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Archiv für Oktober 2016

Tipp zum Wochenende: Das quadratische Pferd (1 Kommentar)

28. Oktober 2016, Stefan Taube

Wenn am Samstagabend die Sonne untergeht, können wir in Richtung Südwesten die Venus als Abendstern erkennen. Sie steht an diesem Abend nur drei Grad südlich vom Saturn. Wie die Ansicht mit der Planetariumssoftware Stellarium zeigt, wird allerdings eine freie Horizontsicht benötigt, um die beiden tief stehenden Planeten zu sehen.

Venus

Die Venus zeigt sich derzeit als Abendstern. Am Samstag südlich des Saturn.

Mit voranschreitender Dunkelheit kommen immer mehr Sterne zum Vorschein. Der Himmel im Herbst wird vom Herbstviereck dominiert. Schaut man bei Dunkelheit in Richtung Süden, fällt einem dieses Viereck sofort auf. Da drei der vier Sterne zum Sternbild Pegasus gehören, wird es auch Pegasus-Quadrat genannt.

Pegasus

Das Sternbild Pegasus ist am Herbsthimmel leicht zu finden.

Das Herbstviereck wird von den vier Sternen Algenib, Markab, Scheat und Alpheratz gebildet, wobei letzterer auch Sirrah genannt wird und bereits zum Sternbild Andromeda gehört.

Pegasus ist das berühmte geflügelte Pferd der griechischen Mythologie. Entstanden ist es aus dem Blut der schrecklichen Gorgone Medusa, nachdem der Held Perseus ihr den Kopf abschlug. Einmal auf die Welt gekommen, wurde das Pferd Teil verschiedener mythologischer Erzählungen: Der Held Bellerophon reitet auf Pegasus in den Kampf gegen das Mischwesen Chimäre, das Pferd trägt die Blitze von Zeus, es schlägt mit seinen Hufen Wasserquellen in den Fels und dient als Symbol für die Muse der poetischen Inspiration. Erste bildliche Darstellungen des Pegasus finden sich auf Münzen aus Korinth aus der Zeit um 550 vor Christus.

Obwohl das Sternbild Pegasus recht groß ist, finden sich in ihm nur wenige leicht zugängliche Beobachtungsobjekte.

Ausgangspunkt der Beobachtung mit dem Teleskop soll der Stern Enif sein, der hellste Stern im Pegasus. Enif steht am Ende einer von Markab ausgehenden, hakenförmigen Sternenkette, die den Hals und Kopf des Pferdes Pegasus bildet. Der Name Enif leitet sich aus dem arabischen Wort für Nase ab. Der Stern Enif ist ein sogenannter Überriese. Sein Durchmesser übertrifft den unserer Sonne um das 150-fache! Dank seiner enormen Größe ist der Stern so hell wie 6700 Sonnen. So können wir ihn trotz seiner Entfernung von 700 Lichtjahren mit bloßem Auge sehen. Seine Oberfläche ist allerdings deutlich kühler als die unserer Sonne. Daher erscheint der Stern im Teleskop orangefarben. Für Enif sind Helligkeitsausbrüche (Flares) dokumentiert, die den Stern für kurze Zeit deutlich heller erscheinen lassen.

Schon mit einem kleinen Teleskop ist ein 143 Winkelsekunden entfernter Begleiter von Enif erkennbar.

Wenn wir die gedachte Linie aus Sternen, die den Kopf des Pegasus darstellt, verlängern, treffen wir auf den Kugelsternhaufen M15. Er gehört zu den „fantastischen Vier“, das sind die vier schönsten Kugelsternhaufen der nördlichen Hemisphäre: M3, M5, M13 und M15. Der Entdecker dieses Sternhaufens, Jean-Dominique Maraldi, schrieb im Jahre 1746:

„… recht heller nebliger Stern, der aus vielen Sternen zusammengesetzt ist.“

Ein Stern aus Sternen also:

Messier 15

Messier 15, fotografiert von Carlos Malagón.

