Kundenmeinungen
Fotografisch leider nicht zu empfehlen
Kundenrezension von T. B. am 25.02.2026 10:39:19( 3 / 5 )
Ich habe mir vor dem Kauf überlegt: Soll es das Acuter oder das Heliostar 76 werden. Ich habe mich wegen der gegenüber dem Acuter fast doppelten Öffnung für das Heliostar 76 entschieden. So kann man theoretisch bis 150x vergrößern, beim Acuter ist bei 80x Ende, das finde ich für Beobachtungen zu wenig, zumal ich beim Weißlicht meistens 125x verwende, was in der Regel problemlos funktioniert.
Ich hatte vor dem Kauf einige Bewertungen von Käufern des Heliostars außerhalb von Astroshop gesehen, die nicht zufrieden waren, weil die Darstellung der Sonne nicht gleichmäßig war, und ihr Heliostar getauscht oder ganz zurückgegeben haben. Da diese Bewertungen alle aus dem letzten Jahr waren, hatte ich gehofft, dass Astroshop die schlechten Geräte inzwischen aussortiert hat. Daher habe ich mich trotz der vielen nicht so guten Bewertungen für den Kauf des Heliostar entschieden. Zumal es auch in dem Preisbereich und bei der Öffnung keine mir bekannte Alternative gibt.
Zu meinen Beobachtungsergebnissen:
Positiv fällt auf, dass man alles mögliche gleichzeitig sehen kann: größere Sonnenflecken, eine strukturierte Sonnenoberfläche, Filamente, hellere aktive Bereiche sowie Protuberanzen am Sonnenrand. Das ist wirklich sehr gut.
Negativ fällt aber auf, dass sich die Darstellung im linken und im oberen Bereich des Gesichtsfelds stark verändert. Dieser hellere Bereich ist nach links oben ab der halben Entfernung von der Mitte zum Rand deutlich sichtbar. Dort sieht man nur die strukturierte Sonnenoberfläche, aber keine Filamente oder hellere aktive Bereiche. Wenn man bei knapp 80x die ganze Sonne im passenden Bereich haben möchte, muss man die Sonne immer nach rechts unten schieben. Auch das Verstellen des Etalonfilters hilft nicht. Die Strukturen (Filamete, etc.) erscheinen entweder oben links oder in der Mitte und unten rechts. Die Strukturen überall gleichzeitig und gleichmäßig sichtbar zu machen funktioniert offenbar nicht. Zwischen der Mitte und unten rechts sind zwar auch Unterschiede zu erkennen, das fällt aber bei der Beobachtung kaum auf, macht sich nur fotografisch bemerkbar.
Je kleiner die Vergrößerung, desto stärker macht sich das Problem bemerkbar. Bei der Beobachtung ist das störend, aber fotografisch ist das ein großes Problem. Möchte man die Sonnenscheibe als ganzes fotografieren, so sieht man die Details nie auf der ganzen Sonne, die obere linke Ecke der Sonne ist fast überbelichtet, der Rest zum Teil noch zu dunkel. Verwendet man eine höhere Vergrößerung und baut sich aus den Einzelbildern ein Gesamtbild zusammen, so sieht man zwar weitestgehend alle Details, aber es fällt auf, dass alle Einzelbilder nach links oben heller und nach rechts unten dunkler werden. Ein Mosaikbild zu erstellen ist damit wegen der Helligkeitsunterschiede nicht möglich.
Ich habe meine Bilder mit einer DSLR gemacht. Um die ganze Sonnenscheibe aufs Bild zu bekommen habe ich das Baader Hyperion Zoom Okular bei 20mm eingestellt. Für das Mosaikbild habe ich das Zoomokular bei 8mm verwendet.
Ich weiß nicht, ob ich bei der Verwendung des Teleskops irgendetwas falsch mache. In der Anleitung gibt es leider keine Hinweise, was man tun sollte, wenn die Ergebnisse nicht so wie erwartet sind. Es steht lediglich, dass man das Teleskop eine halbe Stunde vor der Beobachtung nach draußen stellen soll, das ändert aber nichts. Ein Bild so wie von Skywatcher oben auf dieser Seite dargestellt zu erstellen ist hiermit definitiv nicht möglich.
Ich hoffe, dass Astroshop hier Lösungen parat hat.
