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Marcus Schenk

Über Marcus Schenk

Marcus ist Amateurastronom, Texter, Autor und Liebhaber des Nachthimmels. Seit 2006 hilft er Menschen, das richtige Teleskop zu finden - heute über Texte und Videos.
Als Kaffee-Junkie hätte er am liebsten seine Siebträger-Espressomaschine auch unter dem Sternenhimmel dabei.

Posts verfasst von Marcus Schenk

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ITV 2017: Das 26. internationale Teleskoptreffen Vogelsberg

22. Mai 2017, Marcus Schenk

Am kommenden verlängerten Wochenende vom 24.05. – 28.5.2017 findet zum 26. Mal das internationale Teleskoptreffen Vogelsberg statt. Von Donnerstag bis Sonntag treffen sich Sternfreunde aus dem ganzen Land auf dem Campingplatz am Gedener See. Es ist ein einmaliges Event: Das größte Teleskoptreffen Deutschlands erwartet ca. 600 Sternfreunde. Alle haben ein Ziel: Gemeinsam Beobachten, gleichgesinnte Treffen und Teleskope bestaunen. Auch Astroshop.de ist dieses Jahr wieder dabei und mit einem Stand und mehreren Teleskopen vertreten.

Auf dem ITV: Ansicht in der Nacht.

Auf dem ITV: Ansicht in der Nacht.

So etwas sieht man selten: unzählige Teleskope, Montierungen und selbstgebaute Konstruktionen. Wer sich für die praktische Astronomie begeistert, für den ist das hier eine Art „Schlaraffenland“. Irgendwo sonst sieht man so viele Geräte. Und das beste: Jeder kann mal einen Blick durch ein anderes Teleskop werfen. Das ist auf dem ITV selbstverständlich. Gerade wer vor der Frage steht: Welches Teleskop soll ich kaufen?, kann hier ganz praktisch herausfinden, was zu ihm passt.

Auch wir von Astroshop.de sind mit zwei Mitarbeitern vertreten. Wir haben haben aktuelle Produkte mit im Gepäck. Und die können Sie am nächsten Wochenende live erleben!

1. Hubbel Optics Dobson

Hubble Optics ist ein amerikanischer Hersteller von ultraleichten Premium-Dobson Teleskopen. Auf dem ITV sehen Sie das 14“ f/4,6 Premium Ultra Light Dobson. Ein so großes Teleskop – doch es wiegt nur ca. 21kg! Zusammengepackt nimmt es nur sehr wenig Platz in Anspruch und passt selbst in einen kleinen Kofferraum. Der Sandwich-Hauptspiegel ist dünn und kühlt bis zu 10-mal schneller als ein normaler Spiegel aus. Wir freuen uns, mit Ihnen zusammen mit diesem Teleskop zu beobachten.

Hubble Optics N 255/1635mm

2. Omegon Push+

Eine neue Entwicklung von Omegon: Das Push+ System. Diese Dobson-Montierung verbindet Teleskop und Smartphone. Es ist ein Teleskop, das zwischen einem manuellen Teleskop und einem Goto-System steht. Kombiniert mit einem 8“ Newton-Tubus navigieren Sie per Smartphone-App zu jedem beliebigen Himmelsobjekt. Lassen Sie sich überraschen!

as-omegon-pushplus-de

3. Touptek Kamera + Mini-Guidescope

Die ToupTek-Kameras arbeiten mit neuen hochempfindlichen Sony-Sensoren. Ein großer Vorteil: Das Leitfernrohr darf kleiner werden. Zusammen mit den Omegon Mini-Guidescopes 50mm oder 60mm bieten sie ein ultrakompaktes Guidingsystem. Einfach in den normalen Sucheschuh einschieben – fertig – und bereit fürs Guiding.

Mini-Guidescope passt auf jeden Standard-Sucherschuh

4. Losmandy G11 zum Sonderpreis

Die Losmandy G11 Montierung ist legendär und beliebt bei Amaterurastronomen mit größeren Montierungen. Ein Meisterstück präziser Astro-Mechanik! Überzeugen Sie sich auf dem ITV und testen Sie die G11. Einmaliger Preisvorteil auf dem ITV: 3.990,- Euro, Sie sparen 610,- Euro.

 

Losmandy G11 mit Gemini 2 GoTo

 

Kommen Sie doch auch zum ITV: Man muss es erleben. Treffen Sie andere Sternfreunde, bestaunen Sie selbstgebaute Teleskope oder nehmen Sie an Workshops und Vorträgen teil. Nähere Infos finden Sie hier.

Wir freuen uns auf gemeinsame Sternstunden!

