Sonnenfinsternis fotografieren mit ZWO Seestar: So gelingen dir Aufnahmen mit S30 Pro und S50
Du hast ein Seestar Smart-Teleskop und willst die Sonnenfinsternis fotografieren?
In diesem Artikel bekommst du eine genaue Schritt für Schritt Anleitung.
Der Mond schiebt sich gleich vor die Sonne. Du hältst dein Seestar Teleskop bereit und weißt genau, was du machen musst.
Dafür haben wir diese Anleitung zusammengestellt.
Darum gehts:
- Was du brauchst, um mit deinem Smart Teleskop die Sonnenfinsternis zu fotografieren
- Wenn du bereits ein Seestar S50, S30 oder S30 Pro hast oder vorhast zu kaufen
- Wenn du die Totalität auf dem Finsternispfad z.B. in Spanien verfolgen willst
- Wenn du zu Hause bleibst und „nur“ die partielle Phase beobachten und fotografieren willst
- Welche Schritte wirklich wichtig sind, damit die Aufnahme am Ende klappt
Lass uns direkt starten!
Was ist Seestar überhaupt und warum ist es für die Sonne geeignet?
Das Seestar ist ein kompaktes, vor allem App‑gesteuertes Teleskop, das GOTO‑Tracking und viele Aufnahmefunktionen in einem einzigen Gerät bündelt. Der Reiz dieses Teleskops liegt darin, dass sonst viele aufwendige Schritte oder Geräte bereits integriert und automatisiert sind. Es ist ein Teleskop, um direkt in die Astronomie und Astrofotografie zu starten. Egal, ob du Einsteiger oder bereits fortgeschritten bist.
Warum ist das für die Sonnenbeobachtung so interessant?
Alle diese Modelle besitzen spezielle Sonnenmodi mit einem automatischen Tracking und einem passenden Sonnenfilter. Dadurch kannst du die Sonne nicht nur leichter finden, sondern auch längere Zeit im Bildfeld halten.
Denn: Eine Sonnenfinsternis ist nicht nur ein kurzes Ereignis. Nein, hier ist Bewegung drin, die oft mehrere Stunden dauert. Dafür gibt es im Smart‑Teleskop buchstäblich smarte Funktionen. Gerade als Einsteiger profitierst du davon, dass du dich stärker auf den Ablauf konzentrieren kannst und nicht zu sehr mit komplizierter Technik kämpfen musst. Das Seestar begleitet dich dabei und macht die Sache einfach.
Trotzdem ist das Seestar ein Teleskop und kein Dumbgadget. Das bedeutet: Du musst auch selbst mitdenken, die Sicherheit berücksichtigen und bereit sein, dich mit Astronomie zu beschäftigen. Das Seestar macht vieles einfacher – ähnlich wie KI, Thermomix oder unterstützende Systeme im Auto. Es nimmt uns aber nicht das Denken ab. Das liegt zu 100 Prozent bei dir. Aber ich habe keine Bedenken: Wenn du uns hier gefunden hast, willst du voll dabei sein.
„Anstatt dich mit Technik abzumühen, konzentrierst du dich auf das Ereignis.“
Bevor du startest: Sicherheit ist nicht verhandelbar
Fangfrage: Was ist unser nächstgelegener Stern? Proxima Centrauri? Fast. Es ist die Sonne.
Ja, genau: Unsere Sonne ist eben auch ein Stern der Milchstraße. Weil sie uns so nahe steht, können wir sie nicht einfach ohne weitere Schutzmaßnahmen beobachten.
Daher musst du immer einen Sonnenfilter verwenden. Oder noch deutlicher: Bevor du die Sonne mit dem Seestar anfährst, musst du den Sonnenfilter vor dem Objektiv anbringen.
Sicherheit geht vor Aufnahme. Prüfe deinen Sonnenfilter vorher auf Kratzer und auf einen einwandfreien Zustand.
Sollten dir dabei Zweifel kommen, tausche ihn gegen einen neuen aus.
Wichtiger Hinweis für alle Sofi-Beobachter!
