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Archiv der Kategorie 'Beobachtungen'

3 Tipps, wie Sie Ihre Sofi-Brille nach der Finsternis nutzen können

20. März 2015, Marcus Schenk


Jeder blickte heute fasziniert nach oben. Wir erlebten eine partielle Sonnenfinsternis. Doch was passiert nach der Finsternis? Was machen Sie mit Ihrer Sonnenfinsternisbrille? Haben Sie sich das vielleicht auch schon gefragt? Unser Tipp: Heben Sie Ihre Brille auf, denn sie können noch viel mit ihrer Sofi-Brille anstellen!

1. Ich bau mir einen Sonnenfilter

Ihre Sofi-Brille besteht aus einer Sonnenfilterfolie mit der optischen Dichte ND5. Sie besitzt einen Filterfaktor von 100.000. Oder anders ausgedrückt: Nur 0,001% des Sonnenlichts wird durchgelassen. Deswegen können wir ganz entspannt die Sonne beobachten. Genau den gleichen Filterfaktor nutzen auch die Sonnenfilterfolien, die man für Teleskope nutzt. Warum also nicht basteln? Die Folie in den Finsternisbrillen ist groß genug, dass Sie sich zwei Sonnenfilter für ein kompaktes 10×25 Fernglas bauen können. Trennen Sie die Filterfolien einfach heraus, legen Sie diese über die Fernglas-Objektive und fixieren Sie die Folie mit einem Klebeband. Alternativ bauen Sie sich einfach zwei kleine Sonnenfilter-Fassungen aus Pappstreifen.

Sofi Fernglas

Ein 10x25 Fernglas mit ehemaliger Sofi-Brille

Wichtig: Die Sonnenfilter müssen unbedingt fest auf den Objektiven sitzen.

Falls Sie ein noch ein kompaktes Fernglas suchen, dann schauen Sie sich doch einmal hier um. Wenn Sie mit Ihrem Fernglas in Zukunft in die Sonne blicken, können Sie Sonnenflecken beobachten. Natürlich können Sie sich auch aus den großen Bögen der Sonnenfilterfolien eigene Filter herstellen.

Sofi Fernglas

Unsere Kollegin beim Blick in die Sonne mit der umgebauten Sofi-Brille

2. Ich beobachte nächstes Jahr den Merkurdurchgang

Ein winziges Scheibchen wandert über die Sonnenscheibe. Nein es ist kein Sonnenfleck. Dafür ist es viel zu rund, viel zu begrenzt. Am 16. Mai 2016 können wir einen Merkurtransit beobachten. Dabei wandert unser innerster Planet Merkur über die Sonnenscheibe. Das ist ein optimaler Einsatz für ein Teleskop mit Sonnenfilter oder eben für Ihr kompaktes Fernglas mit den selbstgebauten Sonnenfiltern.
Mit einer 10-fachen Vergrößerung sehen wir, wie der 12 Bogensekunden große Merkur als winziges Scheibchen fleißig über die Sonne eilt.

Ein Merkurdurchgang vor der Sonne ist ein sehr seltenes Ereignis. Erst wenn sich der Planet in seiner unteren Konjunktion befindet, kann sich diese “Finsternis” ereignen. Erde, Merkur und Sonne müssen dabei in einer Linie stehen. Meist läuft Merkur aber oberhalb oder unterhalb der Sonne entlang und wir sehen nichts. Warum? Weil die Merkurbahn etwa 7° zur Erdbahnebene geneigt ist. Zu einem Transit kommt es erst dann, wenn sich die Konjunktion nahe der Schnittpunkte beider Bahnebenen ereignet. Deshalb müssen wir oft viele Jahre auf dieses Phänomen warten. Doch nächstes Jahr ist es wieder so weit.

Merkurtransit

Merkurtransit

3. Ich beobachte die Sonne mit dem bloßen Auge

Vielleicht wollen Sie ihre Sofi-Brille lieber so lassen, wie sie ist. Auch dann gibt es einen Einsatzzweck.
Innerhalb von einem 11-jährigen Zyklus wächst oder sinkt die Anzahl der Sonnenflecken. Manchmal kommt es vor, dass ein sehr großer Sonnenfleck auftaucht. So groß, dass sich unser Planet Erde darin eine 3-Zimmer Wohnung einrichten könnte. Diese Phänomene sind dann auch mit dem bloßen Auge zu sehen. Sie ahnen schon, worauf es hinausläuft: Das ist der optimale Einsatz für Ihre Sonnenfinsternisbrille.

Riesensonnenfleck2014

Diese riesige Sonnenflecken-Gruppe war im Januar 2014 mit dem bloßen Auge zu sehen. Foto: B. Gährken

Fazit

Nutzen Sie Ihre Brille also weiter:
•    für den Merkurduchgang
•    um einen Mini-Sonnenfilter zu bauen
•    um riesige Sonnenflecken zu beobachten

Die Sonne ist ein Stern wie alle anderen am Nachthimmel. Oder nein, vielleicht ist sie viel wichtiger, weil sie unser Stern ist. Und allein deshalb macht es Freude sie zu beobachten.

Beobachten Sie mit: Sonnenfinsternis in Landsberg am Lech

16. März 2015, Marcus Schenk


So langsam wird es ernst: Die Sonnenfinsternis naht. Jetzt rufen wir uns wieder das Jahr 1999 ins Gedächtnis, als die Natur für einen kurzen Augenblick schlief. Wir sehen Bilder, wie sich ein Schatten mit eiserner Präzision vor die Sonne schiebt. Und mit einem letzten Funken von der Sonne ist plötzlich alles in eine sonderbare Finsternis getaucht.

Wer am 20. März einen Kurzurlaub auf den Färöer-Inseln verbringt, kann das alles wieder erleben. Doch wenn Sie hier bleiben? Dann kommen Sie doch zu uns nach Landsberg am Lech! Beobachten Sie mit uns die partielle Sonnenfinsternis.

