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12 einfache Wege, Ihre Kinder für die Astronomie zu begeistern

Wollen Sie Kindern die Sterne zeigen und sie für Astronomie begeistern? Mit diesen 12 Wegen klappt es.

ESB Professional/Shutterstock.com

Kinder und Astronomie: Das sind zwei Dinge, die einfach sehr gut zusammenpassen. Denn Kinder haben zwei einmalige Fähigkeiten, die uns Erwachsenen oft verlorengegangen sind.

Welche sind das?

Sie sind neugierig und sie können noch staunen. 

Was bietet sich damit mehr an, als das unendliche Universum? Es ist genau der entgegengesetzte Blick zu einem Smartphone: nicht nach unten, sondern nach oben. Hier gibt es noch viel mehr zu entdecken. 

In diesem Artikel zeige ich Ihnen, wie Sie Kinder:

- für die Astronomie begeistern

- sie animieren mit Ihnen nach draußen zu gehen

- ihnen Natur und Wissen mitgeben

Aber interessieren sich Kinder wirklich dafür?

Warten Sie, lassen Sie mich erst erzählen: Als ich an einem Nachmittag vor Jahren über das Gelände unserer Sternwarte blickte, sah ich so viele Kinder wie in einer Schulklasse. Ach was, es waren so viele, wie vier Schulklassen auf einmal. Die Sonne brannte in diesem Sommer heiß, die Felder dufteten hier draußen an der Sternwarte nach Heu und zweihundert hungrige Augenpaare warteten neugierig auf die ersten Sterne. 

Wir hatten nicht damit gerechnet.

Wo kamen die Kinder her?

In unserem Astroverein machten wir damals eine Aktion: Wir starteten eine Ferienfreizeit an der Sternwarte, die wir bei der VHS anmeldeten. Kinder jeden Alters wollten wir die Sterne zeigen. Der Platz war auf 20 Kinder begrenzt. Schon am ersten Anmeldetag war sie ausgebucht. Die Dame der VHS rief immer wieder an, die Teilnehmerliste zu erweitern. So kam es damals zu einer Großveranstaltung von Astrokids, die alle nur eines wollten: mehr über die Sterne erfahren. Anscheinend warteten sie nur auf das richtige Angebot.

Dieses Erlebnis zeigt, dass in jedem Kind ein Interesse am Universum schlummert, man muss es nur entfachen und aktiv die Sterne zeigen.

Weg 1: Mit Kindern Sternbilder kennenlernen

vikiss/Shutterstock.com

Heute wissen nur wenige Leute etwas über den Sternenhimmel. Wie viele Menschen kennen Sie, die Ihnen an einem lauen Sommerabend die Sterne erklären können? Wenn Sie keinen Hobbyastronomen Zuhause haben, dann vermutlich nicht viele. 

Geben Sie das alte Wissen über Sternbilder Ihren Kindern weiter. Sie wissen selbst nicht viel über Sternbilder? Dann erforschen Sie den Himmel doch gemeinsam. 

Das geht mit einer drehbaren Sternkarte. Das ist ein Gegenstand, den Sie Zuhause haben sollten. 

Zuerst entdecken Sie den Großen Wagen, dann den Polarstern und schließlich das berühmte Sommerdreieck. 

An jedem Abend, den Sie mit ihren Kindern in den Sternen verbringen, wird ihr gemeinsames Wissen größer.

Weg 2: Eine spannende Nachtwanderung mit Kindern

Haben Sie mit Ihren Kindern schon mal eine Nachtwanderung gemacht?

Alles, was nicht zum Alltag gehört ist auch spannend. Zumindest für Kinder. Wenn Sie ihnen von einer Nachtwanderung erzählen, werden sie vor Aufregung rote Gesichter bekommen. 

Dann, wenn sie normalerweise schlafen, dürfen sie also mit den Eltern durch die Nacht wandern.

Das spricht bei Kindern ganz andere Sinne als am Tag an. Wie fühlt sich die Kühle an? Wie riecht die Natur? Vielleicht gehen Sie auf einem Feldweg am Wald vorbei. Was hören sie? Vielleicht einen Waldkauz?

Die Natur in der Nacht gehört genauso zum Erlebnis, wie in die Sterne selbst zu blicken. Lassen Sie Ihre Kinder einen Weg zum dunkelsten Ort suchen, wo die Sterne am besten zu sehen sind. Und dann blicken Sie gemeinsam hinauf. 

- Wo ist der Große Wagen? 

- Wer entdeckt zuerst die hellsten Sterne und wie heißen sie? 

- Versuchen Sie gemeinsam fantasievoll die Figuren der Sternbilder zu erkennen

- Wo ist das Band der Milchstraße?

