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Praxis

Software für die Astronomie

Bei der Orientierung am Himmel helfen Sternkarten-Programme. Aber auch die Astrofotografie kommt nicht zu kurz.

Laptop Software Mond Gruen

Es gibt eine Vielzahl von kommerziellen und freien Sternkarten- und Planetariums-Programmen, mit denen der Sternenhimmel am Computer simuliert werden kann. Am meisten genutzt wird GUIDE. Auch THE SKY und Redshift sind weit verbreitet. Bei Redshift ist eine exzellente Lernsoftware integriert, die ein umfassendes Wissen zur Astronomie vermittelt. Freie Programme sind 'Hello Northern Sky' und 'Cartes du Ciel'.

Für die astronomische Bildbearbeitung und Bildaufnahme gibt es eine Reihe freier Programme im Netz. Weit verbreitet sind:

  • Giotto
  • Registax

Besitzer von digitalen Spiegelreflexkameras (Canon EOS) verwenden gerne:

  • Fitswork
  • Regim

Bei Planeten und Mondvideos wird neben Registax und Giotto auch zunehmend gerne Autostakkert verwendet.

Autostakkert gibt es unter:

Ein Anleitungsvideo zu Autostakkert gibt es unter:

http://www.youtube.com/watch?v=zQGyzAMzShg

Daneben gibt es im Internet noch zahllose Programme für Spezialzwecke. Für Fotometrie wird z. B. gerne Muniwin verwendet:

Anleitungen zur Nutzung von Giotto gibt es unter:

Anleitungen für Registax gibt es unter:

Häufig bekommen wir Anfragen zum Autoguiding. Etabliert hat sich in diesem Bereich die Freeware Guidemaster. Es gibt Schnittstellen von allen gängigen Kameras zu allen gängigen Montierungen. Die Watec/Mintron funktioniert z. B. mit vielen USB-Grabbern über VFW oder DirectX.

Anleitung zu Guidemaster:

Guidemaster bietet zudem eine Funktion, die das Einrichten (Scheinern) von Montierungen erleichtert. Eine Software, die sich auf dieses Problem spezialisiert hat, ist WCS:

    Astronomie mit Freeware-Programmen

    ''Was nichts kostet, das ist auch nichts''. Dieser Spruch hat zumindest bei der Software oft keine Berechtigung. Bei einigen Anwendungen gibt es im Freeware-Bereich gute Alternativen zu den kommerziellen Produkten und in Einzelfällen ist sogar die Freeware der Standard. Bei dem Stichwort 'Astrosoftware' denken die meisten Beobachter zunächst an ein Planetariums-Programm. Planetariums-Programme sind elektronische Sternkarten, die zeigen, wann welche Objekte zu sehen sind. Es werden Auf- und Untergangszeiten angegeben und die Positionen von Planeten und Kleinplaneten werden für beliebige Zeitpunkte berechnet. Bei den Sternhaufen und Nebeln ist es möglich, Aufsuchkarten zu erstellen und für den Einsatz am Teleskop auszudrucken. Einige Planetariums-Programme bieten zudem die Option, GoTo-fähige Teleskope per Mausklick zu steuern.

    Die Kommerziellen: Guide, Redshift und The Sky

    Im kommerziellen Bereich sind vor allem 'Redshift', 'Guide' und 'The Sky' erfolgreich. Der Vorteil dieser Programme liegt in der guten Dokumentation und des herstellerseitigen Service. Jedes der Programme hat unterschiedliche Stärken und Schwerpunkte. 'Redshift' hat z. B. einen didaktischen Ansatz und enthält einige Simulationen zur Sternentwicklung sowie die Biografien großer Astronomen. Bei 'Guide' wird oft das naturnahe Kartenbild gelobt, während 'The Sky' besonders gern zur Teleskopsteuerung benutzt wird. Für die Formate von 'Guide' und 'The Sky' gibt es aktuelle Bahndaten zu Kometen und Kleinplaneten auf der Homepage des 'Minor Planet Center'. Wegen der unterschiedlichen Schwerpunkte haben viele Amateurastronomen daher mehr als nur eine Software installiert.

    Die Freeware: Hello Northern Sky und Cartes du Ciel

    Im Freeware-Bereich gibt es dutzende von Ergänzungen und Alternativen. Wir können hier nicht alle Planetariums-Programme besprechen. Daher haben wir uns mit 'Hello Northern Sky' und 'Cartes du Ciel' einfach mal zwei bekannte Varianten herausgepickt.

