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Praxis

Infografik: Astrohighlights im Sommer

Infografik Astrohighlights Sommer 2021 Teaser

Eine Sonnenfinsternis nach sechs Jahren, die großen Planeten in Opposition und die August Sternschnuppen völlig ohne Mond. Die besten Beobachtungtipps für diesen Sommer.

Wer diesen Sommer nicht in die Sterne schaut, verpasst etwas. Damit Ihnen das nicht passiert, finden Sie in der Himmelsgrafik „Astrohighlights im Sommer 2021“ alle wichtigen Himmelsereignisse auf einen Blick. Begleitende Erklärungen zu den Ereignissen finden Sie unter der Grafik.

Wir wünschen viel Freude beim Beobachten.

Infografik Astrohighlights Sommer 2021 V2

Juni

10.6. Partielle Sonnenfinsternis

Die letzte partielle Sonnenfinsternis in Europa konnten wir am 20. März 2015 verfolgen. Damals bedeckte der Mond die Sonnenscheibe bis zu 80%. Am 10. Juni findet erneut eine Sonnenfinsternis statt, die in Grönland und Nordkanada ringförmig erscheint, in Mitteleuropa jedoch nur partiell zu sehen ist. Mit einem Bedeckungsgrad von nur wenigen Prozent fällt sie vergleichsweise unspektakulär aus. Je weiter nördlich Sie stehen, desto höher ist der Grad der Verfinsterung. So streift der Mondrand die Sonne in München nur zu 6,3%, in Hamburg jedoch schon zu 17,3%. Die Finsternis beginnt am Vormittag (abhängig vom genauen Ort) um 11:35 Uhr und endet um 13:22 Uhr. Achtung: Beobachten Sie die Sonne nur mit einem geeigneten Sonnenfilter, den Sie bei uns im Online-Shop erhalten.

Bedeckungsgrad unserer Astroshop-Standorte:

  • Landsberg, Deutschland: 6,56%
  • Marseille, Frankreich: 2,7%
  • Malaga, Spanien: 1,3%
  • Warschau, Polen: 9,9%
  • Hasselt/Genk, Belgien: 14,9%
  • Aveiro, Portugal: 9%
  • Palermo, Italien: 0%

12.6. Mond trifft Venus

Kurz nach dem Sonnenuntergang zeigt sich tief im Westen die zarte, zunehmende Mondsichel und die strahlende Venus. Links oberhalb entdecken Sie den Planeten Mars. Wenn Sie mit dem Fernglas beobachten, bringt Sie ein kurzer diagonaler Schwenk nach links oben zum Bienenkorb-Sternhaufen M44.

13.6. Mond trifft Mars

Heute steigt der Mond höher und gesellt sich zum Planeten Mars, den er in 1,8 Grad Entfernung passiert. Beide ergeben einen schönen Anblick im Fernglas.

27.6. Juni Bootiden

Der Meteorstrom der Juni-Bootiden hat seinen Ursprung im Sternbild Bärenhüter. Die Zahl der fallenden Meteoriten ist gering aber variabel. Es gab schon Jahre, in denen keinerlei Meteore gesichtet wurden, jedoch auch Fallzahlen von 100 pro Stunde. Weil diese Meteore es spannend machen, lohnt es sich genauer hinzusehen.

27.6 Mond trifft Saturn

Wer die großen Gasriesen sehen will, muss im Juni noch bis Mitternacht warten. Saturn hält sich derzeit im Sternbild Steinbock auf, der gehörnten Alpenziege, die vor Beginn der Morgendämmerung den Meridian, den Gipfel des Himmels erklimmt. Der Mond zieht heute in etwa 9 Grad Distanz an Saturn vorbei.

29.6. Mond trifft Jupiter

Auf seinem Weg entlang der Ekliptik zieht der Mond an diesem Morgen etwa 5 Grad unterhalb an Jupiter vorbei. Interessant ist es, die großen Helligkeitsunterschiede zwischen Mond, Jupiter, Saturn und den hellsten Sternen auf sich wirken zu lassen.