Der Sonnenfilter bleibt vor Objektiv oder Auge. Bis kurz vor der Totalität. Egal ob Sonnenfinsternis-Brille, Kamera oder Smartteleskop: Nimm den Filter erst in den allerletzten Sekunden ab. Erst wenn das helle Licht fast weg ist und der Diamantring aufblitzt.
Ein ungeschützter Blick, selbst durch einen winzigen Spalt der noch nicht vollständig bedeckten Sonne, kann die Augen und den Kamerasensor im Bruchteil einer Sekunde irreparabel schädigen.Nur in der kurzen Zeit der totalen Verfinsterung schaust du vollständig ohne Filter zur Sonne. Sobald der erste Sonnenstrahl zurückkehrt, kommt der Filter sofort wieder vor Auge und Kamera.Da wir das nun geklärt haben, können wir beruhigt weitermachen.
Was du vor dem Tag der Finsternis erledigt haben solltest
Wenn du dir ein neues Smart‑Teleskop kaufen möchtest, mach das nicht erst kurz vorher, sondern am besten jetzt schon. Je früher du dich vorbereitest, je früher du Erfahrung mit dem Teleskop sammelst, desto besser.
Selbst die NASA lernte das im Jahr 1990 auf die harte Tour. Das Hubble-Teleskop war ein Megaprojekt und der ganze Stolz der NASA. Endlich sollte ein Weltraumteleskop den tiefen Kosmos erforschen – und zwar ohne die störende Erdatmosphäre.
Ein Spaceshuttle brachte das Hubble-Teleskop in einen hohen Erdorbit. Mit Spannung erwartete man die ersten Bilder.
Doch etwas stimmte nicht. Die Bilder waren unscharf. Kannst du dir die Gesichter und die Enttäuschung der Wissenschaftler vorstellen? Der Spiegel des Weltraumteleskops war um 2,2 Mikrometer zu flach geschliffen. Später erhielt das Hubble Teleskop eine Brille, also eine Korrekturlinse, durch die wieder scharfe Bilder entstanden.
Zum Glück hast du es einfacher als die NASA-Ingenieure damals. Du brauchst keinen neuen Spiegel zu schleifen, sondern nur ein bisschen Zeit und Neugier.
Was musst du machen?
Mach vorher einen Probelauf, nicht am Tag der Finsternis, sondern schon einige Tage davor. Baue das Seestar auf, verbinde es mit der App und suche die Sonne. Montiere natürlich vorher den Sonnenfilter und prüfe, ob das Bild scharf wird. Starte den Timelapse‑Modus und lasse ihn ein paar Minuten laufen. Läuft alles stabil, ist auch alles okay.
Ein wichtiger Punkt ist die Goto-Funktion, damit die Sonne auch exakt gefunden wird. Dafür gibt es in der App eine magnetische Kalibrierung, die du vorher durchführen solltest.
Und so machst du das: Teleskop mit App verbinden -> auf „Me“ in der unteren Leiste -> Advanced Features -> Level -> Compass Calibration -> Compass Calibration -> Calibrate
Du siehst dann einen grauen virtuellen Kreis. Drehe nun das Teleskop im Kreis, bis der virtuelle graue Kreis sich vollständig in einen grünen verwandelt.
Nivelliere das Stativ sorgfältig. Die App akzeptiert Werte unter zwei Grad, aber für eine stabile, längere Aufnahme gilt: Je genauer, desto besser. Wenn die Sonne nach dem Anfahren noch nicht exakt in der Bildfeldmitte ist, nutze den Joystick für die Feineinstellung.
Die 10 Punkte Checkliste für den Vortag
nötigen Kabel
Finsternis nicht überrascht zu werden
auf deinem Smartphone?
separates? Teste, ob die Montage klappt. Kannst du es feinfühlig
nivellieren?
Beobachtungsplatz nach Westen wichtig. Suche dir den Platz
mindestens einen Tag vorher aus, am besten zur gleichen Uhrzeit.
Standord, damit du weißt, wann Phasen starten und enden
oder Teleskope. Seetar Zubehör findest du hier.