Auf dem Rückweg beantworten Sie dann Fragen, warum das Weltall so groß ist oder warum die Sterne leuchten.

Weg 3: Übernachten in der Nacht der Meteore

ikonacolor/Shutterstock.com

In der Erdatmosphäre verglühen jeden Tag über 10 Tonnen außerirdisches Material, von Staubkörnern bis hin zu kleinen Felsbrocken. Wenn ein sehr kleines Objekt durch die Atmosphäre donnert, verglüht es in etwa 70 Kilometern Höhe und es entsteht eine Leuchterscheinung. Ein Meteor. 

Sternschnuppen gehören zu den schönsten Entdeckungen am Nachthimmel. Viele Menschen wünschen sich etwas, wenn sie eine sehen. Dabei sind sie gar nicht so selten, wenn man weiß, wo man hinsehen muss. 

Denn mehrmals im Jahr gibt es sogenannte Meteorschauer, die aus Materiewolken im Sonnensystem stammen und den Weg der Erde kreuzen. Wenn sie das tun, dann verglühen nicht nur eine, sondern bis zu hundert Sternschnuppen pro Stunde.

Die Perseiden sind der bekannteste Meteorschauer, den Sie jedes Jahr in der Nacht vom 11. oder 12. August bewundern können. 

Wie machen Sie das genau?

Übernachten Sie mit ihren Kindern in Ihrem Garten oder bei Freunden im Garten, falls Sie keinen eigenen haben. 

Jeder stellt sich eine Liege auf, schlüpft unter die Decke oder in den Schlafsack und blickt dann in den Himmel.

Bei uns in der Familie machen wir das schon seit Jahren. Jeder hält Ausschau und meist, wenn die anderen schon fast am Einschlafen sind, weckt eine oder ein anderer durch einen überraschten Ausruf, wenn wieder ein besonders schöner Meteor über den Himmel flitzt. 

Ein unvergessliches Erlebnis.

Weg 4: Kinderbücher über den Weltraum

Lesen wir überhaupt noch? Wenn Sie es bis hier geschafft  haben, dann: herzlichen Glückwunsch. Sie gehören dazu.

Doch Kinder und Erwachsene, die heute noch ein Buch in die Hand nehmen und es lesen, gehören heute zu einer außergewöhnlichen Gruppe. Leider. Die Anzahl der Menschen, die regelmäßig etwas lesen, lag 2019 bei nur 12,9 Millionen. Sie ist innerhalb von nur 4 Jahren um 1,2 Millionen Menschen gesunken (Quelle Statistika).

Dabei eröffnen uns Romane und Sachbücher Welten: die Welt der Fantasie und die Welt des Wissens. 

Wollen Sie dafür sorgen, dass Ihre Kinder zu den Lesern gehören? 

Bücher erreichen Stellen, da kommen Filme gar nicht hin.

Dann schenken Sie ihnen ein Kinderbuch über Astronomie oder einen großen Atlas über das Universum.

Vielleicht machen Sie täglich eine kleine Lesestunde am frühen Abend oder als Betthupferl? 

Immerhin ist die Welt der Bücher noch nicht verloren, denn laut einer Studie sollen noch 61% regelmäßig lesen.

Weg 5: Besuch in einer Sternwarte

Belish/Shutterstock.com

Das beste Futter für Streifenhörnchen ist eine Abwechselnde Nahrung aus Nüssen und Eiweiß zur Stärkung.

Auch wir als Astrofans brauchen eine Stärkung. Immer wieder mal.

Die Gemeinschaft mit Gleichgesinnten, zum Beispiel in einer Sternwarte. Ein Besuch in einer Sternwarte ist aufregend. 

Dort können Sie mit anderen Menschen gemeinsam in die Sterne blicken, und Sie haben die Möglichkeit durch ein riesiges Teleskop auf Planeten und Nebel und Galaxien zu schauen.

Fast in jeder größeren Stadt und auch oft auf dem Land gibt es Sternwarten. Bestimmt ist auch eine in Ihrer Nähe. Meist gibt es einmal pro Woche bei gutem Wetter einen öffentlichen Beobachtungsabend. Wie wäre es mit einem Ausflug mit den Kindern in den Ferien?

In diesem Verzeichnis finden Sie alle eingetragenen Sternwarten in Deutschland.

Weg 6: Ein Teleskop für Kinder und Jugendliche

Stock-Asso/Shutterstock.com

Feuer gefangen? Ich meine in der Sternwarte? 

Dann wird es Zeit für ein eigenes Teleskop. Was ist schöner als selbst die Sterne zu erkunden. Allein das Finden eines Objekts, das man mit dem bloßen Auge nie gesehen hätte, ist aufregend. 