Juli

8.7. Mond trifft Merkur

Merkur erreicht in den nächsten Tagen eine sehr tiefe Morgensichtbarkeit. Wir können ihn bei einer perfekten Horizontsicht deutlich nach 4 Uhr dicht über einer flachen Landschaft entdecken. 2,5 Grad oberhalb gesellt sich die schmale Mondsichel dazu. In zwei Tagen ist Neumond.

12.7. Mond trifft Venus und Mars

Noch in der Abenddämmerung bieten der Mond und die beiden Planeten Venus und Mars einen reizvollen Anblick. Der stürzende Löwe scheint fast nach den drei Objekten schnappen zu wollen. Im Fernglas können Sie beide Himmelskörper in einem Gesichtsfeld bewundern. Aber auch ein Foto in der Dämmerung aufzunehmen, ist eine schöne Gelegenheit.

18.7. Pluto in Opposition

Pluto ist ein schwer sichtbarer Zwergplanet und eine Herausforderung für größere Teleskope. Dem ehemals 9. Planeten wurde im Jahr 2006 die Planetenwürde aberkannt, doch unsere Begeisterung für den Außenposten des Sonnensystems ist natürlich dennoch ungebrochen. Wenn Sie ihn ins Visier nehmen wollen, dann ist während seiner Opposition die beste Gelegenheit. Nutzen Sie am besten die Steuerung Ihrer GoTo-Montierung und eine zusätzliche Aufsuchkarte, um ihn von den Hintergrundsternen zu unterscheiden.

Koordinaten für die GoTo-Steuerung (23:59 Uhr MESZ): Rekt: 19h49m59s, Dek: -22°38′

19.7. Goldener Henkel

Ein goldener Henkel auf dem Mond? Den gibt es tatsächlich, allerdings nur während einer bestimmten Mondphase. Wie ein Henkel aus Licht bricht sie die Mondnacht knapp jenseits des Terminators. Wir blicken auf das Mare Imbrium in die Region des Kraters Sinus Iridum und des hohen Juragebirges. Die Sonne geht hier an der Tag/Nacht-Grenze auf. Doch während der Krater noch im Dunkeln liegt, taucht die Sonne die kreisförmig angeordneten Berggipfel der Juraberge in Sonnenlicht. Ein goldener Ring in der Dunkelheit. Am besten zu sehen zwischen 18:00 Uhr und 21:30 Uhr MESZ.

20.7. Mond trifft Antares

Am heutigen Abend hält sich der Mond östlich des Sterns Antares auf. Er ist ein roter Überriese und leuchtet hell und rötlich am Nachthimmel. Er hat einen um 700-fach größeren Durchmesser als unsere Sonne und würde einige Planeten, inklusive unserer Erde, verschlucken, wenn er an der Stelle unseres Heimatgestirns stehen würde.

21.7. Venus trifft Regulus

Nach Sonnenuntergang entdecken Sie bei guter Horizontsicht die Venus am Fuße des Sternbilds Löwe. In direkter Nachbarschaft finden Sie den Stern Alpha Leonis, besser bekannt als Regulus. Übersetzt bedeutet der Name übrigens: „Kleiner König“ oder „Prinz“. Wer jetzt an den kleinen Simba und den König der Löwen denkt, liegt hier vermutlich genau richtig.

24.7. Mond trifft Saturn

Schon vor Mitternacht taucht das Sternbild Steinbock über dem Horizont auf. Es ist einfach an seiner schüsselartigen Form zu erkennen. In 4,6 Grad Entfernung wandert in dieser Nacht der Mond unterhalb Saturn vorbei. Wenn Sie Saturn mit dem Fernglas ins Visier nehmen, fällt Ihnen linker Hand ein 5,8 mag heller Stern auf.

25.7. Mond trifft Jupiter

Einen Tag nach der Begegnung mit Saturn hält sich der Mond bei Jupiter im Sternbild Wassermann auf. In dieser Nacht trennen die beiden Himmelskörper 5,5 Grad. Im nächsten Monat stehen die beiden Gasriesen in Opposition zur Sonne.

