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Archiv für Oktober 2012

DAS Ereignis 2013: Der Komet ISON (C/2012 S1)

31. Oktober 2012, Bernd Gährken

Am 13.1.2007 war der Komet Mc Naught am Taghimmel direkt neben der Sonnen mit freien Auge zu sehen. Ein Taghimmelkomet ist ein sehr seltenes Ereignis. So etwas gibt es im Mittel nur ein oder zweimal pro Jahrhundert. Doch im November 2013 könnte sich erneut eine Chance bieten. Der im September 2012 entdeckte Komet ISON (C/2012 S1) hat eine sehr interessante Bahn. Er wird seinen geringsten Sonnenabstand mit lediglich 1.5 Millionen Kilometern am 28.11.2013 erreichen. Der Komet wird an diesem Tag mit -11 bis -16 mag Helligkeit nur 1,7 Grad neben der Sonne stehen! Ein Komet mit -15 mag ist 10.000 mal heller als der Planet Venus und übertrifft sogar den Vollmond. Diese Angaben erscheinen fast unglaublich, doch es gibt historische Beobachtungen von ähnlich hellen Kometen. Im September 1882 erreichte ein Komet auf einer vergleichbaren Bahn eine Helligkeit von -17mag und konnte direkt neben der Sonne durch einen Sonnenfilter gesehen werden!

Das der Komet ISON schon mehr als 1 Jahr vor seinem Perihel entdeckt wurde spricht für eine hohe Grundhelligkeit und einen großen Kern. Vermutlich wird er daher den Höllenritt durch die Sonnenglut am 28.11.2013 überstehen und im Dezember 2013 für deutsche Beobachter optimal am Nachthimmel platziert sein. Die Helligkeit ist allerdings sehr schwer einzuschätzen. Im Idealfall ist er ein leichtes Objekt für das freie Auge. Im schlechtesten Fall sollte er immer noch im Fernglas gut sichtbar sein.

Momentan steht ISON noch mit unscheinbaren 17 mag im Sternbild Krebs. Dort wird er auch in den kommenden Monaten bleiben und sich erst in einem Jahr auf dem Weg zur Sonne begeben um dort eine große Show abzuliefern. Die Zwillinge sind im Oktober am Morgenhimmel ideal positioniert und deswegen wurde er am 22.10. erstmals aufgenommen.

Die untere Aufnahme zeigt ein Vergleichsbild mit dem POSS. Auf dem Foto ist der Komet markiert. Er wirkt leicht elliptisch. Das liegt daran, das er direkt neben einem (deutlich) schwächeren Stern steht und sich das Licht vermischt. Auf einigen Rohbildern kann man 2 Helligkeitszentren identifizieren.

Sonnen-Video: Sonnenprotuberanzen durch das Lunt LS35

23. Oktober 2012, Marcus Schenk

Was kann man mit einem Teleskop sehen? Erkennen wir Details, Staubbänder oder gar Farben? Wir alle kennen die schönsten Bilder des Universums, in allen Farben des Spektrums schillernde Objekte. Meist geben diese Bilder aber nicht den Live-Eindruck wieder, den man bei der Beobachtung hat.

Was kann man also tatsächlich visuell und live durch ein Amateur-Teleskop erkennen? Für viele Einsteiger in der Astronomie ist dies ein sehr wichtiger Punkt. Bei helleren Objekten kann ein Video nahezu perfekt das vermitteln, was Sie tatsächlich sehen.

Auch die Sonne hat es in sich…
Was für die Nacht gilt ist auch für die Astronomie am Tag wichtig. Die Sonne, unser Zentralgestirn, ist der für uns wichtigste Stern. Im wahrsten Sinne des Wortes geht es dort heiß her.

Gasausbrüche auf der Sonne

Sonnenflecken, Sonnefackeln, Filamente, Protuberanzen – das alles können wir beobachten. Gerade für die faszinierendes Gasauswürfe, die Protuberanzen, benötigen wir aber Spezial-Teleskope. Diese Gebilde gehören zu den chromosphärischen Erscheinungen der Sonne und sind nur im extrem engbandigen H-alpha Bereich bei 656nm zu sehen.

Das Lunt LS35 und die Protuberanzen
Das Sonnen H-Alpha Teleskop LS35 von Lunt zeigt einem diese Protuberanzen, die man sonst nur bei einer totalen Sonnenfinsternis zu sehen bekommt. Diese gewaltigen Sonneneruptionen erstrecken sich oft hunderttausende Kilometer in den Weltraum. Die Erde ist im Vergleich zu diesen Feuerzungen verschwindend klein, wie dieses Amateurbild zeigt.

Protuberanz im Vergleich zur Erde

Diese Aufnahme zeigt das annähernde Größenverhältnis von der Erde und einer Sonnen-Protuberanz. Foto: B. Gährken

So sehen Sie die Protuberanzen im Teleskop
Unser Kunde und Amateurastronom Robin Lachhein konnte mit seinem Lunt LS35 ein tolles Video der Sonne aufnehmen. Genießen Sie ein Video, dass die Sonne so zeigt, wie Sie sie tatsächlich durch dieses kleine H-alpha Teleskop sehen. Lehnen Sie sich zurück und entspannen Sie für zwei Minuten mit der passenden Musik.

