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Barlowlinse und Shapleylinse


Die Barlowlinse

Eine Barlowlinse ist ein optisches Bauteil, das zwischen Okular und dem Okularauszug eingesetzt wird. Sie besteht aus einer Hülse.. In ihrem Inneren befindet sich eine Minuslinse, die die Brennweite des Fernrohrs künstlich verlängert. Oft stellt die Barlowlinse keine einzelne Linse dar, sondern ein System von Linsen. Dies dient meist dem Zweck Farbfehler zu reduzieren. In diesem Fall wird die Linse oft als achromatische Barlowlinse bezeichnet. Die Standardlinsen haben einen Verlängerungsfaktor von zweifach.

Ein Beispiel

Die Funktion einer solchen Linse, kann man am besten anhand eines Beispiels erläutern. Schauen wir uns den Skywatcher 200/1000mm Newton-Reflektor an. Dazu wird ein Okular mit 6mm Brennweite verwendet. Aus der Vergrößerungsformel ergibt sich eine 166fache Vergrößerung. Durch den Faktor zwei verlängert sie die Brennweite des Teleskops von 1000mm auf 2000mm. Setzt man das gleiche Okular ein, ergibt sich eine doppelte Vergrößerung von über 330fach.

Mit einem Okular und einer Barlowlinse sind also zwei Vergrößerungen erreichbar. Natürlich hat man einen wesentlich größeren Abstufungsbereich, wenn man einige Okulare und eine Barlowlinse sein eigen nennen darf.

Doch es gibt ein Problem:

Eine Barlowlinse ist ein zusätzliches Teil, in dem Linsen enthalten sind. Jede Linse reflektiert an den optischen Flächen Licht und absorbiert zusätzlich Licht im Linsenmaterial. Das kann dazu führen, dass schließlich weniger Licht im Auge ankommt. Deswegen sollte man sich überlegen, wann eine Barlowlinse sinnvoll ist. Eine Barlowlinse sollte wenn möglich nicht als Ersatz für ein gutes Okular verwendet werden. Natürlich gibt es inzwischen wirklich qualitativ hochwertige Linsen, die über eine gute Abbildung verfügen. Doch diese Barlowlinsen liegen meist im etwas höheren Preisbereich. Ein anderes Thema, wo man Barlowlinsen sinnvoll einsetzen kann, ist die Webcamfotografie.

In diesem Bereich der Astrofotografie sind Barlowlinsen sogar notwendig. Da man mit Webcams meist Planeten fotografiert, ist es sinnvoll sich eine Barlowlinse mit einem hohen Verlängerungsfaktor zuzulegen. Diese Linsen gibt es mit einem 3fach oder auch 5fachen Faktor. (Zu diesem Thema an gesonderter Stelle mehr)

Shapleylinse

Neben den Barlowlinsen, gibt es auch Linsen, die die Brennweite des Teleskops verkürzen. Diese Linsen werden Shapleylinsen genannt. Während bei den Barlowkonstruktionen eine Minuslinse für den verlängernden Effekt sorgt, wirkt eine Shapleylinse in die andere Richtung. Sie ist mit einer Pluslinse ausgestattet. Durch die Pluswirkung der Linse, nimmt die Brennweite des Fernrohrs ab.

Oft jedoch besteht dieses Bauteil nicht aus einer Pluslinse, sondern aus einer Kombination von mehreren Linsen, die in Ihrer Gesamtwirkung eine positive Wirkung haben. Dies wäre beispielsweise ein Dreiersystem mit zwei Plus- und einer Minus-Linse, die miteinander verkittet sind.

Sinnvoll eingesetzt werden diese Linsen meist in Cassegrain Teleskopen und deren Abwandlungen als Schmid-Cassegrain oder Maksutov-Cassegrain. Diese Systeme haben alle eine relativ lange Brennweite. Das Öffnungsverhältnis ist meist 1:10 oder noch mehr. Bei einem 250mm Schmid-Cassegrain System hat man bei einem Öffnungsverhältnis von 1:10 eine Brennweite von 2500mm. Dies kann für bestimmte Zwecke eine zu große Brennweite sein. Da diese Brennweite fotografisch sehr kleine Gesichtsfelder erzeugt, hätte man ohne Shapleylinse praktisch keine Chance, großflächige Objekte auf den Chip der Kamera zu bannen.  

Allerdings gibt es keine universellen Shapleylinsen. Sie werden meist für spezielle Teleskope konzipiert. Ein Nachteil, den man sich einhandelt, sind größere Abbildungsfehler und eine eventuelle Vignettierung (Abschattung)  auf dem Foto.

 

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Barlowlinsenschema

 

Barlowlinse