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5 Fragen vor dem Teleskopkauf

Welche Fragen muss ich mir stellen, um das richtige Teleskop zu finden und Fehler zu vermeiden?

5 Fragen, die Sie sich unbedingt vor dem Teleskopkauf stellen sollten

Wussten Sie, dass viele Einsteiger mit dem falschen Teleskop starten? Und es selten das Instrument ist, welches sie noch nach 5 Jahren verwenden?

Ein Wunder ist das nicht — es gibt viele verschiedene Typen und Bauarten, und am Anfang weiß man meist nicht, worauf es wirklich ankommt.

Aber dafür sind wir ja da. In diesem Artikel finden wir mit 5 effektiven Fragen das optimale Teleskop für Sie.

Packen wirs an!

1. Was ist Ihnen der Blick in den Himmel wert?

Vielleicht finden Sie diese Frage ein wenig verfrüht. Gibt es nicht andere Themen, auf die man achten sollte? Die gibt es natürlich.

Aber Ihr Budget ist ein guter Hinweis, um die kleinen Diamanten auszusortieren und die Felsbrocken auf dem Weg erst gar nicht zu beachten. Machen Sie sich deshalb gleich zu Beginn klar, wieviel Sie investieren möchten.

Was ist mit wieviel Budget überhaupt möglich? Dazu vier Anhaltspunkte:

Bis 200 Euro: Für ein komplettes Teleskop mit Stativ und Montierung ist das nicht viel. Bei den meisten Teleskopen müssen Sie Abstriche machen. Entweder bei der Optik oder in der Stabilität - gerade diese beiden Punkte sind aber wichtig für den Spaß bei der Beobachtung. Sie wollen trotzdem nicht mehr ausgeben? Wir empfehlen ein gutes Fernglas oder ein Spektiv und eine drehbare Sternkarte. Damit lernen Sie den Himmel kennen und entdecken die ersten großflächigen Deep-Sky-Objekte. Und Fernglas und Spektiv sind auch am Tag tolle Begleiter!

Bis 400 Euro: Sie haben mehr Geld zur Verfügung und wollen ein Teleskop mit einer guten Optik? Dann nehmen Sie ein kleines Linsen- oder Spiegelteleskop auf einer azimutalen Montierung, die Sie in alle Richtungen bewegen können. Oder ein Dobson-Teleskop, hier steckt das meiste Geld in den Spiegeln. Der Vorteil: Sie bekommen ein stabiles Fernrohr mit großer Optik für die visuelle Beobachtung. Damit sind Sie für viele Jahre mit Beobachtungszielen versorgt.

Bis 800 Euro: Ab diesem Preisbereich sind erste Schritte in der Astrofotografie möglich. Jetzt haben Sie Zugang zu einer Montierung, die schon fototauglich ist oder sich einfach aufrüsten lässt. Je nach Interesse ergänzen Sie die Montierung mit einem Linsen- oder Spiegelteleskop, dazu später mehr. Fototaugliche Montierungen gleichen die Erddrehung aus und führen die Sterne automatisch nach. Damit das funktioniert bedarf es etwas mehr Aufwand beim Aufbau, auch dazu kommen wir noch.

Ab 1000 Euro: Sie mögen Smartphones und Apps? Die computergesteuerten Goto-Teleskope, mit denen Sie auf Knopfdruck Objekte anfahren können gehen hier los. Per Handbox oder Handy wählen Sie Ihre Ziele aus und lassen das Teleskop die Navigation zum Ziel übernehmen.

 

Praxis-Aufgabe: Was ist Ihr Budget? Finden Sie es heraus und starten Sie gut vorbereitet mit den nächsten Fragen.

2. Fast-Food-Beobachter oder Slow-Sky-Genießer?

Natürlich gehts hier nicht ums Essen. Doch wie hier können Sie ein Teleskop schnell aufstellen, zum kurz mal in den Himmel schauen oder Sie nehmen sich den ganzen Abend frei, um das Beobachten ausgiebig zu genießen.

Wieviel Zeit Sie aufwenden, entscheidet über die Art des Teleskops. 

Beispiel: Ein Dobson Teleskop besteht nur aus zwei Teilen, ist schnell aufgebaut und wird einfach manuell bewegt, um Ziele einzustellen und nachzuführen.

Ein Instrument mit parallaktischer Montierung besteht aus Dreibeinstativ, Gegengewichten, Optik, Montierung, Elektronik und Stromversorgung. Einmal aufgebaut, muss es noch auf den Himmelspol ausgerichtet werden.

Für die Astrofotografie ist der Aufwand höher als für die visuelle Beobachtung. Natürlich können Sie mit jedem Instrument kurz oder lang beobachten, doch manchmal scheut man einen großen Aufbauaufwand, wenn man nur einen schnellen Blick zum Himmel richten will. 

 

Praxis-Aufgabe: Wieviel Zeit wollen Sie sich zum Aufstellen und beobachten nehmen? Mehr oder weniger als eine Stunde? Oder auch gerne drei Stunden pro Abend? Eher am Wochenende oder schnell mal nach Feierabend? Finden Sie es heraus und entscheiden Sie, was für Sie zeitlich möglich ist.

3. Minimalistisch beobachten oder Spaß an digitaler Technik?

Natürlich müssen Sie nicht wie die Amish-People in den USA ohne Technik leben. Aber es kann erholsam sein mit einem Teleskop ohne technische Raffinessen zu beobachten. So wie es schon Herschel und Messier getan haben. Abseits von Smartphones und digitaler Technik die Natur genießen - wie wäre das? 