Passt alles? Dann kannst du dich auf morgen freuen.
Seestar S30 Pro oder Seestar S50: Diese Unterschiede sind für die Praxis wichtig
Oft ist es keine Entscheidung, ob du das Seestar S30, S30 Pro oder S50 nutzt. Du hast dich für ein Gerät entschieden – und damit musst du arbeiten. Trotzdem ist es wichtig, die Unterschiede zu kennen.
Das Seestar S50 arbeitet mit 250 mm Brennweite und löst Bilder mit 1920 × 1080 Pixeln auf. Die Sonne füllt das Bild passend aus. Damit ist es für die partielle Phase optimal: Es zeigt die Sonnenscheibe im Detail mit möglichen Sonnenflecken.
Das Seestar S30 Pro liefert nur 160 Millimeter Brennweite. Dafür bietet es eine hohe Auflösung von 3840 × 2160 Pixeln und ein ausgedehntes Bildfeld. Natürlich: Die Sonne erscheint dadurch kleiner, aber du siehst mehr Raum um sie herum.
Das ist gerade in der Totalität spannend. Denn so fängst du die ausgedehnte Korona rund um die verfinsterte Sonne perfekt ein. Außerdem besitzt das S30 Pro eine Weitwinkel- und eine Teleoptik. So findest du die Sonne leichter wieder.
Ein weiterer Unterschied ist das Filterhandling: Das S30 & oder S30 Pro nutzt dafür eine magnetische Halterung. Der Filter des S50 wird geklemmt. Probiere unbedingt den exakten Sitz aus. Falls dein Filter zu schwergängig ist, kannst du auch unseren speziellen Omegon S50 Sonnenfilter nutzen. Dieser passt mit passenden O-Ringen genau auf das S50 Objektiv.
So fotografierst du die Sonnenfinsternis mit dem Seestar Schritt für Schritt
Schauen wir uns nun die einzelnen Schritte an, die du meistern musst, um die Sonnenfinsternis aufzunehmen.
Schritt 1: Standort wählen, frühzeitig aufbauen
Starte nicht erst mit dem Aufbau, wenn die Finsternis bereits läuft. Die Vorbereitung ist entscheidend, also sollte alles bereitstehen, bevor der erste Mondschatten die Sonne berührt.
Suche dir einen Platz mit vollkommen freier Sicht zur Sonne. Weder Bäume noch Dächer dürfen im Weg stehen. Achte auf einen sehr stabilen und festen Untergrund. Nimm dir mindestens 30 bis 45 Minuten Zeit vor dem Start. Dafür baust du alles in Ruhe auf, verbindest die Technik und machst eine erste Testaufnahme. Bist du früher dran, hast du wertvollen Puffer. Denn die Finsternis wartet nicht auf dich.
Lege dein komplettes Zubehör direkt griffbereit neben dich: Seestar, Stativ, Sonnenfilter, Smartphone, Powerbank und natürlich alle Kabel. Vergiss dabei deine Sonnenfinsternis-Brille nicht.
Hier noch ein praktischer Tipp: In der direkten Sonne wird es schnell warm, was für dich und die Technik gleichermaßen gilt. Deshalb solltest du die Powerbank am besten direkt im Schatten lassen.
Schritt 2: Stativ nivellieren und Sonnenfilter montieren
Stelle das Stativ per Augenmaß oder Wasserwaage, schalte dein Seestar ein und verbinde es. Gehe in die Advanced Features und suche dir die Stativkalibrierung aus. Die App zeigt nun die Abweichung der Nivellierung an. Arbeite so lange an der Ausrichtung, bis die Nivellierung im grünen Bereich liegt.
Schritt 3: Sonnenmodus starten und die Sonne zentrieren
Jetzt geht’s los mit der Sonnenbeobachtung. Ja, genau: Beim Seestar ist beides
möglich – digitale Beobachtung und Fotografie. Weil du während der Entstehung der Aufnahme auch zusehen kannst. In der Hobbyastronomie spricht man von EAA: elektronisch unterstützte Astronomie.