Tipp zum Wochenende: Schattenspiele auf dem Jupiter

19. Mai 2017, Marcus Schenk

Jupiter stand im April in Opposition zur Sonne. Doch auch jetzt dominiert er noch den Nachthimmel und strahlt als hellstes Objekt vom Himmel. In der Nacht vom 20.5 erleben wir ein tolles Schauspiel: „Jupiters Schattenspiele“.

Jupiter mit drei Mondschatten

Jupiter mit drei Mondschatten

Sie müssen dafür keine Karten im Vorverkauf erwerben. Denn Jupiter gibt es für alle kostenlos.  Wenn es dunkel wird, ist der Planet einer der ersten „Punkte“, die am dunkelblauen Himmel in der Dämmerung erscheinen. Gegen 21:30 Uhr steht er südöstlich in einer Höhe von 35° über dem Horizont.

Tipp: Wenn Sie ein Foto von Jupiter machen wollen, tun Sie das jetzt noch. Dieses Jahr steht er noch relativ hoch. Nächstes Jahr erreicht er durch seine Sommeropposition nur eine geringe Höhe und ist schwieriger zu beobachten.

Zuerst beginnt Ganymed

Wenn die Schattenspiele beginnen, sollten Sie Ihr Teleskop schon aufgestellt und auf Jupiter ausgerichtet haben. Denn heute Nacht schieben sich die großen galileischen Monde Ganymed und Io vor die Gaskugel.

Das Schauspiel startet! Ein Blick auf die Uhr: Es ist 20:30 Uhr. Es ist noch sehr hell, Jupiter schält sich gerade erst aus der Dämmerung. Auf der rechten Seite sehen wir die großen Mond Europa und Ganymed. Der Schatten des 5262 km großen Ganymed schiebt sich westlich vor die Planetenscheibe. Ein genauer Blick zeigt: Der Schatten ist gar nicht rund, sondern leicht oval. Je mehr der Schatten aber zur Planetenmitte wandert, desto runder erscheint er. Gemächlich wandert der Schatten über den Planeten, bis er zwei Stunden später den gegenüberliegenden Planetenrand erreicht.

Tipp: Während des Schattendurchgangs ist auch der „Große Rote Fleck“ für uns sichtbar.

Dann folgt Io

Wir Planetenbeobachter haben jetzt eine Stunde Pause, in der wir ein paar DeepSky-Objekte beobachten können. Bevor sich um 23:30 Uhr das nächste Ereignis ankündigt: Der Pizzamond Io schiebt sich vor den Planeten. Um 0:20 Uhr taucht sein Schatten auf und wandert in etwas mehr als 2 Stunden über die Kugel. Der Mond selbst verlässt den Jupiter aber schon etwas früher – um 1:40 Uhr.

Wir wünschen Ihnen viel Freude bei der Beobachtung und  ein astronomisch interessantes Wochenende.

Okularauszüge: So optimieren Sie Ihr Teleskop an der Zubehörseite

17. Mai 2017, Marcus Schenk

Ein Okularauszug ist wahrscheinlich das Bauteil, das Sie am häufigsten und intensivsten an einem Teleskop nutzen. Wie oft steckt man hier Okulare, Adapter und Kameras an? Ja, so ein Okularauszug muss schon viel aushalten. Doch besitzt er auch eine ausreichende Qualität? Viele Teleskope werden auf einen günstigen Preis ausgelegt – das merkt man dann am Okularauszug. Eine Optimierung erzeugt an dieser Stelle eine große Wirkung.

Ein Blick auf Ihren aktuellen Okularauszug verrät Ihnen schnell, ob Sie aus Ihrem Teleskop noch mehr herausholen können, als Sie das bisher gemacht haben.

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Familientreffen der Omegon Okularauszüge

 

Eine interessante Frage: Was ist überhaupt der Sinn eines sehr hochwertigen, genau laufenden Okularauszugs? Was muss er können?

Fünf Argumente für einen guten Okularauszug

Ein Okularauszug sollte …

… spielfrei sein.
Vielleicht kennen Sie das? Sie drehen am Fokusrad, aber die Mechanik dreht leer. Bis sie dann doch irgendwann greift. Zum einen ärgerlich, zum anderen hat man das Gefühl mit minderwertigem Material zu arbeiten.

…kein shifting haben.
Sie drehen am Fokusrad, aber Jupiter führt im Okular einen Regentanz auf und hüpft hin und her. Noch schlimmer in einer Kamera. Da kann das Objekt sogar aus dem Bildfeld hüpfen. Diagnose: Shifting. Das sollte schnellstens durch einen guten Auszug behoben werden.

