu den einzelnen Ereignissen.

08.12. Mond bedeckt Regulus
Anfang Dezember bedeckt der abnehmende Mond den hellen Stern Regulus im Sternbild Löwe. Es ist ein auffälliges Ereignis, weil Regulus mit 1,3mag zu den hellsten Sternen am Himmel zählt. Ein Fernglas oder ein kleines Teleskop reichen schon aus, um das Ereignis zu verfolgen. Allerdings: Sie brauchen eine gute Sicht zum nordöstlichen Horizont. Am besten Sie beobachten auf einer weiten freien Fläche oder einer Anhöhe. Wichtig ist nur, dass keine Häuser oder ein Wald Ihnen die Sicht versperrt.

13.12. Mond trifft Mars
Die schmale Sichel des abnehmenden Mondes gesellt sich vor Sonnenaufgang zum Mars. Er steht heute in etwa 6 Grad Entfernung. Doch es gibt noch mehr zu entdecken: Mit dem Stern Spica bilden die beiden Himmelskörper ein Dreieck. Etwas weiter unterhalb am Horizont, entdecken Sie auch den Jupiter. Fast sieht es so aus, als ob alle Himmelskörper eine Art Pfeil bilden, der zum Horizont weist.

14.12 Geminiden
Wenn der Himmel am Abend klar ist, blicken Sie am besten in Richtung Süden. Denn die Sternschnuppen »Geminiden« kommen scheinbar aus dem Sternbild der Zwillinge. Genauer gesagt: Aus einem Punkt zwei Grad über dem Stern Pollux. Zwischen 21:00 Uhr und 6:00 Uhr ist die beste Zeit für die Beobachtung. Die Geminiden gehören mit 120 Meteoren pro Stunden zu den Sternschnuppen mit den höchsten Fallraten. Allerdings trübt der Vollmond dieses Jahr die Sicht. Trotzdem: Das Ereignis sollten Sie nicht verpassen.

21.12. Wintersonnenwende
Jedes Jahr am 21. oder 22. Dezember erleben wir den kürzesten Tag und die längste Nacht. Am 21. Dezember beginnt der Winter und die Sonne geht schon 16:21 Uhr unter. Die Nacht dauert etwa 12 Stunden. Ein Traum für jeden Hobbyastronomen, der mal so richtig lang am Stück beobachten will.

31.12. Mond bedeckt Aldebaran
Kurz vor Sylvester, in der Nacht vom 30. auf den 31.12, bedeckt der Mond den Stern Aldebaran. Er ist der Hauptstern des Stiers und gehört zu den hellsten Sternen am Himmel. Das ist ein Vorteil, denn eine Bedeckung von hellen Sternen ist faszinierend. Wir haben zwar fast Vollmond, trotzdem nähert sich der Mond Aldebaran von seiner dunklen und interessanten Seite. Aldebaran verschwindet gegen 2:25 Uhr und taucht 30 Minuten später wieder an der gegenüberliegenden Mondseite auf.

01.01. Merkur in größter westlicher Elongation
Der Merkur kreist so schnell und so dicht um die Sonne, dass wir ihn nicht zu jeder Zeit beobachten können. Doch jetzt steht Merkur wieder in einem größeren Winkelabstand zur Sonne von 22°. Am Morgenhimmel taucht der seltene Gast um etwa 6:30 Uhr in südöstlicher Richtung auf. Bald jedoch folgt die Dämmerung und er verblasst immer mehr im beginnenden Tag. Zum Glück ist Merkur relativ hell, so dass er sich bis etwa 7:30 Uhr zeigt. Falls es am Neujahrstag bewölkt sein sollte, können Sie den Merkur noch bis 10. Januar beobachten.

03.01. Quadrantiden
Die nächsten Sternschnuppen sind auf dem Weg zu uns: die Quadrantiden. Der Meteorstrom stammt aus dem Sternbild Bootes. Die Sternschnuppen regnen im Maximum mit einer Zahl von 120 pro Stunde über den Himmel. Wenn Sie in den Morgenstunden des 2. und 3. Januars beobachten, haben Sie die größte Chance auf eine erfolgreiche Beobachtung.