Für Kinder eignen sich kleinere Dobson-Teleskope, die Sie auf einen Tisch oder ein kleines Podest stellen können. Vorteil: Das Teleskop ist schnell transportiert und aufgebaut und Ihr Kind kann es ohne Vorwissen und Training in allen Achsen bewegen. Ein Dobson ist das Teleskop, dass sich am besten intuitiv bedienen lässt. Keine lange Vorbereitung, sondern sofort loslegen. Deshalb ist es für Kinder perfekt.

Wäre das nicht ein Punkt auf der Wunschliste zum Geburtstag oder zu Weihnachten?

Weg 7: Ein Familienausflug auf dem Planetenweg

Wissen Sie, was ein Trimm-Dich-Pfad für Astronomen ist?

Es ist ein Planetenweg.

Sie sind in Bewegung, spazieren ganz locker durch das Sonnensystem und frischen von Planet zu Planet ihr Wissen auf. 

Aber ein Punkt ist noch wichtiger: Wie erklären Sie Ihrem Kind, wie groß das Sonnensystem ist? Es gibt Modelle am Computer, Sie können versuchen zu zeigen, wie riesig die Sonne und wie klein unsere Erde ist. Aber was ist mit den Entfernungen?

Wir können die Entfernungen so lapidar vor uns hinsagen, aber vorstellen können wir sie uns nicht. Mit einem Planetenweg ist das aber einfach.

In vielen Städten wurden sie von den Gemeinden, Schulen oder Vereinen angelegt. Wir starten einen mehrere Kilometer langen Weg bei der riesigen Sonne und wandern von Planet zu Planet, bis wir zum Schluss an der äußeren Grenze, dem Planeten Neptun ankommen.  

Informieren Sie sich, ob ein Planetenweg in Ihrer Nähe ist. Einfach mal in Google Folgendes eingeben: Planetenweg + [Stadt in Ihrer Nähe]

Weg 8: Besuch in einer Kindervorstellung im Planetarium

Pavel Gabzdyl/Shutterstock.com

Schlechtes Wetter aber trotzdem Lust auf Astronomie? Wie wäre es mit Kino? Aber für die Sterne.

Dieser Tag ist wie geschaffen für ein Planetarium. Wie im Theater oder Kino hat ein Sterntheater viele Stuhlreihen, einen großen Projektor in der Mitte und eine riesige weiße Kuppel, die sich über Sie wölbt.

Hier kann man den Sternenhimmel und jedes Ereignis im Universum realistisch simulieren. Bald schon merken Sie nicht einmal, dass Sie sich in einem Saal aufhalten, sondern tauchen völlig ab in den Weltraum.

Diese Liste informiert Sie, welche Planetarien es in Deutschland gibt.

Weg 9: Mit Ihren Kindern astronomisch basteln

Picasso sagte einmal: „Jedes Kind ist ein Künstler ...“ 

Nun, da er ebenso ein fabelhafter Künstler war, musste er es ja wissen. Lassen Sie Ihre Kinder Künstler und Erbauer sein und basteln Sie astronomische Dinge.

Wie geht das?

Mit astronomischen Bastelsets. Genau, denn davon gibt es eine ganze Menge. Wie wäre es, wenn Sie sich zusammen an Ihren Basteltisch setzen und ein echtes Teleskop aus Pappe bauen? Oder einen Sternenhimmel? Oder ein Kopernikus Planetarium, das eine echte Mechanik hat und sich dreht? 

Sie können natürlich auch selbst kreativ werden und sich etwas Astronomisches ausdenken. In unserer Jungengruppe an der Sternwarte haben wir zum Beispiel ein astronomisches Brettspiel mit vielen Astro-Fragen selbst erfunden.

Langeweile kommt dabei jedenfalls nicht auf, Ihren Kindern macht es Spaß und die Feinmotorik wird nebenbei trainiert.

Weg 10: Astronomische und kindgerechte Filme

Filme gucken? Ernsthaft? Auch das darf man manchmal machen. Und ein astronomischer Film ist ja auch etwas, woraus man einiges lernen kann. 

Es gibt einige Filme, die für Kinder gut geeignet sind. 

Aus der bekannten WAS IST WAS Reihe, gibt es einen Film über unser Zentralgestirn „Die Sonne“, einen Film über die „Sterne“ und einen weiteren über „Mond und Kosmos“. Natürlich sind auch Raumfahrtthemen interessant, wie die DVD „Planeten und Raumfahrt“. 

Natürlich haben auch Fernsehsender etwas zu bieten: wie zum Beispiel die bekannte Kindersendung „Löwenzahn“ im ZDF. Dort ging es schon oft um den Weltraum. Sehen Sie sich einfach mal in der Mediathek um.