Sonnenfinsternis: Freitag, den 20. März Live auf dem Flößerplatz

Wir laden Sie herzlich ein! Besuchen Sie uns am Freitag auf dem Flößerplatz in Landsberg. Der Beobachtungsplatz liegt direkt neben dem Lechwehr auf östlicher Seite. Genau dort, wo man jetzt schon die ersten Sonnenhungrigen sieht, die ihr Eis auf den Mauern des Wehrs schlecken.

Zusammen mit unserem Partner Stefan Grießinger (von Stefans Gartenobservatorium) bieten wir Ihnen verschiedene astronomische Teleskope für einen sicheren Blick in die Sonne:

•    Daystar Halpha mit Omegon ED APO 66/400mm Teleskop
•    Solarscope
•    80mm ED-Refraktor mit Herschelkeil
•    120mm Refraktor mit umgebauten PST für Halpha
•    200mm Newton mit Sonnenfilter für Weißlichtbeobachtung

Stefan Grießinger hat einen schönen Trailer zur kommenden Sonnenfinsternis in Landsberg erstellt:

Sonnenfilter in die Höhe: Um 9:30 Uhr geht es los

Etwa zwei Stunden lang dauert das Schattenspiel von Mond und Sonne. Um 9:30 berührt der Mond schließlich die Sonne. Über die Sonnenscheibe bewegt sich ein sichelförmiger Schatten, der nach und nach größer erscheint. Um 10:39 Uhr wird dann das Maximum erreicht: 68% der Sonnenoberfläche sind bedeckt. Jetzt zieht sich der Mond wieder langsam zurück. Um 11:50 verlässt der Mond die Sonne und dann ist sie wieder die Alte. Wenn wir Glück haben, sehen wir zusätzlich Sonnenflecken. Das sind enorme Gebilde und so groß wie unsere Erde. Erst dadurch begreifen wir, wie gigantisch unser Heimatgestirn tatsächlich ist.

Landsberg am Lech ist ein Sonnenstädtchen

In Landsberg am Lech lässt es sich aushalten. So hat der Ort an fast jeder Ecke in seiner Altstadt alte Geschichten zu erzählen. Allein deshalb ist es Wert diese gemütliche oberbayerische Stadt zu besuchen. Das Lechwehr ist ein Wahrzeichen von Landsberg. Zwischen der Altstadt und dem romantischen Mutterturm rauschen die Wassermassen über das Wehr. Die Wassertropfen glitzern manchmal wie tausend Diamanten in der Sonne.

Lechwehr

Das Lechwehr in Landsberg am Lech

Doch im Hinblick auf die Sonnenfinsternis interessiert uns natürlich das Wetter. Laut des Deutschen Wetterdienstes zählt Landsberg zu den sonnigsten Städten Deutschlands. Dann wird das Wetter gut? Wir hoffen es! Auch in Landsberg regnet es oft genug.

Langzeitprognosen des Wetters sind bekanntlich eine schwierige Sache. Trotzdem: Die Tendenz der Wettervorhersagen geht in eine gute Richtung.
Und vielleicht gehören wir ja zu den Glücklichen, die am Freitag, den 20. März diese fantastische Sonnenfinsternis erleben.

Sonnenfinsternis in Landsberg

Bild: Stefan Grießinger

Vortrag: Die Sonne – unser Stern

Passend zu diesem himmlischen Ereignis, bietet Stefan Grießinger einen VHS-Vortrag über die Sonne an. Wenn Sie Feuer gefangen haben. Wenn Sie wissen wollen, wie unser Zentralgestirn aufgebaut ist. Und wenn es Sie interessiert, wie eine Sonnenfinsternis entsteht. Dann ist dieser Vortrag genau das Richtige für Sie.

Melden Sie sich am besten gleich hier an.

Sie wollen die Sonne beobachten, können aber nicht kommen?

Überall im Land blicken die Menschen an diesem Tag nach oben. Die Sonne steht im Mittelpunkt. Doch beachten Sie eines: Beobachten Sie niemals ohne einen Sonnenfilter

Für die gefahrlose Sichtung mit dem bloßen Auge brauchen Sie unbedingt eine Sonnenfinsternisbrille. Schweißerbrillen oder gerußte Glasscheiben reichen nicht aus. Im Gegenteil: Sie sind gefährlich und lassen die UV-Strahlung passieren.
Schützen Sie Ihre Augen deshalb mit einer Profi-Sonnenfinsternisbrille. Am besten gleich hier bestellen.

Für eine sichere Beobachtung brauchen Sie eine Sonnenfinsternisbrille

Schon bald ist es soweit:

Termin: Freitag, den 20. März
Wann: ab 09:30 Uhr
Wo: Auf dem Flößerplatz in Landsberg direkt neben dem Lechwehr auf der Altstadtseite
Wie: Mit verschiedenen astronomischen Teleskopen unter fachkundiger Anleitung
Eintritt: kostenlos

Kommen Sie doch vorbei! Wir freuen uns auf einen sonnigen Vormittag mit Ihnen!

Highlight Sonnenfinsternis: Am 20.03.2015 brauchen Sie Zeit für die Sonne (1 Kommentar)

24. Februar 2015, Marcus Schenk


Vielleicht haben Sie es schon in unserem Blog  gelesen: Eine Sonnenfinsternis steht vor der Tür. Dieses Ereignis ist ein ganz besonderes Erlebnis und dabei ziemlich selten. Statistisch sehen wir zwar 2,3 Sonnenfinsternisse pro Jahr, doch wenn Sie sich mal die Finsternisse der vergangenen und nächsten Jahre ansehen, sieht es eher mäßig aus. Die letzte Finsternis, die wir aus Europa sehen konnten, fand im Januar 2011 statt. Doch am Freitag den 20.03.2015 ist es wieder so weit: Im deutschsprachigen Raum erleben wir die nächste partielle Sonnenfinsternis.