28.7. Delta Aquariden

Die Delta Aquariden sind ein Sternschnuppen-Strom, der aus dem Wassermann zu kommen scheint. Mit etwa 25 Meteoren pro Stunde bleibt er allerdings weit hinter der Auffälligkeit der August-Sternschnuppen zurück. Da die Mondphase sehr hoch ist, eignet sich für die Beobachtung nur die Zeit vor dem Mondaufgang.

August

1.8 Jupitermond Ganymed bedeckt Europa

Werfen Sie nach dem Aufgang von Jupiter einen Blick durch ein Teleskop, fallen Ihnen die zwei Jupitermonde Europa und Ganymed auf. Denn wie Doppelsterne stehen sie dicht beieinander. Um 0:00 Uhr MESZ bedeckt Ganymed den etwas kleineren Europa, allerdings nur teilweise, gegen 2:00 Uhr MESZ gehen beide Monde wieder getrennte Wege.

2.8. Saturn in Opposition

Aufgrund der tiefen Lage der Ekliptik hielt sich Saturn in den letzten Jahren tief über dem Horizont auf. Im Jahr 2019 erreichte er eine Höhe von ca. 20 Grad. In diesem Jahr können wir ihn während seiner Opposition in einer Höhe von 24 Grad beobachten. Doch auch in den nächsten Jahren klettert Saturn weiter nach oben. Das ist von Vorteil, denn je höher die Position, desto weniger kämpfen wir mit Luftunruhen der Atmosphäre.

Am 2. August erreicht er seine Opposition und strahlt mit 0,1 mag hell am Himmel. Damit konkurriert er mit den hellsten Sternen. Wir erkennen ihn an seiner gelblichen Färbung und seinem ruhigen Leuchten. Seine Ringöffnung beträgt 18 Grad und wir blicken von Norden auf das Ringsystem, in dem wir leicht die Cassiniteilung erkennen können.

11.8. Mond trifft Venus

Ein Blick in die Abenddämmerung lohnt sich: Venus strahlt tief im Westen hell und die schmale Mondsichel gesellt sich knapp oberhalb dazu.

12.8. Perseiden

Freuen Sie sich auf die schönsten Sternschnuppen des Jahres. Die Perseiden können wir dieses Jahr in Höchstform erleben, denn während wir sie beobachten, herrscht Neumond und die ganze Nacht lang dunkler Himmel. In den Morgenstunden des 12. August erreicht der Meteorstrom sein Maximum. Dann fallen bis zu 100 Sternschnuppen pro Stunde, die mit einer Geschwindigkeit von ca. 216.000 km/h durch unsere Atmosphäre zischen.

Die beste Beobachtungszeit liegt zwischen 22:00 Uhr und 4:00 Uhr.

18.8. Mars trifft Merkur

Eine extrem enge Begegnung, die nur etwas für erfahrene Beobachter ist: In der Abenddämmerung des 18. August treffen sich Mars und Merkur nur etwa 3 Grad über dem Horizont. Die Sonne hält sich zu der Zeit nur knapp unterhalb des Horizonts auf.

20.8. Jupiter in Opposition

Schon in der Dämmerung sehen Sie Jupiter flach im Osten aufgehen, mit -2,8 mag ein helles Objekt, das man kaum übersehen kann. An auffälligen Objekten hat der Abendhimmel aber noch mehr zu bieten: Der Mond und Saturn in unmittelbarer Nähe und die strahlende Venus dicht über dem westlichen Horizont.

Heute gilt die Aufmerksamkeit aber Jupiter, denn er steht in Opposition zur Sonne und ist die ganze Nacht über zu bewundern. Von der Erde trennen ihn nun 600 Millionen Kilometer und das Licht braucht etwas mehr als eine halbe Stunde, um zu uns zu gelangen. Sein scheinbarer Durchmesser beträgt 49“, seinen Meridiandurchgang und damit die beste Sichtbarkeit und höchste Position erreicht er um 1:14 Uhr MESZ.

Autor: Marcus Schenk

Marcus ist Amateurastronom, Texter, Autor und Liebhaber des Nachthimmels. Seit 2006 hilft er Menschen, das richtige Teleskop zu finden - heute über Texte und Videos.

Als Kaffee-Junkie hätte er am liebsten seine Siebträger-Espressomaschine auch unter dem Sternenhimmel dabei.

18.06.2021
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