07.01. Mars trifft Jupiter
Am Morgen des 7. Januars begegnen sich zwei Nachbarn: Mars und Jupiter. Mitten im Sternbild Waage leuchten beide sehr hell in einem Abstand von nur 12 Bogenminuten. Das ist nur etwas mehr als ein Drittel des Monddurchmessers. Sie können beide Planeten an diesem Tag gemeinsam mit Ihrem Teleskop im gleichen Gesichtsfeld beobachten.

11.01. Treffen von Mond, Mars und Jupiter
Einige Tage später in der gleichen Region: Mars und Jupiter entfernen sich wieder voneinander. Jedoch kommt an diesem Morgen der Mond mit ins Spiel. Sie schmale Sichel strahlt gut drei Grad oberhalb der Planeten. Auch wenn Sie sich an diesem Morgen warm anziehen müssen, bringt dieser wundervolle Anblick sicher jedes Eis zum Schmelzen.

13.01. Merkur trifft Saturn
Der Merkur gibt uns eine letzte Chance, bevor er die Bühne verlässt und aus dem Rampenlicht tritt. Doch heute Morgen lässt er sich zusammen mit Saturn blicken. Kurz vor Sonnenaufgang tauchen die beiden Gesellen über den Horizont in südöstlicher Richtung auf.

31.01. Ceres in Opposition
Ceres ist einer der bekanntesten aber kleinsten Zwergplaneten des Sonnensystems mit 963 Kilometern Durchmesser. Er umkreist im Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter die Sonne etwa alle 5 Jahre einmal. Am 31. Januar kommt er in die Opposition zur Sonne und Sie können Ihn in seiner größten Helligkeit beobachten. Mit hellen 6,9 Größenklassen bewegt er sich vom Kopf des Löwen zwischen den Sternbildern Luchs und Krebs hindurch. Sie können ihn mit einem Teleskop oder sogar mit einem Großfernglas finden.

01.02. Mond trifft Regulus/Mars trifft Acrab
Wenn Sie gerne in den Morgenstunden beobachten, dann gibt es in dieser Nacht ein interessantes Ereignis. Ab etwa 4 Uhr tauchen die Scheren des Skorpions über dem Südost-Horizont auf. Doch da gibt es natürlich noch etwas: Mars. Der Rote Planet zieht in nur 18“ Entfernung am linken Stern Acrab vorbei.

Und am kommenden Abend zieht der Mond nur in 7 Bogenminuten Entfernung am Regulus vorbei, dem Hauptstern des Sternbildes Löwe. Die Zeit für die Begegnung liegt günstig: Um 19 Uhr erreicht der Mond die geringste Distanz.

08.02. Mond bedeckt γ Lib
Diese Bedeckung werden vermutlich nicht so viele Beobachter verfolgen, denn sie findet am Morgenhimmel statt. Dann, wenn die meisten im warmen Bett liegen. Das macht aber die Bedeckung des Sterns γ Lib durch den Mond im Sternbilde Waage zu einem selten beobachteten Ereignis. Der Mond ist zu 45% beleuchtet und nähert sich dem Stern von seiner „hellen“ Seite. Um 4:20 verschwindet der Stern hinter dem Mond und um 5:30 Uhr taucht er auf der unbeleuchteten Seite wieder auf.

11.02 Mond trifft Saturn
Der Mond stattet gerne unseren Planeten den einen oder anderen Besuch ab. Am 11. Februar besucht er wieder den Saturn. Solche Begegnungen sind immer ein reizvoller Anblick. Und eine schöne Gelegenheit für ein Stimmungsfoto mit stehender Kamera und Objektiv. Der Mond steht etwa 3,5° höher am Himmel, deshalb werden Sie ihn als erstes entdecken. Gegen 5 Uhr schielt dann der Saturn über den Horizont. Es ist eigentlich nicht die beste Zeit für den Ringplaneten. In den kommenden Monaten geht er erst in der zweiten Nachhälfte auf. Erst wenn der Frühsommer naht, rücken seine Aufgänge in eine angenehmere Zeit. Im Juni kommt er dann in Opposition zur Sonne.