Sonnenfinsternis

Quelle: NASA/SDO

Der Mond bedeckt die Sonne bis zu 80%

Der Vormittag am Freitag, den 20. März wird spannend. Ab ca. 9:30 Uhr startet das Schauspiel: Der Mond schiebt sich vor die Sonne und wirft einen Schatten auf die Erde. Ganz im Norden, auf den Färöer-Inseln oder in Spitzbergen können die Menschen eine totale Sonnenfinsternis sehen. Der sehr schmale Kernschatten trifft dabei die Nordpolregionen der Erde.

Kernschatten Sofi

Der Verlauf des Kernschattens der Sonnenfinsternis am 20.März 2015 Quelle: by Fred Espenak, NASA's GSFC - http://eclipse.gsfc.nasa.gov/

Emotional wird einem dabei geradezu der Boden unter den Füßen weggerissen. Doch was ist mit den Menschen hier? In Deutschland, Österreich und der Schweiz?

Nun ja, hier ist es nicht ganz so überwältigend, aber auch toll. Um den Kernschatten erstreckt sich ein Halbschatten, der sich sozusagen über diese drei Länder legt. Wir sehen, wie sich die dunkle Scheibe immer weiter über die Sonne bewegt. Der Bedeckungsgrad variiert zwischen etwa 70% in Bern und guten 80% in Hamburg. Je weiter nördlich Sie sich aufhalten, desto mehr wird die Sonne bedeckt.

Um etwa 11:50 Uhr ist dann das Ende erreicht. Der Grad der Bedeckung ist bei dieser Finsternis sehr hoch. Messungen würden einen deutlichen Abfall der Helligkeit feststellen.

Da dieses Schauspiel so selten und einfach faszinierend ist, sollten Sie sich am besten einen Tag Urlaub nehmen. Oder ihren Chef zumindest um 1-2 Stunden freie Zeit bitten.

Bereiten Sie sich vor: Teleskope, Filter, Kamera und mehr

Jede astronomische Beobachtung profitiert von einer guten Vorbereitung. Bei einem einmaligen Ereignis ist das umso wichtiger. Eine gute Nachricht: Für eine partielle Sonnenfinsternis hält sich der Aufwand in Grenzen.

Sie sollten sich nur um Kleinigkeiten Gedanken machen. In jedem Fall benötigen Sie einen geeigneten Sonnenfilter. Dabei ist es egal, ob Sie mit dem bloßen Auge oder mit Ihrem Teleskop beobachten. Absolut jeder Blick in die Sonne verlangt einen Filter.

Bei der Sonnenbeobachtung mit einem Coronado PST

Bei der Sonnenbeobachtung mit einem Coronado PST

Das gibt es zu beachten:

Mit welchem Gerät beobachten Sie? Haben Sie schon einen entsprechenden Sonnenfilter? Für visuelle Beobachtung sollte er die Dichte ND5 besitzen und die Sonne um den Faktor 100.000-fach abschwächen. Auf Kinder achten: Lassen Sie Ihre Kinder nur unter Aufsicht durch das Teleskop mit Sonnenfilter blicken. Wenn Sie vor haben, die Finsternis zu fotografieren: Ich empfehle Ihnen ein Teleobjektiv von mindestens 300mm Brennweite oder ein kleines Teleskop. Ihre Kamera sollte eine manuelle Möglichkeit zur Einstellung besitzen. Während der partiellen Phase benötigen Sie nur sehr kurze Belichtungszeiten. Die Fotografie ist dadurch sehr einfach, weil Sie nicht auf eine exakte Nachführung der Montierung achten müssen. Trotzdem: Eine motorische Nachführung erleichtert Ihnen die Aufnahmen enorm. Wenn Sie einen speziellen Beobachtungsort haben: Fahren Sie frühzeitig los, damit Sie nicht in Stress geraten. Es wäre ja schade, den Beginn der Finsternis zu verpassen.

Ihnen fehlt noch Ausrüstung? Dann schauen Sie doch einfach in unserem Sortiment nach Filtern und Sonnenteleskopen.

Oder folgen Sie den Empfehlungen im Blogbeitrag: “Die totale Sonnenfinsternis am 20. März 2015

So war es früher mit den Drachen und so ist es noch heute

Drachen am Himmel. Bei einer Sonnenfinsternis sind sie zu sehen, zumindest wenn wir die Geschichten der alten Chinesen lesen. Damals schauten diese Menschen voller Ehrfurcht zum Himmel und glaubten ein riesiger Drache würde die Sonne verschlucken. Denn die Sonne wurde Stück für Stück dunkler, bis sie schließlich ganz verschwand. Nur durch Geschrei, Getrommel und anderem Krach konnten die Chinesen die Sonne von dem Drachen befreien.

Sonnenfinsternis Schema

Eine Sonnenfinsternis kann nur bei Neumond entstehen, wenn sich Sonne und Mond nahe ihrer Knotenpunkte befinden.

Am Ereignis hat sich selbst in tausenden Jahren nichts geändert. Doch heute wissen wir natürlich, dass dies ein grandioses Schauspiel der Himmelsmechanik ist. Doch wann entsteht überhaupt eine Sonnenfinsternis?

Mond und Sonne haben am Firmament den gleichen Durchmesser. Immer wenn der Neumond die Sonne bedeckt, entsteht eine Sonnenfinsternis. Wenn es einfach wäre, würde jeden Monat eine solche Finsternis entstehen. Doch die Mondbahn ist etwa 5° gegen die Ekliptik geneigt. Dadurch läuft der Neumond meist oberhalb oder unterhalb der Sonne entlang und berührt sie nicht. Keine Finsternis.

Nur wenn sich Mond und Sonne an den Schnittpunkten von Ekliptik und Mondbahn aufhalten, bedeckt unser Erdbegleiter die Sonne. Eine Finsternis entsteht und der Mond wirft einen sehr eng begrenzten Schatten auf die Erde. Doch es entsteht auch ein Halbschatten: Dort sehen wir eine partielle Sonnenfinsternis.