…ausgerüstet mit einer Kamera nicht durchbiegen.
Unstabile Auszüge haben für Ihre Astrofots manchmal fatale Folgen. Wenn sich das Auszugsrohr durchbiegt, kann Ihr Foto in einer Ecke scharf sein, in der anderen jedoch unscharf. Wer will schon so ein Ergebnis nach einer durchgemachten Fotonacht? Weiter unten finden Sie eine Liste mit einer Tragkraft, welche die maximale Kameralast angibt, um genau solche Probleme zu vermeiden.

…eine genaue, feine Fokuseinstellung besitzen.
Wer sich für Astrofotografie begeistert weiß es: Ein Objekt am Himmel in der Kamera scharfzustellen ist eine Herausforderung. Einfacher geht das mit einem weichen Lauf oder einer 1:10 Dual-Untersetzung. Sie können den Fokus dann im Bereich von zehntel Millimetern anpassen. Alles, um die exakte Schärfe zu finden.

…bei schwerem Zubehör nicht durchrutschen.
Ein schweres Okular kann bis zu 1kg wiegen, eine Kamerauasrüstung sogar noch mehr. Da ist es gut, wenn Sie einen Okularauszug haben, der auch bei hohem Gewicht nicht durchrutscht.

Wir haben einige Omegon Okularauszüge im Angebot, mit denen Sie Ihr Teleskop einfach optimieren und die Performace erhöhen können. Für mehr Spaß bei der Beobachtung. Vor allem die Omegon Produkte der Serien V-Power, Omegon Pro und der Omegon Hybrid Caryford Dual Speed greifen diese fünf Wünsche auf und erfüllen sie mit hoher Präzision. Der erwähnte Omegon Hybrid Caryford Dual Speed besitzt sogar eine sehr geringe Bauhöhe. Damit kann man bei schnellen Newtonsystemen, mit z.B. f/5, die Vignettierung reduzieren und die Ausleuchtung erhöhen.

Sicher wollen Sie wissen, ob der Okularauszug zu Ihrem Teleskop passt. Wie hoch ist der Backfokus? Was sind die Maße für den Adapter? Welche Tragkraft hat der Auszug? Alle Infos auf einen Blick finden Sie in dieser neuen Liste. So sehen Sie sofort welcher Okularauszug für Sie am besten passt:

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Tipp zum Wochenende: Der Goldene Henkel auf dem Mond

5. Mai 2017, Marcus Schenk

Am 6. Mai können Sie etwas ganz Besonderes auf dem Mond entdecken: den „Goldenen Henkel“. Dabei handelt es sich nicht etwa um einen Henkel, den einer der Apollo Astronauten auf dem Mond vergessen haben. Mitnichten! Es ist ein Phänomen aus Licht, das wir nur zu einer bestimmten Mondphase sehen. Dann taucht ein zarter Lichtring auf der dunklen Seite des Mondes auf. Wann Sie es genau sehen und was dahinter steckt, erfahren Sie in diesem Tipp zum Wochenende.

MondTouptek

Ja, er sieht fast aus, als wäre er aus reinem Gold. Wertvoll allerdings ist er nur für uns Himmelsbeobachter.

Was ist der Goldene Henkel?

Der Goldene Henkel taucht nur dann auf, wenn der zunehmende Mond genau zu 83 Prozent beleuchtet wird. Das ist etwa 10 Tage nach Neumond. Es ist ein visuelles Phänomen, das sich exakt an der Licht- und Schattengrenze des Mondes abspielt. Historische Beobachter sahen darin wohl einen Henkel und so ist dieser schöne, bildhafte Name bis heute erhalten geblieben.

Wo finden Sie das Gebiet genau?

An das Mare Imbrium schließt sich linker Hand die Bucht des Sinus Iridium an. Es ist ein Krater mit etwa 250 Kilometern Durchmesser, der wie auch das Mare mit Lava überflutet wurde. Sinus Iridium wird von einer Bergkette umringt: dem Juragebirge. Es handelt sich hier um 400 Kilometer weitläufige etwa 3000 Meter hohe Berge. Diese Höhe macht das Phänomen erst möglich! Während das Tal noch in Finsternis liegt, leuchtet die aufgehende Sonne schon die Bergspitzen an. Der „Goldene Henkel“ entsteht. Oder für die Bergfans unter uns: Alpenglühen auf dem Mond!

Wann am besten beobachten?

Das Phänomen tritt zwar bei jedem Mondumlauf auf, doch nicht immer können wir eine freie Sicht auf den Mond genießen. Diesmal macht eine Beobachtung aber Sinn. Hoffentlich haben Sie heute schon etwas früher Feierabend. Zum Einklang in das Wochenende würde sich das durchaus lohnen, denn schon ab 16:00 Uhr loht sich der Blick nach oben. Natürlich ist es jetzt noch hell und die Mondoberfläche bietet nicht den Kontrast, welchen man in der Nacht gewöhnt ist. Vermutlich ist das aber der günstigste Zeitpunkt.