21.02. Mond bedeckt μ Cet
Eine Bedeckung am Abendhimmel: Und das noch vor der Tagesschau! Um 18:20 bedeckt der Mond den Stern μ Cet im Sternbild Walfisch. Nach gut einer Stunde, um 19:17 Uhr, taucht der Stern wieder auf der anderen Seite auf. Diesmal nähert sich der Mond von seiner unbeleuchteten Seite. Wenn Sie den Stern beobachten, verschwindet er so plötzlich, als würde ihn jemand einfach ausknipsen.

23.02. Mond bedeckt Aldebaran
Ein Highlight ist die Bedeckung des Aldebarans. Wie im letzten Dezember sollten Sie dieses Ereignis nicht verpassen, denn solche Bedeckungen sind höchst selten. Es ist die letzte Aldebaran-Bedeckung für viele Jahre.

Der Mond nähert sich von seiner unbeleuchteten Seite. Für viele Beobachter ist es eine Überraschung, wenn der Stern plötzlich verschwindet, obwohl man das Verschwinden ja schon erwartet. Los gehts um 17:50 Uhr: Aldebaran verschwindet und taucht gegen 18:50 Uhr wieder auf, also gut eine Stunde später. Interessant für Amateure ist es, die Sternbedeckung zeitlich genau zu verfolgen, den Beginn und das Ende der Bedeckung festzustellen. Das geht zum Beispiel mit den empfindlichen Touptek-Kameras und der Software SharpCap 2.7, mit der Sie ein genaues Zeitsignal einblenden können.

Viel Freude beim Beobachten und clear skies wünscht Ihnen das Team von Astroshop.de

PDF hier

 

Tipp zum Wochenende: Leoniden bei Neumond

18. November 2017, Marcus Schenk

Dieses Wochenende gibt es ein besonderes Highlights am Himmel: der Meteorstrom der Leoniden. Sollte es dieses Wochenende klar sein, bieten sich aber auch DeepSky-Beobachtungen an. Denn: Wir haben fast Neumond. Die schmale Mondsichel lässt sich erst in den Morgenstunden blicken.

 

Milchstraße, Roque de los muchachos , La Palma. William Herschel Teleskop im Vordergrund.
Canon eos 1dx, 1,8 85mm, 4s ISO 3200. www.sebastiankramer.de

 

Die Schnuppen des Löwen

Es war das Jahr 1966. Für die Astronomie war das Jahr ein Highlight der Meteorbeobachtung. Am 17. November registrierte man in den Morgenstunden zirka 140.000 Sternschnuppen. Die Sternschnuppen der Leoniden erlebten einen starken Ausbruch in ihrem Maximum.

Der Grund: Alle 33 Jahre kreuzt die Staubwolke des Ursprungskometen 55P/Tempel-Tuttle die Erdbahn und wir können meist viele Sternschnuppen bewundern. Allerdings nur in einem zeitlich eng begrenzten Zeitraum. Nicht immer, aber manchmal, fallen sie wie Regentropen vom Himmel. Eben wie im Jahr 1966. Im Jahr 1998 wurde eine starke Aktivität vorhergesagt, die dann aber hinter den Erwartungen zurück blieb. Eine Vorhersage ist für die Astronomen immer schwierig und ist vergleichbar mit der Prognose der Meteorologen, ob es „Weiße Weihnachten“ gibt.

Was man sicher weiß: In den Jahren nach dem Kreuzen der Kometenwolke nimmt die Anzahl des Stroms stetig ab. Dann erreicht der Stom im Maximum nicht mehr als 20 Meteore pro Stunde. In diesem Jahr sogar eher noch weniger – genaugenommen nur 10. Aber der Vorteil: Einen Tag vor Neumond genießen wir die ganze Nacht einen dunklen Himmel. Setzen Sie sich warm eingepackt nach Mitternacht an einen guten Beobachtungsort. Dann könnten Sie sogar einige helle Leoniden sichten.