Wähle das dritte Icon „Solar System“ aus, ganz oben entdeckst du die Sonne. Klicke auf den Goto- oder Go-Gazing-Button. Der Arm des Seestars öffnet sich und die App fordert sich auf, den Sonnenfilter zu montieren. Mach das also und stelle sicher, dass er wirklich fest sitzt. Dann geht es weiter: Drücke auf „Installed & Start Observing“. Schon setzt sich das Seestar in Bewegung und schwenkt vollautomatisch zur Sonne.
Sitzt die Sonne wirklich sauber in der Mitte? Manchmal landet sie leicht versetzt, besonders wenn die Nivellierung nicht ganz perfekt war. Dann nutze jetzt den Moment, das zu korrigieren.
Wenn das Seestar die Sonne nicht automatisch findet, kannst du sie prima mit dem Weitwinkelobjektiv des S30 Pro und Joystick manuell einstellen. Beim Seestar S50 kannst du separat einen Sonnensucher montieren, mit dem du die Sonne ganz leicht findest.
Tipp: Bringe die Sonne exakt in die Mitte und aktiviere das Tracking, damit die Sonne dauerhaft im Bildfeld bleibt. Das ist unverzichtbar, wenn du die Sonne über mehrere Stunden beobachtest.
Schritt 4: Fokus setzen und mit einer Testaufnahme prüfen, ob alles stabil läuft
Die Sonne ist zentriert. Jetzt kommt der Fokus.
Starte den Autofokus und warte, bis er abgeschlossen ist. Schau danach kritisch ins Bild: Sind die Ränder der Sonnenscheibe scharf? Zeichnen sich Sonnenflecken ab? Wenn du das Gefühl hast, dass noch etwas fehlt, nutze das Focus Panel für eine manuelle Nachkorrektur. Die Sonnenflecken oder der Rand der Sonne eignen sich dafür besonders gut als Referenzpunkt.
Jetzt kommt die Testaufnahme!
Starte deinen gewünschten Modus – am besten Timelapse – und lass ihn eine Zeit lang laufen. Beobachte dabei: Bleibt die Sonne stabil im Bild? Ist die Bildqualität okay?
Das klingt vielleicht banal, ist aber wichtig. Investiere hier ruhig ein paar Minuten Zeit.
Schritt 5: Warum Timelapse der passende Modus ist
Die partielle Phase ist kein kurzer Moment. Je nach Standort dauert sie mehr als eineinhalb Stunden. Der Mondschatten schiebt sich dabei Stück für Stück über die Sonne. Dafür ist der Timpelapse-Modus wie geschaffen.
Später läuft die Finsternis wie ein Film vor deinen Augen oder, genauer gesagt, auf deinem Bildschirm ab. Der Clou: Während der Finsternis kannst du dich größtenteils entspannt zurücklehnen. Dann hast du den Vorteil, die Sonne auch visuell mit Filter und einem anderen Instrument anzuschauen.
So stellst du den Timelapse-Intervall ein:
Unten links findest du ein kleines Zahnrad. Dort kannst du die Dauer und den Intervall einstellen.
Unsere Empfehlung für die partielle Phase ist: etwa 5-10 Sekunden Intervall und die Dauer unendlich, aber mindestens eine Stunde oder mehr.
So wird der Verlauf der Sonne im späteren Video flüssig dargestellt und es wird nicht langweilig – weil sich der Mond nur langsam vor die Sonne schiebt. Daher brauchst du zunächst auch keine kürzeren Intervalle. Bei einer Stunde Aufnahmezeit erhältst du dann ein Sonnenvideo von etwa 15 Sekunden Länge. Bei 5 Sekunden Einzelbelichtung hast du außerdem noch eine höhere Chance Objekte vor der Sonne, wie Flugzeuge oder Vögel zu fotografieren. Auch der Timelapse wird dann flüssiger, allerdings steigt dadaurch auch der benötigte Speicher.
Was du auf dem Handy siehst: Die Sonne im Zentrum und unten den Aufnahme‑Button, eine Kreisbewegung für die Belichtungszeit mit der Anzahl der aufgenommenen Frames.