Ein Fernglas oder ein kleines Teleskop reicht schon für eine erfolgreiche Beobachtung. Das ist ja auch das Schöne an Mondbeobachtungen: Sie brauchen kein teures Equipment. Astronomie funktioniert auch mit günstigen Instrumenten. So können Sie zum Beispiel versuchen den „Goldenen Henkel“ mit dem Omegon Easypic Universal Smartphoneadapter aufzunehmen. Es ist erstaunlich, wie gut heutzutage die Mondfotos mit einem Handy gelingen. Bis etwa 23:00 Uhr können Sie den Henkel verfolgen, bevor die Sonne auch das Tal der Juraberge langsam wieder in Licht taucht.

Viel Freude bei der Beobachtung

Tipp zum Wochenende: Der Mond bedeckt das rote Stierauge

28. April 2017, Marcus Schenk

Der Mond sieht für die meisten Menschen feststehend aus. Tatsächlich umkreist er die Erde aber einmal in 28 Tagen. Er wandert in östliche Richtung über den Himmel. Manchmal kann es passieren, dass er sich perspektivisch vor ein anderes Objekt schiebt. Zum Beispiel vor einen Stern. Am Freitag ist das wieder der Fall! Der Mond bedeckt den Stern Aldebaran.

Quelle: Stellarium

Quelle: Stellarium

Ein paar Tage nach Neumond taucht der Mond wieder am westlichen Horizont auf. Die extrem dünne Mondsichel strahlt besonders schön in der zunehmenden Dämmerung. Am Freitag ist die sichtbare Oberfläche nur zu 7 Prozent beleuchtet. Das macht die Bedeckung von Aldebaran besonders interessant, denn er wird von der unbeleuchteten Seite unseres Trabanten bedeckt.

Was ist faszinierend an einer Sternbedeckung?

Da Sterne aufgrund ihrer enormen Entfernung für uns punktförmig sind, werden sie von der einen zur anderen Sekunde einfach ausgeknipst. Auf der anderen Mondseite erscheinen sie ebenso plötzlich – wie aus dem Nichts. Es ist verblüffend! Und ein schönes Beobachtungserlebnis.

Astronomisch gesehen ist es ein interessantes Ereignis. Der Mond folgt nicht nur scheinbar der Drehbewegung der Erde, sondern besitzt auch eine Eigenbewegung entgegengesetzt der Erddrehung. Der Mond bewegt sich mit einer Geschwindigkeit von einem Meter pro Sekunde und wandert innerhalb einer Stunde einen ganzen Monddurchmesser von Westen nach Osten. Eines ist klar: Irgendwann muss er auf Sterne treffen, die er bedeckt.

Wie läuft die Bedeckung von Aldebaran ab?

Zum Zeitpunkt der Bedeckung ist es noch hell, denn die Sonne geht um 20:30 Uhr unter. Mit einem Teleskop oder einem Fernglas ist Aldebaran aber schon sichtbar. Nach dem der Stern um 20:20 Uhr hinter dem Mond verschwindet, dauert es gut 50 Minuten, bis er wieder um 21:10 auf der anderen Seite des Mondes wieder auftaucht. Hinweis: Je nachdem wo Sie beobachten, können die Zeiten minimal abweichen.

Damals wie heute: die Position des Mondes

Noch vor 200 Jahren benutze man Sternbedeckungen, um die Position der Mondbahn zu vermessen. Da man die Lage der Sterne am Himmel kannte, konnte durch diesen Bezugspunkt die Bahnlage des Mondes erkannt werden. Wichtig war es, nicht nur von einem Beobachtungsort zu messen. Je mehr Beobachter an verschiedenen Orten, desto genauer die Messung.

Mit einer astronomischen Videokamera und einem Zeitmesser können Sie selbst einen Beitrag leisten. Für Sternbedeckungen bietet sich die ToupTek 440KMA an. Die hohe Empfindlichkeit und eine Livebildfunktion machen es zum Vergnügen, mit der Kamera zu arbeiten. Wenn Sie dazu die Software Sharp-Cap-Version 2.7 nutzen, können Sie in das Video ein Zeitsignal einblenden. Weitere Links und Empfehlungen zu dem Thema finden Sie in diesem Blogbeitrag.

Wir wünschen Ihnen viel Spaß bei Ihrer Beobachtung!

Tipp zum Wochenende: Der Komet 41P/Tuttle-Giacobini-Kresák

13. April 2017, Marcus Schenk

Der Komet 41P/Tuttle-Giacobini-Kresák stand Anfang April in Erdnähe. Am 14. April erreicht er seine geringste Distanz zu Sonne. Seine gute Position am Himmel und seine große Sonnennähe von 156 Millionen Kilometern machen ihn zu einem interessanten und hellen Objekt. Beobachten Sie ihn jetzt, denn er wird schon wieder schwächer.