Perseiden

Aufnahme der Perseiden, Foto: B.Gährken

 

Der Punkt wo die Sternschnuppen herzukommen scheinen liegt im Sternbild Löwe. Die beste Sichtbarkeit ist nach Mitternacht. Gegen 23 Uhr steigt das Sternbild über den Horizont und die Leoniden erscheinen unter einem flachen Winkel langsam zu verglühen. Tatsächlich sind die Leoniden aber sehr schnell. Mit etwa 71 Kilometer pro Sekunde rasen sie über den Himmel. Wenn der Löwe höher steigt, können wir diese schnellen Scnuppen auch registrieren: Kaum waren sie da, sind sie auch schon wieder verglüht. Trotz der mauen Voraussagen können Sie vielleicht einige helle Leoniden entdecken. Ein schönes Erlebnis, das Sie sich nicht enmtgehen lassen sollten.

Sie wollen tiefer in das Thema einsteigen? Dann könnte das Buch Meteore für Sie interessant sein.

Wir wünschen Ihnen viel Freude bei der Beobachtung. Wenn Sie möchten, posten Sie gerne Ihre fotografischen Aufnahme oder Beobachtungsbericht in die Facebook-Kommentare. Wir freuen uns darauf.

Infografik: Das passiert im Herbst 2017 am Himmel

8. September 2017, Marcus Schenk

Der neue Himmelskalender für die nächsten drei Monate im schnellen grafischen Überblick: Die astronomische Infografik „Highlights am Herbsthimmel 2017“ zeigt Ihnen auf einen Blick, was am Himmel passiert.

September

12.9. Merkur am Morgenhimmel sichtbar
Der Merkur zeigt jetzt seinen größten westlichen Winkelabstand (17°) von der Sonne. Obwohl Merkur nicht den maximal möglichen Winkel erreicht, sehen wir ihn gut am Morgenhimmel. Ab dem 12. September entdecken Sie den innersten Planeten ab ca. 5:30 MESZ im Osten aufgehen. Begleitet wird er von der hellen Venus und dem noch tiefer stehenden Mars.

17.9. Mars trifft Merkur
Wieder ein Ereignis am Morgenhimmel: Mars trifft sich mit dem Merkur kurz vor Sonnenaufgang. Die beiden Planeten stehen nur 18 Bogensekunden voneinander entfernt. Weiter oben entdecken Sie die Venus.

18.9 Treffen von Mond, Venus, Mars und Merkur
Am Tag darauf gesellt sich die extrem dünne Mondsichel dazu. Sie sehen also vom Horizont kommend Merkur, Mars, den Mond und die helle Venus.

22.9 Mond trifft Jupiter
Nur 6% beleuchtet ist die zunehmende Mondsichel noch sehr jung. Nach 19 Uhr in der der Abendämmerung: Am westlichen Horizont sehen Sie den Mond und etwa 3° weiter unten den Jupiter.

30.9 Goldener Henkel auf dem Mond
Am letzten Septembertag ist er wieder zu sehen: der Goldene Henkel auf dem Mond. Wie ein Henkel aus Licht bricht er die Mondnacht knapp jenseits des Terminators. Wir blicken auf das Mare Imbrium in die Region des Karters Sinus Iridum und des hohen Juragebirges. Die Sonne geht hier an der Licht/Schatten-Grenze auf. Doch während der Krater noch im dunkeln liegt, taucht die Sonne die kreisförmig angeordneten Berggipfel der Juraberge in Sonnenlicht. Ein goldener Ring in der Dunkelheit. Zu sehen zwischen 17:00 und 1:00 Uhr. Wer diese Gelegenheit verpasst: Am 28. November gibt es die nächste Chance.