Was machst du, wenn die Sonne dunkler wird oder die totale Phase beginnt?
Dann hast du drei Möglichkeiten:
1. Unter „Adjust“ die Belichtungszeit und Gain anzupassen – und zwar während die Aufnahme noch läuft.
2. Timelapse abbrechen und einen kürzeren Intervall wählen.
3. Timelapse abbrechen und während dieser Phase Einzelfotos aufnehmen.
Wenn du dich für Punkt 2 oder 3 entscheidest, ist dein „Film“ jedoch unterbrochen und du musst deine Aufnahmen – wenn du möchtest – später zu einem zusammenhängenden Film zusammenbauen. Einzelaufnahmen sind natürlich auch möglich, aber du bist dann buchstäblich am Drücker.
Schritt 6: Während der partiellen Phase im Blick behalten
Deine Aufnahme läuft. Also ist alles gut? Fast! Du kannst dich jetzt zwar größtenteils zurücklegen, aber dein Smart Teleskop braucht trotzdem regelmäßig Kontrolle.
1. Die Sonne brennt – und erwärmt auch dein Teleskop. Daher kann sich über längere Zeit der Fokus ändern. Löse den Autofokus daher alle 20-30 Minuten neu aus.
2. Schiebe die App nicht in den Hintergrund. Sonst könnte die Timelapse‑Aufnahme abbrechen, und genau das willst du ja nicht.
3. Wenn du schon dabei bist: Kontrolliere auch regelmäßig den Akku oder die Powerbank.
Funfact: Während ich diese Zeilen geschrieben habe, ist mein Notebook aufgrund von zu wenig Akku ausgefallen. Ob das etwas zu bedeuten hat?
Schritt 7: Partielle Beobachtung oder Totalitätspfad
In dieser Phase ist eines klar: Entweder stehst du außerhalb des Finsternisstreifens und erlebst die partielle Phase, oder du bist mittendrin und wirst die Totalität bewundern. In dem Fall willst du auch die Sonnenkorona aufnehmen.
Außerhalb der Totalität
Wenn du irgendwo in Europa die Sonnenfinsternis beobachtest, dann bleibt dein Sonnenfilter die ganze Zeit auf dem Teleskop. Die Timelapse Aufnahmen oder deine Einzelfotos laufen einfach weiter. Die gute Nachricht: Du musst kaum etwas verändern. Außer vielleicht minimalen Anpassungen in der Belichtungszeit. Ansonsten kannst du so die Finsternis verfolgen, bis die Sonne unter dem Horizont verschwindet.
Anders ist es im Totalitätsstreifen …
Im Zentrum des Geschehens
Du bist mitten in der Totalitätszone? Herzlichen Glückwunsch. Dann wirst du Zeuge eines beeindruckenden Naturschauspiels. Es wird auch etwas komplizierter. Aber nur ein bisschen.
Du bleibst nicht mehr bei der Timelapse-Aufnahme, wechselst in den Video- oder RAW-Modus und stellst die Belichtungszeit manuell ein. Lass die Automatik hier lieber aus dem Spiel. Wenn die Sonnensichel verschwindet, dreht sie die Belichtung hoch und verbrennt genau die feinen Details, auf die es ankommt. Starte mit etwa 1 ms Belichtungszeit und einem Gain zwischen 10 und 22. Das sind grobe Richtwerte, kein Rezept. Was wirklich passt, zeigt dir erst der Blick auf das Bild vor Ort.
Filter weg, aber geplant
Bevor die partielle Phase endet, entfernst du den Filter von deinem Teleskop. Dieser Schritt ist etwas heikel, weil du den Filter nicht zu früh abnehmen darfst. Ein guter Indikator ist der Diamantringeffekt. Sobald das Sonnenlicht durch die letzten Mondkrater fällt, kannst du den Sonnenfilter vom Objektiv entfernen, die Totalität fotografieren und kurz nach dem zweiten Diamantringeffekt wieder aufsetzen.
Wenn du den Filter kurzzeitig abnimmst, dann mache dir das Risiko bewusst!