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Der Komet 41P/Tuttle-Giacobini-Kresak im Sternbild Großer Bär am 25.3.2017, Bild: B.Gährken

 

Größte Helligkeit an diesem Wochenende

Der Komet steigerte seine Helligkeit in den letzten Monaten deutlich. Dieses Wochenende wird er seinen größten „Glanz“ erreichen. Er liegt dann bei 7 Größenklassen, also knapp unter der Grenze für die Sichtung mit dem bloßen Auge. Doch aufgepasst: Einige Beobachter munkeln schon von einem leichten Rückgang der Helligkeit. Am besten Sie beobachten so bald wie möglich. Wenn er nicht doch noch einen Helligkeitsausbruch bekommt. Schließlich erreichte er im Jahr 1974 einen gigantischen Burst und steigerte sich um 10 Größenklassen auf unglaubliche 4,4mag. Wie sich das Ganze entwickelt, weiß keiner so genau. Lassen wir uns also überraschen.

Hoch am Himmel für alle sichtbar

41P/Tuttle-Giacobini-Kresák liegt für uns Nordhalbkügler in einer perfekten Beobachtungslage. Im Februar begann er seine Bahn im Frühlingssternbild Löwe und wanderte dann von unten durch das Sternbild Großer Bär. Im März kletterte er den Schwanz des Drachen hinauf. Jetzt finden Sie ihn zentral mitten im feuerspeienden Untier. Damit ist der Komet zirkumpolar und die ganze Nacht zu sehen.

Die Mondphase eignet sich dieses Wochenende perfekt für einen Blick nach oben. In den Abendstunden können wir in absoluter Finsternis beobachten. Das ist gut, denn die Koma eines Kometen ist diffus und durch das Mondlicht wäre die Beobachtung empfindlich gestört. Erst gegen Mitternacht sehen wir im Osten, die hell erleuchtete Mondkugel aufgehen.

So einfach finden Sie den Kometen

Den Kometen zu finden ist gar nicht schwer. Sie können sich zum Beispiel vom Polarstern aus nähern oder vom Kopf des Drachen. Ziehen Sie eine gerade Line vom Kopfstern β Dra Rastaban zum  2,7mag hellen Stern η Dra. Auf halber Strecke in etwa 6° Entfernung treffen Sie am Abend des 14.04 auf den Kometen. Sie können sich natürlich auch anders nähern: Dabei bilden Sie aus den hinteren Kastensternen eine gerade Line, die Sie wieder bis zum Stern η Dra verlängern. Beobachten Sie jetzt mit einem 8×56 Fernglas, dann ist der Kometen nur noch einen Gesichtsfelddurchmesser entfernt.

Am 15.04 ändert sich die Situation nur ein wenig: Dann hat sich 41P/ nur etwa 1,5° Richtung Rastaban weiter bewegt.

Generell: Zum Aufsuchen benutzen Sie am besten ein Teleskop mit einem langbrennweitigen Okular und einem möglichst großen Gesichtsfeld. Mit etwas Geduld sollten Sie den Kometen dann finden. Dank seiner recht großen Koma, ist er auch im Fernglas gut zu erkennen. Während seiner Erdnähe schaffte es die Koma (also die Hülle) auf den erstaunlichen Wert von einem Vollmonddurchmesser. Mit einem Großfernglas und einem stabilen Stativ sollte der Komet eine interessante Beobachtung bieten.

Karte zum Aufsuchen, zum Vergrößern anklicken, Stellarium

Karte zum Aufsuchen, zum Vergrößern anklicken, Stellarium

Noch weitere Kometen?

41P/ ist nicht der einzige Komet. Zwischen Wassermann und Steinbock finden Sie C/2015 ER61 Panstarrs. Der Komet hatte einen Helligkeitsanstieg und leuchtet jetzt mit einer Helligkeit von 6,5mag. Genauso wie Komet C/2017 E4 Lovejoy, auch er besitzt eine Helligkeit von 6,5mag. Beide Kometen haben leider eine geringe Höhe über dem Horizont und sind erst kurz vor Sonnenaufgang sichtbar.

Wir wünschen Ihnen viel Spaß bei der Beobachtung und außerdem entspannte Ostern!

Tipp zum Wochenende: Jupiter in Opposition

7. April 2017, Marcus Schenk

Jupiter ist der größte Planet in unserem Sonnensystem – ein Gasriese mit 142.000 Kilometer Durchmesser. Am 7. April steht er in Opposition und kommt der Erde besonders nahe. Warum Sie Jupiter dieses Jahr unbedingt beobachten sollen, erfahren Sie in diesem Tipp zum Wochenende.