Übrigens: Diese Schnittpunkte, an denen eine Finsternis entsteht, nennt man auch Drachenpunkte. Da wären wir wieder also wieder bei den alten Chinesen.

Das große Finale: Ein Morgen mitten im Frühling

In den frühen Morgenstunden ist noch alles beim Alten. Sie bauen Ihr Teleskop auf und sehen eine helle Sonnenscheibe (nur mit Filter!) und vielleicht ein paar Sonnenflecken. Doch dann um 09:30 knabbert jemand von Osten die Sonne an: der Mond. Er bewegt sich die folgenden 40 Minuten weiter über die Sonne. Um etwa 10:40 Uhr ist dann das Maximum der Finsternis erreicht. Die Sonne ist nur noch eine Sichel auf dem Rücken. Danach tritt der Mond wieder den Rückzug an und zieht Richtung Westen davon. Um kurz vor Mittag ist die Sonne dann wieder ganz die Alte.

Sonnenfinsternis in München

Dieses Bild zeigt die Sonnenfinsternis um 10:40 Uhr in der nähe von München. Quelle: Stellarium

Warten oder jetzt beobachten?

Auf die nächste partielle Sonnenfinsternis müssen wir lange warten – und zwar bis zum 10 Juni 2021. Und auch dann bedeckt der Mond die Sonne nur um bescheidene 20%. Im Vergleich zu unserer Finsternis am 20. März ist das geradezu nichtig.

Jetzt sind wir nur noch gespannt, ob das Wetter mitspielt. Und hoffen wir auf ein unvergessliches Schauspiel, auf der größten Bühne der Welt.

Die totale Sonnenfinsternis am 20. März 2015 (3 Kommentare)

17. Februar 2015, Stefan Taube


Sofi2015

Wie stark die Bedeckung der Sonnenscheibe ist, hängt von Ihrem Standort ab.

Am zwanzigsten März können Sie Zeuge einer totalen Sonnenfinsternis werden. Bei diesem Naturschauspiel schiebt sich der Mond vor die Sonne und der dunkle Mondschatten streicht dabei über die Erde. Nur diejenigen, die das Glück haben mitten im Kernschatten zu sein, sehen, wie die Sonne komplett von der Mondscheibe bedeckt wird. Am 20. März müssten Sie dafür in den Nordatlantik reisen, zum Beispiel auf die Färöer-Inseln. Im südlicher gelegenen deutschsprachigen Raum sehen wir zwar keine totale, aber doch eine ganz ordentliche Bedeckung der Sonnenscheibe. Dieses Bild zeigt die zu erwartende Bedeckung um 11:00 Uhr für den Breitengrad der Stadt Augsburg (48°22′ N). Erzeugt wurde diese simulierte Ansicht mit dem Kosmos Himmelsjahr Professional.

Filter zur sicheren Sonnenbeobachtung

Sofi-Brille

Mit der Sonnenfinsternisbrille können Sie gefahrlos in die Sonne schauen.

Egal wie groß die Bedeckung ist, sobald auch nur ein Fitzelchen der Sonnenphotosphäre zu sehen ist, müssen Sie unbedingt Ihre Augen vor der grellen Strahlung schützen! Ideal hierfür geeignet sind die bewährten Sonnenfinsternisbrillen. Nur diese Brillen bestehen aus der geprüften AstroSolar-Sonnenschutzfolie. Mit so einer schicken Brille auf der Nase können Sie und Ihre Kinder ganz beruhigt das Naturschauspiel verfolgen.  Wir bieten diese Produkt  übrigens auch in größeren Verpackungseinheiten für Schulen und Sternwarten an.

Diese Brillen werden aus einer speziellen Folie gefertigt, die Sie natürlich auch ohne Brillenfassung bei uns kaufen können. Wir bieten Ihnen zwei Größen, nämlich 20×29 Zentimeter und 50×100 Zentimeter, aus denen Sie für Ihr Teleskop oder auch für Ihr Kameraobjektiv einen Filter basteln können.

Wer sich lieber nicht auf sein eigenes bastlerisches Geschick verlassen will, der kann die Folie auch in einer zum Teleskop passenden Fassung erwerben. Unser Partner Euro-EMC liefert solche fertigen Filter für verschiedene Größen. Sie finden alle Filter hier. In einem früheren Blogpost hatten wir bereits auf die Filter hingewiesen: Sonnenfilteraufsätze für Selbstbaumuffel. Die meisten Teleskope, die Sie in unserem Shop finden, können durch den Einsatz eines geeigneten Filters für die Sonnenbeobachtung genutzt werden.

Preiswerte Sonnenteleskope

Solarscope

Stabiler Kartonbausatz zur Projektion der Sonnenscheibe

Spezielle Sonnenteleskope sind oft recht teuer, doch es gibt interessante Ausnahmen: Das Solarscope ist eine sehr preisgünstige Möglichkeit, die Sonne gefahrlos zu beobachten. Ein kleines Teleskop lenkt das Sonnenlicht auf einen gekrümmten Spiegel, der es wiederum auf eine weiße Fläche projiziert. Die schlaue Konstruktion des Solarscope sorgt dafür, dass die Projektionsfläche immer im Schatten liegt. Dort können Sie dann die Sonnenscheibe mit den Sonnenflecken beobachten und auch genau den Fortgang der Finsternis verfolgen. Die Ausbildungsversion des Solarscope ist etwas größer, so dass der Einblick für Gruppen leichter ist. Außerdem ist nützliches Zubehör für Beobachtungsprojekte enthalten, die in dem kleinen Handbuch beschrieben werden, zum Beispiel die Messung der Rotationsdauer der Sonne anhand von Sonnenflecken oder die Veränderung der Größe der Sonnenscheibe im Jahreslauf. Wenn Sie bereits ein Teleskop haben und die Sonne wie mit dem Solarscope im Projektionsverfahren beobachten wollen, bietet sich eine so genannte Hossefield Pyramide an.

