Die Temperaturen steigen und die ersten Sonnenstrahlen locken selbst Sofaastronomen wieder nach draußen. Jetzt ist der richtige Moment, um wieder einmal in den Himmel zu schauen.
Im Westen gehen die bekannten Sterne des Winters langsam unter. Gleichzeitig steigen im Osten schon die ersten Sterne des Frühlings über den Horizont. Das ist fast wie eine kosmische Staffelübergabe.
Die nächsten drei Monate bieten seltene Momente am Himmel. Besonders faszinierend: Der Mond bewegt sich direkt vor den hellen Stern Regulus.
Unsere „Astro Highlights Frühling 2026“ zeigen euch alle wichtigen Termine: Die Grafik zeigt die wichtigsten Daten auf einen Blick, darunter im Text die nähere Beschreibung der Himmelsereignisse.
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Viel Freude beim Entdecken
März
08.03.2026 Venus trifft Saturn
Ganz knapp über dem westlichen Horizont begegnen sich am 8. März die Planeten Venus und Saturn. Während Venus mit -3,9 mag in hellem Glanz strahlt, wirkt Saturn daneben deutlich zurückhaltender und fast zart. Gerade dieser Kontrast macht die Begegnung besonders malerisch.
In ihrer Nähe hält sich außerdem der ferne Planet Neptun auf. Durch den hellen Dämmerungshimmel bleibt er jedoch unsichtbar und entzieht sich selbst im Teleskop meist der Beobachtung.
10.03.2026 Mond trifft Antares
In den Morgenstunden des 10.3. nähert sich der abnehmende Mond dem Hauptstern des Skorpions: Antares. Er ist ein roter Überriese und leuchtet hell und rötlich am Nachthimmel. Er hat einen 700-fach größeren Durchmesser als unsere Sonne und würde einige Planeten, inklusive unserer Erde, verschlucken, wenn er an der Stelle unseres Heimatgestirns stehen würde.
20.03.2026 Mond trifft Venus
In der Abenddämmerung sind sie ein hübsches Paar: der Mond und die Venus. Beide sind nach Sonnenuntergang dicht über dem westlichen Horizont zu sehen. Die zunehmende Mondsichel ist nur zu 3,5 % beleuchtet und nur gerade einmal zwei Tage alt. Beide Himmelskörper schweben zart vor einem blauen Dämmerungshimmel.
23.03.2026 Mond trifft Plejaden und Aldebaran
Schon bevor es richtig dunkel wird, entdecken wir die Mondsichel über dem westlichen Horizont. Sobald es dann dunkel ist, tauchen ganz in der Nähe die beiden hellen Sterne Aldebaran und Capella auf. Neben dem Mond, in etwa 5 Grad Entfernung, erkennst du das Siebengestirn, die Plejaden. Im Vergleich zum Mond wirken sie geradezu filigran.
28.03.2026 Goldener Henkel Mond
Ende März zeigt sich der Mond wieder einmal von seiner schönsten Seite: Der Goldene Henkel ist zu sehen. Das ist ein Lichtphänomen und neben der Beobachtung der Krater mal etwas anderes.
Die flache Beleuchtung in der Nähe des Mondterminators sorgt für ein schönes Spiel aus Schatten und Licht. Über mehrere Stunden hinweg werden die Gipfelspitzen des Montes Jura von den Strahlen der Sonne beleuchtet, während die kleine Ebene des Sinus Iridum noch im Schatten liegt. In der Dunkelheit taucht dann ein feiner Lichtkreis auf, der wie ein goldener Henkel aussieht.
29.03.2026 Mond bedeckt Regulus
Der zunehmende Mond bedeckt den hellen Stern Regulus im Sternbild Löwe. Es ist ein auffälliges Ereignis, weil Regulus mit 1,3mag zu den hellsten Sternen am Himmel zählt. Astronomisch gesehen, kommt das Ereignis recht häufig vor, denn Regulus hält sich in der Ekliptikebene des Mondes auf. Steht der Mond auf seiner Bahn dann zufällig auf exakt der gleichen Höhe, kommt es zu einer Bedeckung.
Ein Fernglas oder ein kleines Teleskop reichen schon aus, um das Ereignis zu verfolgen. Los geht’s um 20:20 – dann verschwindet der Stern auf der noch unbeleuchteten Seite des Mondes. Etwa 1h 20min später glänzt uns Regulus von der anderen Mondseite wieder an.
April
02.04.2026 Mond trifft Spica
Spica ist ein massereicher blauer Stern, ein veränderlicher und gleichzeitig ein Doppelsternsystem. Mit 262 Lichtjahren Entfernung, 13.000-facher Sonnenleuchtkraft und dem 7,5-fachen Sonnenradius nimmt er den sechzehnten Rang in der Topliste der hellsten Sterne am Himmel ein.
An der Position von Spica hält die Jungfrau in ihrer linken Hand eine Kornähre. Daher stammt auch der lateinische Name des Sterns. Am 02. April hält sich der Mond in der Nähe auf.
