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Praxis

So finden Sie den Weihnachtsbaum am Himmel

Kaum einer weiß es: Am Sternenhimmel leuchtet ein Weihnachtsbaum. Wollen Sie ihn auch entdecken? Hier gibt es die Anleitung mit Aufsuchkarte.

Der Weihnachtsbaumhaufen NGC 2264, direkt unterhalb schließt sich der Konusnebel, ein Dunkelnebel an, Tragoolchitr Jittasaiyapan

Der beeindruckende offene Sternhaufen NGC 2264 im unscheinbaren Sternbild Einhorn ist  unter dem schönen Namen Weihnachtsbaumhaufen bekannt. Er sieht auch tatsächlich so aus: Sie erkennen die Form eines Christbaums, behängt mit Christbaumkugeln und Kerzen aus Sternen.

Ein Baum aus weiter Entfernung


Einen Weihnachtsbaum in das warme Wohnzimmer zu stellen, diesen Brauch kennen wir erst seit dem 19. Jahrhundert und er hat sich seit dieser Zeit in die ganze Welt verbreitet. Das Licht dieses Sternhaufens ist allerdings weit älter. Da das Objekt 2.600 Lichtjahren von unserem Sonnensystem entfernt ist, stammt sein Licht, das wir sehen  aus einer Zeit, als  als Nebukadnezar über Babylonien herrschte und zu einer Zeit als die antike Stadt Pompeji gegründet wurde.

Junger aufstrebender Sternhaufen


Jung ist dieser Sternhaufen allemal: Mit einem Alter von nur zwei Millionen Jahren ist NGC 2264 astronomisch gesehen gerade erst entstanden. Eingebettet in einem bläulich reflektierenden Gasnebel ist der Sternhaufen ein Schmuckstück am Himmel. Genau genommen ist er nur ein Teil eines größeren Sternentstehungsgebietes, denn eingehüllt in den Nebel - und für uns nicht sichtbar - gibt es zahlreiche weitere Baby-Sterne. Solche Protosterne, mit einem Alter von ungefähr 100.000 Jahren, können die Astronomen nur mit Infrarotteleskopen erforschen und sichtbar machen.

Mit welchem Instrument sollten Sie beobachten?


 Für die Beobachtung brauchen Sie nicht viel. Ein 10x50 Fernglas reicht schon aus, um den etwa 4 mag hellen Sternhaufen mit seiner HII-Region zu finden. Noch besser und lichtstärker ist allerdings ein Großfernglas mit 20x80. Im Teleskop wirkt der Sternhaufen mit einer kleinen Vergrößerung von etwa 50-fach beeindruckend. Falls Sie auch den Reflexionsnebel um den Sternhaufen entdecken wollen,  brauchen Sie einen dunklen Himmel und ein Teleskop von mindestens 150-200 Millimeter Öffnung. Drucken Sie sich die folgende Karte einfach aus und nutzen Sie eine Rotlichtlampe, um jederzeit einen Blick darauf zu werfen.

Den Weihnachtbaum-Haufen finden


Nähern Sie sich dem Sternbild Einhorn  von Orion aus und ziehen Sie zwischen dessen Schultersternen eine gedankliche Linie. Bewegen Sie sich  von Beteigeuze ausgehend 11° nach links, also zwei Fernglas-Gesichtsfelder oder zwei und halb Telrad/Radiant-Gesichtsfelder.

Alternativ können Sie den Weg auch vom hellen Stern Alzirr (31 Gem) in den Zwillingen finden, denn er ist nur 3 Gard vom Ziel entfernt. Angenehm dabei: Diese Strecke fällt fast komplett in das Gesichtsfeld Ihres Feldstechers. Die Aufsuchkarte mit eingezeichnetem Feld für einen Telrad/Radiant-Leuchtpunktsucher gibt Ihnen weiter Infos.


Haben Sie den Sternhaufen gefunden, fällt sofort der helle Stern 15 Mon mit 3,9 mag Helligkeit auf. Dieser Stern stellt übrigens den Stamm des Baumes dar und ist sogar mit dem bloßen Auge zu erkennen. Die anderen 20 bis 30 Haufenmitglieder sind mit 8 mag Helligkeit etwas schwächer, aber für jedes Fernglas eine Leichtigkeit. Erkennen Sie die Form des Christbaums? In einem Fernglas steht er für uns auf dem Kopf, im Newtonteleskop erkennen wir den Weihnachtsbaum sofort.

Viel weihnachtliche Freude beim Beobachten.

Autor: Marcus Schenk

Marcus ist Amateurastronom, Texter, Autor und Liebhaber des Nachthimmels. Seit 2006 hilft er Menschen, das richtige Teleskop zu finden - heute über Texte und Videos.

Als Kaffee-Junkie hätte er am liebsten seine Siebträger-Espressomaschine auch unter dem Sternenhimmel dabei.

04.12.2020
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