Ob Jupiter auf dem Kopf steht, ist nicht so wichtig Bild: Carlos Malagon

Unser größter Planet steht im April 2017 in Opposition. Der Durchmesser der Erde würde 11-mal in den Jupiter hineinpassen. Bild: Carlos Malagon

Vom Jupiter aus gesehen ist die Erde ein flinker innerer Planet, der die Sonne viel schneller umkreist als Jupiter das kann. Etwa alle 399 Tage oder 13 Monate überrundet die Erde den Gasgiganten. Sie steht dann für kurze Zeit genau in einer Linie zwischen Jupiter und Sonne. Genau das passiert an diesem Wochenende. Wir haben eine Opposition! Die optimale Lage für schöne Jupiterbeobachtungen.

Das hellste Objekt der ganzen Nacht

Jupiter ist jetzt die ganze Nacht zu sehen und erstrahlt in seiner größten Helligkeit. Mit -2,9 Größenklassen ist er außer dem Mond das hellste Objekt am Himmel. Wenn es dunkel wird, geht er im Osten im Sternbild Jungfrau auf. Seine höchste Position, den Meridian, erreicht er um etwa 1:20 Uhr. Erst in der Morgendämmerung verschwindet Jupiter wieder unter dem Westhorizont.

Von der Erde trennen ihn am 7. April nur 666 Millionen Kilometer. Bei der Beobachtung profitieren wir damit von einem großen scheinbaren Durchmesser von 44“.

Dieses Jahr ist optimal für eine Jupiterbeobachtung

Der Gasriese erreicht in diesem Jahr eine maximale Höhe von 35° über dem Horizont und sitzt nur etwa 5° unter dem Himmelsäquator. Damit ist der Planet gut beobachtbar! Zumindest besser, als in den folgenden Jahren. Denn dann sinkt Jupiter am Himmel immer tiefer. Für uns sinkt damit die Chance auf eine gute Sichtung.

Bei seiner nächste Opposition, am 9. Mai 2018, erreicht er nur noch eine Höhe von 25 Grad. Am 10. Juni 2019 kommt er nur noch auf eine Höhe von 19 Grad. Jetzt ist es also mehr als günstig den Jupiter ausgiebig zu beobachten und zu fotografieren.

Schon kleine Teleskope sind für eine Beobachtung geeignet

Beobachten können Sie den Jupiter sogar schon mit einem 10×50 Fernglas. Noch besser eignet sich ein 15×70 oder 20×80 Fernglas. Befestigt auf einem Stativ können Sie die vier galileischen Monde erkennen. Es sieht fast so aus, als hätte man ein eigenes Planetensystem vor seinen Augen. Mehr ins Detail gehen Sie mit einem 90mm Teleskop. Jetzt erkennen Sie die Wolkenbänder und verdunkelte Regionen am oberen und unteren Planetenrand. Sogar der große rote Fleck ist bei guten Bedingungen sichtbar. In einem 150mm Teleskop oder 200mm Teleskop erkennen Sie eine unglaubliche Detailfülle. Der Fleck ist noch besser sichtbar, Sie sehen weitere Wolkenbänder und Strukturen.

Wir wünschen Ihnen viel Freude bei der Beobachtung von Jupiter!

Astronomische Ostern: 10 Geschenktipps für große und kleine Sternfreunde

6. April 2017, Marcus Schenk

Vogelzwitschern, Sonnenschein, die ersten Osterglocken in der Wiese. Wenn wir da nicht auch den Osterhasen entdecken? Doch warum blickt er so verzweifelt? Hobbyastronomen sind für ihn schon ein Spezialfall. Braucht er etwa noch ein paar Ideen für Ostergeschenke, die er dann verstecken kann?

Zeit ihm zu helfen: Diese 10 Geschenktipps kommen bestimmt gut an.

ostergeschenke

 

1. Als Hobbyastronom sollte man auch zeigen, dass man einer ist. Mit dem Wissensbecher „Astronomie“ – da schmecken Kaffee und Tee (oder der Kakao) doch gleich viel besser.

2. Als Briefbeschwerer oder als besonderer Schmuck im Regal: Das gläserne Sonnensystem zieht garantiert die Blicke auf sich.  Die Planeten in unserem Sonnensystem sehen aus, als würden sie schweben.

3. Ein Stein vom Mond: Ein Geschenk, das jeden Weltraum-Fan glücklich macht. Diese Überraschung gelingt garantiert. Es handelt sich dabei um ein Stück echtes Mondgestein der Bezeichnung NWA 7986. Weitere Infos finden Sie auf der Produktseite.