Weg 11: Science-Fiction und Fiction-Science?

Ab 2022 gibt es für sehr reiche Menschen die Möglichkeit einen Aufenthalt in einem Luxushotel zu buchen.

Was soll daran besonders sein?

Es steht nicht auf der Erde, sondern befindet sich im Weltraum in einer neuen Raumstation. Im Weltraumhotel von Orion Span kann man für schlappe 9,5 Millionen US-Dollar einen 12-tägigen Aufenthalt inklusive Flug buchen - natürlich mit allen Annehmlichkeiten, die der Weltraum so bietet. Sogar ein Holodeck wie bei Star Trek auf dem Raumschiff Enterprise soll es geben. Captain Jean-Luc Picard werden Sie dort aber nicht treffen.

Wenn Ihnen das für einen Familienaufenthalt doch zu teuer ist oder „noch“ zu sehr nach Science-Fiction klingt: Wie wäre es mit fantastischen Geschichten über die Zukunft oder Geschichten in Verbindung mit Wissenschaft? Viele sind so zum Hobby Astronomie gekommen. Dafür können sich Ihre Kinder bestimmt auch begeistern. 

Seit einiger Zeit gibt es eine interessante Kinderbuchserie „Der kleine Major Tom“, die seit 2018 vom Tessloff Verlag publiziert wird. Die Serie ist eine Zusammenarbeit zwischen dem Autor Bernd Flessner und des Deutschen Zentrums für Luft und Raumfahrt, das für die korrekten wissenschaftlichen Fakten innerhalb der Story zuständig ist. In Band 1 geht es um das Leben vom kleinen Major Tom auf einer Raumstation. Als sein Vater diese für einen Einsatz verlassen muss, sind Major Tom und seine Freundin Stella völlig auf sich gestellt. Doch plötzlich droht Weltraumschrott die Station zu treffen. Es könnte die schwierigste Aufgabe sein, die sich die Kinder jemals stellen mussten.

Der Kosmos Verlag verlegt mit der neuen Kinderbuchreihe Kepler62 etwas ganz Ähnliches: Dort spielen die zwei Brüder Ari und Joni ein Computerspiel, bei dem am Ende etwas Tolles passieren soll. Auf einmal steht ein Junge vor der Tür und lädt sie auf eine Weltraummission ein. 

Weg 12: Mythologie der Sternbilder

osaka.maki/Shutterstock.com

Wo wir schon bei Geschichten sind. Auch am Sternenhimmel gibt es tapfere Helden, die so manche Aufgabe lösen mussten. Zum Dank wurden sie für immer an das Firmament gesetzt. 

Jedes Sternbild hat in der griechischen Mythologie mindestens eine oder sogar mehrere Geschichten. 

Wie diese: Orion war stets ein stolzer und tatkräftiger Jäger. Es machte ihm so viel Freude, dass er sich vornahm alle Tiere zu jagen, die ihm vor die Augen traten. Doch das missfiel Gaia, der Göttin der Erde, so dass sie einen Skorpion losschickte, der Orion ein für allemal unschädlich machen sollte. Er stach zu, weil man das Leben Orions nicht mehr retten konnte, wurden beide an den Himmel versetzt, wo sie sich noch heute jagen. Denn immer wenn Orion im Westen untergeht, geht Skorpion im Osten auf. Beobachten Sie es mal selbst.

Wenn Sie Input für ein Buch über die Mythologie der Sternbilder suchen, dann folgen Sie einfach unseren Empfehlungen.

Toller Nebeneffekt: Ihre Kinder hören gebannt zu und lernen dabei automatisch die Sternbilder kennen. Und vielleicht wollen Sie die Geschichten gemeinsam mit Ihren Kindern ja einfach weiterentwickeln.

Raus zu den Sternen

Das waren unsere 12 Wege, wie Ihre Kinder zu Astrofans werden. Und nun nutzen Sie diese Tipps. Machen Sie Astronomie Zuhause, nehmen Sie Ihre Kinder mit oder die ganze Familie. Und dann fahren Sie hinaus aufs Land und bestaunen die Sterne. 

PS: Bei uns finden Sie eine Menge schöner Einsteigerteleskope für Kinder, die der ganzen Familie Spaß machen. Schauen Sie sich mal um.

Autor: Marcus Schenk

Marcus ist Amateurastronom, Texter, YouTuber und Liebhaber des Nachthimmels. Seit 2006 hilft er Menschen, das richtige Teleskop zu finden - heute über Texte und Videos.

Als Kaffee-Junkie hätte er am liebsten seine Siebträger-Espressomaschine auch unter dem Sternenhimmel dabei.

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