Oktober

4.10. Sternbedeckung x Aqr
Wer Lust auf eine Sternbedeckung hat, kommt diese Nacht auf seine Kosten. In dieser Nacht bedeckt der 95% beleuchtete Mond den Stern x Aqr im Sternbild Wassermann. Unter einem guten Himmel ist der Stern normalerweise mit dem bloßen Auge zu sehen. In der heutigen Nacht wird ihn nur ein Fernglas oder Teleskop zeigen, denn der Mond steht ja in unmittelbarer Nähe.

Um 0:26 Uhr ist es dann so weit: Der Stern wird von der schmalen noch dunklen Mondseite bedeckt. Vor allem der Eintritt ist hier interessant. Um 1:38 Uhr taucht der Stern wieder auf der anderen Mondseite auf.

5.10. Mars trifft Venus
Die Göttin der Liebe und der Kriegsgott treffen sich zu einem frühen Intermezzo. Wenn Sie ab 5:20 Uhr nach Osten blicken, sehen Sie Venus und Mars ganz dicht zusammenstehend über dem Horizont aufgehen. Heute früh trennt sie nur eine Distanz von 20 Bogensekunden.

8.10. Draconiden Sternschnuppen
Die Draconiden sind ein Meteorstrom, der aus dem Sternbild Drache zu stammen scheint. Am 8. Oktober erwartet man die maximalen Fallraten. Den Ort, aus dem die Meteore am Himmel herzukommen scheinen, nennt man Radiant. Er liegt in in der Nähe des Sterns Draconis. Der Drache gehört zu einem zirkumpolaren Sternbild, daher liegt der Radiant am Abend in gut sichtbarer Höhe. Eine Vorhersage der zu erwartenden Anzahl der Sternschnuppen gibt es leider nicht. Sie können ganz unterschiedlich ausfallen.

17.10 Treffen von Mond, Mars und Venus
Lohnend für Frühaufsteher: der Anblick einer schönen Planetenstellung. Knapp über dem Osthorizont strahlt die helle Venus. Drüber der Mars und die zarte und nur zu 7% beleuchtete Mondsichel.

19.10. Uranus in Opposition
Uranus ist einer der entferntesten Gasriesen. Im Teleskop erscheint er nur als winziges grünliches Scheibchen, auf dem wir keine Details erkennen. Als Planet können Sie ihn aber dennoch identifizieren. Suchen Sie Uranus mit einer Ausuchkate auf oder besser noch: mit dem Goto-System ihres Teleskops. Dann können Sie bei 150-200-facher Vergrößerung das Planetenscheibchen erkennen.

21.10 Orioniden
Die Orioniden ist ein kleinerer Sternschnuppenstrom mit etwa 20 Meteoren pro Stunde. Der Radiant liegt im Sternbild Orion nahe des Sterns Beteigeuze. Obwohl Sie den ganzen Monat die Sternschnuppen beobachten können, liegt das Maximum zwischen dem 20. und 21. Oktober. Ein Vorteil dieses Jahr: Es ist kurz nach Neumond, wir können also eine besonders dunkle Nacht genießen. Die beste Beobachtungszeit liegt zwischen 22 Uhr und 5 Uhr.

24.10. Mond trifft Saturn
Diesmal gibt es am Abendhimmel eine interessante und reizvolle Konstellation zwischen der zunehmenden Mondsichel und dem Planet Saturn. Der Ringplanet verschwindet langsam vom Himmel und ist nur noch in der ersten Zeit nach Sonnenuntergang zu sehen.

27.10. Komet C/2017 O1
Schon seit einer Weile ist der Komet C/2017 O1 am Himmel zu sehen. Aber was ist daran besonders? Es ist einer der wenigen Kometen, die relativ hell sind und womöglich eine Helligkeit von unter 8 Magnituden erreicht. Damit ist dieser Komet nicht nur für Spezialisten, sondern auch von anderen Himmelsbeobachten leicht auffindbar. Sogar im Fernglas! Dazu kommt: Der Komet ist zirkumpolar und bewegt sich langsam in die Richtung der Polregion.

Aktuelle Daten und Aufsuchkarten gibt es besipielsweise bei Heavens-Above.