4. Ein Film über einen der bedeutendsten Physiker unserer Zeit. Der Spielfilm: „Hawking – Die Suche nach dem Anfang der Zeit“ erzählt die Geschichte von Stephen Hawking.

5. Was ist Was: „Sterne Wunder im Weltall“. Kinder sind von Natur aus Forscher und neugierig auf die Welt. In dieser Dokumentation erfahren Ihre Jüngsten alles Wichtige über das Universum.

6. Der Mond steht so schön am Himmel. Nach oben blicken und ähnlich wie ein Astronaut tausende Krater entdecken. Und dann weiter zum Saturn mit seinem beeindruckenden Ring und zum Jupiter. Oder vielleicht einfach die Rehe am Waldrand beobachten? All das geht mit dem Omegon MightyMak Teleskop – Ein Teleskop für den Himmel und die Natur. Und natürlich auch ganz passend für schöne Eltern-Kind-Erlebnisse.

 

7. Freunde und Lehrer mit fundiertem Weltraumwissen überzeugen: Das geht wunderbar mit dem Planeten und Raumfahrt Quiz-Spiel. Natürlich bringt das Spiel auch Spaß für die ganze Familie.

8. Live in die Sterne blicken ohne Sternkarte und Buch – und trotzdem alles wissen. Das ist möglich mit der Universe2go Sternenbrille. App herunterladen, Smartphone einlegen und schon sehen Sie Sternbilder, Planeten oder Galaxien. Bilder und Namen werden in das Gesichtsfeld eingeblendet. Und der persönliche Himmelsguide erzählt alles wissenswertes über den Himmel. Wenn wir Universe2go mit Augmented Reality haben, können wir uns das Holodeck auf dem Raumschiff Enterprise ja doch sparen.

9. Bastelstunde für die ganze Familie. Die Aufgabe: Baue ein Sonnensystem. Genauer gesagt ein 3D Mobile des Sonnensystems. Die Planetenkugel zusammensetzen, mit den Malfarben anpinseln und an den Mobile-Stäben aufhängen. Das nennt sich dann astronomisches Kunsthandwerk und ganz nebenbei fördert es Wissen und Feinmotorik.

10. Erleben Sie mit diesem Omegon 8 Zoll Dobson-Teleskop mit Push+ Objektfinder ein ganz neues Gefühl den Himmel zu erkunden. Mit diesem Teleskop und dem Objektfinder-System für Ihr Smartphone, finden Sie jeden Planeten und jedes DeepSky-Objekt im Handumdrehen!

Wir wünschen Ihnen eine frohe und entspannte Osterzeit!

Neu: Omegon Oberon Okulare mit 82° Gesichtsfeld

3. April 2017, Marcus Schenk

Die neuen Omegon Oberon Okulare besitzen 82° Gesichtsfeld und bieten damit einen wunderbar freien Blick. Außerdem sind sie wasserdicht und stickstoffgefüllt. Mit einem Preis von unter 200 Euro sind sie erstaunlich günstig und für jeden Hobbyastronom erschwinglich.

Die Omegon Oberon Okulare mit 82° Gesichtsfeld

Die Omegon Oberon Okulare mit 82° Gesichtsfeld

Wasserdicht und stickstoffgefüllt

Sie kennen das sicher, wenn die Okulare nicht mehr so glänzen. Wenn Dreck, Blütenstaub und das Fett von Wimpern auf den Augenlinsen liegt. Dann müsste man eigentlich die Okulare reinigen. Doch das ist gar nicht so einfach, denn man muss sehr vorsichtig mit optischen Reinigungsmitteln säubern. Das ist bei den Omegon Okularen geradezu genial einfach.

Spülen Sie das Okular einfach unter fließendem Wasser ab. Und schon glänzen die Okulare wieder wie am ersten Tag.

Wir haben ein kurzes Video aufgenommen. Hier sehen Sie, wie Sie diese Okulare einfach aber effektiv reinigen. Viel Spaß beim Ansehen!

Der Vorteil eines großen Gesichtsfeldes

Okulare mit Weitwinkel sind ein Traum für Himmelsbeobachter. Im Gegensatz zu den Standardokularen mit 45° oder 50° Gesichtsfeld bieten Großfeldokulare den Eindruck, im Weltraum zu schweben. Oberhalb von 70° nimmt das Auge keinen Okularrand mehr wahr und der Sternenhimmel erscheint fast grenzenlos. Die Oberon Okulare mit 82° erfüllen diese Aufgabe noch besser, denn hier kann Ihr Auge sogar im Gesichtsfeld wandern.