    'Hello Northern Sky' ist eine handliche Software mit geringem Speicherbedarf und intuitiver Bedienung. Das Kartenbild ist naturnah und die Basisversion mit 4MB enthält schon alle Sterne bis zu 8mag. Von der Homepage des Programmierers können zahlreiche Sternkataloge ergänzt werden. 'Hello Northern Sky' konzentriert sich ganz auf die klassischen Aufgaben einer Planetariums-Software und ist frei von verwirrenden Spielereien.

    Jupiter Mond Gross

    Stellung der Planetenmonde

    Die straffe Programmierung und der geringe Speicherbedarf fordern jedoch auch Tribut. So gibt es keine detaillierten Karten vom Mond- oder den Planetenoberflächen. Die Positionen der Planetenmonde werden jedoch sehr gut angezeigt! Daten zur Stellung der Uranusmonde wird man z. B. in vielen anderen Programmen erst gar nicht finden. 'Cartes du Ciel' bietet gegenüber 'Hello Northern Sky' einen weit größeren Funktionsumfang. Es ist das am weitesten verbreitete freie Sternkartenprogramm. Es gibt eine große Zahl von zuladbaren Katalogen, die nicht komplett, sondern im Bedarfsfall partiell für eine bestimmte Himmelsregion aus dem Internet nachgeladen werden. So sind Sterne bis zu 16mag erreichbar, ohne dass die Festplatte mit unnötigen Daten vollgestopft wird. Kometendaten können per Internet aktualisiert werden. Das Datenformat ist dabei kompatibel zu 'The Sky'. Bei allen Planeten wird der Zentralmeridian angegeben und bei fester Oberfläche sogar der exakte Anblick simuliert. Dadurch hat man z. B. bei der Marsbeobachtung eine nützliche Vergleichsgrundlage. Mit 'Cartes du Ciel' kann man auch direkt den Anblick am Okular, auf dem CCD-Chip oder im Sucher simulieren. Dazu gibt es eine Maske, bei der die jeweilige Feldgröße der Optik eingegeben werden kann. Zu 'Cartes du Ciel' gibt es eine deutsche Sprachdatei.

    Die wesentlichen Grundlagen werden gut in dem 'Praxisbuch der Astronomie mit dem PC' von Steffen Brückner (antiquarisch erhältlich) erklärt. Dieses Buch empfehlen wir allen Kunden, die sich mit astronomischer Freeware beschäftigen möchten! Dort werden neben dem Planetariums-Program 'Cartes du Ciel' auch die wichtigsten astronomischen Bildverarbeitungsprogramme erläutert.

    Videoastronomie: Programme zur Verarbeitung von Planetenaufnahmen

    Das bekannteste Freeware-Program in diesem Bereich ist vermutlich 'Giotto'. Sein Programmierer Georg Ditié ist ein Pionier der Videoastronomie, die mit der zunehmenden Verbreitung der Webcams in den letzten Jahren einen gewaltigen Aufschwung genommen hat. Bei der Fotografie von Mond- und Planetendetails gelten die günstigen Computerkameras mittlerweile als Technik der Wahl. Durch die Addition tausender Einzelbilder lassen sich Ergebnisse erzielen, die noch vor wenigen Jahren undenkbar gewesen wären. 'Giotto' bietet die umfangreichsten Algorithmen zur automatischen Selektion der Rohbilder und zur nachfolgenden Schärfung. Wegen der zahlreichen einstellbaren Parameter benötigt die Bedienung etwas Erfahrung.

    Etwas einfacher im Handling ist dagegen das Konkurrenzprodukt 'Registax', das ebenfalls im Buch von Steffen Brückner beschrieben wird. 'Giotto' und 'Registax' sind für die Massendatenverarbeitung in der Planetenfotografie optimiert. Bei der Bearbeitung von Deep-Sky-Fotos werden meist andere Programme verwendet. Im deutschsprachigen Raum sind z. B. 'Regim' von Andreas Rörig und 'Fitswork' von Jens Dierks populär. Im Mittelpunkt stehen dabei Aufnahmen, die mit digitalen Spiegelreflexkameras (DSLRs) gewonnen werden. Zu den angebotenen Funktionen zählen die Kalibrierung der Rohbilder (Dark- und Flatfield-Korrektur), Deblooming sowie das Ausrichten und Rotieren der Einzelbilder zueinander. Auch das Kombinieren von einzelnen Farbkanälen zu einem RGB-Bild ist möglich.