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Perseiden erfolgreich beobachten: So geht's

Die Sternschnuppen kommen: Jetzt fallen wieder die meisten Meteore des ganzen Jahres. Folgen Sie den Tipps für die erfolgreiche Beobachtung.

Der Moment eine Sternschnuppe zu sehen, ist für viele Menschen aufregend und einfach ein besonderes Erlebnis. Sie sollten es sich nicht entgehen lassen.

Wenn auch Sie von den Sternschnuppen begeistert sind, dann sollten Sie die nächsten Abende nutzen. Denn in der Nacht vom 11. auf den 12. August fallen etliche Sternschnuppen vom Himmel. Jedes Jahr um diese Zeit kündigt sich der Meteorstrom der Perseiden an.

Immer wenn der Himmel weint

„Tränen des Laurentius“ oder „Laurentiustränen“ lautet die Metapher der Perseiden. Sie jedoch geht auf ein dramatisches Ereignis zurück.


Laurentius war ein römischer Diakon, der in der Zeit um 250 n.Chr. lebte. Zur gleichen Zeit herrschte in Rom Kaiser Valerian, der versuchte, das Christentum zu zerstören. Nachdem Valerian den Papst enthaupten ließ, verlangte er von Laurentius die Herausgabe von Kirchenschätzen.


Laurentius war jedoch auch ein Held.

Er widersetzte sich, kämpfte mit allem was er hatte und wurde schließlich auf einem glühenden Eisenrost hingerichtet. Er starb als Märtyrer. Seit dem, so erzählt die Legende, fallen immer im August die heißen Tränen vom Himmel.

Wo finde ich die Sternschnuppen?

Wenn man die Meteore am Himmel von Ihrem Ursprungsort zurückverfolgt, scheinen sie alle aus einem bestimmten Punkt zu stammen. Astronomen nennen diesen Punkt Radiant. Im Fall der Perseiden ist es das Sternbild Perseus, daher stammt auch der Name des Meteorstroms.


Wenn Sie sich einen Ort zum Beobachten suchen: Achten Sie darauf, dass Sie das Sternbild Perseus im Blickfeld haben und es nicht durch ein Hausdach oder Ähnliches verdeckt wird.


Ein Vorteil bei der Beobachtung: Das Sternbild Perseus ist zirkumpolar. Es ist die ganze Nacht über am Himmel zu sehen. Am frühen Abend befindet es sich noch dicht über dem nödlichen Horizont, aber je später die Uhrzeit, desto höher steigt das Sternbild.

Woher stammen die Perseiden?

Die Sternschnuppen haben ein Elternhaus: Der Komet 109P Swift Tuttle, der aber erst im Jahr 1862 entdeckt wurde. Als er in die Nähe der Sonne kam, hinterließ er eine Spur aus Staubteilchen. Wenn die Erde heutzutage dessen frühere Bahn kreuzt, taucht sie in eine Art unsichtbare Wolke aus Staubteilchen ein. Wenn sie auf die Atmosphäre treffen, verglühen sie und es entstehen die romantisch aussehenden Sternschnuppen.

So beobachten Sie die August-Sternschnuppen

Sie sollten nicht nur ein paar Minuten in den Himmel blicken. So funktioniert das leider nicht.

Um viel zu entdecken, müssen Sie Geduld mitbringen und es sich so bequem wie möglich machen. Die Perseiden zu beobachten, bedeutet auch den Sternenhimmel als Ganzes auf sich wirken zu lassen und einfach zu genießen. Besorgen Sie sich für die Beobachtung am besten eine Gartenliege, einen Campingstuhl oder eine Isomatte. Soll es eine lange Nacht werden, ist eine Decke und heißer Tee oder Kaffee eine gute Idee.

"Für die Perseiden suche ich mir mit Freunden oder der Familie einfach ein lauschiges Plätzchen. Wir machen es uns auf Decken und Liegen gemütlich. Immer wieder fallen uns die Augen zu. Doch spätestens wenn einer von uns wieder eine Sternschnuppe entdeckt und aufgeregt ruft, sind wir alle wieder wach.

Wann Sie die Sternschnuppen am besten beobachten

Der Meteorstrom der Perseiden ist natürlich die ganze Nacht zu sehen Das beste Zeitfenster ist zwischen 22 Uhr und 4 Uhr.

Doch im Jahr 2019 stört leider der helle zunehmende Mond, den Sie schon in der Abenddämmerung in südlicher Richtung entdecken. Suchen Sie sich am besten ein Plätzchen außerhalb der direkten Blendung des Mondes. So können Sie auch dann helle Meteore beobachten.

Etwas für Nachteulen oder frühe Vögel: Wenn Sie Geduld haben oder sich einfach den Wecker auf die zweite Nachthälfte stellen, können Sie doch noch einen Blick ohne Mond genießen. Um etwa 2:15 verschwindet der Mond unter dem Horizont und der Himmel wird dunkel.

Wie spricht man die »Perseïden« richtig aus?

Ein kleiner Ausflug in die Sprachkunde: Manchmal sieht man die Perseiden mit zwei Punkten über dem »i«. Warum ist das so? Das ist eine Schreibweise, wie sie im Lateinischen vorkommt – ein Hiatus. Bei den Perseiden hat sie eine tiefere Bedeutung.
In der deutschen Schreibweise »Perseiden« liest man den Doppellvokal »ei« als »ai« und spricht sie damit nicht richtig aus. Die Version mit dem »ï« sagt dem Leser, die Buchstaben einzeln auszusprechen, also das i separat und nicht zusammen mit dem e.

So nun wünsche ich Ihnen einen klaren Himmel und viel Freude bei der Beobachtung.

Autor: Marcus Schenk

Marcus ist engagierter Amateurastronom, Texter, Youtuber und Liebhaber des Nachthimmels. Seit 2006 hilft er Menschen das richtige Teleskop zu finden - heute über Texte und Videos.

Als Kaffee-Junkie hätte er am liebsten seine Siebträger-Espressomaschine auch unter dem Sternenhimmel dabei.

26.08.2019
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