Die Oberon Okularserie besteht aus sechs Okularen mit den Brennweiten 7mm, 10mm, 15mm, 19mm, 23mm und 32mm. Die drei kleinen Brennweiten sind in 1,25″ erhältlich, und die drei langen Brennweiten in 2″ Größe. Jeder Beobachter weiß, wie schwierig manchmal das Aufsuchen eines Objekts ist. So ein 32mm Oberon Okular macht die Sache schon einfacher: Eine kleine Vergrößerung gekoppelt mit 82° Sichtfeld, macht das große Oberon zu einem perfekten Aufsuchokular.

Doch auch die ein 7mm Okular mit 82° Grad hat klare Vorteile: Die Mondoberfläche bei hoher Vergrößerung betrachten und trotzdem große Areale der Mondlandschaft zu sehen – das ist einfach super.

Die Vorteile der Oberon Okulare im Überblick:
   
•    Beständig: wasserdicht und stickstoffgefüllt – gegen Feuchtigkeit und für langen Halt
•    82° Gesichtsfeld: riesiges Gesichtsfeld fast ohne Begrenzung
•    Griffiger Halt: geriffelte Gummiamierung
•    Edles Design: eloxiertes Alugehäuse

Hier geht’s lang: Weitere Infos finden Sie auf den Produktseiten der neuen Oberon Okulare.

Tipp zum Wochenende: Merkur am Abendhimmel – jetzt beobachten!

31. März 2017, Marcus Schenk

Dieses Wochenende zeigt sich der Planet Merkur von seiner besten Seite. Denn jetzt erreicht er seine beste Abendsichtbarkeit des ganzen Jahres. Außerdem steht er am 1. April in der größten östlichen Elongation zur Sonne. Gehen wir auf die Suche nach dem flinken Merkur.

Der Merkur kurz nach seiner Halbphase, Foto: B.Gährken

Der Merkur kurz nach seiner Halbphase, Foto: B.Gährken

 

Nach der Zeitumstellung geht die Sonne um 19:48 Uhr unter. Schon ab 20 Uhr haben wir die Chance den sonnennahen Merkur dicht über dem Horizont zu entdecken. Das Zeitfenster ist knapp, denn die Sonne hält ihn wie einen Hund an kurzer Leine. Er folgt ihr wenig später und geht um 21:40 Uhr unter. Wir haben also ein bisschen Zeit, ihn mit dem bloßen Auge, mit dem Fernglas oder mit dem Teleskop zu bestaunen.

Der Punkt über dem Westhorizont

Blicken Sie um 20 Uhr nach Westen. Wie auf einer Perlenkette aufgereiht entdecken Sie weit oben den zunehmenden Mond, in der Mitte den Planeten Mars und ganz unten den Merkur. In den nächsten 40 Minuten schreitet die Dämmerung immer weiter voran, Merkur ist immer besser sichtbar, aber er sinkt auch tiefer. Ab etwa 20:45 Uhr wird es schwierig ihn noch zu entdecken. Es sei denn Ihr Beobachtungsort gönnt Ihnen eine hervorragende Horizontsicht.

Sichtbar bis spätestens 10. April

Leider ist seine Sichtbarkeits-Phase nur von kurzer Dauer. Sie begann bereits am 20. März und dauert bis etwa 10. April. Realistisch gesehen wird es nach dem 7. April immer schwieriger ihn zu entdecken. Außerdem sinkt seine Helligkeit von 0mag auf 1,2mag. Ab jetzt haben wir also gut eine Woche Zeit ihn zu erwischen.

Merkurs größter Winkelabstand von der Sonne

Der Merkur ist der Sonne am nähesten gelegene Planet und umkreist sie in nur 88 Tagen in einer elliptischen Bahn. Bei einer östlichen Stellung zur Sonne können wir ihn am Abendhimmel finden. Sein Abstand zur seiner jetzigen größten östlichen Stellung beträgt allerdings nur 19°. Das ist leider nur ein mäßiger Wert, denn maximal kann sie 28° errichen. Unser Vorteil ist aber die Ekliptik, welche im Frühling sehr steil verläuft.

Die Sonnennähe von Merkur führt dazu, dass wir ihn nie mitten in der Nacht sehen können. Manche Menschen haben unseren Innersten Planeten noch nie gesehen. So gibt es zum Beispiel eine Geschichte vom Astronomen Nikolaus Kopernikus. Er soll am Sterbebett gesagt haben, er bedaure es sehr, nie den Merkur gesehen zu haben. Einige behaupten allerdings, diese Worte wärem dem brühmten Astronomen nur in den Mund gelegt worden. Nun ja, das weiß wohl keiner so genau.

Sie jedoch haben jetzt die Chance auf einer erfolgreiche Beobachtung. Wir wünschen Ihnen viel Spaß dabei!