Solar 60

Das Einsteigerteleskop mit aufschraubbaren Sonnenfilter und Kamera

Nicht nur das Solarscope, auch das Teleskop Solar 60 ist ebenfalls sehr gut zur Sonnenbeobachtung in Gruppen mit Kindern geeignet. Der Sonnenfilter ist fest aufschraubbar und kann so nicht herunterfallen. Dank der elektronischen Steuerung entfällt das Sucherfernrohr. Das Sucherfernrohr ist eine Gefahrenquelle bei der teleskopischen Sonnenbeobachtung und sollte am besten einfach abgeschraubt werden. Beim Solar 60 entfällt diese Gefahr. Im Lieferumfang des Solar 60 ist auch eine Kamera (“elektronisches Okular”) enthalten, so dass das Bild am Monitor von einer größeren Gruppe gleichzeitig beobachtet und sogar Filme gemacht werden können. Das funktioniert natürlich nicht nur bei der Sonne, sondern auch bei Mond und Planeten. Das Solar 60 ist ein leichtes, transportables Teleskop zur Sonnen-, Mond- und Planetenbeobachtung, das wir für den Einsatz in Schulen und Sternwarten mit Kindergruppen empfehlen.

Wer die Sonne mit einer “Planetenkamera” und einem geeigneten Filter durch das Teleskop fotografieren will, der benötigt einen Laptop.

Ein nützliches Hilfsmittel ist der Blendschutz für Laptops, damit sie auf dem Monitor bei Sonnenschein überhaupt etwas erkennen können. Auch der Blick durch das Okular kann in der prallen Sonne schweißtreibend sein. Speziell für Beobachter mit einem Linsenteleskop ist dieser Blendschutz eine echte Erleichterung!

Die Sonne im H-Alpha-Licht

Anspruchsvolle Beobachter, die mehr sehen wollen, sollten zu dem speziellen H-Alpha-Filter Quark greifen. Dieses relativ neue, aber doch bereits bewährte Teleskopzubehör hatten wir in einem früheren Blogpost bereits vorgestellt: Günstig zur H-Alpha-Sonne mit dem Daystar Quark-Sonnenfilter

DayStar Quark

Das Quark von DayStar Filters wird einfach zwischen Okular und Teleskop gesteckt.

Mit dem Quark des amerikanischen Sonnenfilterspezialisten DayStar sehen Sie höhere atmosphärische Sonnenschichten im Lichte der vom Wasserstoff stammenden Strahlung bei 656 Nanometer Wellenlänge. Die oben vorgestellte Folie der Sonnenfinsternisbrille dämpft das Licht einfach nur sehr stark ab. Wir sehen durch diesen Filter die Schicht der Sonne, in der das meiste Licht erzeugt wird. Dieser Bereich wird Photosphäre genannt. Oberhalb der Photosphäre befindet sich die Chromosphäre. Sie ist für uns nicht sichtbar, da die gleißende Photosphäre das zarte rote Licht der Chromosphäre überstrahlt. Ein H-Alpha-Teleskop und auch das Quark lassen ganz selektiv nur diejenige Wellenlänge passieren, in der die Chromosphäre strahlt. Auf diese Art und Weise wird sie sichtbar.

In der Chromosphäre ist immer etwas los: Protuberanzen zeigen sich am Sonnenrand und die Sonnenscheibe wird von dunklen Filamenten durchzogen. Daher erfreut sich die H-Alpha-Beobachtung großer Beliebtheit bei den Amateurastronomen.

Der Klassiker unter den H-Alpha-Teleskopen ist das Personal Solar Telescope von Coronado. Das PST hat den Vorteil, dass man keine Stromversorgung benötigt und das kleine Linsenteleskop schon integriert ist.

Tipps zum Weiterlesen

Die Sonne Buch

Jetzt schon ein moderner Klassiker: Das Buch für Sonnenbeobachter

Falls Sie tiefer in das Thema Sonnenbeobachtung einsteigen wollen und wissen möchten, mit welchen Techniken man als Amateur die Sonne systematisch beobachten kann, lesen Sie am besten das Buch des Physikers Jürgen Banisch: Die Sonne – Eine Einführung für Hobby-Astronomen aus dem Oculum-Verlag. Das Buch ist in zwei große Teile gegliedert. Im ersten Teil bekommen Sie eine verständliche Einführung in die Physik der Sonne und im zweiten Teil jede Menge Tipps und Tricks zur praktischen Beobachtung.
Sollten Sie eher ein Buch mit allgemeinen Hintergrundinformationen suchen, ist Die Sonne aus der Reihe Was ist was die bessere Wahl. Zu diesem leicht verständlichen Buch für die ganze Familie gibt es auch eine DVD.

Und schließlich noch ein Linktipp: Die Internetseite sofie2015.de bietet jede Menge Details zur aktuellen Sonnenfinsternis.

Eine Sonnenfinsternis ist ein beeindruckendes Naturschauspiel. Selbst wenn Sie es einfach nur so auf sich wirken lassen wollen, sollten Sie zumindest mit einer Sonnenfinsternisbrille Ihre Augen schützen. Diese Brille schützt nicht nur, sondern macht die Finsternis erst sichtbar, denn das restliche Licht der Sonne ist so grell, dass Sie ohne Brille die Bedeckung durch den Mond kaum wahrnehmen können.

Jupiter in Opposition.