Während Enif noch ein Mitglied unseres stellaren Hinterhofs ist, befindet sich M15 in 40.000 Lichtjahren Entfernung. Der Sternhaufen ist Bestandteil des galaktischen Halos. Er umkreist das Zentrum unserer Milchstraße einmal in 250 Millionen Jahren. Der Kugelsternhaufen vereint auf 200 Lichtjahren Durchmesser etwa 450.000 Sonnenmassen. Zum Zentrum hin ist er so verdichtet, dass die Distanzen der Sterne von der Größenordnung unseres Sonnensystems sind.

M15 ist unter einem guten Himmel bereits mit bloßem Auge zu erkennen, auf jeden Fall mit einem Fernglas. Der Sternhaufen M15 gehört zu den Objekten, die mit jeder Optik ein lohnendes Beobachtungsziel abgeben!

M15_John

Messier 15, fotografiert von John Mirtle.

Wer M15 fotografiert, sollte versuchen eine weitere Besonderheit dieses Kugelsternhaufens nachzuweisen: M15 beherbergt einen planetarischen Nebel mit der Bezeichnung Pease 1. Einen planetarischen Nebel in 40.000 Lichtjahren Entfernung nachzuweisen ist nicht ganz einfach. Wenn wir die gedachte Linie über den Stern Enif und M15 hinaus verlängern, treffen wir auf ein Exemplar, das uns viel näher steht, nämlich der Hantelnebel. Er befindet sich in 1150 Lichtjahren Entfernung im Sternbild Füchschen (Vulpecula). Planetarische Nebel markieren das Endstadium im Leben der Sterne mit vergleichbarer Masse wie unsere Sonne. Es sind flüchtige Erscheinungen mit individueller Morphologie. Der Hantelnebel, den Sie in Ihrer GoTo-Steuerung oder dem Universe2go unter der Katalognummer M27 finden, ist der hellste planetarische Nebel im Messier-Katalog und daher ein beliebtes Motiv für Astrofotografen:

M27

Die abgestoßene Hülle eines alten Sterns: Der Hantelnebel M27

Diese Aufnahme des Hantelnebels hat uns Jürgen Mainka zukommen lassen. Als Kamera verwendete er eine ZWO ASI 178 MC Color und als Teleskop den großen Flextube GoTo-Dobson mit 16 Zoll Öffnung von Skywatcher. Mit der Kamera erzeugte er eine Serie aus 158 Bilder zu je zwei Sekunden Belichtungszeit, die er zu einem einzelnen Bild zusammenfügte. Dieses sehr beliebte Verfahren wird auch als Stacking bezeichnet. Die Kamera steuert Jürgen Mainka mit SharpCap. Diese kostenlose Software können wir auch nur empfehlen!

Sowohl der Kugelsternhaufen M15, als auch der Hantelnebel M27 machen aber nicht nur in der Kamera, sondern auch im Okular eine sehr gute Figur!

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Fotowettbewerb: Die Sieger stehen fest!

20. Oktober 2016, Anita Maier

Anfang Juli haben wir über unseren Blog einen Astro-Fotowettbewerb ausgerufen. Jeder Amateur-Astronom konnte uns bis zu drei Fotos einschicken. Viele Astrofotografien überzeugten durch eine hohe Qualität. Unsere Jury, die aus langjährigen Amateurastronomen bestand, hat nun ihre Wahl getroffen.

Zum Siegerfoto schaffte es schließlich das wunderschöne Bild NGC 2264 und der Konusnebel von Gerald Willems. Herzlichen Glückwunsch an Herrn Willems! Er erhält von uns einen Philips Kaffeevollautomat 3000 Series HD8821/01.

Daten zum Bild: Mosaik aus zwei Segmenten, Teleskop: 14“-Newton bei 1200 mm Brennweite (ASA-3 Reducer), Kamera: Atik 4000 M, Je Segment: H-alpha: 32x 10 min, [O-III]: je. 13x 10 min, [S-II]: je. 10x 10 min. Das vorliegende Endergebnis ist eine Überlagerung einer Bi-Color-Version und einer Hubble-Palette.

NGC 2264 und der Konusnebel

NGC 2264 und der Konusnebel


Weitere Gewinner

Wir entschieden uns, drei weitere Bilder zu prämieren. Platz 2 gewann Herr Matthias Krieger mit seinem Foto von M45 und erhält als Preis zwei Vixen Okulare LV Okular 18mm und LV Okular 20mm.