30.10. Iris in Opposition
Wer noch nie einen Asteroiden gesehen hat oder wem die Asteroiden bisher immer zu schwach waren, der hat jetzt eine hervorragende Gelegenheit. Der Asteroid Iris kommt in die Opposition zur Sonne. Dabei steigert er seine Helligkeit bis auf 6,8mag. So hell ist kaum ein anderer Asteroid. So wird er zum hellen und einfachen Objekt, selbst für Gelegenheitsbeobachter.

Eine Aufsuchkarte gibt es bei Heavens-Above.

November

5.11. Bedeckung der Hyaden
Ein Highlight: In der Nacht vom 5. auf den 6. November bedeckt der Mond den Sternhaufen der Hyaden. Das Besondere ist, dass nicht nur ein, sondern gleich drei Sterne vom Mond bedeckt werden. Los geht es um 19:49 mit dem Stern Hydum I, um 23:48 folgt der Stern Tau 75. Den krönenden Abschluss bildet Aldebaran, der Hauptstern des Stiers, der um 3:54 hinter dem Mond verschwindet.

13.11. Venus trifft Jupiter
Venus und Jupiter bieten am 13. November einen reizvollen Blick mit dem bloßen Auge oder dem Fernglas. Ab 6:30 Uhr tauchen sie über dem Horizont auf und sind gute 45 Minunten lang hervorragend zu sehen. An diesem Morgen trennt sie nur eine Distanz von 15 Bogenminuten.

15.11. Mond trifft Mars
Ab etwa 5 Uhr morgens bietet sich eine hübschs Treffen und Mars und Mond. Die nur zu 10% beluchtete Mondsichel zeigt sich fast liegend. Rechts daneben der derzeit sehr kleine aber recht helle Mars.

17.11. Treffen von Mond, Venus und Jupiter
Und schon bietet sich ein nächstes Treffen von Mond und Planeten während der Morgenstunde. Kurz vor Sieben entdecken Sie südöstlich Venus, Jupiter und die extra schmale und nur zu 1,5% beleuchtete Mondsichel. Wäre es nicht eine Idee Ihre Kamera aufzustellen und ein schönes Stimmungsfoto aufzunehmen. Über solch ein Foto würden sich garantiert viele freuen.

17.11 Leoniden
Am gleichen Tag erreichen die Leoniden ihr Maximum. Der Meteorstrom gehört neben den Perseiden zu den Berühmtesten. Es gab Jahre, in denen fielen diese Sternschnuppen wie Regentropfen vom Himmel. Das passiert in der Regel alle 33 Jahre, wenn die Erde mit der Wolke der Leoniden zusammenstößt. In normalen Jahren erreicht der Stom im Maximum nicht mehr als 20 Meteore pro Stunde. In diesem Jahr sogar eher noch weniger – genaugenommen nur 10. Aber der Vorteil: Einen Tag vor Neumond genießen wir die ganze Nacht einen dunklen Himmel. Setzen Sie sich warm eingepackt nach Mitternacht an einen guten Beobachtungsort. Dann könnten Sie sogar einige helle Leoniden sichten.

24.11. Merkur
Merkur erreicht an diesem Tag seinen größten östlichen Abstand zur Sonne von 22°. Damit können Sie Merkur am Abendhimmel auffinden. Allerings bewegt er sich in der Dämmerung hart am Horizont. Um Merkur zu finden sollten Sie an einem Beobachtungsort mit hervorragender Horizontsicht stehen. Außerdem muss der Horizont frei von Dunst und Wolkenschichten sein. Nehmen Sie zum Aufsuchen in jedem Fall ein Fernglas zur Hand.

28.11. Goldener Henkel
Heute gibt es eine neue Chance den Goldenen Henkel auf dem Mond zu beobachten. Eine Beschreibung finden Sie weiter oben im Text. Oder eine genaue Beschreibung in diesem Blogartikel. Los geht es um 19:00 Uhr und endet um 2:00 Uhr.

Wir wünschen Ihnen einen astronomisch beobachtungsreichen Herbst.

24.05.2019
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