5. Februar 2015, Bernd Gährken


Der Jupiter hat am 6.2.2015 seine Oppositionsstellung erreicht. Der Planet steht in Erdnähe und ist die ganze Nacht zu sehen. Die beste Beobachtungszeit ist jedoch in den Stunden um Mitternacht, wenn er seine höchste Stellung am Himmel einnimmt. Die diesjährige Jupiteropposition hat eine Besonderheit zu bieten. Die Jupitermonde bedecken und verfinstern sich gegenseitig. Das passiert nur alle 6 Jahre. In mittleren Amateurteleskopen ab 6 Zoll sind bei ruhiger Luft die Monde schon als winzige Scheibchen zu sehen. Besonders beim Riesenmond Ganymed ist die räumliche Ausdehnung gut zu erkennen. Bei gegenseitigen Verfinsterungen ändern sich nicht nur die Mondhelligkeiten sondern auch die Form der Monde. Allerdings ist nicht jede Verfinsterung ein spektakuläres Ereignis! Beim IMCCE sind einige Hundert Verfinsterungen gelistet. Besonders interessante Ereignisse lassen sich durch eine Simulation mit der Freeware Celestia herausfinden. Einige Beispiele aus dem Zeitraum zwischen dem 7.2. und 21.2. zeigen die folgenden Bilder.

Jupitermondereignisse

Jupitermondereignisse

Besonders interessant sind der 12. und 20.2 wenn Ganymed getroffen wird. Eine komplette Liste gibt es hier.

Dort lassen sich durch Eingabe des Observatory Code 116 die in Deutschland
nicht sichtbaren Ereignisse ausblenden. Die Freeware Celestia gibt es zum Download.

Am 8.1.2015 gegen 4:44 MEZ wurde Ganymed von Europa partiell verfinstert. Die prognostizierte Helligkeitsabnahme lag bei 0,3 mag.Zum Maximum gelang bei mäßigen Bedingungen eine Serie von 1400 Bildern durch den Dunst. Davon wurden die 270 besten addiert. Bei dieser Verfinsterung wurde nur ein kleiner Teil des Jupitermondes abgedeckt, doch eine kleine Delle am Mondrand ist zu erkennen.

Ganymedverfinsterung am 8.1.15

Ganymedverfinsterung am 8.1.15

Aktueller Beobachtungstipp: Komet C/2014 Q2 (Lovejoy)

20. Januar 2015, Bernd Gährken


Helle Kometen die mit freien Auge leicht gesehen werden können sind selten. Im Mittel gibt es nur ein Exemplar im Jahrzehnt. Kometen für das Fernglas gibt es dagegen fast jedes Jahr. Im Sommer 2014 erfreute der Komet C/2014 E2 (Jacques) mit einer Helligkeit von 6mag die Beobachter. Aktuell steht jedoch ein Schweifstern am Himmel, der Jaques um den Faktor 5 übertreffen dürfte. Der Komet C/2014 Q2 (Lovejoy) zeigt einem seit Monaten stabilen Trend. Dabei steht er 40 bis 60 Grad hoch am dunklem und mondfreiem Nachthimmel. Ohne künstliche Himmelsaufhellung müsste er als diffuses Scheibchen mit einem Feldstecher zu finden sein. Wir empfehlen das Omegon Fernglas Nightstar 15×70 oder das Omegon Fernglas Nightstar 25×100 mit Koffer zusammen mit dem Lumicon Swan Band Kometenfilter 1,25″.  Die beste Beobachtungszeit ist gegen 20 Uhr. Im Laufe des Monats wandert er vom Sternbild Stier in den Widder.

Der Entdecker des Kometen ist der Australier Terry Lovejoy. Durch Fleiß und Glück gelang es ihm bereits fünf Kometen zu finden. Auch C/2013 R1 trägt seinen Namen. Dieser Komet erreichte ebenfalls 4,5 mag und war im Herbst 2013 gut zu beobachten. Damals entstanden zahlreiche Fotos. Mit etwas Glück werden bei C/2014 Q2 Lovejoy ähnliche Aufnahmen möglich sein.

Im Internet finden Sie zahlreiche Aufsuchkarten.

C/2013 R1 (Lovejoy) im Jahre 2013

C/2013 R1 (Lovejoy) im Jahre 2013

Inzwischen gelang es zahlreichen Beobachtern den Kometen zu fotografieren. In der 3. Januarwoche erreichte er 4,0m mag und war bei genauer Kenntnis der Position mit freien Auge als kleiner diffuser Fleck zu sehen. Die beiden folgenden Aufnahmen entstanden im bayrischen Voralpenland.

Komet Lovejoy am 12.1.2015

Komet Lovejoy am 12.1.2015

Komet Lovejoy am 11.1.2015

Komet Lovejoy am 11.1.2015

Ausblick auf das Astrojahr 2015

5. Januar 2015, Bernd Gährken


Das Jahr 2015 hat wieder einige interessante Himmelsereignisse zu bieten. Allen voran wären zwei Finsternisse zu nennen. Jeweils eine Sonnen- und eine Mondfinsternis sind von Europa aus gut sichtbar. Die Sonnenfinsternis ereignet sich in den Morgenstunden des 20. März zwischen 9:30 und 12 Uhr. Sie ist für die Farörinseln und Spitzbergen total. Von Deutschland aus ist sie hochpartiell. Etwa 80% der Sonnenscheibe werden vom Mond abgedeckt.

Sofi in Europa am 20.3.2015

Sofi in Europa am 20.3.2015

Die totale Mondfinsternis wird am Morgen des 28. September zu sehen sein. Ab 3:07 Sommerzeit wandert unser Trabant in den Erdschatten. Die Totalität ist in Deutschland komplett sichtbar. Erst während des Austritts geht der Mond unter. Diese Mofi ist für viele Jahre die letzte in Deutschland komplett sichtbare Finsternis. Darum sollte man sich das Ereignis nicht entgehen lassen!

Nicht nur Sonne und Mond sondern auch Sterne können bedeckt werden. 2015 hat da einige Highlights zu bieten. Der helle Stern Aldeberan im Stier wird in diesem Jahr gleich mehrfach vom Mond bedeckt. Von Deutschland aus gut sichtbar sind die Bedeckungen vom 5.9. um 7:10 Sommerzeit, vom 29. Oktober um 22:50 und vom 23. Dezember um 19:15. Die Zeitpunkte schwanken je nach Beobachtungsort um einige Minuten. Genauere Informationen enthalten die Astrokalender. Gern gekauft werden das Kosmos Himmelsjahr oder das Oculum Himmels-Almanach.