Daten zum Bild: Aufnahmeinstrument war ein APO130f6, 3 EDF-GT mit 2, 5″ Flattener, Aufnahmekamera war eine Nikon D810a, Montierung Losmandy G11 – offaxis nachgeführt, Aufnahmedaten: 36x300s bei 1600ASA. Das Bild ist ohne Darks aber mit 20Flats, 20 Bias mit DSS gestackt und Fitswork, ImaginPlus und Photoshop bearbeitet.

M45

M45

 

Auf Platz 3 der schönsten Bilder liegt Herr Torsten Mellenthin mit dem Bild der Sonne und ISS. Er gewann ein Celestron 18mm X-CEL LX Okular zusammen mit einem Smartphone Adapter.

Daten zum Bild: Optik: selbstgeschliffener 8″ f/7.3 Spiegel in selbstgebautem Dobson, Montierung: einfache in Eigenbau entstandene EQ-Plattform, Kamera: QHY5L-IIm, Zubehör: 2x Televue Barlow und UV-/IR-Sperrfilter. Die erste Aufnahme entstand am 21.04.2016 um 14:26 Uhr und zeigt den Sonnenfleck AR12533 während eines ISS Sonnentransits. Belichtet wurden 0,52ms. Das Video wurde mit AutoStakkert gestacked. Das geschärfte Summenbild wurde dann unter Fitswork mit dem einzigen Frame kombiniert, der die fast vollständige ISS und den Sonnenfleck gemeinsam zeigen.

Sonne und ISS

Sonne und ISS

Platz 4 ging an Herrn Riegler Markus für seine Version des IC1805. Sein Gewinn: ein 21mm Hyperion Okular von Baader Planetarium.

Daten zum Bild: Lacerta 72/432 f6 APO auf einer Skywatcher EQ6 mit einer Moravian G2-8300FW CCD und OAG, mit Schmallbandfilter aufgenohmen, Filter und Belichtungszeiten: Astronomik 12nm HA 20×600 und 2×900 Sekunden, Astronomik 12nm O3 16×600 und 2×900 Sekunden, Astronomik 12nm S2 16×600 und 2×900 Sekunden.

IC1805

IC1805

 

Als Trostpreis haben wir noch DVDs von Polyband an Aufnahmen versendet, die es leider ganz knapp nicht unter die ersten vier geschafft haben:

Markus Meel,Orion

Daten zum Bild: 8“ F4 GSO Newton, Skywatcher EQ6, GPU Korrektor, RGB via Canon 600DAC (digital astronomy cooled) Eigenumbau – 42 x 300 Sek. ISO400, Ha via Canon 600DACM (digital astronomy cooled mono) Eigenumbau – 35 x 900 sek. ISO800.

 

Orion

Orion

 

Christian Müksch, Vollmond

Daten zum Bild: Optik: Celestron C9.25 mit 0.63 Reducer auf CGEM-Montierung, Kamera: Nikon D7100, ISO 400, 1/1600s, 90 frames, Software: PIPP, AutoStakkert, Astra Image, Photoshop CC.

Vollmond

Vollmond

 

Alexander Grasel, M16

Daten zum Bild: Montierung ASA DDM60Pro, Atik 460EXcolor, C11 HD Hyperstar 560mm – f2, Belichtungszeit 3 Stunden 48 Minuten, Einzelbilder 240 – 300 Sek., 25 Grad Höhe.

M16

M16

 

Vielen Dank für die Teilnahme am Wettbewerb
Zum Schluss bedanken wir uns ganz herzlich bei allen Astrofotografen für Teilnahme an unserem Fotowettbewerb!

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Skywatcher: Nachwuchs in der Star Adventurer Familie

18. Oktober 2016, Stefan Taube

Der Star Adventurer von Skywatcher ist eine im wahrsten Sinne des Wortes handliche Fotomontierung. Unter Fotomontierung verstehen wir eine astronomische Montierung, mit der nicht ein Teleskop, sondern eine Fotokamera der Himmelsrotation nachgeführt wird. So gelingen Ihnen beeindruckende Großfeldaufnahmen des Nachthimmels: Komplette Sternbilder, das Band der Milchstraße oder stimmungsvolle Konstellationen von Mond und Planeten.