Schritt 8: Nach der Totalität
Die kritische Phase endet jetzt. Kehre jetzt zum Ablauf zurück und achte dabei aufden Weg zum normalen Workflow.
Standst du außerhalb des Totalitätspfads, dann lief dein Workflow während dieser Zeit ohne Probleme sicher weiter. Dein Timelapse läuft weiter, der Filter schützt die Linse und für deine Aufnahmen passt alles.
Hast du die Totalität fotografiert? Dann sitzt dein Filter wieder sicher auf dem Objektiv. Prüfe den Bildausschnitt, damit die Sonne für den Rest der Zeit in der Bildmitte ist. Läuft das Tracking präzise? Die Finsternis dauert noch ein Weilchen, doch die Sonne geht bald unter – zumindest bei der Sonnenfinsternis 2026.
Schritt 9: Aufnahme beenden
Die Finsternis ist vorbei. Oder die Sonne ist untergegangen. Beende die Timelapse oder Videoaufnahme und sichere die Daten, bevor du abbaust. Das erledigt die App normalerweise automatisch. Wenn du willst, kannst du einzelne Videoaufnahmen aber jetzt schon auf dein Smartphone exportieren, um sie nicht nur innerhalb der App anschauen zu müssen. Jetzt kannst du dir ansehen, ob alles sauber gelaufen ist und du etwas Schönes in der Hand hast.
Und das hast du sehr wahrscheinlich! Denn du hast dich ja Tage vorher auf die Finsternis vorbereitet und eine Generalprobe gemacht.
FAQ’s: Welche Fehler können bei der Sonnenfinsternis passieren?
1. Fokus vernachlässigen: Der Autofokus ist kein Einmal und nie wieder System. Durch die Temperaturänderung kann er sich verschieben. Löse ihn etwa alle 30 Minuten neu aus.
2. Die App minimieren: Das kann gefährlich sein, weil die Timelapse Aufnahme abbrechen kann. Kann, nicht muss – trotzdem eine Gefahr.
3. Ungenaue Nivellierung: Wer das Stativ nur grob gerade aufstellt, riskiert eine ungenaue Nachführung. Die Sonne kann immer wieder aus der Bildfeldmitte laufen. Richte das Stativ vorher exakt aus und führe auch eine Kompasskalibrierung durch.
4. Der Automatik vertrauen: Die automatische Belichtung überstrahlt Details während der Totalität. Stelle die Belichtung in der Phase manuell ein.
5. Hektik: Wie passt das in die Liste? Ganz einfach: Der menschliche Faktor spielt eine Rolle. Du solltest vorher bestenfalls geübt haben. Mache dich mit der Bedienung vertraut, und wenn du den Filter aufsetzt und entfernst: Mache das präzise und mit Ruhe.
Mit dem Smart Teleskop zur Sofi-Aufnahme
Mit dem Seestar S30 oder S50 gelingen dir schöne Erinnerungen der Sonnenfinsternis. Egal, ob du die Totalität oder die partielle Phase anschaust. Die Technik ist relativ einfach bedienbar und daher auch für Einsteiger oder Techniknovizen super geeignet.
Das Wichtigste: Du hast die Chance auf etwas Besonderes. An etwas, das du immer wieder hervorholen kannst.
Wenn du noch kein Smart-Teleskop hast, dann schau dich jetzt bei uns im Shop um. Du kannst auch Smart-Teleskope anderer Hersteller nutzen, denn die Bedienung ist oft ähnlich.
Viel Freude und Erfolg bei der Sonnenfinsternis! Und natürlich: einen wolkenlosen Himmel.
Autor: Marcus Schenk
Marcus ist Sterngucker, Content Creator und Buchautor. Seit 2006 hilft er Menschen, das richtige Teleskop zu finden - heute über Texte und Videos. In seinem Buch "Mein Weg zu den Sternen für dummies Junior" zeigt er jungen und junggebliebenen Leuten, was sie am Himmel entdecken können.
Als Kaffee-Junkie hätte er am liebsten seine Siebträger-Espressomaschine auch unter dem Sternenhimmel dabei.