 

Nicht nur das Beobachten, sondern auch das Finden der Objekte gehört dazu. Das Ganze ohne Elektronik, aber mit Sternkarte und Sternatlas. Und es kann einem so etwas wie ein Glücksgefühl bescheren, wenn man eine Millionen Lichtjahre entfernte Galaxie am Himmel findet. 

Oder fasziniert Sie die digitale Technik und Sie wollten als Kind schon immer den Job vom legendären Scotty oder von Pavel Chekov auf der Enterprise machen? Dann ist ein Teleskop mit Goto-System oder automatischem Alignment das Richtige.

 

Mit einem elektronischen System steuern Sie das Teleskop mit einer Handbox oder mit dem Smartphone. Sie arbeiten mit Technik und Bildschirm, das Teleskop fährt über die eingebauten Motoren die Objekte automatisch an und führt sie nach. Sie müssen sich mehr mit der Technik auseinandersetzen. Doch daran haben Sie ja Spaß, wenn Sie eines von diesen Teleskopen wählen.

Praxis-Aufgabe: Überlegen Sie, ob Ihnen ein manuelles Teleskop oder ein vollautomaisch gesteuertes lieber wäre. Einige Teleskope können Sie auch später noch mit Nachführmotoren und einer Steuerung nachrüsten. Und unsere Push+-Montierungen verbinden beide Welten: Sie führen Ihr Dobson-Teleskop manuell nach und die Software auf Ihrem Smartphone hilft Ihnen, die Ziele am Himmel zu finden.

4. Nur visuell beobachten oder Astrofotos machen?

Es gibt zwei Arten der Beobachtung:
den visuellen Eindruck live genießen und die Objekte fotografisch festhalten. Beides hat seinen Reiz, wenn Sie in Ihrer Freizeit ohnehin schon fotografieren, fühlen Sie sich vielleicht auch zur Astrofotografie hingezogen. Was interessiert Sie mehr?

 

Für den Einstieg empfehlen wir mit der visuellen Beobachtung anzufangen, denn dadurch lernen Sie Ihr Teleskop kennen und sammeln praktische Erfahrung am Sternenhimmel. Sie werden damit eine Weile beschäftigt sein, denn es gibt einiges zu lernen und zu entdecken.

Praxis entsteht nur durch Praxis

Die Astrofotografie ist der zweite Schritt, falls Sie das überhaupt möchten. Dobson und andere Teleskope auf azimutaler Montierung sind für die visuelle Beobachtung gedacht. Teleskope mit einer parallaktischen Montierung und einem Goto-System ermöglichen auch Langzeit-Astrofotos von Nebeln und Galaxien. 

Viele Amateurastronomen entscheiden sich visueller Beobachter zu sein oder sich intensiv mit Kameras, Technik und Bildverarbeitung zu beschäftigen. Einer der Gründe sind die recht unterschiedlichen Anforderungen, die visuelle Beobachtung und Astrofotografie an die Teleskope und den Beobachter stellen. Das ideale Instrument für beides gibt es nicht.

 

Praxis-Aufgabe: Stellen Sie sich die Frage, was Sie mehr interessiert: visuell oder fotografieren? Dann können Sie die Weichen gleich richtig stellen und müssen später keine kostspieligen Umwege machen.

5. Mond und Planeten oder Nebel und Galaxien?

Zu den ersten Objekten, die Sie am Sternenhimmel entdecken, gehören der Mond und die Planeten. 

Es ist faszinierend in die Modoberfläche einzutauchen und sich fast wie in einem Raumschiff zu fühlen, das über die Mondoberfläche schwebt. Oder Saturn mit seinen Ringen oder Jupiter mit seinen Monden und Wolkenstreifen live im Teleskop zu sehen.

Beobachten Sie hauptsächlich das Sonnensystem eignet sich dafür gut ein Linsenteleskop.
Mond und Planeten sind helle Objekte, sie brauchen nicht viel Öffnung und profitieren von der kontrastreichen Abbildung eines Refraktors

Wollen Sie noch tiefer in den Weltraum eintauchen und auch Nebel, Kugelsternhaufen und Galaxien bewundern? Dann sind Sie der Typ für Spiegelteleskope, für das gleiche Budget eine größere Öffnung als Linsenteleskope haben und mehr Licht sammeln

Allerdings sollten Sie sich die live Galaxie im Teleskop nicht wie auf einem Foto vorstellen. Ein Blick zu einer Millionen Lichtjahre entfernten Galaxie liegt manchmal an der Grenze der Wahrnehmung. Mit dem Wissen, was Sie beobachten und einem geübten Blick können Sie aber viele Details erkennen. Und in der Herausforderung liegt ja auch der Spaß.

 

Praxis-Aufgabe: Sonnensystem oder weiter hinaus? Bei der Entscheidung hilft auch Ihr Beobachtungsort - Zuhause oder ein Ort abseits der Lichtverschmutzung - den Sie gut erreichen können. .

Mit dieses Anhaltspunkten finden Sie gut gerüstet und viel einfacher Ihr Wunschteleskop. Starten Sie am besten geleich: Und werden Sie sich über Ihre Wünsche klar. Der Himmel wartet auf Sie.

Autor: Marcus Schenk

Marcus ist engagierter Amateurastronom, Texter, Videofilmer und Liebhaber des Nachthimmels. Seit 2006 hilft er Menschen das richtige Teleskop zu finden - heute über Texte und Videos.

Als Kaffee-Junkie hätte er am liebsten seine Siebträger-Espressomaschine auch unter dem Sternenhimmel dabei.

Sprachen: Deutsch, Englisch.

24.07.2019
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