Die Star Adventurer Familie hat nun Nachwuchs bekommen

Ab sofort lieferbar, der Mini Star Adventurer Wi-Fi von Skywatcher:

mini-star-adventurer

Astrofotografie light: Mini Star Adventurer mit Polhöhenwiege und L-Halterung

Wie den klassischen Star Adventurer bieten wir Ihnen auch dieses dieses Modell in zwei Varianten: Das Photo-Set beinhaltet lediglich die Fotomontierung ohne weiteres Zubehör. Diese Variante ist ideal für Kunden, die schon über Zubehör verfügen oder den Star Adventurer für Zwecke außerhalb der Astrofotografie verwenden wollen. Die Variante Astro-Set bietet alles was Sie brauchen, um den Star Adventurer als astronomische Montierung zu verwenden. Sie benötigen lediglich noch ein Fotostativ. Sehr gut geeignet ist das sehr leichte Titania 600 von Omegon.

Was ist anders am neuen Star Adventurer?

Der Mini Star Adventurer Wi-Fi ist kein Ersatz für das klassische Modell. Wie der Name vermuten lässt, ist die Tragkraft der neuen Version geringer. Der klassische Star Adventurer trägt etwa 5 Kilogramm, beim Mini Star Adventurer empfiehlt der Hersteller maximal 3 Kilogramm Zuladung. Die geringere Last ermöglicht es, den Mini Star Adventurer über einen integrierten Akku zu betreiben, der per Mini-USB aufgeladen werden kann. Sie benötigen also keine Batterien mehr.

Ein weiterer großer Unterschied ist die Steuerung über eine App: Der Mini Star Adventurer Wi-Fi erzeugt sein eigenes WLAN. Sie können Ihr Smartphone oder Tablet kabellos mit der Fotomontierung verbinden. Dafür stellt Skywatcher eine kostenlose App für Android und iOS zur Verfügung. Der Vorteil der App ist, dass Sie keine zusätzliche Handsteuerung benötigen, da Sie sie ja bereits in Form Ihres Smartphones besitzen, inklusive dem Komfort der grafischen Benutzeroberfläche und Touchscreen. So können Sie mit der App über den Mini Star Adventurer Wi-Fi auch die Kamera ansteuern und vielfältige Einstellungen vornehmen. Dies alles erfolgt berührungslos: Weder wird die Kamera erschüttert, noch die Polausrichtung gestört.

Übrigens: Mit Fotomontierungen, wie den Modelle der Star Adventurer Serie, können Sie auch Panorama- und Zeitrafferaufnahmen machen. Fotomontierungen sind ein vielseitig einsetzbares Tool für ambitionierte Fotografen.

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Tipp zum Wochenende: Die Eisriesen im Herbst

14. Oktober 2016, Stefan Taube

Die großen Planeten Jupiter und Saturn, die durch ihre Helligkeit jedem Laien sofort auffallen und deren Anblick im Teleskop nie enttäuscht, haben sich vom Nachthimmel verabschiedet. Auch unser Nachbar im Sonnensystem, der rote Mars macht sich rar. Jetzt ist ein guter Zeitpunkt für zwei unscheinbare Himmelskörper gekommen, um aus dem Schatten der drei planetaren Stars herauszutreten. Die Rede ist von den beiden Eisriesen Uranus und Neptun.

Der Planet Uranus erreicht derzeit seine Oppositionsstellung, das heißt, er steht von uns aus gesehen der Sonne gegenüber und ist daher die ganze Nacht zu beobachten. Der Blick ins Planetariumsprogramm Stellarium zeigt sowohl die Position von Uranus im Sternbild Fische als auch die Lage des zweiten Eisriesen Neptun im Wassermann:

KW41

Der Himmelsanblick am Samstagabend in Richtung Südosten.

Uranus befindet sich am Samstagabend oberhalb des Vollmondes. Der Himmelsanblick wird von dem markanten Pegasus-Quadrat dominiert, an dem man sich gut orientieren kann. Das Sternbild Fische gehört aber auch zu den eher leicht zu identifizierenden Sternbildern. Die rote Linie markiert die Ekliptik, das ist die Ebene unseres Planetensystems, entlang der wir alle Planeten finden.

