Im November erwartet uns ein dunkler Himmel für Deep-Sky-Beobachtungen und dazu eine ganz besondere Planetenparade, die wir nicht verpassen sollten. Drei gute Gründe sprechen dafür, diese Parade gerade jetzt zu beobachten.
Planeten lohnen sich gerade für Einsteiger: Die meisten leuchten hell und zeigen schon im kleinen Teleskop Details. Jetzt stehen fünf Planeten gleichzeitig am Himmel, und zwar in den Stunden nach Mitternacht. Das erleben wir nicht jeden Monat, und es ist Grund genug, einmal das Teleskop auf unsere Nachbarn zu richten.
Was genau ist zu sehen?
Vom 10. November bis Anfang Dezember stehen Mars, Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun jede Nacht gemeinsam am Himmel. Zwischen etwa 0 und 2 Uhr steht jeder von ihnen mindestens 10 Grad über dem Horizont, Uranus sogar fast 60 Grad hoch. Die ganze Parade spannt sich über rund 144 Grad am Himmel. Am besten gelingt die Beobachtung zwischen dem 10. und 17. November, denn dann stört kein Mondlicht.
Saturn und Neptun im Südwesten
Saturn finden wir schon am Abend in südlicher Richtung. Er leuchtet ein ganzes Stück unterhalb des Sternbildes Pegasus in einer sternarmen Region. Genauer gesagt hält er sich im Sternbild Walfisch auf, das viele schwache Sterne enthält und nur unter einem stockdunklen Himmel gut zu erkennen ist. Unser Ringplanet leuchtet aber hell daraus hervor. Schon mit einem kleinen Teleskop erkennen wir die Ringe. Sie sind derzeit nur wenig geöffnet und erscheinen als schmales, helles Band beiderseits der Planetenkugel.
Damit wir wirklich von einer Planetenparade sprechen können, müssen wir bis etwa Mitternacht warten. Dann ist Saturn Richtung Südwesten gewandert, und im Osten tauchen weitere Planeten auf, bis schließlich alle fünf am Himmel stehen.
Neptun hält sich in der Nähe von Saturn auf, ist aber nicht mit dem bloßen Auge zu erkennen. Mit etwa 7,7 mag Helligkeit benötigen wir mindestens ein Fernglas, besser aber ein Teleskop mit höherer Vergrößerung. Zuerst erscheint er wie ein Stern, aber mit einer Aufsuchkarte identifizieren wir ihn als Planeten. Neptun steht knapp 7 Grad von Saturn entfernt. In einem Weitwinkelfernglas mit großem Sehfeld passen beide Planeten gerade so gemeinsam ins Bild. Mit einem 10×50 Fernglas schwenken wir einfach kurz von Saturn hinüber.
Uranus hoch im Süden
Uranus ist dieses Mal unser Planet der Mitte. Er hält sich hoch am Himmel im Sternbild Stier zwischen den Hyaden und Plejaden auf. Am 25. und 26. November steht er in Opposition. Mit 5,6 mag ist er unter einem sehr dunklen Himmel theoretisch mit bloßem Auge zu sehen. Rund um die Opposition stört allerdings der Vollmond, der am 24. November nur wenige Grad neben Uranus steht. Wirklich Spaß macht die Beobachtung deshalb im Fernglas oder Teleskop. Die Plejaden liegen gut 5 Grad entfernt, in einem Weitwinkelfernglas erscheinen beide zusammen im Bild. Im Teleskop zeigt Uranus ein kleines, grünlich-blaues Scheibchen.
Mars und Jupiter im Osten
Wenden wir uns jetzt nach Osten. Tief über dem Horizont erscheinen zwei helle Planeten: Jupiter und Mars.
Mars und Jupiter bilden zusammen einen starken Kontrast. Mars beeindruckt uns mit seiner orangeroten Farbe. Jupiter fällt sofort durch seinen hellen Glanz auf, er leuchtet fast 12-mal so hell wie Mars. Am 16. November stehen beide nur 1,2 Grad auseinander, und der helle Stern Regulus funkelt gleich daneben. Mit einem extremen Weitwinkelokular beobachten wir rund um diesen Termin sogar beide Planeten in einem Gesichtsfeld. Dazu eignen sich etwa die Omegon Panorama-II-Okulare mit 100 Grad Eigengesichtsfeld bei einer Vergrößerung bis etwa 60-fach. Wer die beiden Planeten im Detail beobachten will, wartet am besten noch etwas. In den frühen Morgenstunden stehen sie deutlich höher. Dann schauen wir durch weniger Luft, das Bild wird ruhiger und die Details schärfer.
Die 3 guten Gründe, warum sich diese Planetenparade lohnt:
- Am 9. November ist Neumond: Bis etwa zum 17. November bleibt der Mond in den Stunden nach Mitternacht unter dem Horizont. Ideal für die lichtschwachen Planeten Uranus und Neptun.
- Am 16. November gibt es eine enge Konjunktion zwischen Mars und Jupiter. Beide Planeten stehen dann nur 1,2 Grad auseinander.
- Am 25./26. November steht Uranus in Opposition: Der Planet ist die ganze Nacht zu sehen und erreicht seine größte Helligkeit des Jahres.
Als Zugabe schenken uns die Leoniden in der Nacht vom 17. auf den 18. November ein schönes Finale. Ihr Ausstrahlungspunkt liegt im Sternbild Löwe, also genau dort, wo Mars und Jupiter stehen. Nach Monduntergang gegen 23:30 Uhr haben wir die besten Chancen auf Sternschnuppen.
Statten Sie sich am besten gleich mit der passenden Ausrüstung aus: mit einem Teleskop, einem Großfernglas oder den richtigen Okularen.
Tipp: Zwei gute Teleskope für die Beobachtung von Nebeln & Planeten sind das Omegon-Teleskop N 153/750 EQ370 oder Dobson-Teleskop Advanced X 203/1200.