Unser Tipp: Der 8nm Methanfilter von Baader Planetarium

18. Oktober 2012, Bernd Gährken

Bis vor kurzen waren Methanbandfilter nur ungefasst als Sonderanfertigung bei speziellen Herstellern wissenschaftlicher Instrumente erhältlich. In Deutschland gab es keine Anbieter. Nun hat die Firma Baader auf die wachsende Nachfrage reagiert und bietet erstmals einen Filter in einer 1,25 Zoll Fassung mit Normgewinde an. Visuell kann man mit einem Methanfilter nichts sehen. Seine Leistungsfähigkeit offenbart er erst in Kombination mit einer infrarotempfindlichen Kamera.

8nm Methanfilter mit 1.25"

Baader Planetarium Methanfilter 1,25"

Die äußeren Gasplaneten sind in Ihrer Hochatmosphäre mit einer Hülle aus Methan umgeben. Bei einer Wellenlänge von 889nm hat das Methan eine Absorbtionslinie. Die Gasriesen werden in diesem Bereich sehr dunkel und bekommen ein komplett anderes aussehen. Durch Aufnahmen im Methanband kann man viel über die physikalischen Vorgänge lernen. Aufsteigende Gasmassen durchstoßen die Methanschicht und werden als helle Flecken sichtbar. Im Methanband kann man gut erkennen, dass es sich bei Jupiters Großen Rote Fleck um ein Hochdruckgebiet handelt. Auch kleinere Stürme wie der WOS-BA werden als helle Flecken sichtbar.

Transmissionskurve des Baader Methanfilters
Transmissionskurve des Baader Methanfilters

Die Impakte von 1994 und 2009 hinterließen Explosionswolken die ebenfalls die Methanschicht durchstoßen haben. Während sich die Wolken im visuellen Bereich dunkel abzeichneten, waren sie im Methanlicht hell und konnten so von den dunklen Barren unterschieden werden. Die sichere Identifizierung als Impaktstruktur war so erst möglich.

Weil die Gasplaneten auf der Methanlinie so stark abgedunkelt werden, sind die Belichtungszeiten deutlich länger als im visuellen Bereich. Der Verlängerungsfaktor kann den Wert 50 übersteigen, je nachdem wie infrarotempfindlich die verwendete Kamera ist. Bei den weit verbreiteten Webcams, I-Novas und DMK-Kameras sollte die Teleskopöffnung mindestens 8 Zoll betragen.

Die starke Abdunkelung der Planeten auf der Methanlinie kann man auch nutzen, um den Kontrast von Monden und Ringen zu verbessern. Sie enthalten kein Methan und sind deshalb im Vergleich zu den Planeten gleißend hell. Die Monde sind im Methanband selbst vor der Planetenscheibe deutlich sichtbar. Mit größeren Teleskopen kann man versuchen schwache, planetennahe Monde aufzuspüren, die sonst überstrahlt würden. Der Jupitermond Almathea und der Uranusmond Miranda sind mit einer guten CCD-Kamera und ausreichend Belichtungszeit im Methanband erreichbar. Mit einem semiprofessionellen 80cm-Gerät ist es inzwischen auch erstmals gelungen amateurseitig den Jupitermond Thebe und die Uranusringe nachzuweisen.

Zwei Astrotagungen am 27. Oktober 2012

12. Oktober 2012, Bernd Gährken

Am 27.10.2012 finden in Deutschland zwei interessante Astrotagungen statt. In Süddeutschland laden die Sternfreunde Durmersheim zu ihrer Regionaltagung ein. Am Samstag zwischen 10 Uhr und 18 Uhr sowie am Sonntag zwischen 11 Uhr und 16 Uhr gibt es in der Realschule an der Schulstraße 2 nicht nur ein breites Vortragsprogramm, sondern auch den Durmersheimer Astro-Spezialmarkt, der nun schon zum 8. mal veranstaltet wird.

Zu den großen VDS-Tagungen zählt die Bochumer Herbsttagung (BoHeTa), die in diesem Jahr zum 31. mal veranstaltet wird. Treffpunkt ist wie immer um 10 Uhr der Hörsaal HMA 10 der medizinischen Fakultät der Ruhr-Universität Bochum.

Der von der Reiff-Stiftung geförderte Fachvortrag beschäftigt sich diesmal mit Kosmischen Gammablitzen und ihre Beobachtung. Die Referenten sind Sylvio Klose von der Thüringer Landessternwarte in Tautenburg und Hans-Thomas Janka vom MPI für Astrophysik in Garching.

Daneben gibt es zahlreiche weitere Vorträge aus der Welt der Amateurastronomie. So wird Astroshop-Mitarbeiter Bernd Gährken über den ersten in Deutschland aufgezeichneten Mondimpakt berichten.