07.04.2026 Mond trifft Antares
Mitten in der zweiten Nachthälfte taucht das Sternbild Skorpion über dem Horizont auf. Gerade genießen wir ja den Frühling – doch in den Morgenstunden bekommen wir einen Geschmack auf die nächste Jahreszeit. In dem Fall: dem Sommer. Der Skorpion ist ein Sternbild inmitten der sommerlichen Milchstraße und ein Nachbar des Schützen. Wir in Mitteleuropa kennen den Skorpion auch als „Horizontschleicher“, daher sehen wir nur einen Teil des Sternbildes. Der berühmte Stachel des Skorpion, der Orion zum Verhängnis wurde, bleibt bei uns unter dem Horizont. Der Mond hält sich heute Nacht ganz in der Nähe des Hauptsterns Antares auf.
19.04.2026 Mond trifft Venus und Plejaden
Klarer Himmel und der Horizont ist frei sichtbar? Dann nutz doch die Abenddämmerung für eine schnelle Beobachtung oder ein Stimmungsfoto. Im Westen zeigen sich heute Abend die hauchdünne Mondsichel nahe der Plejaden und der Planet Venus. Außerdem glimmt der ferne Uranus zwischen den beiden Himmelsstrahlern.
22.04.2026 Lyriden
Die Lyriden sind ein Meteorstrom, der es im Maximum am 22.4 nur auf 10 bis 20 Meteore pro Stunde bringt. Doch während der optimalen Beobachtungszeit zwischen 22:00 Uhr und 4:00 morgens beobachten wir sie in diesem Jahr nur in der zweiten Nachthälfte ohne Mond. Der Mond geht um 2:46 Uhr unter und steht auf der entgegengesetzten Himmelsseite zum Radianten in der Leier. Schon vorher steht er so tief am Horizont, dass er die Beobachtung kaum stört.
22.04.2026 Mond trifft Jupiter
Gleich nach dem Meteorschauer zeigt sich noch ein weiteres Schauspiel: Über dem König der Planeten zieht in der Nacht vom 22. auf den 23. April der Mond vorbei. Bis zum Untergang der beiden nähern sie sich auf etwa 2,5 Grad einander an.
23.04.2026 Venus trifft Plejaden & Uranus
Venus und Uranus in nur einem Gesichtsfeld? Das haben wahrscheinlich die Wenigsten schon einmal ausprobiert. Aber es geht tatsächlich – und zwar am 23. April. Denn in dieser Nacht nähern sie sich bis auf 42 Bogenminuten an. Dicht genug, um sie in einem 2″ Weitwinkelokular gemeinsam zu beobachten.
Mai
04.05.2026 Mond trifft Antares
Am Morgen des 4. Mai nähert sich der Mond erneut dem Stern Antares im Skorpion. Wer das im März verpasst hat, kann das jetzt nachholen. Das Ereignis ist ideal für alle Frühaufsteher. Was gibt es sonst interessantes über den Skorpion? Das steht etwas weiter oben im Text.
05.05.2026 Eta-Aquariiden
In der zweiten Nachthälfte sehen wir wieder einen Sternschuppen-Strom. Die Eta-Aquariden scheinen aus dem Sternbild Wassermann zu stammen und ziehen lange, helle Spuren über den Sternenhimmel. Allerdings geht der Wassermann erst gegen 3 Uhr auf und zieht in Mitteleuropa nur knapp über den Horizont. Trotzdem können wir einige helle Meteore erwischen. Die durchschnittlichen Fallraten liegen zwischen 20 und 60 pro Stunde.
14.05.2026 Mond trifft Saturn
Der Mond stattet unseren Planeten gerne den einen oder anderen Besuch ab. Am 14. Mai besucht die schmale Sichel den Saturn. Solche Begegnungen sind ein wirklich schöner Anblick. Und eine schöne Gelegenheit für ein Stimmungsfoto mit stehender Kamera und Objektiv. Heute am frühen Morgen ist eine gute Horizontsicht nach Osten nötig.
19.05.2026 Mond trifft Venus & Jupiter
Wenn die Dämmerung kommt, erwartet uns am 19. Mai ein einladendes Himmelstreffen. Tief über dem westlichen Horizont versammeln sich gegen 22 Uhr drei auffällige Himmelskörper im Sternbild Zwillinge: der Mond, die Venus und Jupiter.
Der Mond zeigt sich dabei als zarte, zunehmende Sichel und ist nur zu etwa 13 Prozent beleuchtet. Rechts neben ihm strahlt die Venus, der hellste Planet am Nachthimmel. Auf der anderen Seite leuchtet Jupiter im leicht gelblichen Glanz. Mit einer Helligkeit von -3,9 mag überstrahlt die Venus den Gasriesen deutlich, der immerhin noch -1,9 mag erreicht. Der direkte Vergleich dieser beiden Planeten ist selten so einfach möglich. Besonders schön ist das Schauspiel während der Abenddämmerung. Eine perfekte Kulisse für ein Foto.
26.05.2026 Goldener Henkel
Am Abend des 26. Mai können wir den Goldenen Henkel auf dem Mond sehen. Er erscheint, wenn der zunehmende Mond genau zu 83 Prozent beleuchtet wird. Etwa 10 Tage nach Neumond ist es soweit. Das Lichtphänomen findet statt und auf der dunklen Seite der Licht-Schatten-Grenze des Mondes schält sich eine Henkelform heraus.