Uranus ist kein klassischer Planet, obwohl er eigentlich unter sehr guten Sichtbedingungen mit bloßem Auge sichtbar ist. Da ein Uranusjahr 84 Erdjahre dauert, wandert der Planet nur sehr langsam über den Himmel. Um seine Planetennatur zu erkennen, braucht es daher ein Teleskop. So entdeckte am 13. März 1781 Friedrich Wilhelm Herschel mit seinem 6-Zoll-Teleskop eher zufällig das Planetenscheibchen. Mit dieser Entdeckung hatte er die Größe unseres Planetensystems auf einen Schlag verdoppelt.

Der vier Erdkugeln durchmessende Planet Uranus erscheint im Teleskop als blaugrünes Scheibchen. Selbst wenn man mit einer Raumsonde an Uranus vorbei fliegt, verwehrt uns der Planet mit einer dicken Dunstschicht einen genaueren Blick auf sein atmosphärisches Geschehen:

Uranus

So sah 1986 die Raumsonde Voyager 2 den Planeten Uranus. Quelle: NASA

Der relativ hohe Gehalt an Methan in der Atmosphäre der beiden Eisriesen Uranus und Neptun ist für deren blaue Farbe verantwortlich. Das von Wolken des Uranus und Neptun reflektierte Sonnenlicht durchläuft zunächst die methanhaltige Atmosphäre, bevor es weiter in Richtung Erde in unsere Teleskope fliegt. Das Methangas hält die roten Anteile des Lichts zurück, so dass die Planeten bläulich erscheinen. Das Methangas in der Hochatmosphäre ist auch für den Dunstschleier verantwortlich. Dort zerlegt energiereiche UV-Strahlung der Sonne das Methan. Daraus bilden sich Kohlenwasserstoffe, die in tiefere Schichten absinken und zu Dunst kondensieren.

Trotzdem gelingt es Astronomen mit modernen Techniken Vorgänge in der Atmosphäre besser sichtbar zu machen, wie diese Aufnahme des Weltraumteleskops Hubble aus dem Jahre 2006 zeigt:

uranus_and_ariel

Blick auf Uranus während der Tagundnachtgleiche.

Das helle Band in der Mitte der Planetenscheibe ist eine Wolkenstruktur, die sich längs des Äquators entlangzieht. Der Äquator verläuft aber nicht von oben nach unten, weil das Foto um 90° gedreht wurde. Die Rotationsachse des Planeten ist um 97,8° gekippt! Aus diesem Grund schauen wir während eines Uranusjahrs meistens entweder auf den Nord- oder den Südpol des Planeten. Zur Zeit als das Foto aufgenommen wurde, herrschte auf Uranus allerdings gerade Tagundnachtgleiche (Äquinoktium). Nur zu diesem Zeitpunkt ist es möglich den Transit von Monden vor der Uranusscheibe zu beobachten. Jupiter und Saturn hingegen haben nur eine gering geneigte Rotationsachse. Daher sind solche Transitereignisse bei ihnen keine Seltenheit.

Die nächste Grafik zeigt, wie sich Uranus mit seiner gekippten Achse um die Sonne bewegt. Die Rotationsachse ändert dabei nie die Orientierung.

Uranus Jahreszeiten

Uranus hat extreme Jahreszeiten, weil die Achse gekippt ist.

Als die Raumsonde Voyager 2 Uranus erreichte, blickte sie auf den Südpol des Planeten. Das mit dem Weltraumteleskop Hubble aufgenommene Bild oben zeigt Uranus von der Seite. Im Laufe der nächsten Jahre sehen wir immer mehr vom Nordpol.

Friedrich Wilhelm Herschel hatte bereits sechs Jahre nach seiner Entdeckung des Planeten auch die ersten beiden Monde des Uranus nachgewiesen, nämlich Oberon und Titania. Heute kennen wir 27 Monde im Uranus-System. Falls Sie eine Planetenkamera besitzen, versuchen Sie sich doch mal an den Monden von Uranus und Neptun!

Seit 1977 wissen wir auch, dass Uranus ein Ringsystem hat, das allerdings viel dunkler und schmäler ist, als die Ringe des Saturn. Dieses Bild zeigt das Uranus-System mit seinen Ringen und Monden:

Uranus Ring

Uranus, aufgenommen mit dem 8,2-Meter-Teleskop Antu der Europäischen Südsternwarte (ESO).