Ein weiteres Problem besteht bei diesem Teleskop mit den Ringklemmen. Insbesondere die Ringklemme, die den Zenitspiegel halten soll, macht Probleme. Der Zenitspiegel lässt sich zwar festschrauben, wenn man ein normal schweres Okular einsetzt und das dann etwas bewegt, dann dreht sich der Zenitspiegel im Okularauszug leicht und sitzt danach nicht mehr fest, sondern dreht sich trotz festgedrehter Schraube. Wenn das passiert, muss man das Okular ständig festhalten, weil man sonst befürchten muss, dass sich der Zenitspiegel selbständig nach unten dreht, wenn das Okular leicht schräg steht. Das stört leider sehr.
Ich hoffe sehr, dass Astroshop hier einen Vorschlag hat, wie man dieses Problem lösen kann.
Eine Anmerkung zur Fotografie mit dem Handy:
Wer mit Handy fotografieren möchte, sollte beachten, dass Fotos mit dem Handy evtl. nicht funktionieren. Zumindest erzeugen meine getesteten Handys (Google Pixel 8, Samsung Galaxy S8) Newtonringe, die eine weitere Bearbeitung der Bilder unmöglich machen. Durch die Newtonringe verschwinden die Details in der Sonnenmitte, es sind dann nur noch Details weiter am Rand sowie die Protuberanzen zu erkennen. Mit der DSLR hatte ich keine Probleme mit Newtonringen.
Ein Punkt noch zur Beobachtung:
Bei der Beobachtung mit hoher Vergrößerung mit 5mm Okular oder kleiner fällt auf, dass das Beobachten schwieriger wird, weil die Sonne dann sehr dunkel ist. Das Tageslicht stört dann sehr und man muss sich überlegen, wie man die Augen vor Tageslicht schützt. Am besten gelingt das mit Bino + Kapuze aufsetzen oder Handtuch überm Kopf.
Darüber hinaus sind mir noch ein paar Kleinigkeiten negativ aufgefallen:
1. Der Okularauszug hat immer mal wieder ein paar Stellen an denen es etwas schwergängiger wird, trotz komplett losgedrehter Feststellschraube. Das war anfangs deutlich schlechter inzwischen geht es aber.
3. Das mitgelieferte Okular sollte sich Skywatcher besser sparen. Eine nur 30x Vergrößerung benutzt man bestenfalls für einen ersten Test, dann aber nie wieder.
4. Der Handyhalter ist ein Witz. Der passt nur auf das beigefügte Okular. Zudem hat er keine Ringklemme sondern nur zwei Schrauben, da sind defekte Okulare vorprogrammiert.
5. Der Sonnenschutz ist eine wirklich sehr gute Idee. Nachteil: Der Sonnenschutz wird nur aufgesteckt, aber er besitzt ansonsten keine Befestigung.
6. Ich würde mir gerne eine automatische Nachführung kaufen, die ich auch zur Beobachtung nutzen kann. Skywatcher bietet zwar seine Montierung SolarQuest mit automatischer Nachführung an, aber die kann nur 4kg tragen. Für dieses Teleskop mit guten Okularen oder mit Bino viel zu wenig. Daher würde ich mich sehr freuen, wenn Skywatcher hier noch was passendes anbieten würde, das mind. 6kg tragen kann.
7. Die Anleitung dürfte gerne ausführlicher sein. Dort ist nur erklärt, wie man das Teleskop zusammenbaut, dabei kommt es ja schon zusammengebaut an. Es fehlt z.B. die Info, dass der Zenitspiegel ein T2 Gewinde hat und für was man das nutzen kann. Ich hätte mir zudem ein paar Erklärungen zum Etalonfilter gewünscht und wie man die Darstellungsprobleme gelöst bekommt. Bei einem teuren Teleskop ist das sicher nicht zuviel verlangt.
Eine positive Sache habe ich noch: Der Koffer ist eine gute Sache. Das Teleskop ist da gut und sicher aufgehoben.
Mein Fazit: Ein gutes Sonnenteleskop, wenn Skywatcher die Probleme mit den unterschiedlich dargestellten Bereichen in den Griff bekommt. Fotografisch ist das Teleskop so nicht zu empfehlen.
Schreiben Sie Ihre eigene Rezension
Haben Sie spezifische Fragen zu Ihrer Bestellung oder Ihrem Produkt? Bitte wenden Sie sich hierzu an unseren Kundenservice!