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Posts mit Stichwort 'jupitermonde'

Die Gas-Giganten in Opposition

23. Juni 2020, Jan Ströher

Klare Sommernächte im Juli sollten für die Beobachtung der großen Gasplaneten Jupiter und Saturn genutzt werden, denn beide befinden sich Mitte des Monats in Opposition zur Sonne. Dies bedeutet für uns in Mitteleuropa optimale Bedingungen, denn die beiden Planeten erreichen so ihre größte scheinbare Helligkeit und den höchsten Stand über dem Horizont.

Normalerweise befinden sich die Planeten leider meist sehr dicht über dem Horizont, was die Beobachtung durch starke Luftunruhe (das sogenannte „Seeing“) verschlechtert. Außerdem bedeutet eine nahe Horizontstellung auch oft ein durch Gebäude, Berge oder Bäume eingeschränktes Blickfeld. Der atmosphärischen Unruhe können Sie unter anderem mit einem ADC („Atmospheric Dispersion Corrector“) entgegenwirken. Der ADC hilft dabei, den Effekt der atmosphärischen Dispersion zu kompensieren und die Farbränder an hellen Objekten zu reduzieren.

Zum Oppositionszeitpunkt stehen beide Planeten in südlicher Himmelsrichtung im Sternbild Schütze, etwa 21° hoch über dem Horizont, was die Beobachtung deutlich erleichtert. Durch die in dieser Zeit maximale scheinbare Helligkeit sind die Gasriesen sehr leicht aufzufinden.  Eine gute Orientierung bietet dabei eine Sternkarte.

Stellarium

Die Gas-Giganten sind übrigens auch für Einsteiger oder Kinder mit Unterstützung ihrer Eltern tolle Ziele!

Jupiter wird dann bis zu -2,7mag erstrahlen, Saturn etwa +0,1mag. Zudem nähern  sich die Giganten am Himmel bis auf ca. 7° an. Beide lassen sich so auch in den kurzen Sommernächten über einen guten Zeitraum zusammen beobachten. Bei Jupiter können auch in kleineren Teleskopen bereits die vier galileischen Monde Europa, Ganymed, Io und Kallisto erkannt, sowie die beiden Hauptwolkenbänder des Planeten begutachtet werden. Zur Kontraststeigerung bei den Wolkenbändern nutzt man oft einen geeigneten Filter, wie zum Beispiel einen Pol- oder Farbfilter.

Jupiter im März 2015 (Foto: Bernd Gährken, München im März 2015 an einem C11)

Der viel weiter entfernte Saturn zeigt uns das beeindruckende Ringsystem und in größeren Optiken auch dessen Cassini-Teilung, sowie die größten vier bis fünf seiner insgesamt 82 Monde.

Weitere Infos zu den geeigneten Einsatzmöglichkeiten von Filtern finden Sie auch hier!

Saturn umringt von den Monden Enceladus, Tethys, Dione, Rhea und Titan (Foto: James Bates, Berlin August 2019, C8, 2x Barlow, ADC, UV/IR Sperrfilter, ZWO ASI 224MC)

Der genaue Oppositionszeitpunkt liegt für Jupiter am 14. Juli, für Saturn am 20. Juli. Generell sind die Monate Juli und August für die Beobachtung ideal – also auch in den Phasen unmittelbar vor und nach dem Datum der Opposition.

Wer dann anschließend noch nicht genug von der Planetenbeobachtung hat, kann sich ab September auf die beginnende Mars-Opposition freuen. Der rote Planet liegt für uns zwar wesentlich näher, ist aber auch viel kleiner als die beiden Giganten Jupiter und Saturn…

Passend zum Sommer können Sie zusätzlich mit dem entsprechenden Outfit Ihre Begeisterung für die Planeten zeigen.

Wir wünschen klaren Himmel, viel Erfolg und Freude bei der Beobachtung!

Jupiter in Opposition.

5. Februar 2015, Bernd Gährken

Der Jupiter hat am 6.2.2015 seine Oppositionsstellung erreicht. Der Planet steht in Erdnähe und ist die ganze Nacht zu sehen. Die beste Beobachtungszeit ist jedoch in den Stunden um Mitternacht, wenn er seine höchste Stellung am Himmel einnimmt. Die diesjährige Jupiteropposition hat eine Besonderheit zu bieten. Die Jupitermonde bedecken und verfinstern sich gegenseitig. Das passiert nur alle 6 Jahre. In mittleren Amateurteleskopen ab 6 Zoll sind bei ruhiger Luft die Monde schon als winzige Scheibchen zu sehen. Besonders beim Riesenmond Ganymed ist die räumliche Ausdehnung gut zu erkennen. Bei gegenseitigen Verfinsterungen ändern sich nicht nur die Mondhelligkeiten sondern auch die Form der Monde. Allerdings ist nicht jede Verfinsterung ein spektakuläres Ereignis! Beim IMCCE sind einige Hundert Verfinsterungen gelistet. Besonders interessante Ereignisse lassen sich durch eine Simulation mit der Freeware Celestia herausfinden. Einige Beispiele aus dem Zeitraum zwischen dem 7.2. und 21.2. zeigen die folgenden Bilder.

Jupitermondereignisse

Jupitermondereignisse

Besonders interessant sind der 12. und 20.2 wenn Ganymed getroffen wird. Eine komplette Liste gibt es hier.

Dort lassen sich durch Eingabe des Observatory Code 116 die in Deutschland
nicht sichtbaren Ereignisse ausblenden. Die Freeware Celestia gibt es zum Download.

Am 8.1.2015 gegen 4:44 MEZ wurde Ganymed von Europa partiell verfinstert. Die prognostizierte Helligkeitsabnahme lag bei 0,3 mag.Zum Maximum gelang bei mäßigen Bedingungen eine Serie von 1400 Bildern durch den Dunst. Davon wurden die 270 besten addiert. Bei dieser Verfinsterung wurde nur ein kleiner Teil des Jupitermondes abgedeckt, doch eine kleine Delle am Mondrand ist zu erkennen.

Ganymedverfinsterung am 8.1.15

Ganymedverfinsterung am 8.1.15

15.07.2020
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