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Barlow- und Shapleylinse

Mehr Brennweite und höhere Vergrößerung? Mit einer Barlowlinse erreichen Sie das, doch wann macht sie Sinn und wann nicht?

Was ist eine Barlowlinse genau?

Eine Barlowlinse ist ein optisches Bauteil, das zwischen Okular und dem Okularauszug eingesetzt wird. In ihrem Inneren befindet sich eine Minuslinse, die die Brennweite des Fernrohrs künstlich verlängert. Oft stellt die Barlowlinse keine einzelne Linse dar, sondern ein System von Linsen. Dies dient meist dazu, den Farbfehler zu reduzieren. In dem Fall bezeichnet man die Linse oft als achromatische Barlowlinse. Die Standardlinsen haben einen Verlängerungsfaktor von zweifach.

So funktioniert eine Barlowlinse

Die Funktion einer solchen Linse kann man am besten anhand eines Beispiels erläutern: Schauen wir uns dazu einen 200/1000 mm Newton-Reflektor, wie das Omegon Advanced-Teleskop an. Dazu wird ein Okular mit 6 mm Brennweite verwendet. Aus der Vergrößerungsformel ergibt sich eine 166-fache Vergrößerung. Durch den Faktor 2 verlängert sie die Brennweite des Teleskops von 1000 mm auf 2000 mm. Setzt man das gleiche Okular ein, ergibt sich eine doppelte Vergrößerung von über 330-fach.

Mit einem Okular und einer Barlowlinse erreichen Sie also zwei verschiedene Vergrößerungen. Natürlich hat man einen wesentlich größeren Abstufungsbereich, wenn man einige Okulare und eine Barlowlinse sein eigen nennt.

Doch es gibt ein Problem

Eine Barlowlinse ist ein zusätzliches Bauteil, in dem Linsen enthalten sind. Jede Linse reflektiert an den optischen Flächen Licht und absorbiert es zusätzlich im Linsenmaterial. Das führt dazu, dass weniger Licht im Auge ankommt. Deswegen sollten Sie sich überlegen, wann eine Barlowlinse sinnvoll ist. Denn sie sollte möglichst nicht als Ersatz für ein gutes Okular verwendet werden. Es gibt inzwischen qualitativ hochwertige Linsen, die über eine gute Abbildung verfügen. Doch diese Barlowlinsen liegen meist im etwas höheren Preisbereich. Ein anderer Bereich, wo man die Linsen sinnvoll einsetzen kann, ist die Planetenfotografie.

In diesem Bereich der Astrofotografie sind Barlowlinsen sogar notwendig. Da man mit Astrokameras oft Planeten fotografiert, ist es sinnvoll sich eine Barlowlinse mit einem hohen Verlängerungsfaktor zuzulegen. Diese Linsen gibt es mit einem 3-fach oder auch 5-fachen Faktor.

Reducer - Mit Linsen die Brennweite verkürzen

Neben den Barlowlinsen gibt es auch Linsen, die die Brennweite des Teleskops verkürzen. Sie wurden früher vor allem Shapleylinsen genannt, doch heute spricht man von einem "Reducer". Während bei den Barlowkonstruktionen eine Minuslinse für den verlängernden Effekt sorgt, wirkt ein Reducer in die andere Richtung. Er ist mit einer Pluslinse ausgestattet und durch ihre Wirkung nimmt die Brennweite des Teleskops ab. Oft besteht dieses Bauteil aus einer Kombination von mehreren Linsen.

Reducer für die Fotografie

Sinnvoll eingesetzt werden diese Linsen meist in Cassegrain Teleskopen und deren Abwandlungen als Schmidt-Cassegrain oder Maksutov-Cassegrain. Diese Systeme haben alle eine relativ lange Brennweite. Das Öffnungsverhältnis ist meist 1:10 oder noch mehr.

Ein 250-mm Schmidt-Cassegrain-Teleskop besitzt bei einem Öffnungsverhältnis von 1:10 eine Brennweite von 2500 mm. Dies kann für bestimmte Zwecke zu vielsein. Da diese Brennweite fotografisch sehr kleine Gesichtsfelder erzeugt, hätte man ohne Reducer keine Chance, großflächige Objekte auf den Chip der Kamera zu bannen. Allerdings gibt es keine universellen Reducer. Sie werden meist für spezielle Teleskope konzipiert. Ein Nachteil, den man sich einhandelt, sind größere Abbildungsfehler und eine eventuelle Vignettierung (Abschattung) auf dem Foto.

19.08.2019
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