Sterne können nicht nur vom Mond bedeckt werden. Auch Planeten und Kleinplaneten sind dazu in der Lage. Ein Leckerbissen für ambitionierte Beobachter findet am 21. Oktober statt. Um 6:27 MEZ bedeckt die Venus einen schwachen Stern mit 8,8 mag. Der Eintritt an der hellen Venusseite ist sicher nicht zu beobachten. Doch der Austritt an der dunklen Seite könnte zehn Minuten später zu erkennen sein.

Venus am 21.10.15

Venus am 21.10.15

In der Nacht vom 11. auf den 12. März um kurz nach 2 Uhr MEZ bedeckt der Kleinplanet (216) Kleopatra ein Stern mit 8 mag. Der Finsternispfad verläuft in einem 200km breiten Streifen von den Niederlanden bis nach Liechtenstein. Schon mit einem kleinen Teleskop sollte das nur wenige Sekunden dauernde Verschwinden des Sterns zu beobachten sein. Aus der Verfinsterungsdauer lässt dich der Durchmesser des Kleinplaneten exakt berechnen. Hier können Amateure schon mit einfachster Technik einen wertvollen Beitrag zur Wissenschaft leisten.

Kleopatra bedeckt 8 mag Stern

Kleopatra bedeckt 8 mag Stern

Die beiden bedeutendsten Sternschnuppenströme sind die Perseiden im August und die Geminiden in Dezember. Beide Ströme sind 2015 unter Idealbedingungen zu beobachten. Es ist Neumond und Fallraten mit einem Meteor pro Minute sollten bei dunklen Himmel möglich sein. Nur alle 4 Jahre gibt es eine derart günstige Geometrie. Das Maximum der Perseiden wird in den Morgenstunden des 13.8. erwartet. Die Geminiden sind am Morgen und Abend des 14.12. optimal zu beobachten.

Live dabei beim Ausbruch des Vulkans Bardarbunga

30. September 2014, Bernd Gährken


Im Mittel bricht auf Island etwa alle 5 Jahre ein Vulkan aus. Im Jahre 2010 wurde vom Eyjafjallajökull der transatlantische Flugverkehr lahmgelegt. Der im September 2014 augebrochene Barbardunga produzierte keinen Ascheregen doch dafür trat wochenlang Lava aus. Die Erruption entwickelte sich zum größten Schauspiel seit dem Ausbruch von Hekla im Jahre 1947. Das Vulkangebiet lag am Fuße des riesigen Gletschers Vatnajökull. Es bestand die Möglichkeit, dass sich unter den Eismassen Schmelzwasser bildet, das in einer plötzlichen Sturzflut abfließen kann. Das Vulkangebiet wurde daher großräumig gesperrt und war nur mit einer Sondergenehmigung für Wissenschaftler und Journalisten zu betreten. Mehr als 10% der Inselfläche waren auf den Karten als Sperrgebiet schraffiert. Reinhardt Wurzel gelang es als Eigentümer von WR-Media eine der wenigen Presse-Genehmigungen zu ergattern. Astroshop.de-Mitarbeiter Bernd Gährken durfte ihn als Fotograf begleiten. Der Transport in das abgelegene Inselinnere erfolgte per Helikopter.

Helikopter

Helikopter

Beim Start fiel der Blick auf eine stark zerfurchte Landschaft. Die wsserreichen Gletscherflüsse haben tiefe Schluchten in die Ascheschichten gegraben. Mit zunehmenden Abstand von der Küste, wurden die Täler langsam flacher und der Vulkan war schon von weiten als Rauchsäule zu erkennen.

Anflug zum Bardarbunga

Anflug zum Bardarbunga

Aus der Nähe brachen die Lavafontainen als 100m hohe Flammenzungen aus der Erde. Während es Überflugs boten sich stets neue Perspektiven und es entstanden zahlreiche Aufnahmen.

Vulkanbild 1

Vulkanbild 1

Vulkanbild 2

Vulkanbild 2

Vulkanbild 3

Vulkanbild 3

Vulkanbild 4

Vulkanbild 4

Nach dem Flug wollten wir den Vulkan auch noch einmal in der Nacht erkunden. Ohne einheimischen Führer wurde uns allerdings der Zutritt verweigert.

Zutritt verboten

Zutritt verboten

Aus der Ferne gelang immerhin eine Aufnahme der von der Glut beleuchteten Landschaft. Dazu wurde das Omegon Photoscope verwendet.

Vulkan bei Nacht

Vulkan bei Nacht

Photoscope und Astro-Stuhl

Photoscope und Astro-Stuhl

Als weiteres Astroshop-Produkt kam ein ein Astro-Dreibeinstuhl zum Einsatz. Das abschließende Gruppenfoto beweist, dass man mit diesem praktischen Hocker selbst auf einem Vulkan bequem sitzen kann.

Gruppenfoto

Gruppenfoto

NEU: Das Superauge für den Sternenhimmel

25. September 2014, Marcus Schenk


Die Beobachtung des Sternenhimmels mit dem bloßen Auge hat einen besonderen Reiz. Wenn wir uns wieder einmal unter einem besonders dunklen Himmel befinden, kann sich keiner der Faszination entziehen, einmal dort oben hinaufzublicken. Doch, was wäre, wenn wir die Sternbilder beobachten könnten, zusätzlich aber viel mehr Sterne sehen und sogar zahlreiche Objekte? So als würden wir mit unseren Augen etwas näher heranzoomen können? Dann hätten wir wohl ein Superauge oder das Vixen SG 2,1×42 Binokular für Sternfeldbeobachtung.