Vorhang auf: Die neue AZ-EQ6 GT Montierung

6. Oktober 2012, Marcus Schenk

Das Rampenlicht muss diese Montierung garantiert nicht scheuen, denn die neue AZ-EQ6 GT macht einen unglaublich soliden und durchdachten Eindruck. Dabei erinnert sie auf den ersten Blick an die alte EQ-6 PRO Montierung. Der zweite Blick, jedoch, beschert einem völlig neue Eigenschaften…

2 Telekope – 1 Montierung: Parallaktisch und azimutal
Warum sollte man mehrere Montierungen besitzen, wenn man alles in einem haben kann?
Fast könnte man meinen, man hat zwei Montierungen in einer erworben. Die AZ-EQ6 lässt sich mit nur wenigen Handgriffen und innerhalb von Sekunden von der equartorialen Aufstellung in eine azimutale Montierung umwandeln. Dabei nimmt sie zwei Teleskope gleichzeitig auf. Setzen Sie also z.B. ein Newton-Tubus an das eine und einen Refraktor an das andere Ende. Im azimutalen Betrieb gewinnt die Montierung zusätzliche Stabilität.

An der extrem stabilen Gegengewichts-Stange befindet sich, wie am Montierungskopf, ein GP und 3“ Profil. An beiden Köpfen trägt die AZ-EQ6 die Teleskope mit gleicher Stabilität.

Viele Amateurastronomen nutzen eine parallaktische und  azimutale Montierung. Verbinden Sie die Vorzüge beider Bauarten mit nur einer Montierung. Sie können die Funktionen der Steuerung in beiden Varianten nutzen. Die Synscan GoTo-Steuerung ist zwischen parallaktischem und azimutalen Betrieb umschaltbar.

Skywatcher Montierung AZ-EQ-6 SynScan GoTo

Die neue AZ-EQ6 in azimutaler Aufstellung. Sie trägt auf beiden Seiten Teleskope bis zu 20kg

Die neue AZ-EQ6 in azimutaler Aufstellung. Sie trägt auf beiden Seiten Teleskope bis zu 20kg

Einfach Transportieren durch geringeres Gewicht
Das Argument des Gewichts ist oft entscheidend. Die AZ-EQ6 ist ganze 5kg leichter als die alte EQ-6 Montierung. Damit tragen Sie das Achsenkreuz noch einfacher an Ihren Beobachtungsort. Trotz des geringeren Gewichts hat die neue Montierung parallaktisch die gleiche Tragkraft. Azimutal trägt sie sogar wesentlich mehr.

Massiver Polblock – noch stabiler
Bei der EQ-6 PRO Montierung sahen kristische Stimmen die Eintstellung der Polhöhe als gewissen Schwachpunkt. Dies gehört nun entgültig der Vergangenheit an. Der Polblock wurde massiv verstärkt. Die gesamte Montierung ist nun eben für zwei Telekope ausgelegt.

Auch die alten Schrauben für die Polhöhen-Einstellung gehören der Vergangenheit an. Wenn man etwas unachtsam war, konnte man die alten Schrauben schonmal verbiegen. Eine seitlich angebrachte Schnecke übernimmt jetzt die Aufgabe – und die erledigt sie mehr als gut. Jetzt können Sie die Polhöhe extrem fein einstellen.  Selbst wenn das Teleskop mit Gegengewicht auf der Montierung sitzt.

Die neue Schnecke für die Polhöhe und das integrierte Polsucherfernrohr

Die neue Schnecke für die genaue Einstellung der Polhöhe und das integrierte Polsucherfernrohr

Bessere Klemmung – Rutschkupplung
Kein drücken, sondern ein greifen – so könnte man die neue Klemmung der AZ-EQ6 beschreiben. Die Ringklemmung ist schonend für das Schneckenrad. Die Achse wird gleichmäßig geklemmt, was sich positiv auf den Lauf der Montierung auswirkt. Die neu konstruierte Rutschkupplung erleichtert es Ihnen das Teleskop in jede beliebige Richtung zu stellen – azimutal und parallaktisch.

Optische Encoder – Das Alignment geht nie wieder verloren
Stellen Sie sich vor, Sie führen eine Zweistern-Eichung aus und öffnen hinterher die Achsenklemmung. Die Sterneichung würde bei vielen Montierungen unweigerlich verloren gehen. Die neue AZ-EQ6 besitzt optische Encoder. Öffnen Sie also ruhig die Klemmungen und stellen Sie auch mal manuell ein Objekt ein.
Die neue Skywatcher Montierung zählt jeden Schritt mit und behält so immer die Orientierung.

Durch die optischen Encoder geht das Alignment nie wieder verloren

Durch die optischen Encoder geht das Alignment nie wieder verloren

Bereits jetzt heiß begehrt: In Kürze ist es soweit, die neue AZ-EQ6 Montierung steht in den Startlöchern. Bestellen Sie jetzt und profitieren Sie in Kürze von einer modernsten Mittelklasse-Montierungen.