Im nahen Infrarotlicht absorbiert das atmosphärische Methangas das Licht des Uranus, so dass der Planet dunkel erscheint und seine Umgebung nicht mehr vom grellen Licht überblendet wird.

All das können Sie nicht sehen, wenn Sie den Uranus in Ihrem Teleskop betrachten. Sie erkennen einfach nur ein blasses, blaugrünes Scheibchen vor der Schwärze des Universums. Doch wie so oft in der Hobby-Astronomie steigt mit dem Hintergrundwissen auch die Beobachtungsfreude. Wenn Sie mehr über die Planeten unseres Sonnensystems erfahren wollen, empfehlen wir Ihnen das Buch Wanderer am Himmel – Die Welt der Planeten in Astronomie und Mythologie.

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Herbstnovitäten: Die neuen Bücher von Kosmos!

7. Oktober 2016, Stefan Taube

Was ist bereits erschienen und auf was können wir uns noch freuen? Hier sind die neuen Astronomie-Bücher aus dem Kosmos-Verlag in diesem Herbst:

Juwelen

Der neue Bildband

Juwelen des Kosmos: Die spektakulärsten Bilder aus dem All

Moderne Raumsonden und Riesenteleskope bringen uns zum Staunen. Dieser Bildband präsentiert die aktuellsten Aufnahmen: sensationelle Blicke der Raumsonde Rosetta auf den Kometen „Tschuri“, die neu entdeckten Landschaften des Zwergplaneten Pluto, ein riesiges Panorama der Milchstraße, spektakuläre Szenen vom Werden und Vergehen im Kosmos, eingefangen vom berühmten Weltraumteleskop Hubble.

Ein galaktisches Geschenk für jeden Sternfreund!

Circa 250 Fotos, 192 Seiten, 299mm x 249mm, € 39,90


gravitationswellen

Aktuelle Forschung!

Das Geheimnis der Gravitationswellen: Einsteins Vision wird Wirklichkeit

Februar 2016: Die Welt der Wissenschaft hält gebannt den Atem an… Forschern des LIGO-Projekts gelang der Nachweis der geheimnisvollen Gravitationswellen.

Der Physiker Dr. Günter Spanner war an der Entwicklung der Messgeräte beteiligt. Er berichtet aus erster Hand und für jeden verständlich, was man über Gravitationswellen wissen muss, warum sie ein neues Fenster zum All eröffnen und mit welchen weiteren Erkenntnissen zu rechnen ist.

Autor: Günter Spanner, circa 288 Seiten, Hardcover, € 19,99


Erstkontakt

Was wäre wenn?

Erstkontakt: Warum wir uns auf Außerirdische vorbereiten müssen

Was passiert, wenn wir in unserem „Versteck“ Erde entdeckt werden? Werden die Regierungen uns überhaupt informieren? Wie reagieren die Medien?

Wissenschaftlich fundiert und äußerst spannend beschreibt Daniel Gerritzen die Auswirkungen eines Erstkontakts auf die Menschheit und zeigt, wie riskant es ist, dieses Thema zu verdrängen. Der Autor beschreibt ausführlich mit welchen Methoden die Astronomen seit dem ersten SETI-Projekt nach Signalen fremder Intelligenz fahnden.

Autor: Tobias Daniel Gerritzen, mit einem Vorwort von Karl Olsberg., 350 Seiten, Hardcover, € 25,-

Außerdem bieten wir Ihnen die aktuellen astronomischen Jahrbücher aus dem Kosmos-Verlag:

Wem das noch nicht genügt, der findet in unserem Medien-Bereich jede Menge weitere informative und spannende Lektüre.

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Winterbekleidung: Die Nächte werden wieder kalt!

6. Oktober 2016, Stefan Taube

Modische Kleidung ist eigentlich nicht unsere Kernkompetenz, doch wissen wir ganz genau, wie kalt die Nächte jetzt im Herbst wieder werden! Daher führen wir in unserem Outdoor-Bereich eine Auswahl an Kälteschutz-Bekleidung.

Planam

Ein glücklicher, weil warmer Astronom!

Sehr bewährt haben sich:

Sogar den heißen Tee aus der Thermoskanne bekommen Sie bei uns! Nur den Tee müssen Sie vorher selber einfüllen.

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22.11.2017
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