Einige Daten über das Sternfeld-Fernglas

Das Vixen SG Binokular besitzt eine Objektivöffnung von 42mm bei einer Vergrößerung von 2,1-fach. Damit sehen Sie die Objekte also gut doppelt so groß, als mit dem freien Auge. Die Schärfe für Ihre Augen stellen Sie, wie bei einem Fernglas, separat für jedes Auge ein. Auch den Augenabstand kann man individuell einstellen. Mit einem Austrittspupillenabstand von 20mm ist eine Beobachtung mit Brille bei vollem Gesichtsfeld möglich. Damit das Sternfeld-Fernglas auch sicher in der Hand liegt, kommt es mit einer langen Handschlaufe, die Sie sich locker mehrfach um die Hand wickeln können. Für die Aufbewahrung dient außerdem eine gepolsterte Softtasche mit Gürtelschlaufe.
Das Fernglas besitzt also eine große Objektivöffnung und ist mit dieser geringen Vergrößerung unglaublich lichtstark. Man müsste also viel mehr als mit dem bloßen Auge erkennen können. Wie sich das neue Produkt am Himmel macht, haben wir für Sie in einer klaren Nacht getestet.

Das Vixen SG 2,1x42mm Sternfeld-Fernglas

Das Vixen SG 2,1x42mm Sternfeld-Fernglas

Tausend Sterne: Ein erster Test am Sternenhimmel

Es ist dunkel geworden und die Sternbilder stehen in voller Pracht am Himmel. Ich trete hinaus aus der Tür. In der Kleinstadt gibt es etwas Lichtverschmutzung. Der Kleine Wagen im Norden will sich bei dem Licht noch nicht richtig zeigen, weil die schwächeren Sterne mit 4 und 5 Magnituden nicht oder nur schwer zu sehen sind. Ich richte das erste Mal das Sternfeld-Fernglas zum Himmel. Und sofort zeigen sich nicht nur alle Hauptsterne des Kleinen Wagen, denn sogar die wesentlich schwächeren Begleitsterne mit etwa 6 mag oder darunter.

Jetzt geht es hinaus auf das Feld abseits der Lichter. Ich nehme mir vor, die wichtigsten Sternbilder zu beobachten: zunächst der Große Wagen. Das Sternenfeld-Fernglas kann den Großen Wagen nicht komplett abbilden. Man sieht jedoch den Augenprüfer und optischen Doppelstern Alcor Mizar. Mit diesem Gerät ist es kein Augenprüfer mehr, sondern sie stehen weit auseinander. In welche Richtung man auch schaut, überall sind so viele Sterne, wie man sie mit bloßem Auge nur unter einem Alpenhimmel sehen würde.

Sternbild Orion

Das Sternbild Orion ist mit dem Sternenfeld-Fernglas in etwa so zu sehen. Bildquelle: Stellarium

Die Sternbilder Cassiopeia, Schwan, Leier, Cepheus, Delphin, Bootes sind vollständig im Gesichtsfeld zu sehen. Doch auch die Konstellationen von Herkules und Perseus sind größtenteils im Feld. Objekte wie der Andromedanebel, die beiden offenen Sternhaufen h&Chi oder der Lagunennebel im Schützen sind fantastische Objekte für das Superauge. Für heute Abend habe ich genug gesehen und packe das Fernglas wieder ein, am nächsten Tag muss ich schließlich in die Arbeit.
Es ist etwa 5:30 Uhr, als ich meinen nächsten Tag starte. Oben glänzen noch immer die Sterne, mittlerweile jedoch der Winterhimmel. Ich ziehe erneut das Vixen Sternfeld-Fernglas heraus und richte es auf Orion. Das Sternbild passt komplett ins Gesichtsfeld und der Große Orionnebel leuchtet diffus mit seinem blauen Schimmer. Auch die Plejaden und das Sternbild Stier mit den Hyaden erscheinen besonders ästhetisch.

Fazit: Durch dieses Fernglas wirkt alles so, als würden die Sterne ein wenig heller leuchten. Der Eindruck vom visuellen Beobachten mit dem Auge bleibt aber erhalten.

Beobachter mit dem Sternenfeldfernglas

Beobachter mit dem SG 2,1x42 Sternenfeldfernglas von Vixen

Andromeda über Bayern

2. September 2014, Stefan Taube


Vom 28. bis 31. August fand das Bayerische Teleskopmeeting statt, veranstaltet von der Interessengemeinschaft Astronomiefreunde Ingolstadt. Der Astrofotograf Michael Schlünder, Mitarbeiter der Firma Vixen, war vor Ort. Ihm gelang diese tolle Aufnahme des Andromedanebels.

Die Andromedagalaxie - unser kosmischer Nachbar

Die Andromedagalaxie - unser kosmischer Nachbar

Hierbei handelt es sich um eine ganz besondere Spiralgalaxie. Was sie auszeichnet ist ihre Nähe zu unserer Heimatgalaxie, der Milchstraße: Gerade einmal 2,5 Million Lichtjahre trennen uns von der Andromedagalaxie. Nach menschlichen Maßstäben eine unfassbare Entfernung, doch in der Welt der Galaxien ist das gute Nachbarschaft. Unsere Milchstraße und die große Galaxie im Sternbild Andromeda bilden zusammen die beiden größten Vertreter des “Lokale Gruppe” genannten Galaxienhaufens. Auf dem Bild sind auch zwei kleinere Begleitgalaxien des Andromedanebels zu erkennen.

Die Aufnahme gelang Michael Schlünder mit einer Spiegelreflexkamera, die er an dem Refraktor VSD 100 angeschlossen hatte. Als Montierung diente ihm die SXD2 von Vixen auf dem SXG-HAL 130-Stativ. Für anspruchsvolle Astrofotografen, die eine tragbare Montierung wünschen, ist die SXD2 das Mittel der Wahl. Dieses Bild zeigt die verwendete Ausrüstung (ohne Spiegelreflexkamera):

VSD100 auf SXD2 mit Leitrohr

VSD100 auf SXD2 mit Leitrohr

Mehr Impressionen vom Bayerischen Teleskopmeeting 2014 finden Sie auf der Seite der Astronomiefreunde Ingolstadt.

07.05.2015
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